{"id":665999,"date":"2017-10-21T00:58:40","date_gmt":"2017-10-20T22:58:40","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=665999"},"modified":"2017-10-21T00:58:40","modified_gmt":"2017-10-20T22:58:40","slug":"versetzung-nein-danke-drei-fragen-an-arbeitsrechtler-moritz-kunz-von-herbert-smith-freehills","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2017\/10\/21\/versetzung-nein-danke-drei-fragen-an-arbeitsrechtler-moritz-kunz-von-herbert-smith-freehills\/","title":{"rendered":"Versetzung? Nein, danke &#8211; Drei  Fragen an Arbeitsrechtler Moritz Kunz von Herbert Smith Freehills"},"content":{"rendered":"<p><strong>\u00dcberraschende Versetzungen &#8211; wom\u00f6glich gegen den Willen der Mitarbeiter &#8211; sind eine Methode, mit der Unternehmen Mitarbeiter unter Druck setzen. Ist so eine Versetzungs-Anweisung sogar unbillig, wie es Juristen nennen, m\u00fcssen sich betroffene Mitarbeiter gar nicht erst dran halten, sagt das Bundesarbeitsgericht neuerdings. Das verbessert ihre Position deutlich &#8211; bis dahin musste jeder auch noch so willk\u00fcrliche Versetzungen erst mal befolgen. Vielleicht monatelang.<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_666000\" style=\"width: 260px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-666000\" class=\"size-full wp-image-666000\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/09\/kunz.moritz.kunz@hsf.com_LGS.jpg\" alt=\"\" width=\"250\" height=\"250\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/09\/kunz.moritz.kunz@hsf.com_LGS.jpg 250w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/09\/kunz.moritz.kunz@hsf.com_LGS-150x150.jpg 150w\" sizes=\"auto, (max-width: 250px) 100vw, 250px\" \/><p id=\"caption-attachment-666000\" class=\"wp-caption-text\">Moritz Kunz, Arbeitsrechtler bei Herbert Smith Freehill (Foto:HSF)<\/p><\/div>\n<p><strong>Drei Fragen an Arbeitsrechtler Moritz Kunz von Herbert Smith Freehills:<\/strong><\/p>\n<p><strong>Hat das Bundesarbeitsgericht (BAG) nun in oft genutztes Mobbinginstrument der Unternehmen und ihren Personalchefs zerst\u00f6rt? Arbeitnehmer von D\u00fcsseldorf\u00a0nach Berlin zu versetzen, auch wenn sie Familienv\u00e4ter oder gar M\u00fctter sind? Um sie zu Abfindungsverhandlungen zu n\u00f6tigen?<\/strong><\/p>\n<p>Das k\u00f6nnen in der Tat heikle Situationen f\u00fcr Arbeitnehmer sein. Er hat die Wahl: Entweder der Versetzung nachkommen und die pers\u00f6nlichen Beeintr\u00e4chtigungen in Kauf nehmen oder eben nicht und seine fristlose K\u00fcndigung riskieren. Leistete der Arbeitnehmer einer Versetzung nicht folge, konnte das Unternehmen bislang fristlos k\u00fcndigen \u2013 und zwar egal ob die Versetzung unbillig, also unrechtm\u00e4\u00dfig war.<\/p>\n<p>Unternehmen m\u00fcssen dabei die Interessen beider Seiten abw\u00e4gen. Es k\u00f6nnen viele Faktoren eine Rolle spielen, auch die famili\u00e4re Situation und gesundheitliche Belange.<\/p>\n<p>Die einzige Chance f\u00fcr Angestellte war bislang, so eine Versetzung mit einer einstweiligen Verf\u00fcgung zu torpedieren. Dies war allerdings schwierig, da die Gerichte nur wenig Zeit haben und die Fakten nur oberfl\u00e4chlich pr\u00fcfen.<\/p>\n<p>K\u00fcnftig haben es Arbeitnehmer einfacher: Er muss unbilligen Anweisungen gar nicht erst nachkommen, entschied der 10. Senat des Bundesarbeitsgerichts. Und er kann dann konsequenterweise deshalb auch nicht entlassen werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Kann sich der Mitarbeiter verweigern?<\/strong><\/p>\n<p>Nein, weil die Situation f\u00fcr den Arbeitnehmer rechtlich riskant bleibt. Wann eine Versetzung unbillig ist, kann selbst der eigene Anwalt nur absch\u00e4tzen &#8211; aber nicht sicher wissen. Wer das Risiko einer fristlosen K\u00fcndigung ausschlie\u00dfen will, dem wird oft nichts anderes \u00fcbrig bleiben, als erst mal der Versetzung nachzukommen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"font-style: inherit;font-weight: inherit\"><strong>Auf welche konkreten Job-Situationen wirkt sich dieses Urteil noch aus?<\/strong><\/p>\n<p>Das Landesarbeitsgericht Hamm befand in der Vorinstanz, dass die Versetzung von Dortmund nach Berlin unrechtm\u00e4\u00dfig war. Allerdings kann man daraus nicht den Schluss ziehen, dass jede \u00f6rtliche Ver\u00e4nderung unzumutbar ist. Andererseits kann der Arbeitgeber nicht jede Aufgabe vom Mitarbeiter verlangen. Zum Beispiel: Der Arbeitnehmer darf Aufgaben ablehnen, zu denen er sich wegen seiner Glaubens\u00fcberzeugung oder wegen Gewissenskonflikten au\u00dferstande sieht. Unzul\u00e4ssig sind auch Weisungen, die sachlich nicht gerechtfertigt sind und nur den einen Zweck haben, den Arbeitnehmer zu schikanieren. Etwa wenn ein Unternehmen einen Angestellten faktisch degradieren will, indem er ihm wichtige Aufgaben und F\u00fchrungsfunktionen entzieht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-664324\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/02\/Blog-Ranking2017-300x212.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"212\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/02\/Blog-Ranking2017-300x212.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/02\/Blog-Ranking2017-424x300.jpg 424w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/02\/Blog-Ranking2017.jpg 650w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00dcberraschende Versetzungen &#8211; wom\u00f6glich gegen den Willen der Mitarbeiter &#8211; sind eine Methode, mit der Unternehmen Mitarbeiter unter Druck setzen. 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