{"id":665394,"date":"2017-07-02T15:16:41","date_gmt":"2017-07-02T13:16:41","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=665394"},"modified":"2017-07-02T15:16:41","modified_gmt":"2017-07-02T13:16:41","slug":"exklusiv-studie-mutaree-wie-unternehmen-ihre-fuehrungskraefte-mit-zu-vielen-change-projekten-heillos-ueberfordern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2017\/07\/02\/exklusiv-studie-mutaree-wie-unternehmen-ihre-fuehrungskraefte-mit-zu-vielen-change-projekten-heillos-ueberfordern\/","title":{"rendered":"Exklusiv-Studie Mutaree: Wie Unternehmen ihre F\u00fchrungskr\u00e4fte mit zu vielen Change-Projekten heillos \u00fcberfordern"},"content":{"rendered":"<p><strong>Change-Projekte<\/strong><\/p>\n<p><strong>Eine Exklusiv-Studie von Mutaree enth\u00fcllt: F\u00fchrungskr\u00e4fte werden selbst durch die vielen Change-Projekten \u00fcberfordert, weil sie sie nebenbei bew\u00e4ltigen und trotzdem ihre Zahlen im Tagesgesch\u00e4ft liefern m\u00fcssen. Eine gef\u00e4hrliche Entwicklung.\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Unternehmen muten ihren F\u00fchrungskr\u00e4ften viel zu viel zu &#8211; mit einem Trommelfeuer dauernder Change-Projekte. Denn die Chefs sollen alles auf einmal schaffen: Zukunftssichernde Change-Projekte stemmen und trotzdem das volle Arbeitspensum des Tagesgesch\u00e4fts leisten, so wie vorher auch. Das, obwohl Change-Projekte im Schnitt 60 Prozent und mehr der regul\u00e4ren Arbeitszeit der Chefs beanspruchen. Doch diese notwendige Zeit wird ihnen von ihrer Unternehmensspitze nicht gegeben: 79 Prozent der Chefs mit Change-Projekten bekommen keine Entlastung vom Druck des Tagesgesch\u00e4fts trotz der enormen zus\u00e4tzlichen Belastung.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_656987\" style=\"width: 660px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-656987\" class=\"size-full wp-image-656987\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2015\/06\/mutaree.Claudia-Schmidt_4c.jpg\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"432\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2015\/06\/mutaree.Claudia-Schmidt_4c.jpg 650w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2015\/06\/mutaree.Claudia-Schmidt_4c-300x199.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2015\/06\/mutaree.Claudia-Schmidt_4c-451x300.jpg 451w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><p id=\"caption-attachment-656987\" class=\"wp-caption-text\">Claudia Schmidt von Mutaree<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Doppelt so viel Arbeit f\u00fcr F\u00fchrungskr\u00e4fte\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>\u201eF\u00fchrungskr\u00e4fte bekommen doppelte Arbeit aufgeb\u00fcrdet\u201c, lautet das Fazit von Claudia Schmidt, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin der Unternehmensberatung Mutaree aus Wiesbaden. Das belegt erstmals eine Untersuchung, die jedenfalls f\u00fcr Banken (34 Prozent der Befragten) und Versicherungen (17 Prozent der Befragten) repr\u00e4sentativ ist: Befragt wurden von Mutaree hierbei 156 F\u00fchrungskr\u00e4fte mit mindestens f\u00fcnf Mitarbeitern und weiteren 111 Fachkr\u00e4ften ohne Personalverantwortung aus allen Branchen wie Gesundheit, Chemie, Pharma und Telekommunikation.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Untersuchung im Detail: Jede zweite F\u00fchrungskraft hat f\u00fcnf bis zehn Change-Projekte gleichzeitig zu bew\u00e4ltigen, viele auch mehr. Bei den Projekten geht es zum Beispiel darum, Vertr\u00e4ge schneller abzuwickeln oder mit weniger Personal dieselbe Masse an Arbeit zu schaffen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>30 bis 50 Prozent mehr Arbeitszeit f\u00fcr F\u00fchrungskr\u00e4fte<\/strong><\/p>\n<p>Wie die Chefs der Lage noch Herr werden? Die normalen Mitarbeiter leisten 20 Prozent mehr Arbeitszeit ab als regul\u00e4r vorgesehen, die F\u00fchrungskr\u00e4fte mindestens 30 bis 50 Prozent mehr, beobachtet Beraterin Schmidt. Sie schleppen die Arbeit mit nach Hause und erledigen sie abends und am Wochenende. Warum? &#8222;Weil sie nach wie vor ihre Ums\u00e4tze bringen m\u00fcssen&#8220;, so Schmidt. Denn sie bekommen zwar immer mehr Aufgaben wie Change-Projekte hinzu, aber die Messlatte f\u00fcrs Tagesgesch\u00e4ft mit ihren Umsatzvorgaben bleibt dieselbe.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Top-Manager wollen ihre Boni und keine Aktien-Delle<\/strong><\/p>\n<p>Schuld an dieser \u00dcberforderung der F\u00fchrungskr\u00e4fte sind die Top-Manager an der Unternehmensspitze: &#8222;Vorst\u00e4nde wollen keine Aktiendelle aushalten und mal die Rendite aufschieben&#8220;, sagt Claudia Schmidt. Sie wollen im Hier und heute ihr Geld hereinholen, den Erwartungen der Anteilseigner entsprechen und ihre Boni hereinholen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Die Liste der Grausamkeiten: Worunter F\u00fchrungskr\u00e4fte t\u00e4glich leiden<\/strong><\/p>\n<p>Fragt man demgegen\u00fcber die F\u00fchrungskr\u00e4fte, welche besonderen Belastungen die Change-Projekte ihnen zumuten, wird es bitter: 86 Prozent beklagen hohe Arbeitsverdichtung, 76 Prozent leiden unter Zeitdruck, \u00a075 Prozent m\u00fcssen \u00dcberstunden machen, 50 Prozent empfinden Unsicherheit durch fehlende Orientierung, 40 Prozent f\u00fchlen sich frustriert und 49 Prozent st\u00f6hnen \u00fcber mangelnde Einflussm\u00f6glichkeit.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Damit nicht genug: 46 Prozent haben obendrein Konflikte mit Kollegen, was unweigerlich weitere Arbeitszeit frisst. 31 Prozent der F\u00fchrungskr\u00e4fte machen sich Sorgen um ihren Arbeitsplatz und 30 Prozent sind \u00fcberfordert durch neue Anforderungen und Kompetenzen. Immerhin 25 Prozent leiden unter dem Wegbrechen sozialer Bindungen und neun Prozent unter Mobbing.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Gesundheitsprogramme einerseits, planm\u00e4\u00dfige \u00dcberforderung andererseits<\/strong><\/p>\n<p>Unternehmensberaterin Schmidt moniert: &#8222;Besonders widersinnig ist es, dass die Unternehmen in Gesundheitsprogramme f\u00fcr ihre Belegschaft viel Geld investieren, aber gleichzeitig die Menschen mit zu gro\u00dfen Arbeitsmengen \u00fcberfordern.&#8220; Langfristig sei das sehr gef\u00e4hrlich. Denn trotz Gesundheitsprogrammen k\u00f6nne man den Kollaps der so \u00dcberforderten \u00a0nicht verhindern.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wie es zu diesem Dilemma kommt &#8211; und niemand eingreift? Die Entscheider an der Spitze sind oft Branchenwechsler, die die Mehrbelastung ihrer Change-Projekte gar nicht kennen oder nicht bis zu Ende denken, welche Konsequenzen ihre Change-Projekte haben, so Schmidt.<\/p>\n<p>Ihr Verdacht: &#8222;Viele Top-Manager haben keine eigenen Erfahrungswerte mehr und keine Vorstellung, was die Projekte tats\u00e4chlich an operativen Details nach sich ziehen.&#8220;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Die Folge: Burn Outs, h\u00f6here Krankheitskosten &#8211; F\u00fcrsorgepflicht der Arbeitgeber<\/strong><\/p>\n<p>Ob Besserung in Sicht ist? Wohl kaum. F\u00fcr 2018 erwarten 52 Prozent der befragten F\u00fchrungs- und Fachkr\u00e4fte, dass dieser Druck auf sie unver\u00e4ndert anh\u00e4lt.<\/p>\n<p>Warum die Unternehmenslenker diese \u00dcberbelastungen trotz zunehmender Burn Outs und steigenden Krankheitskosten verantworten &#8211; ganz abgesehen von der Verletzung ihrer F\u00fcrsorgepflichten als Arbeitgeber -, ist schleierhaft. Die Gr\u00fcnde f\u00fcr diese brachiale R\u00fccksichtslosigkeit sind wom\u00f6glich versteckte, individulle Motive wie Boni, die die Top-Manager f\u00fcr kurzfristige Effizienzsteigerungen einstreichen &#8211; selbst wenn die Gesundheit ihrer F\u00fchrungskr\u00e4fte damit besch\u00e4digt wird.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<table width=\"579\">\n<tbody>\n<tr>\n<td colspan=\"4\" width=\"579\"><strong>\u201eWelchen besonderen Belastungen sind Sie im Rahmen von Change-Prozessen ausgesetzt?\u201c<\/strong><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><\/td>\n<td><\/td>\n<td><\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Hohe Arbeitsverdichtung<\/td>\n<td>86%<\/td>\n<td><\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\u00dcberstunden<\/td>\n<td>75%<\/td>\n<td><\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Frustration<\/td>\n<td>40%<\/td>\n<td><\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Zeitdruck<\/td>\n<td>76%<\/td>\n<td><\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Mobbing<\/td>\n<td>9%<\/td>\n<td><\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Unsicherheit durch fehlende Orientierung<\/td>\n<td>50%<\/td>\n<td><\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Sorge um den Arbeitsplatz<\/td>\n<td>31%<\/td>\n<td><\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\u00dcberforderung durch neue Anforderungen und Kompetenzen<\/td>\n<td>30%<\/td>\n<td><\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Konflikte mit Kollegen<\/td>\n<td>46%<\/td>\n<td><\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Mangelnde Einflussm\u00f6glichkeit<\/td>\n<td>49%<\/td>\n<td><\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Wegbrechen sozialer Bindungen<\/td>\n<td>25%<\/td>\n<td><\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>\n<table width=\"465\">\n<tbody>\n<tr>\n<td colspan=\"3\" width=\"465\">\u201e<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Wie viel Prozent Ihrer Arbeitszeit nehmen Change-Projekte in Anspruch?\u201c<\/strong><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><\/td>\n<td><\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><\/td>\n<td>2017<\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>keine<\/td>\n<td>5%<\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>20%<\/td>\n<td>18%<\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>40%<\/td>\n<td>28%<\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>60%<\/td>\n<td>16%<\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>80%<\/td>\n<td>23%<\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>9%<\/td>\n<td>9%<\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td>Quelle: Mutaree 2017<\/td>\n<td><\/td>\n<td><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<\/td>\n<td><\/td>\n<td><\/td>\n<td>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Change-Projekte Eine Exklusiv-Studie von Mutaree enth\u00fcllt: F\u00fchrungskr\u00e4fte werden selbst durch die vielen Change-Projekten \u00fcberfordert, weil sie sie nebenbei bew\u00e4ltigen und trotzdem ihre Zahlen im Tagesgesch\u00e4ft liefern m\u00fcssen. 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