{"id":664817,"date":"2017-10-23T07:05:16","date_gmt":"2017-10-23T05:05:16","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=664817"},"modified":"2017-10-23T01:15:06","modified_gmt":"2017-10-22T23:15:06","slug":"warum-das-mit-den-synergien-beim-unternehmenskauf-oder-fusionen-doch-nie-funktioniert-gastbeitrag-hans-werner-feick","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2017\/10\/23\/warum-das-mit-den-synergien-beim-unternehmenskauf-oder-fusionen-doch-nie-funktioniert-gastbeitrag-hans-werner-feick\/","title":{"rendered":"Warum das mit den Synergien beim Unternehmenskauf oder Fusionen doch nie funktioniert &#8211; Gastbeitrag Hans-Werner Feick"},"content":{"rendered":"<p><strong>Synergien: Der \u00fcbersch\u00e4tzte Faktor beim Unternehmenskauf<\/strong><\/p>\n<p><strong>Wachstum, h\u00f6here Marktanteile, Effizienzsteigerung und Synergieeffekte \u2013 diese Vorteile werden bei jeder Fusion oder dem Kauf eines Unternehmens erwartet.\u00a0Sowieso.\u00a0Doch die\u00a0erhofften\u00a0Synergien sind in den allermeisten F\u00e4llen reines Wunschdenken und nicht realisierbar, sagt Hans-Werner Feick, Gr\u00fcnder und Chef der Unternehmensberatung Kobaltblau, die auf Strategie- und Digitalprojekte spezialisiert ist. Ein Gastbeitrag.<\/strong><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-666266\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/10\/Feick-Formell-200x300.jpg\" alt=\"\" width=\"200\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/10\/Feick-Formell-200x300.jpg 200w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/10\/Feick-Formell.jpg 434w\" sizes=\"auto, (max-width: 200px) 100vw, 200px\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>In diesem Jahr sind\u00a0die Manager schon wieder im Fusionsfieber: ThyssenKrupp, Linde, Bayer z\u00e4hlen zu den gr\u00f6\u00dften. Sowohl in Deutschland als auch weltweit plant jedes zweite Unternehmen in den kommenden zw\u00f6lf Monaten Firmenzuk\u00e4ufe.Das ermittelten die Wirtschaftspr\u00fcfer von Ernst &amp; Young. 2015 gaben Unternehmen weltweit 2,7 Billionen Euro f\u00fcr Fusionen und \u00dcbernahmen aus. Das sind 45 Prozent mehr als im Vorjahr.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Fusionen mit viel zu viel Optimismus<\/strong><\/p>\n<p>Dabei:\u00a0Zu oft erlebe ich, dass die Verantwortlichen dieser Zusammenschl\u00fcsse viel zu optimistisch planen. Immer wieder h\u00f6re ich, dass sich bei diesen Vorhaben gigantische Synergien realisieren lie\u00dfen. Das Problem ist dabei nur, dass es selten funktioniert.<\/p>\n<p>Viele Unternehmen glauben zum Beispiel, dass sich ihr Vorhaben rechnet, weil\u00a0sich den Prozessen erhebliche Synergien realisieren lie\u00dfen.\u00a0Der Vorstandschef ist von seiner Vision begeistert \u2013 oft verkn\u00fcpft er seine pers\u00f6nliche Karriere und seinen Verbleib im Unternehmen und seinen Erfolg mit der Fusions-Idee. Kritische Nachfrage stellen\u00a0die verantwortlichen F\u00fchrungskr\u00e4ften ihnen meist nicht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Kosten der IT-Integration werden untersch\u00e4tzt &#8211; dem CEO fehlt Detailwissen<\/strong><\/p>\n<p>Der CEO selbst hat aber meist nicht gen\u00fcgend Detailkenntnis, um wirklich abzusch\u00e4tzen, inwieweit sich die Prozesse, IT oder Produktpaletten von zwei Unternehmen erg\u00e4nzen.<\/p>\n<p>Zwar fragt man sich: Merkt denn kein Experte nicht sp\u00e4testens bei der Due Dilligence wie schwer es wird, die Synergien zu heben? Aber die Analyse des Unternehmens wird von gro\u00dfen Investmentbanken oder Wirtschaftspr\u00fcfern durchgef\u00fchrt. Und die verdienen am besten an den Deals, wenn der Kauf zustande kommt.<\/p>\n<p>Zum Beispiel: Alle Unternehmen sind stark von IT-Landschaften durchdrungen, also verschiedenen und nicht aufeinander abgestimmten Systemen.\u00a0Sie zu harmonisieren, so dass \u00fcberhaupt Synergien entstehen, ist kompliziert und teuer. Aber kein Investmentbanker besch\u00e4ftigt sich in der Tiefe mit den Kosten einer IT-Integration. Und die, die es wissen k\u00f6nnten \u2013 die IT-Abteilungen \u2013\u00a0 werden bei der Due Dilligence kaum gefragt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Emotionen, Firmenpolitik und Machtk\u00e4mpfe regieren &#8211; statt k\u00fchler \u00dcberlegung<\/strong><\/p>\n<p>Die m\u00f6glichen Synergien werden in der Regel erst nach dem Deal auf der operativen Ebene beziffert. Erst wenn es in die konkrete Projektplanung geht, um etwa aus zwei IT-Systemen eines zu machen, errechnet man die zu erwartenden Einsparungen, um das Budget des Projekts zu bemessen.<\/p>\n<p>Doch selbst auf dieser Ebene werden Entscheidungen oft nicht aus k\u00fchler \u00dcberlegung getroffen. Wichtiger sind Emotionen, Politik und Machtk\u00e4mpfe \u2013 es geht selten um Sachlichkeit. Wer kauft, entscheidet. Und dabei wird auch gerne \u00fcbersehen, dass zum Beispiel das IT-System der kleinen, \u00fcbernommenen Firma die bessere Alternative f\u00fcr das Gesamtunternehmen sein k\u00f6nnte. Die Folge: Synergien bleiben auf der Strecke.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Wenn die Kosten der Scheidung immens sind\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Die Frage lautet dann eines Tages: Scheidung der Unternehmen oder Nachbesserung? Beides wird teuer. Fachleute glauben, dass beispielsweise allein die endg\u00fcltige Scheidung\u00a0von Daimler und Chrysler vor acht Jahren die Stuttgarter\u00a040 Milliarden Euro\u00a0 gekostet hat.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;-<\/p>\n<p>In diesem Jahr sind\u00a0die Manager schon wieder im Fusionsfieber: ThysenKrupp, Linde, Bayer z\u00e4hlen zu den gr\u00f6\u00dften. Sowohl in Deutschland als auch weltweit plant jedes zweite Unternehmen in den kommenden zw\u00f6lf Monaten Firmenzuk\u00e4ufe.Das ermittelten die Wirtschaftspr\u00fcfer von Ernst &amp; Young. 2015 gaben Unternehmen weltweit 2,7 Billionen Euro f\u00fcr Fusionen und \u00dcbernahmen aus. Das sind 45 Prozent mehr als im Vorjahr.<\/p>\n<p>Dabei:\u00a0Zu oft erlebe ich, dass die Verantwortlichen dieser Zusammenschl\u00fcsse viel zu optimistisch planen. Immer wieder h\u00f6re ich, dass sich bei diesen Vorhaben gigantische Synergien realisieren lie\u00dfen. Das Problem ist dabei nur, dass es nur selten funktioniert.<\/p>\n<p>Viele Unternehmen glauben zum Beispiel, dass sich ihr Vorhaben rechnet, weil\u00a0sich den Prozessen erhebliche Synergien realisieren lie\u00dfen.\u00a0Der Vorstandschef ist von seiner Vision begeistert \u2013 oft verkn\u00fcpft er seine pers\u00f6nliche Karriere und seinen Verbleib im Unternehmen und seinen Erfolg mit der Fusions-Idee. Kritische Nachfrage stellen\u00a0die verantwortlichen F\u00fchrungskr\u00e4ften ihnen meist nicht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Kosten der IT-Integration werden untersch\u00e4tzt und dem CEO fehlt Detailwissen<\/strong><\/p>\n<p>Der CEO selbst hat aber meist nicht gen\u00fcgend Detailkenntnis, um wirklich abzusch\u00e4tzen, inwieweit sich die Prozesse, IT oder Produktpaletten von zwei Unternehmen erg\u00e4nzen.<\/p>\n<p>Zwar fragt man sich: Merkt denn kein Experte nicht sp\u00e4testens bei der Due Dilligence wie schwer es wird, die Synergien zu heben? Aber die Analyse des Unternehmens wird von gro\u00dfen Investmentbanken oder Wirtschaftspr\u00fcfern durchgef\u00fchrt. Und die verdienen am besten an den Deals, wenn der Kauf zustande kommt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Wer bescheid wei\u00df, wird nicht gefragt: die IT-Abteilungen<\/strong><\/p>\n<p>Zum Beispiel: Alle Unternehmen sind stark von IT-Landschaften durchdrungen, also verschiedenen und nicht aufeinander abgestimmten Systemen.\u00a0Sie zu harmonisieren, so dass \u00fcberhaupt Synergien entstehen, ist kompliziert und teuer. Aber kein Investmentbanker besch\u00e4ftigt sich in der Tiefe mit den Kosten einer IT-Integration. Und die, die es wissen k\u00f6nnten \u2013 die IT-Abteilungen \u2013\u00a0 werden bei der Due Dilligence kaum gefragt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Emotionen, Firmenpolitik und Machtk\u00e4mpfe regieren &#8211; statt k\u00fchler \u00dcberlegung<\/strong><\/p>\n<p>Die m\u00f6glichen Synergien werden in der Regel erst nach dem Deal auf der operativen Ebene beziffert. Erst wenn es in die konkrete Projektplanung geht, um etwa aus zwei IT-Systemen eines zu machen, errechnet man die zu erwartenden Einsparungen, um das Budget des Projekts zu bemessen.<\/p>\n<p>Doch selbst auf dieser Ebene werden Entscheidungen oft nicht aus k\u00fchler \u00dcberlegung getroffen. Wichtiger sind Emotionen, Politik und Machtk\u00e4mpfe \u2013 es geht selten um Sachlichkeit. Wer kauft, entscheidet. Und dabei wird auch gerne \u00fcbersehen, dass zum Beispiel das IT-System der kleinen, \u00fcbernommenen Firma die bessere Alternative f\u00fcr das Gesamtunternehmen sein k\u00f6nnte. Die Folge: Synergien bleiben auf der Strecke.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Wenn die Kosten der Unternehmens-Scheidung immens sind\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Die Frage lautet dann eines Tages: Scheidung der Unternehmen oder Nachbesserung? Beides wird teuer. Fachleute glauben, dass beispielsweise allein die endg\u00fcltige Scheidung\u00a0von Daimler und Chrysler vor acht Jahren die Stuttgarter\u00a040 Milliarden Euro\u00a0 gekostet hat.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-664324\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/02\/Blog-Ranking2017-300x212.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"212\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/02\/Blog-Ranking2017-300x212.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/02\/Blog-Ranking2017-424x300.jpg 424w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/02\/Blog-Ranking2017.jpg 650w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Synergien: Der \u00fcbersch\u00e4tzte Faktor beim Unternehmenskauf Wachstum, h\u00f6here Marktanteile, Effizienzsteigerung und Synergieeffekte \u2013 diese Vorteile werden bei jeder Fusion oder dem Kauf eines Unternehmens erwartet.\u00a0Sowieso.\u00a0Doch die\u00a0erhofften\u00a0Synergien sind in den allermeisten F\u00e4llen reines Wunschdenken und nicht realisierbar, sagt Hans-Werner Feick, Gr\u00fcnder &hellip; <a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2017\/10\/23\/warum-das-mit-den-synergien-beim-unternehmenskauf-oder-fusionen-doch-nie-funktioniert-gastbeitrag-hans-werner-feick\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":19,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[4114,6980,6981,6967],"class_list":["post-664817","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","tag-fusionen","tag-hans-werner-feick","tag-kobaltblau","tag-synergieen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/664817","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/users\/19"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=664817"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/664817\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=664817"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=664817"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=664817"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}