{"id":665679,"date":"2017-08-10T03:09:55","date_gmt":"2017-08-10T01:09:55","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=665679"},"modified":"2018-04-20T12:47:33","modified_gmt":"2018-04-20T10:47:33","slug":"die-zerruetteten-ehen-der-manager-sie-sind-keine-beziehungskuenstler-sagt-klinikdirektor-dogs","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2017\/08\/10\/die-zerruetteten-ehen-der-manager-sie-sind-keine-beziehungskuenstler-sagt-klinikdirektor-dogs\/","title":{"rendered":"Die zerr\u00fctteten Ehen der Manager: &#8222;Sie sind keine Beziehungsk\u00fcnstler&#8220;, sagt Max-Grundig-Klinik-Direktor Dogs"},"content":{"rendered":"<p>&#8222;Die H\u00e4lfte\u00a0der Partnerschaften von F\u00fchrungskr\u00e4ften kann man als kaputt bezeichnen&#8220;, sch\u00e4tzt Christian Dogs, \u00e4rztlicher Direktor der Max Grundig Klinik in B\u00fchl bei Baden-Baden, die spezialisiert ist auf Psychosomatische Medizin. Denn\u00a0Manager-Partnerschaften leiden oft unter der Karriere. Sein Fazit: &#8222;F\u00fchrungskr\u00e4fte sind keine Beziehungsk\u00fcnstler.&#8220;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_665642\" style=\"width: 482px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-665642\" class=\"size-full wp-image-665642\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/07\/DogsChristian-Dogs-2.jpg\" alt=\"\" width=\"472\" height=\"650\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/07\/DogsChristian-Dogs-2.jpg 472w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/07\/DogsChristian-Dogs-2-218x300.jpg 218w\" sizes=\"auto, (max-width: 472px) 100vw, 472px\" \/><p id=\"caption-attachment-665642\" class=\"wp-caption-text\">Christian Dogs, \u00c4rztlicher Direktor der Max Grundig Klinik<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Nach au\u00dfen den Schein wahren, doch der Partner leidet umso mehr<\/strong><\/p>\n<p>Dabei klaffen bei vielen der Betroffenen Selbst- und Fremdwahrnehmung auseinander, so Dogs weiter. Denn: \u201eNach au\u00dfen hin wird oft der Schein gewahrt.&#8220; Und viele Manager glauben tats\u00e4chlich, ihre Beziehung sei in Ordnung. Doch die Erfahrung des Mediziners: &#8222;Erst wenn man tiefer sch\u00fcrft, offenbart sich eine gro\u00dfe Unzufriedenheit bis hin zur Zerr\u00fcttung.\u201c Im Alltag verdr\u00e4ngen die &#8211; meist m\u00e4nnlichen &#8211; Manager wegen ihrer beruflichen Herausforderungen &#8222;mangelnde Qualit\u00e4t der h\u00e4uslichen Gemeinschaft, doch die Partner leiden umso mehr.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Manager bel\u00fcgen sich selbst, wie gut es um ihre Partnerschaft steht<\/strong><\/p>\n<p>Die F\u00fchrungskr\u00e4fte wollen Manager lange nicht erkennen, wie schlecht es um ihre Partnerschaften bestellt ist. Dogs: \u201eAuch aus Bequemlichkeit reflektieren sie die Beziehungsprobleme nicht oder nur sehr ungern.\u201c \u00a0Verdr\u00e4ngung ohne Ende. Sie m\u00f6chten, dass alles funktioniert und wollen vor allem zuhause keine Probleme diskutieren. Ihre Grundhaltung: Probleme habe ich in der Firma genug.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Viele Partner f\u00fchlen sich minderwertig<\/strong><\/p>\n<p>Die Manager wachten erst auf, wenn nicht mehr zu \u00fcbersehen ist, dass der Partner Symptome psychischer Krankheiten zeigt, erz\u00e4hlt Dogs. Dazu geh\u00f6ren Alkoholmissbrauch, Depressionen sowie Angst- und Essst\u00f6rungen als \u00a0Ausdruck des ungl\u00fccklichen Daseins. Dogs Beobachtung: \u201eViele der Partner f\u00fchlen sich minderwertig.&#8220;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Wenn die Ehefrau nur Repr\u00e4sentationsobjekt ist und &#8222;\u00fcberholt werden&#8220;<\/strong><\/p>\n<p>Und dann beginnt ein Teufelskreislauf: &#8222;Das Tempo der Karriere des Mannes \u00fcberholt insbesondere Frauen, die keiner eigenen T\u00e4tigkeit nachgehen\u201c, so Dogs. Wenn f\u00fcr die Frauen nur noch wichtig sei, dass sie nach au\u00dfen eine intakte Familie pr\u00e4sentieren. Wenn sie ihre Eigenidentit\u00e4t verlieren, ausgetauscht haben gegen eine Familien-Identit\u00e4t \u00a0und nur noch in der Rolle als Mutter und Rep\u00e4sentationsobjekt aufgehen.<\/p>\n<p>In der Folge werde &#8211; so Dogs &#8211; die Partnerschaft f\u00fcr beide zur Belastung statt Ressource. Die Manager reagierten hierauf oft mit Burn-out, weil sie &#8211; ohne die Kraft aus der Beziehung &#8211; schleichend in eine pers\u00f6nliche Krise schliddern.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Der missverstandene Manager: &#8222;Keiner sieht, was ich alles mache&#8220;<\/strong><\/p>\n<p>Die Manager stehen unter Dauerspannung, schildert Dogs. Sie denken n\u00e4mlich: \u201eIch tue doch alles nur f\u00fcr die Familie\u201c statt sich selbst zuzugestehen, dass sie sich so verhalten, um ihr narzisstisches Selbst zu stabilisieren. Dann f\u00fchlen sie sich missverstanden und\u00a0falsch wahrgenommen nach dem Motto: &#8222;Keiner sieht, was ich hier alles mache.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Hauptsache, man wird von der eingetauschten Frau bewundert<\/strong><\/p>\n<p>Die h\u00e4ufige Konsequenz: Manager tauschen ihre Partnerin aus &#8211; gegen eine, die sie bewundert. Dogs berichtet: Erfolgreiche Unternehmer beispielsweise, die selbst keine hohe Bildung mitbringen, aber daf\u00fcr hohe unternehmerische Kompetenz haben, suchen sich eher einfache, sch\u00f6ne Frauen als die Zweite aus. Gerne mal ihre Sekret\u00e4rin oder die Kinderfrau.<\/p>\n<p>Intellektuelle Entscheider suchen dagegen eher intelligente Frauen, wobei auch die nicht schwierig sein darf und ihn bewundern muss. Dogs: &#8220;\u00a0Das steigert den Selbstwert ungemein, wenn ihn eine Frau, die auch selbst etwas darstellt, dann auch noch verehrt.&#8220;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Warum es so weit kommt: wegen der Fixierung auf den Job &#8211; die Lebensl\u00fcge<\/strong><\/p>\n<p>Der Grund f\u00fcr die kaputten Partnerschaften ist die &#8222;oft einseitige Fixierung auf das Berufliche&#8220;. Dogs: \u201eMan kann erfolgreicher Unternehmer oder Manager sein, aber nicht gleichzeitig ein guter Ehemann, leidenschaftlicher Liebhaber, k\u00fcmmernder Vater. Alles zusammen geht nicht. Das ist eine Lebensl\u00fcge.\u201c<\/p>\n<p>Die Generation der heute amtierenden Top-Entscheider &#8211; die meist jenseits der 50 sind &#8211; lehnt f\u00fcr sich das Konzept von Work-Life-Balance ab. Sie finden die bedingungslose Bereitschaft, f\u00fcr die Firma zu leben, entscheidend. Und aus dieser Haltung heraus vernachl\u00e4ssigen sie ihre Partner.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Manager sind \u00fcberzeugt vom Gr\u00f6\u00dfenselbst &#8211; daf\u00fcr sorgen ihre Schranzen<\/strong><\/p>\n<p>Was die Manager konkret falsch machen? Sie nehmen sich keine Zeit f\u00fcr ihre &#8211; zumeist &#8211; Frau, und wenn sie es doch tun, dann finde keine Kommunikation statt, keine emotionale Selbstwahrnehmung. Dogs: &#8222;Manager sind \u00fcberzeugt vom Gr\u00f6\u00dfenselbst, dass sie sich erworben\u00a0haben durch die berufliche Dauerbest\u00e4tigung. Sie sind umgeben von Claqueuren und Schranzen.&#8220; \u00a0So kommen sie zu der \u00dcberzeugung, dass sie ja gro\u00dfartig sein m\u00fcssen, weil sie soweit gekommen sind.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Die Wahl: Mit-Bewundern oder Herrn Wichtig auf den Teppich holen<\/strong><\/p>\n<p>Was die Ehepartnerinnen tun k\u00f6nnen? &#8222;Sie haben nur die Wahl, mit in die Bewunderung einzustimmen oder den \u00b4Herrn Wichtig\u00b4 zuhause abzuwerten, damit er wieder auf Augenh\u00f6he kommt&#8220;, r\u00e4t Dogs.<\/p>\n<p>Denn im Grunde sind sich die meisten F\u00fchrungskr\u00e4fte durchaus bewusst, was eine gute Partnerschaft ausmacht, so Dogs. Doch \u201ees f\u00e4llt ihnen jedoch schwer, diese Dinge im Alltag auch wirklich zu tun.\u201c\u00a0Gemeinsame Urlaube ohne Kinder, Gef\u00fchle zulassen, der Beziehung mehr Zeit widmen, dem Partner Komplimente machen, charmant sein, mehr kommunizieren und die h\u00e4ufige Sprachlosigkeit \u00fcberwinden, r\u00e4t der Mediziner. Und vor allem: Sie m\u00fcssen sich weniger auf die Defizite des Partners fixieren, sondern auf dessen St\u00e4rken.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-664324\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/02\/Blog-Ranking2017-300x212.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"212\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/02\/Blog-Ranking2017-300x212.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/02\/Blog-Ranking2017-424x300.jpg 424w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/02\/Blog-Ranking2017.jpg 650w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Die H\u00e4lfte\u00a0der Partnerschaften von F\u00fchrungskr\u00e4ften kann man als kaputt bezeichnen&#8220;, sch\u00e4tzt Christian Dogs, \u00e4rztlicher Direktor der Max Grundig Klinik in B\u00fchl bei Baden-Baden, die spezialisiert ist auf Psychosomatische Medizin. 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