{"id":664907,"date":"2017-05-21T01:37:41","date_gmt":"2017-05-20T23:37:41","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=664907"},"modified":"2017-05-21T01:40:33","modified_gmt":"2017-05-20T23:40:33","slug":"wenn-unternehmen-angestellte-rausdraengen-die-gegenwaffe-memo","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2017\/05\/21\/wenn-unternehmen-angestellte-rausdraengen-die-gegenwaffe-memo\/","title":{"rendered":"Wenn Unternehmen Angestellte rausdr\u00e4ngen: Die Gegenwaffe Memo"},"content":{"rendered":"<p><strong>Simpel wie glaubw\u00fcrdig: Memos<\/strong><\/p>\n<p>Memos sind etwas wundervolles, und dabei total untersch\u00e4tzt. Ex-FBI-Chef James Comey etwa hat offenbar nach seinem Gespr\u00e4ch mit Donald Trump am 14. Februar ein Memo \u00fcber eben dieses Gespr\u00e4ch verfasst. Einfach niedergeschrieben, was gesagt wurde, direkt danach. Die Zeitungen zitieren dieses Memo und irgendwie zieht es anscheinend auch niemand in Zweifel.<\/p>\n<p>Memos k\u00f6nnen auch Angestellte, die sich von ihrem Unternehmen beziehungsweise einem Manager \u00fcberfahren f\u00fchlen, von den entsprechenden Gespr\u00e4chen anlegen. Sie wirken wie Beweise und wenn sie unwidersprochen bleiben &#8211; umso mehr.\u00a0Solche Memos haben oft einen erheblichen Wert im weiteren Verfahren. Denn sie bringen die Gegenseite unter Zugzwang. Zumal sie klar und deutlich signalisieren, dass sich Betroffene seiner Lage bewusst und bereit zu k\u00e4mpfen ist. Dar\u00fcber hinaus sind solche Memos auch f\u00fcr Gerichte immer wieder ein interessantes Dokument mit viel Aussagekraft. Insbesondere wenn Vorgesetzte oder Personalchefs unverhohlene Drohungen \u00e4u\u00dfern, Mobbingma\u00dfnahmen ank\u00fcndigen oder sonstwie zu weit gehen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Schreibblock und Stift ein Muss<\/strong><\/p>\n<p>Aber der Reihe nach: Wer in ein Personalgespr\u00e4ch einbestellt wird, sollte Schreibblock und Kugelschreiber einpacken. Und in aller Ruhe das mitschreiben, was ihm da so erz\u00e4hlt wird &#8211; Unwahres wie Wahres, einfach alles &#8211; sagen braucht er gar nix.<\/p>\n<p>Dann sollte man aber ohne Umweg an den PC gehen, es abtippen und &#8211; gegebenenfalls &#8211; an den Manager direkt und die Personalabteilung gleich mit senden. \u00dcberschrieben als &#8222;Memo vom dem Gespr\u00e4ch zwischen Hans Gl\u00fcck und Max Zwerg am 28.2.2017&#8220; \u00a0und im Betreff als &#8222;Gespr\u00e4chs-Memo zur Info&#8220;.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Altersdiskriminierung: Ab Mitte 50 die T\u00fcr weisen<\/strong><\/p>\n<p>Zum Beispiel, wenn ein Mittelmanager Mitte oder Ende 50 aus der Firma heraus gedr\u00e4ngt werden soll und er Altersdiskriminierung wittert. In dem Alter\u00a0wird\u2019s f\u00fcr F\u00fchrungskr\u00e4fte oft gef\u00e4hrlich. Dann kommen Unternehmen regelm\u00e4\u00dfig auf die Idee, ihre bew\u00e4hrten F\u00fchrungskr\u00e4fte ohne langes Fackeln loswerden zu wollen. Denn: Sie sind teuer und man unterstellt ihnen, nicht mehr so leistungsf\u00e4hig zu sein.<\/p>\n<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8211;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Was Betroffene dagegen tun k\u00f6nnen, sagt\u00a0<a href=\"http:\/\/www.abeln-arbeitsrecht.de\/index.php\/de\/\">Christoph Abeln, Arbeitsrechtler aus Berlin und Gr\u00fcnder der gleichnamigen Spezialkanzlei<\/a>:<\/strong><\/p>\n<div id=\"attachment_657881\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-657881\" class=\"size-medium wp-image-657881\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2015\/08\/AbelnamSchreibtisch_Abeln-300x199.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"199\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2015\/08\/AbelnamSchreibtisch_Abeln-300x199.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2015\/08\/AbelnamSchreibtisch_Abeln-451x300.jpg 451w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2015\/08\/AbelnamSchreibtisch_Abeln.jpg 650w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><p id=\"caption-attachment-657881\" class=\"wp-caption-text\">Arbeitsrechtler Christoph Abeln<\/p><\/div>\n<p>Auch wenn ein Anstellungsvertrag die Altersgrenze von 62 Jahren vorsieht. Dann wird ein Abteilungsleiter kurz nach seinem 58. Geburtstag vom Managing Partner gefragt, wie er sich denn so die \u00dcbertragung seiner Kunden vorstelle. Zeitnah. Er wolle doch sicherlich nicht \u00fcber das 60. Lebensjahr hinaus arbeiten.<\/p>\n<p>So geschieht es zigfach t\u00e4glich in Deutschland. Auch wenn sie noch topfit sind, werden gerade F\u00fchrungskr\u00e4fte \u00fcber Abfindungen, dem schleichenden Entzug von Aufgaben oder Drohungen aus dem Job gedr\u00e4ngt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Altersgrenzen sind \u00a0unwirksam<\/strong><\/p>\n<p>Die gute Nachricht lautet hier trotz aller Malaise: Die vertragliche Situation der Betroffenen ist meist hervorragend. Denn die Altersgrenzen im Vertrag sind unwirksam. Jeder Manager hat nicht nur das Recht bis zum Eintritt einer ungek\u00fcrzten Altersrente bezahlt, sondern auch tats\u00e4chlich besch\u00e4ftigt zu werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Unternehmen sind brachial, langj\u00e4hrige Leistungen z\u00e4hlen pl\u00f6tzlich nicht mehr<\/strong><\/p>\n<p>Rechtliche M\u00f6glichkeiten das Arbeitsverh\u00e4ltnis einseitig zu beenden, haben Unternehmen kaum.\u00a0Wichtig ist daher: Es geht in diesen Konflikten nicht nur um viel Geld, sondern vor allem darum, die Nerven zu behalten. Meistens lassen sich die Interessen des Managers und des Unternehmens individuell regeln. Klar ist, dass dies nicht ohne eine professionelle Strategie geht. Unternehmen versuchen es meist gleich brachial. Dabei z\u00e4hlen &#8211; aus Unternehmenssicht &#8211; die Jahrzehnte lange Leistungen und aktuelle berufliche Erfolge nichts.<\/p>\n<p>Worum es den aktuellen Entscheidern geht, ist nur die Optimierung der Rendite und die n\u00e4chsten Quartalszahlen.<\/p>\n<p>Wird ein Angestellter also\u00a0zu so einem unangenehmen Personalgespr\u00e4ch einstellt, sollte er danach alles Gesagte aufschreiben. Und am besten danach dem Vorgesetzten schicken.<\/p>\n<p>Gibt es in dem Unternehmen Betriebsrat und Sprecherausschu\u00df, sollten sie eingeweiht werden, um Beistand zu bekommen.<\/p>\n<p>Oberstes Gebot: Lassen Sie sich niemals auf den Entzug von Aufgaben, des Bereichs oder Freistellung ein. Bleiben Sie an Bord, verteidigen Sie ihren Aufgabenbereich und lassen sich auf gar keinen Fall ausgrenzen von Kollegen und Unternehmensalltag. Nur so halten Sie den Druck gegen\u00fcber Ihrem Arbeitgeber aufrecht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<blockquote class=\"wp-embedded-content\" data-secret=\"CF6eKWjfyo\"><p><a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2017\/04\/13\/wenn-der-personalchef-als-anwalt-mitarbeitern-gleich-selbst-mit-mobbing-droht-gastbeitrag-alexander-haasler-von-abeln-rechtsanwaelte\/\">Wenn der Personalchef als Anwalt Mitarbeitern gleich selbst mit Mobbing droht &#8211; Gastbeitrag Alexander Haasler von Abeln Rechtsanw\u00e4lte<\/a><\/p><\/blockquote>\n<p><iframe loading=\"lazy\" class=\"wp-embedded-content\" sandbox=\"allow-scripts\" security=\"restricted\" style=\"position: absolute; clip: rect(1px, 1px, 1px, 1px);\" title=\"&#8222;Wenn der Personalchef als Anwalt Mitarbeitern gleich selbst mit Mobbing droht &#8211; Gastbeitrag Alexander Haasler von Abeln Rechtsanw\u00e4lte&#8220; &#8212; Management-Blog\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2017\/04\/13\/wenn-der-personalchef-als-anwalt-mitarbeitern-gleich-selbst-mit-mobbing-droht-gastbeitrag-alexander-haasler-von-abeln-rechtsanwaelte\/embed\/#?secret=nta33DYLkG#?secret=CF6eKWjfyo\" data-secret=\"CF6eKWjfyo\" width=\"584\" height=\"329\" frameborder=\"0\" marginwidth=\"0\" marginheight=\"0\" scrolling=\"no\"><\/iframe><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-664324\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/02\/Blog-Ranking2017-300x212.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"212\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/02\/Blog-Ranking2017-300x212.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/02\/Blog-Ranking2017-424x300.jpg 424w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/02\/Blog-Ranking2017.jpg 650w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Simpel wie glaubw\u00fcrdig: Memos Memos sind etwas wundervolles, und dabei total untersch\u00e4tzt. 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