{"id":665775,"date":"2017-08-22T00:16:51","date_gmt":"2017-08-21T22:16:51","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=665775"},"modified":"2017-08-22T09:54:27","modified_gmt":"2017-08-22T07:54:27","slug":"less-drama-baby-hkp-chef-michael-kramarsch-plaediert-fuer-augenmass-und-agile-selbstueberpruefung-gastbeitrag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2017\/08\/22\/less-drama-baby-hkp-chef-michael-kramarsch-plaediert-fuer-augenmass-und-agile-selbstueberpruefung-gastbeitrag\/","title":{"rendered":"Less drama, baby! HKP-Chef Michael Kramarsch pl\u00e4diert f\u00fcr agile Selbst\u00fcberpr\u00fcfung und Augenma\u00df &#8211; Gastbeitrag"},"content":{"rendered":"<p><strong>Less drama, baby! Wider das Agilit\u00e4ts-Geschwurbel aus der Tiefe des disruptiven Raums &#8211; Gastbeitrag von Michael Kramarsch, Managing Partner der <a href=\"http:\/\/Verg\u00fctungsberatung HKP\">Verg\u00fctungsberatung HKP\u00a0<\/a><\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_665776\" style=\"width: 660px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-665776\" class=\"size-full wp-image-665776\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/08\/kramarsch2017.jpg\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"650\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/08\/kramarsch2017.jpg 650w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/08\/kramarsch2017-150x150.jpg 150w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/08\/kramarsch2017-300x300.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><p id=\"caption-attachment-665776\" class=\"wp-caption-text\">Michael Kramarsch, Managing Partner der Verg\u00fctungsberatung HKP<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Agile Halbg\u00f6tter, Jugend-forscht-Dynamiker und Scrumm Master<\/strong><\/p>\n<p>Bitte lesen Sie nicht weiter wenn sie ein Scrumm Master sind, einen schwarzen G\u00fcrtel in Design Thinking haben, den Hackathon in unter vier Stunden sprinten oder \u00fcberhaupt ein agiler Halbgott sind.<\/p>\n<p>G\u00f6ttinnen scheint es im Agilit\u00e4ts-Kosmos im \u00dcbrigen wenige zu geben. Die Szene ist gepr\u00e4gt von m\u00e4nnlichen Jugend-forscht-Dynamikern oder solchen in der Midlife-Krise mit hoher und enger Selbstreferenzialit\u00e4t. Sie scheinen, eine attraktive Beratungs- oder zumindest Mediennische gefunden zu haben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Der Blick in den Duden hilft<\/strong><\/p>\n<p>Das f\u00fchrt auch zu wunderbaren, die Welt in neue Gl\u00fcckssph\u00e4ren katapultierenden Begriffsdefinitionen. Agilit\u00e4t, was ist das eigentlich? Manchmal hilft ein demaskierender Blick in den Duden. Als Synonyme werden gef\u00fchrt Beweglichkeit, Gewandtheit, Vitalit\u00e4t, Wendigkeit undsoweiter.<\/p>\n<p>Machen Sie ihre Organisationen beweglicher! Klingt nicht so sexy, verk\u00f6rpert aber den Kern des Ph\u00e4nomens. Ist nicht neu, aber trotzdem gut. Seit dem Entstehen gro\u00dfer Organisationen als Folge der industriellen Revolution besch\u00e4ftigen sich Unternehmen mit ihrem Weiterbestehen und Prosperieren. Dabei sind Anpassungsf\u00e4higkeit und Reaktionsgeschwindigkeit immer schon entscheidende Erfolgsfaktoren. Man schlage nur nach bei Rossabeth Moss-Kanters &#8222;When giants learn to dance&#8220; (1990) oder viel fr\u00fcher bei Stafford Beers &#8222;Viable Systems&#8220; (1959).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>CEO, die Krawatten ablegen bewegen Konzerne dadurch ebenso wenig mit wie dem Anwenden von Start-up-Erfahrungen<\/strong><\/p>\n<p>Da war also schon mal was \u2026 Zudem extrapolieren viele selbsternannte Gurus, Evangelisten, P\u00e4pste oder G\u00f6tter &#8211; in aufsteigender Reihenfolge &#8211; ihre eigene Erfahrungen aus kleinen und oder sehr speziellen Erfahrungswelten generalisierend auf gro\u00dfe Organisationen. Aber genauso wie ein CEO allein durch das Ablegen seiner Krawatte nicht beweglicher wird, genauso sind Erfahrungen aus Start-ups nicht beliebig auf gro\u00dfe Einheiten anwendbar.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Von anderen Bereichen abgucken, was sinnvoll ist &#8211; aber lange nicht alles<\/strong><\/p>\n<p>Kein Zweifel, es ist \u00fcberaus sinnvoll und auch gewinnbringend, neugierig auf neue Methoden zu schauen und von anderen Bereichen zu lernen. Und vieles l\u00e4sst sich \u00fcbertragen. Manches auch nicht. Oder wollen Sie in einem Auto sitzen, dessen Bremsen in einem Sprint entwickelt wurden und anhand ihres Feedbacks zur Beta-Version kundenzentriert weiterentwickelt werden?<\/p>\n<p>Jede gute F\u00fchrungskraft, jede gute Projektmanagerin wird aus einem breiten und bew\u00e4hrten Baukasten das Passende im Darwinschen Sinne ausw\u00e4hlen. Aber daraus einen Fetisch oder ein Dogma zu zimmern? Kann man machen, muss man aber nicht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Revolutionen gehen von unten nach oben, nicht umgekehrt<\/strong><\/p>\n<p>Gro\u00dfe Organisationen sind ineffizient. Das ist Realit\u00e4t und unvermeidbar. Ein wichtiger Hebel, sie beweglich zu halten, ist die Aktivierung von Mitarbeitern. Das erh\u00f6ht Ideengenerierung, Geschwindigkeit, Identifikation oder kurz die Chancen auf Erfolg.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Erfolgreiche Ver\u00e4nderungen passieren nicht am Rei\u00dfbrett<\/strong><\/p>\n<p>Viele Ans\u00e4tze zu New Work (noch so ein Schlagwort) bleiben als verkopfte Aktivit\u00e4t der Schlipstr\u00e4ger (sorry, die gibt es ja bald auch nicht mehr) in den Headquarters h\u00e4ngen. Organisationen sind aber viel, viel mehr als ihre Unternehmenszentralen. Erfolgreiche und nachhaltige Ver\u00e4nderungen finden im Maschinenraum und nicht am Rei\u00dfbrett statt. Beispielsweise stehen Produktionsmitarbeiter im Schichtdienst dem Hype um flexible Arbeitsplatz- und Arbeitszeitgestaltung nur mit Staunen gegen\u00fcber.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Die hohe Kunst ist, das Alte mit Neuem zu bereichern<\/strong><\/p>\n<p>Revolutionen sind Bewegungen von unten nach oben und nicht andersrum\u00a0 -und das kratzt typischerweise am organisationalen Machtmonopol. Es ist daher nicht die hohe Kunst, Neues zu schaffen, sondern das Alte mit dem Neuen zu bereichern und damit beides weiter zu entwickeln.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Disruption am Beispiel Dampfmaschine: Jahrzehnte vergingen, so wie beim PC<\/strong><\/p>\n<p>Heute muss alles disruptiv sein. Und angesichts der begleitenden Ger\u00e4uschkulisse sind wir geneigt, die Digitalisierung als gr\u00f6\u00dfte Disruption der Menschheitsgeschichte zu betrachten.<\/p>\n<p>Einspruch! Vergessen Sie nicht die Dampfmaschine. Mit ihr stand &#8211; abgesehen von ein wenig Wasserkraft &#8211; erstmals mehr Kraft zur Verf\u00fcgung als menschliche oder tierische Muskeln je bereitstellen konnten. Bis nach ihrer Erfindung schlie\u00dflich Mitte des 19. Jahrhunderts die volle disruptive Entwicklung der industriellen Revolution zuschlug, vergingen einige Jahrzehnte. \u00c4hnlich verh\u00e4lt es sich mit der Erfindung des Computers.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Lassen Sie das Agilit\u00e4ts-Geschwurbel<\/strong><\/p>\n<p>Also: less drama, baby \u2026 und vor allem weniger Agilit\u00e4ts-Geschwurbel! Stattdessen mehr Augenma\u00df und agile Selbst\u00fcberpr\u00fcfung, das w\u00e4re schon mal eine sinnvolle Strategie, um mit Richtung, Stabilit\u00e4t und Informiertheit selbst in der Tiefe des disruptiven Raums klaren Kurs in unbekannte Welten zu nehmen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-664324\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/02\/Blog-Ranking2017-300x212.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"212\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/02\/Blog-Ranking2017-300x212.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/02\/Blog-Ranking2017-424x300.jpg 424w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/02\/Blog-Ranking2017.jpg 650w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Less drama, baby! 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