{"id":665530,"date":"2017-09-06T22:20:42","date_gmt":"2017-09-06T20:20:42","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=665530"},"modified":"2017-09-06T22:46:06","modified_gmt":"2017-09-06T20:46:06","slug":"ein-teller-fettuccine-mit-ulrich-goldschmidt-den-es-wurmt-wenn-chefs-fuehren-ueben-am-lebenden-objekt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2017\/09\/06\/ein-teller-fettuccine-mit-ulrich-goldschmidt-den-es-wurmt-wenn-chefs-fuehren-ueben-am-lebenden-objekt\/","title":{"rendered":"Ein Teller Fettuccine mit Ulrich Goldschmidt, den es wurmt, wenn Chefs am lebenden Objekt F\u00fchren \u00fcben"},"content":{"rendered":"<p>Unternehmen lassen die F\u00fchrungskr\u00e4fte nicht f\u00fchren, sagt Ulrich Goldschmidt, CEO beim Berufsverband Die F\u00fchrungskr\u00e4fte. Wie bitte? Und er legt gleich noch nach: F\u00fchrungskr\u00e4fte werden hierzulande missbraucht &#8211; als Obersachbearbeiter.<\/p>\n<p>Zeit zum F\u00fchren wird den Chefs nicht zugebilligt, Zielvorgaben und Arbeitspensum sind so bemessen, als liefe das F\u00fchren von Menschen mal so eben nebenher. So, als forderten Mitarbeiter null Aufmerksamkeit, null Zuwendung, null Coaching, null Anleitung, null Hilfestellung, null Organisation und die Teams auch kein Zusammenf\u00fcgen undundund. Und dazu passt ja auch, dass Gallup Jahr f\u00fcr Jahr wieder feststellt, wie wenig sich die Mitarbeiter gew\u00fcrdigt f\u00fchlen.<\/p>\n<p>Und dann erz\u00e4hlt mir der Verbandschef mit 25.000 Mitgliedern von einem Vortrag, den er \u00fcber F\u00fchrung hielt. Danach kamen die Zuh\u00f6rer auf ihn zu mit einem Kommentar wie diesem: &#8222;Es ist ja alles sch\u00f6n und gut mit dem F\u00fchren, aber irgendwann muss ich ja auch noch arbeiten.&#8220;<\/p>\n<p>Und genau dieser Punkt sei das deutsche Problem, sagt Goldschmidt: &#8222;Es wird nicht anerkannt, dass F\u00fchren Arbeit ist.&#8220;<\/p>\n<p>Das beginne schon mit er Bef\u00f6rderung zum Vorgesetzten. Nur 25 Prozent bek\u00e4men eine Ausbildung f\u00fcrs F\u00fchren mitgegeben. Die allermeisten bekommen die F\u00fchrungsaufgabe und beginnen dann am lebenden Objekt zu \u00fcben. Und genau das sei unfair gegen\u00fcber beiden &#8211; Chefs wie Mitarbeiter.<\/p>\n<div id=\"attachment_665877\" style=\"width: 660px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-665877\" class=\"size-full wp-image-665877\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/09\/goldschmidt.neu_.jpg\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"488\" \/><p id=\"caption-attachment-665877\" class=\"wp-caption-text\">Ulrich Goldschmidt vom Berufsverband Die F\u00fchrungskr\u00e4fte<\/p><\/div>\n<p>Und dann erz\u00e4hlt Goldschmidt, was er zu h\u00f6ren bekommt, wenn er &#8222;\u00fcber Land zieht&#8220;, damit das Thema F\u00fchrung in den Universit\u00e4ten in die Lehrpl\u00e4ne aufgenommen wird. N\u00e4mlich dass die Dekane sagen, &#8222;Super-Idee&#8220; und dass sie ihre Fachbereichsleiter fragen wollten. Die reagieren aber nur harsch und nach dem Motto: Bleiben Sie mir weg mit dem Quatsch, wir haben kaum Zeit f\u00fcr all den Fachstoff. Und weiter: Wer sich f\u00fcr F\u00fchrung interessiert, soll\u00b4s doch als Hobby lernen.<\/p>\n<p>Und so lange die deutschen Unternehmen trotz dieses F\u00fchrungs-Dilettantismus so erfolgreich sind, ist Besserung jedenfalls auch nicht in Sicht. Schade vor allem f\u00fcr die vielen Angestellten, die darunter leiden m\u00fcssen &#8211; und inzwischen immer weniger \u00a0Respekt und menschlicher W\u00fcrdigung erfahren. F\u00fcr die es nicht mehr selbstverst\u00e4ndlich ist, dass die Vorgesetzten ihnen zum Geburtstag gratulieren &#8211; trotz ansonstem gut gepflegtem Outlook-Kalender und stetigem Pochen auf P\u00fcnktlichkeit \u00a0und die Formalien &#8211; , Frohe-Weihnachten-W\u00fcnschen oder nur mal Gute Besserung zurufen.<\/p>\n<p>\u00dcber das Essen im Casa Luigi konnten wir kaum reden, so angeregt war das Gespr\u00e4ch. Aber Goldschmidts Teller war leer &#8211; also muss es ihm wohl geschmeckt haben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_665579\" style=\"width: 660px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-665579\" class=\"size-full wp-image-665579\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/07\/goldschmidt.essen_-1-e1500547931260.jpg\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"488\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/07\/goldschmidt.essen_-1-e1500547931260.jpg 650w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/07\/goldschmidt.essen_-1-e1500547931260-300x225.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/07\/goldschmidt.essen_-1-e1500547931260-400x300.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><p id=\"caption-attachment-665579\" class=\"wp-caption-text\">Fetuccini mit Pfifferlingen im &#8222;Casa Luigi&#8220; in D\u00fcsseldorf<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-665533\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/07\/goldschmidt.2..jpg\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"488\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/07\/goldschmidt.2..jpg 650w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/07\/goldschmidt.2.-300x225.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/07\/goldschmidt.2.-400x300.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-664324\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/02\/Blog-Ranking2017-300x212.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"212\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/02\/Blog-Ranking2017-300x212.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/02\/Blog-Ranking2017-424x300.jpg 424w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/02\/Blog-Ranking2017.jpg 650w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-665533\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/07\/goldschmidt.2..jpg\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"488\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/07\/goldschmidt.2..jpg 650w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/07\/goldschmidt.2.-300x225.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/07\/goldschmidt.2.-400x300.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unternehmen lassen die F\u00fchrungskr\u00e4fte nicht f\u00fchren, sagt Ulrich Goldschmidt, CEO beim Berufsverband Die F\u00fchrungskr\u00e4fte. 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