{"id":665112,"date":"2017-05-31T19:27:04","date_gmt":"2017-05-31T17:27:04","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=665112"},"modified":"2017-05-31T19:27:04","modified_gmt":"2017-05-31T17:27:04","slug":"power-point-praesentationen-sind-betreutes-lesen-gastbeitrag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2017\/05\/31\/power-point-praesentationen-sind-betreutes-lesen-gastbeitrag\/","title":{"rendered":"&#8222;Power-Point-Pr\u00e4sentationen sind betreutes Lesen&#8220; (Gastbeitrag)"},"content":{"rendered":"<p><strong>Power-Point-Pr\u00e4sentationen sind nur erm\u00fcdende Dokumentationen &#8211; <\/strong><strong>Gastbeitrag von <a href=\"http:\/\/www.reinhardfleiter.com\/de\/ueber-mich\/lebenslauf.html\">Reinhard F. Leiter, F\u00fchrungskr\u00e4fte-Coach beim Personaldienstleister Selecteam\u00a0<\/a><\/strong><\/p>\n<p>Jeden Tag produzieren weltweit Hunderttausende von Mitarbeitern sch\u00e4tzungsweise 500 Millionen Pr\u00e4sentationen. Mal um die Entwicklung von Projekten und Gesch\u00e4ften darzustellen, mal den Nutzen eines Produkts oder Services oder um Prozesse zu zeigen. Den meisten Power-Point-Pr\u00e4sentationen sind ihre Geburtswehen deutlich anzumerken, unter denen sie entstanden sind: Unter Zeitdruck, uninspiriert und aus bereits vorhandenen, oft veralteten Foliens\u00e4tzen zusammenkopiert, unstrukturiert und ohne klare Botschaft entpuppen sie sich als Alptraum f\u00fcr Zuh\u00f6rer. Und das Schlimme daran ist, dass die Urheber der Pr\u00e4sentation davon \u00fcberzeugt sind, dass ihre Pr\u00e4sentation der neueste Stand der Technik und professionell ist.<\/p>\n<div id=\"attachment_665113\" style=\"width: 210px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-665113\" class=\"size-medium wp-image-665113\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/05\/Powerpont.Leiter.Reinhard-F.-Leiter_2-200x300.jpg\" alt=\"\" width=\"200\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/05\/Powerpont.Leiter.Reinhard-F.-Leiter_2-200x300.jpg 200w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/05\/Powerpont.Leiter.Reinhard-F.-Leiter_2.jpg 434w\" sizes=\"auto, (max-width: 200px) 100vw, 200px\" \/><p id=\"caption-attachment-665113\" class=\"wp-caption-text\">Reinhard Leiter von Selecteam<\/p><\/div>\n<p><strong>Betreutes Lesen &#8211;\u00a0kein spannender Vortrag<\/strong><\/p>\n<p>Dabei: Fast immer sind sie nur reine Dokumentationen, deren Nutzen gleich Null ist. Die Pr\u00e4sentationen \u2013 mehr betreutes Lesen als spannender Vortrag \u2013 sorgen nur f\u00fcr Langeweile. Statt aufmerksam zuzuh\u00f6ren, schaltet der Zuh\u00f6rer ab und geht in einen D\u00e4mmerzustand \u00fcber, aus dem er erst mit dem Schlusswort des Redners wird. Ohne klare Botschaft, ohne spannende Story und Dramaturgie verpuffen die meisten Pr\u00e4sentationen wirkungslos.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Ineffiziente Power-Point-Pr\u00e4sentationen stoppen Transformationsprozesse\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Gerade im angebrochenen Digitalzeitalter durchleben Unternehmen die gr\u00f6\u00dften Transformationsprozesse aller Zeiten. Und das Medium dieser Prozesse ist die Kommunikation. Eine lebendige, die Zuh\u00f6rer \u00fcberzeugende Pr\u00e4sentation, kann die erforderlichen Ver\u00e4nderungen im Unternehmen erfolgreich implementieren. Eine ineffiziente Pr\u00e4sentation kann erforderliche Ver\u00e4nderungsprozesse behindern oder sogar ganz verhindern.<\/p>\n<p>Kommunikation wird so zum Erfolgsfaktor im Digitalzeitalter. Oft m\u00fcnden auch die Innovationen, die mit Unterst\u00fctzung von Unternehmensberatern \u00fcber Monate oder\u00a0Jahre erarbeitet wurden,\u00a0in erm\u00fcdenden Power-Point-Dokumentationen. Und zu\u00a0allem \u00dcberfluss m\u00fcssen dann oft tausende von Mitarbeitern diese Pr\u00e4sentationen \u00fcber sich ergehen lassen. Die Charts werden in aller Regel einfach nur vorgelesen. Die Power-Point-Pr\u00e4sentation wird zum betreuten Lesen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Zuh\u00f6rer k\u00f6nnen maximal zehn Minuten folgen<\/strong><\/p>\n<p>Grundprinzipien wie dass\u00a0die Zuh\u00f6rer dem Vortragenden nur maximal zehn Minuten folgen k\u00f6nnen, werden v\u00f6llig vernachl\u00e4ssigt. Denn dann ben\u00f6tigen sie entweder eine Pause oder einen neuen Impuls &#8211; wie\u00a0ein Kurzvideo beispielsweise. Zudem ist es unm\u00f6glich, gleichzeitig zuzuh\u00f6ren und Folien abzulesen.<\/p>\n<p>Bei jeder Pr\u00e4sentation geht es letztendlich nicht darum, was der Redner dem Zuh\u00f6rer vermitteln will, sondern darum, was der Zuh\u00f6rer tats\u00e4chlich mit nach Hause nimmt. Wenn der Zuh\u00f6rer versteht, was er h\u00f6rt, und wenn er sich auch sp\u00e4ter noch daran erinnert und das Geh\u00f6rte seine Art zu denken und zu handeln ver\u00e4ndert, dann war die Pr\u00e4sentation ein voller Erfolg.<\/p>\n<p>Statt mit konkreten Beispielen und Bildern zu arbeiten, verstecken sich viele Redner aber hinter abstrakten Wortunget\u00fcmen. Oder unbestimmten Begriffen wie Gerechtigkeit oder optimale Kundenbindung.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Was Redner besser machen k\u00f6nnten<\/strong><\/p>\n<p>W\u00fcrden sie dagegen konkrete Beispiele aus der Praxis verwenden, w\u00fcrden sie das Ziel transparent machen und\u00a0die Zuh\u00f6rer alles leichter behalten. Ein Formel-1-Auto, ein Fahrrad, ein Apfel sind dagegen Dinge, die mit den Sinnen wahrnehmbar sind, sie sind konkret.<\/p>\n<p>Vertrauen &#8211; ein wesentlicher Baustein f\u00fcr die Akzeptanz der Botschaft &#8211; gewinnt der Redner, wenn er die Botschaft in einen bekannten Zusammenhang stellt. Etwa durch unerwartete, \u00fcberraschende Bilder und Beispiele.<\/p>\n<p>Entscheidend sind auch die Gef\u00fchle, die der Redner ausl\u00f6st. Nichts bleibt nachhaltiger in Erinnerung und animiert zum Handeln als eine emotional fesselnde Geschichte. Nur was emotional verankert ist, bleibt im Ged\u00e4chtnis h\u00e4ngen.\u00a0Deshalb muss auch der Nutzen, die Benefits, f\u00fcr die Teilnehmer konkret herausgearbeitet werden. Einfachheit beinhaltet dabei die F\u00e4higkeit, das Unn\u00f6tige wegzulassen, so dass das Notwendige f\u00fcr sich alleine spricht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Nur sieben Prozent des Geh\u00f6rten bleiben h\u00e4ngen<\/strong><\/p>\n<p>Weil sie zu sehr mit dem Inhalt ihrer Pr\u00e4sentation besch\u00e4ftigt sind, \u00fcbersehen viele Redner ein wesentliches Detail. Nur sieben Prozent des Inhalts einer Pr\u00e4sentation bleiben beim Zuh\u00f6rer im Ged\u00e4chtnis. Dagegen werden 55 Prozent der Botschaft \u00fcber die K\u00f6rpersprache und 38 Prozent \u00fcber die Stimme vermittelt. Die K\u00f6rpersprache, die Art zu stehen, sich zu bewegen, zu atmen und zu artikulieren, hat entscheidenden Einfluss auf den Erfolg einer Pr\u00e4sentation.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Ein konkretes Beispiel: John F. Kennedy<\/strong><\/p>\n<p>Bei seiner Augurationsrede 1961 verk\u00fcndete der Ex-US-Pr\u00e4sident John F. Kennedy, dass ein Amerikaner in einer Dekade auf dem Mond landen wird: diese Idee bleib haften. Diese Vision vom neuen, jungen Pr\u00e4sidenten motivierte und begeisterte Millionen Amerikaner. Die Botschaft erreichte sie auch emotional. Die Amerikaner befanden sich im Kalten Krieg. Die Russen hatten schon vor Jahren die Sputnik- Rakete ins All geschossen. Sie waren also den Amerikanern voraus. Das dem\u00fctigte \u201edas Land der unbegrenzten M\u00f6glichkeiten\u201c. F\u00fcr die Wirtschaft bedeutete das: Tr\u00e4ume verkaufen, nicht Produkte.\u00a0Diese Idee war auch unerwartet. Sie erzielte Aufmerksamkeit, denn sie kam v\u00f6llig \u00fcberraschend. Und der Weg zum Mond ist ein langer Weg.\u00a0Die konkrete Entfernung von der Erde zum Mond betr\u00e4gt 384.000 km. Das entspricht der achtfachen Erdumrundung. Jeder konnte sich bildlich vorstellen, welches weltweite Interesse und welche Anerkennung dieses Vorhaben bei Erfolg ausl\u00f6sen w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Die Zuh\u00f6rer wollen n\u00e4mlich nicht nur Fakten und Produkte h\u00f6ren. Sie wollen Stories, mit denen sie sich identifizieren k\u00f6nnen. Und ihre\u00a0Aufmerksamkeitsspanne ist knapp, wie erw\u00e4hnt. Die Vortragszeit darf maximal zw\u00f6lf Minuten betragen. Drei Kernthemen sind daher genug, drei bis f\u00fcnf Folien mit je maximal sechs W\u00f6rtern reichen. Was\u00a0z\u00e4hlt, ist die Kraft der Vorstellung von der Zukunft und die F\u00e4higkeit, sie \u00fcberzeugend zu kommunizieren.<\/p>\n<p><strong>\u00dcber den Autor: Reinhard F. Leiter ist F\u00fchrungskr\u00e4fte-Coach\u00a0bei\u00a0Selecteam und Experte f\u00fcr Organisationslehre und Personal, er war zuvor bei Bayer Group und Allianz<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-664324\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/02\/Blog-Ranking2017-300x212.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"212\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/02\/Blog-Ranking2017-300x212.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/02\/Blog-Ranking2017-424x300.jpg 424w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/02\/Blog-Ranking2017.jpg 650w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Power-Point-Pr\u00e4sentationen sind nur erm\u00fcdende Dokumentationen &#8211; Gastbeitrag von Reinhard F. 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