{"id":665819,"date":"2017-09-04T01:11:33","date_gmt":"2017-09-03T23:11:33","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=665819"},"modified":"2017-09-04T01:11:33","modified_gmt":"2017-09-03T23:11:33","slug":"buchauszug-waldimir-klitschko-challenge-management-was-sie-als-manager-vom-spitzensportler-lernen-koennen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2017\/09\/04\/buchauszug-waldimir-klitschko-challenge-management-was-sie-als-manager-vom-spitzensportler-lernen-koennen\/","title":{"rendered":"Buchauszug Waldimir Klitschko: &#8222;Challenge Management &#8211; Was Sie als Manager vom Spitzensportler lernen k\u00f6nnen&#8220;"},"content":{"rendered":"<p><strong>Buchauszug Waldimir Klitschko: &#8222;Challenge Management &#8211; Was Sie als Manager vom Spitzensportler lernen k\u00f6nnen&#8220;<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_665863\" style=\"width: 491px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-665863\" class=\"size-full wp-image-665863\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/09\/klitschko.gross_.-wladimir-3-2.jpg\" alt=\"\" width=\"481\" height=\"650\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/09\/klitschko.gross_.-wladimir-3-2.jpg 481w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/09\/klitschko.gross_.-wladimir-3-2-222x300.jpg 222w\" sizes=\"auto, (max-width: 481px) 100vw, 481px\" \/><p id=\"caption-attachment-665863\" class=\"wp-caption-text\">Wladimir Klitschko<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Ergo sum: Ich wei\u00df, wer ich bin<\/strong><\/p>\n<p>Ich habe dem Boxen sehr viel zu verdanken, doch eigentlich bin ich eher zuf\u00e4llig in den Sport hineingestolpert. Es war Vitali, der sich anfangs f\u00fcr\u00a0das Kickboxen entschied und sp\u00e4ter f\u00fcr das klassische Boxen. Damit war\u00a0es quasi vorgegeben, dass ich \u2013 als f\u00fcnf Jahre J\u00fcngerer \u2013 ihm nacheifern\u00a0w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Seit ich denken kann, habe ich mich an meinem Bruder orientiert.\u00a0Unsere Eltern hatten ihm schon fr\u00fch die Aufgabe \u00fcbertragen, auf mich\u00a0aufzupassen. Ich begleitete ihn \u00fcberall hin. Er war mein Aufpasser, meine\u00a0Leitfigur, mein Vorbild. Und er war mein bester Freund.\u00a0Interessierte er sich f\u00fcr Sport, interessierte ich mich daf\u00fcr. Ging er zum\u00a0Training, begleitete ich ihn. Stieg er in den Ring, fieberte ich auf meinen\u00a0ersten Kampf hin.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>F\u00fcr mich hatte es keinerlei Bedeutung, dass uns ein Altersunterschied\u00a0von f\u00fcnf Jahren trennte. Im Gegenteil: Ich habe aus seinen Erfahrungen\u00a0gelernt. Ich beobachtete ihn und hing an seinen Lippen. \u00bbLernt er etwas,\u00a0kann ich es auch\u00ab, redete ich mir ein. Nirgends sah ich Grenzen. Auch\u00a0wenn ich irgendwann erkannte: Vitali war der geborene \u00bbFighter\u00ab, ertrug die F\u00e4higkeit als nat\u00fcrliche Gabe in sich.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>In mir schlummerte eine \u00e4hnliche Veranlagung, die viele in meiner Umgebung Talent nannten.\u00a0Allerdings musste ich sie erst freilegen, und zwar mit harter Arbeit. Eine<br \/>\ngeh\u00f6rige Portion Ehrgeiz unterst\u00fctzte mich dabei. Sp\u00e4ter \u00fcberlegten wir uns pr\u00e4gnante Motivationsspr\u00fcche. \u00bbBorn to fight\u00ab, fiel mir f\u00fcr Vitaliein. \u00bbBorn to win\u00ab, rief er mir regelm\u00e4\u00dfig zu.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ich wollte zu den Besten geh\u00f6ren, in die Liga aufsteigen, in der Vitali\u00a0bereits einen Namen hatte. Am liebsten wollte ich sogar besser werden\u00a0als mein Bruder. Denn w\u00fcrde mir das gelingen, so wusste ich, k\u00f6nnte\u00a0ich alle schlagen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Solange ich k\u00f6rperlich kleiner war als er, war mein Vorhaben aussichtslos.\u00a0Trotzdem spornten wir uns gegenseitig an, motivierten und\u00a0unterst\u00fctzten uns. Das setzte sich fort, als wir in derselben Gewichtsklasse\u00a0boxten. Wir trainierten mit-, nie gegeneinander und sahen uns nie als Konkurrenten. Einen offiziellen Kampf gegeneinander h\u00e4tten wir<br \/>\nuns niemals vorstellen k\u00f6nnen, wir w\u00e4ren um keinen Preis gegeneinander\u00a0angetreten. Alleine schon, weil wir es unserer Mutter versprochen hatten,\u00a0aus Respekt unserer Familie gegen\u00fcber.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Unseren Eltern ist es in erster Linie zu verdanken, dass uns unser Erfolg nicht zu Kopf gestiegen ist. Mein Vater hatte uns neben Disziplin\u00a0und Durchhalteverm\u00f6gen auch Bodenst\u00e4ndigkeit und Respekt vorgelebt.\u00a0Meine Mutter, von Beruf Lehrerin, sorgte daf\u00fcr, dass wir Bildung als\u00a0wichtiges R\u00fcstzeug f\u00fcr das Leben verstanden.\u00a0Und so war es f\u00fcr uns beide selbstverst\u00e4ndlich, dass wir trotz unseres\u00a0Sports die Universit\u00e4t abschlossen und sogar promovierten. Etwas anderes\u00a0h\u00e4tten unsere Eltern wohl auch nicht akzeptiert. Wir br\u00e4uchten eine Ausbildung,\u00a0um uns unseren Lebensunterhalt verdienen zu k\u00f6nnen, lautete\u00a0ihre \u00dcberzeugung. Profisportler gab es in der Sowjetunion nicht und\u00a0war damit kein Beruf. Dar\u00fcber hinaus wurde Bildung als hohes Gut angesehen, das wertgesch\u00e4tzt wurde, wo immer es verf\u00fcgbar war. Diese\u00a0\u00dcberzeugung stellte ich nie infrage.<\/p>\n<p>Als ich mit 20 Jahren tats\u00e4chlich Profisportler wurde, arbeitete ich ganz selbstverst\u00e4ndlich an meiner Doktorarbeit weiter. \u00bbP\u00e4dagogische\u00a0Kontrolle im Sport von Kindern und Jugendlichen im Alter zwischen 14\u00a0und 19\u00ab, hie\u00df das Thema. Es interessierte mich sehr, weil es mit meinen\u00a0eigenen Erfahrungen zu tun hatte.<br \/>\nEinige Freunde aus meinem Internat hatten ihre Karriere beendet, bevor\u00a0sie richtig begann, weil sie den physischen oder psychischen Druck nicht\u00a0aushielten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Deshalb f\u00fchrte ich \u00fcber mehrere Jahre eine Studie an meiner\u00a0ehemaligen Schule durch. Fast 70 Jugendliche wurden Leistungstests\u00a0unterzogen. Ich verglich die Ergebnisse miteinander. Warum scheiterten\u00a0manche, w\u00e4hrend sich andere \u00fcberdurchschnittlich gut schlugen? Meine\u00a0Thesen stellte ich in den Mittelpunkt meiner Dissertation. Mein Vater verfolgte mit Wohlwollen, dass ich mir die Zeit f\u00fcr das\u00a0akademische Arbeiten nahm, neben meinen K\u00e4mpfen und dem Training.<\/p>\n<p>\u00bbBoxen ist doch kein Beruf\u00ab, merkte er regelm\u00e4\u00dfig an, wenn wir uns als Jugendliche \u00fcber unsere Turniersiege freuten.\u00a0In gewisser Weise hatte er damit sogar Recht: Wie bei jeder anderen\u00a0Sportart kommt eine Boxkarriere allenfalls als befristete T\u00e4tigkeit infrage.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Jeder Athlet muss f\u00fcr sich entscheiden, wann es Zeit ist, die Profib\u00fchne zu verlassen. Im besten Fall geschieht das, bevor ihn eine Reihe von\u00a0Niederlagen oder der eigene K\u00f6rper dazu zwingt. Dass dieser Zeitpunkt\u00a0allerdings weit vor dem Rentenbeginn eines gew\u00f6hnlichen Arbeitnehmers\u00a0ansteht, ist jedem klar. Ich bin froh, dass ich mir schon als aktiver Sportler vor l\u00e4ngerer Zeit\u00a0andere berufliche Standbeine aufgebaut habe: als Unternehmer, Dozent,als Stifter, um nur einige Beispiele zu nennen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>M\u00f6glich geworden ist das alles nur durch meine sportlichen Erfolge. Boxen, so habe ich es von Anfang an verstanden, ist f\u00fcr mich ein Instrument;\u00a0ein Mittel zum Zweck. Es ist nicht die Erf\u00fcllung. Und es ist schon\u00a0gar nicht die Endstation. Doch es ist immer eine M\u00f6glichkeit gewesen,\u00a0meine Tr\u00e4ume zu verwirklichen und mich weiterzuentwickeln.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Betrachte ich r\u00fcckblickend meine Erfolge, aber auch meine Niederlagen im Boxen sowie jenseits davon, gibt es sieben inhaltliche Themen, die mein Handeln bestimmen. Anfangs habe ich diese Elemente aus dem\u00a0Bauch heraus wie einen Filter angewendet. Nicht zuf\u00e4llig spiegeln sie\u00a0meine Lebensanschauung und meine Art, Entscheidungen zu treffen, der\u00a0vergangenen drei\u00dfig Jahre wieder.<\/p>\n<p>Mir wurde es immer wichtiger, dass auch meine Mitarbeiter in meinen Unternehmen diese Motive verstanden. Deshalb haben wir sie herausgearbeitet,\u00a0zusammengefasst und dokumentiert. Heute dienen sie als Filter,\u00a0den das Management in meinen Firmen und Beteiligungen anwendet,\u00a0um eigenverantwortlich Entscheidungen in meinem Sinne zu f\u00e4llen.<\/p>\n<p>Er\u00a0ist der rote Faden, nach dem wir Gesch\u00e4ftsbereiche gr\u00fcnden oder neue<br \/>\nProdukte und Dienstleistungen entwickeln.\u00a0\u00bbERGO SUM\u00ab (lat. f\u00fcr \u00bbAlso bin ich\u00ab) steht f\u00fcr die sieben Elemente,\u00a0diese bilden das Fundament meiner Philosophie in Kurzform. Jeder Buchstabe\u00a0der zwei Worte repr\u00e4sentiert ein Element. Genauso bringt der Begriff<br \/>\nals Ganzes meine Weltanschauung zum Ausdruck: \u00bbErgo sum\u00ab \u2013 also bin \u00a0ich. F\u00fcr mich ist klar, wer ich bin.<\/p>\n<p>F\u00fcr manche mag es abgedroschen klingen. Tats\u00e4chlich zieht sich \u00bbErgo sum\u00ab wie ein roter Leitfaden durch mein Leben:<\/p>\n<p>E \u2013 Expertise (Expertise: aus meinen Erfahrungen und der Wissenschaft)<br \/>\nR \u2013 Rightness (Richtigkeit: nach meinen ethisch korrekten Grunds\u00e4tzen<br \/>\nentwickelt)<br \/>\nG \u2013 Globalism (Globalismus: 360 Grad, nicht beschr\u00e4nkt, international)<br \/>\nO \u2013 Optimism (Optimismus: immer positiv und vision\u00e4r denkend)<br \/>\nS \u2013 Sustainability (Nachhaltigkeit: langfristig denkend und auf die Umwelt<br \/>\nachtend)<br \/>\nU \u2013 Uncomplexity (Einfachheit: einfach erkl\u00e4rt und einfach zu verstehen)<br \/>\nM \u2013 Maximum (Maximum: immer das Beste und Optimale herausholend)<br \/>\nE \u2013 Expertise<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Expertise aus meinen Erfahrungen und der Wissenschaft<\/strong><\/p>\n<p>\u00bbWissen und Erfahrungen werden wertvoller, wenn wir sie teilen\u00ab Jeder hat und braucht Expertise, um ein Gesch\u00e4ft aufzubauen oder seinen\u00a0Beruf gut auszu\u00fcben, das ist selbstverst\u00e4ndlich. F\u00fcr mich hat der Begriff\u00a0noch eine andere Bedeutung: Ich bin seit mehr als 20 Jahren im Profisport\u00a0und habe neben dem Boxen viel Wissen und Erfahrungen aus angrenzenden\u00a0Bereichen gesammelt. Diese gebe ich weiter, bei allem, was\u00a0ich mache. An Sportler und besonders auch an Manager, Berater oder Unternehmer. Sogar an Kinder und Jugendliche.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Zu realisieren, dass ich in den vergangenen Jahrzehnten in der Praxis weitaus mehr Wissen angeh\u00e4uft habe als w\u00e4hrend meines Universit\u00e4tsstudiums\u00a0und meiner Doktorarbeit, hat eine Weile gedauert. Ich hatte\u00a0diesen undefinierten Erfahrungsschatz immer Bauchgef\u00fchl genannt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-665862\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/09\/cover.klitschko.gro\u00df.jpg\" alt=\"\" width=\"433\" height=\"650\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/09\/cover.klitschko.gro\u00df.jpg 433w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/09\/cover.klitschko.gro\u00df-200x300.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 433px) 100vw, 433px\" \/><\/p>\n<p><strong>Wladimir Klitschko: &#8222;Challenge Management &#8211; Was Sie als Manager vom Spitzensportler lernen k\u00f6nnen&#8220; ,214 Seiten, Campus 2017, 24,95 Euro <\/strong><strong><a href=\"http:\/\/www.campus.de\/buecher-campus-verlag\/business\/management-unternehmensfuehrung\/challenge_management-14236.html\">http:\/\/www.campus.de\/buecher-campus-verlag\/business\/management-unternehmensfuehrung\/challenge_management-14236.html<\/a><\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Wissen wird mehr, wenn wir es teilen<\/strong><\/p>\n<p>\u00dcber die Jahre ist mir aufgefallen, dass die Probleme vieler Menschen hausgemacht sind. H\u00e4ufig sehen sie kleinste H\u00fcrden als un\u00fcberwindbare\u00a0Hindernisse, Schwierigkeiten als nahezu existenzbedrohende Krisen. Eine Weile wunderte ich mich und fragte mich, ob mein Leben im Vergleich\u00a0zu dem ihren so viel reibungsloser und st\u00f6rungsfreier verlief. Doch ich\u00a0stellte fest: \u00fcberhaupt nicht. Es kommt auf die Betrachtungsweise an.<\/p>\n<p>Ein Gro\u00dfteil der Menschen denkt vermehrt in Problemen. Sie haben ein sogenanntes Worst-Case-Szenario vor Augen \u2013 Was k\u00f6nnte im schlimmsten\u00a0Fall passieren? \u2013 und sind bestimmt von einer passiven, \u00e4ngstlichen\u00a0Denkweise. Damit blockieren sie ihr eigenes Handeln.<\/p>\n<p>Ich hingegen orientiere mich lieber an L\u00f6sungen. Taucht ein Hindernis vor mir auf, nehme ich es sportlich und verstehe es als Pr\u00fcfung, die es zu\u00a0meistern gilt. \u00bbWie komme ich da dr\u00fcber?\u00ab, frage ich mich. \u00bbWie komme\u00a0ich gerade so \u00fcber das Hindernis und wie vielleicht deutlich besser als\u00a0andere?\u00ab<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Bei der Beantwortung dieser Frage lasse ich mich gerne von erfahrenen\u00a0Menschen inspirieren. Wann immer es eine Gelegenheit dazu gibt, m\u00f6chte\u00a0ich erfahren: \u00bbWas war die gr\u00f6\u00dfte H\u00fcrde in Ihrem Leben? Wie haben\u00a0Sie sie gemeistert?\u00ab Egal, ob ihre Herausforderungen mit meinem Leben\u00a0zu tun haben oder nicht: Ich kann von jeder Geschichte profitieren. Im\u00a0Laufe der Zeit habe ich an der Art, wie mir die Anekdoten erz\u00e4hlt werden,\u00a0viel \u00fcber die Einstellung der Erz\u00e4hler erfahren. Manche sind angesichts meiner Frage sogar \u00fcberfordert. Sie finden es wohl ungew\u00f6hnlich, dass ich mich f\u00fcr ihr Leben interessiere.<\/p>\n<p>Bei diesen Gespr\u00e4chen ist mir bewusst geworden, dass ich nicht in\u00a0Problemen, sondern in Herausforderungen denke. Das meine ich keineswegs arrogant, sondern im besten Sinne selbstbewusst. Auch in meinem\u00a0Leben gab es Phasen, in denen es nicht so rund lief. Doch ich habe mich\u00a0entschieden, mich nicht treiben zu lassen. Ich bestimme, wo es langgeht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Aus jeder Niederlage kann ich etwas lernen. Jedes Schlechte hat sein Gutes, davon bin ich felsenfest \u00fcberzeugt. Ein Misserfolg bedeutet in\u00a0meinen Augen kein Scheitern, sondern eine unvorhergesehene Wendung im\u00a0Leben. Wir sollten allerdings bereit sein, unsere Fehler zu analysieren und\u00a0daraus R\u00fcckschl\u00fcsse zu ziehen, damit wir es beim n\u00e4chsten Mal besser\u00a0machen k\u00f6nnen. Um sogenannte Misserfolge in Erfolge umzuwandeln.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Dieser Ansatz gilt auf der Makro- wie auf der Mikroebene. Schauen wir uns zum Beispiel das Bestreben der Menschheit an, Innovationen\u00a0hervorzubringen. Dem deutschen Luftfahrtpionier Otto Lilienthal w\u00e4re\u00a0es Ende des 19. Jahrhunderts wohl niemals gelungen, als erster Mensch\u00a0wiederholt 250 Meter lange Gleitfl\u00fcge zu fliegen, w\u00e4ren er und viele\u00a0andere Mutige vor ihm nicht unz\u00e4hlige Male gescheitert. Seine Leistung wurde nur m\u00f6glich, weil er Misserfolge zuvor als Ansporn verstanden hatte, es besser zu machen, anstatt aufzugeben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Dasselbe k\u00f6nnen wir in die heutige Zeit \u00fcbertragen. Ist es hinnehmbar,\u00a0wenn selbstfahrende Autos Unf\u00e4lle verursachen und Menschen dabei verungl\u00fccken? Nein, es ist schrecklich. Verletzte oder gar Tote m\u00fcssen\u00a0vermieden werden. Jeder Todesfall ist einer zu viel. Wird die Entwicklung\u00a0des autonomen Fahrens deshalb eingestellt werden? Nein, auf keinen Fall.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Weil es Fortschritt bedeutet und die Menschheit voranbringt. Betrachte ich es auf der Mikroebene, an meinem pers\u00f6nlichen Beispiel,\u00a0fallen mir meine Boxniederlagen in den Jahren 2003 und 2004 ein. Sie\u00a0waren bitter, ich habe an mir gezweifelt. Wollte ich deswegen aufgeben\u00a0und das Boxen sein lassen? Nein, niemals. Denn ich hatte ein Ziel: Ich\u00a0wollte alle wichtigen Weltmeisterg\u00fcrtel zusammen mit meinem Bruder Vitali in unserer Familie vereinen. Dazu musste ich weitermachen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich ist es kein Hexenwerk, sich von einer passiven, negativen\u00a0Gef\u00fchlslage in eine aktive, motivierende Stimmung zu bringen. Wir m\u00fcssen uns lediglich aktiv daf\u00fcr entscheiden, denn niemand anders kann das\u00a0f\u00fcr uns \u00fcbernehmen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ich habe es \u00fcber Jahre erprobt und intuitiv eine Methode entwickelt,\u00a0die aus dem Problem eine Herausforderung macht und f\u00fcnf Schritte beinhaltet. Hangeln Sie sich an diesen f\u00fcnf Punkten entlang, f\u00e4llt es Ihnen\u00a0leicht, l\u00f6sungsorientiert vorzugehen und sich aus dem Hamsterrad zu\u00a0befreien.<\/p>\n<p>1. Zielsetzung: Haben Sie ein Ziel oder lassen Sie sich treiben? Definieren Sie ganz genau, was Sie erreichen wollen.<\/p>\n<p>2. Konsequenzen: Malen Sie sich ein Worst-Case-Szenario aus und stellen\u00a0Sie sich vor, was passiert, wenn Sie Ihr Ziel nicht angehen.<\/p>\n<p>3. Vorstellung: Halten Sie sich das Best-Case-Szenario vor Augen: Stellen\u00a0Sie sich vor, Sie sind am Ziel. Wie f\u00fchlt es sich an? Was tun Sie?<\/p>\n<p>4. Weggef\u00e4hrten: Bevor Sie aktiv werden, brauchen Sie Mitstreiter: Wer\u00a0sind Ihre Gef\u00e4hrten, die Sie auf Ihrem Weg zum Ziel begleiten?<\/p>\n<p>5. Besessenheit: \u00dcberlegen Sie sich mindestens ein Ritual und entwickeln\u00a0Sie einen Schlachtplan, um Ihr Ziel nicht aus den Augen zu verlieren.<\/p>\n<p>Damit k\u00f6nnen Sie sich das Bild Ihres Best-Case-Szenarios t\u00e4glich in Erinnerung rufen. Lieben Sie, was Sie tun.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ich wende diese Methode in vielen Lebenslagen an. Etwa um mich auf\u00a0meinen kommenden Boxkampf vorzubereiten. Oder um die Motivation\u00a0eines potenziellen Mitarbeiters kennen zulernen sowie mich vor einer\u00a0Verhandlung zu strukturieren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-664324\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/02\/Blog-Ranking2017-300x212.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"212\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/02\/Blog-Ranking2017-300x212.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/02\/Blog-Ranking2017-424x300.jpg 424w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/02\/Blog-Ranking2017.jpg 650w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Buchauszug Waldimir Klitschko: &#8222;Challenge Management &#8211; Was Sie als Manager vom Spitzensportler lernen k\u00f6nnen&#8220; &nbsp; &nbsp; Ergo sum: Ich wei\u00df, wer ich bin Ich habe dem Boxen sehr viel zu verdanken, doch eigentlich bin ich eher zuf\u00e4llig in den Sport &hellip; <a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2017\/09\/04\/buchauszug-waldimir-klitschko-challenge-management-was-sie-als-manager-vom-spitzensportler-lernen-koennen\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":19,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[1890,6833,1546,6834],"class_list":["post-665819","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","tag-buchauszug","tag-buchauszug-waldimir-klitschko-challenge-management-was-sie-als-manager-vom-spitzensportler-lernen-koennen","tag-stefanie-bilen","tag-wladimir-klitschko"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/665819","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/users\/19"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=665819"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/665819\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=665819"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=665819"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=665819"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}