{"id":665576,"date":"2017-07-20T12:08:31","date_gmt":"2017-07-20T10:08:31","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=665576"},"modified":"2017-07-20T12:08:31","modified_gmt":"2017-07-20T10:08:31","slug":"personaler-im-elfenbeinturm-und-die-ueberfaellige-erkenntnis-dass-menschen-keine-maschinen-sind","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2017\/07\/20\/personaler-im-elfenbeinturm-und-die-ueberfaellige-erkenntnis-dass-menschen-keine-maschinen-sind\/","title":{"rendered":"Personaler im Elfenbeinturm und die \u00fcberf\u00e4llige Erkenntnis, dass Menschen keine Maschinen sind"},"content":{"rendered":"<p>40 Prozent der Arbeitnehmer w\u00fcrden nicht mit Sack und Pack f\u00fcr einen Job umziehen, emp\u00f6rt sich mal wieder eine Umfrage. Diesmal hat der Personaldienstleister ManpowerGroup Solution 1400 Leute gefragt &#8211; mit der eindeutigen Botschaft: Wer bleibt, statt auf Fingerschnipp springt ist unflexibel und damit b\u00e4h.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Treue zum Unternehmen &#8211; gern. Umgekehrt? N\u00f6<\/strong><\/p>\n<p>Warum sollten sie auch, ist auf dieses Ergebnis richtige Frage. Nur weil sich\u00a0Unternehmen\u00a0w\u00fcnschen, dass\u00a0Menschen so einfach zu versetzen sind wie Maschinen &#8211; so sind sie trotzdem nicht, weil sie eben keine Maschinen sind. Es ist eher drollig, dass Personalabteilungen und Top-Manager immer noch diese Grundeinstellung haben nach all den vielen Entlassungsrunden der vergangenen 15 Jahre. Oder sind sie es, die im Elfenbeinturm sitzen?<\/p>\n<p>Dass Top-Manager mit Millionengeh\u00e4ltern f\u00fcr ihre Karriere einiges tun, auf ihre Familie verzichten\u00a0und\u00a0ihre Lebenszeit hergeben, geschenkt. Doch anders als die Arbeitnehmer erkennen sie offenbar immer noch nicht, was die Belegschaften verstanden und vor allem gelernt haben. Treue zum Unternehmen kann man haben, umgekehrt darf man aber nichts erwarten. Schon gar keine Dankbarkeit im Nachhinein. Im Zweifelsfall sind die Chefs l\u00e4ngst andere und wissen nichts von den vollbrachten Leistungen einzelner.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Bleiben wollen, wo man ist, kann gute Gr\u00fcnde haben<\/strong><\/p>\n<p>Doch die vorgeworfene Immobilit\u00e4t ist\u00a0nachvollziehbar:\u00a0menschlich wie wirtschaftlich: Wer eine Wohnung mit \u00e4lterem Mietvertrag in der einen Stadt hergibt, bekommt in einer anderen Stadt kaum mehr eine neue zu demselben Mietpreis und muss kr\u00e4ftig draufzahlen. Die Fixkosten steigen also meist\u00a0kr\u00e4ftig.<\/p>\n<p>Wer Ehepartner hat, geht ein doppeltes Risiko ein: zwei neue Jobs &#8211; wenn man \u00fcberhaupt einen zweiten passenden Job findet. Und Ehepartner die angesichts des ge\u00e4nderten Scheidungsrechts nicht auf ein eigenes Einkommen Wert legen, m\u00fcssen einen verdammt guten Ehevertrag haben &#8211; um sich das leisten zu k\u00f6nnen. Von Kindern, die sich beispielsweise mit schw\u00e4bischem Dialekt in Hamburg auf dem Pausenhof schwertun, mal ganz zu schweigen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Zuerst muss gehen, wer am k\u00fcrzesten da ist<\/strong><\/p>\n<p>Ist man erst mal in der neuen Company, ist man bei der ersten Restrukturierung auch als erster wieder drau\u00dfen. Mancher passt auch einfach nicht in die neue Firma oder \u00fcbersteht die Probezeit nicht. Und hat dann am vorherigen Wohnort alles aufgegeben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Wer baut schon auf Sand, wenn er eine Familie unterhalten muss<\/strong><\/p>\n<p>Eins l\u00e4sst sich ja heute sagen: Jobs sind nirgendwo sicher nach fr\u00fcheren Ma\u00dfst\u00e4ben. Firmen sind nicht nur dauernd mit Kostenrunden besch\u00e4ftigt, werden sie \u00fcbernommen, steht von jetzt auf gleich ebenso alles infrage. Jede Delle wird eins zu eins an die Belegschaft weitergereicht. Die langfristige Denke, dass bei Auftragsverlusten trotzdem die Mitarbeiter mehrere Jahre gehalten werden &#8211; der Zukunft zuliebe &#8211; sind perdu. Gro\u00dfe Werbeagenturen erz\u00e4hlen auf ihren Pressekonferenz ganz selbstverst\u00e4ndlich, wie viele Mitarbeiter sie gerade gefeuert haben, nachdem ein\u00a0Werbekunde abhanden kam. Sprich: Das Unternehmerrisiko tr\u00e4gt wer? Der Arbeitnehmer.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ganz abgesehen davon, dass es f\u00fcr Rheinl\u00e4nder nicht so einfach ist, sich auf der schw\u00e4bischen Alp ins soziale Leben einzufinden &#8211; und akzeptiert zu werden. Das kann schon ein Problem f\u00fcr Hamburger in Berlin werden, so dass die Frau mit Kindern\u00a0notfalls alleine wieder zur\u00fcckzieht. Abgesehen davon, dass\u00a0es ja auch oft\u00a0handfeste\u00a0Vorteile hat wie kostenlose Kinderbetreung durch die Gro\u00dfeltern, wenn man \u00a0am Heimatort bleibt.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.manpowergroup.de\/neuigkeiten\/studien-und-research\/\">https:\/\/www.manpowergroup.de\/neuigkeiten\/studien-und-research\/<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-664324\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/02\/Blog-Ranking2017-300x212.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"212\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/02\/Blog-Ranking2017-300x212.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/02\/Blog-Ranking2017-424x300.jpg 424w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/02\/Blog-Ranking2017.jpg 650w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>40 Prozent der Arbeitnehmer w\u00fcrden nicht mit Sack und Pack f\u00fcr einen Job umziehen, emp\u00f6rt sich mal wieder eine Umfrage. 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