{"id":664749,"date":"2017-04-09T23:55:00","date_gmt":"2017-04-09T21:55:00","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=664749"},"modified":"2017-04-09T23:55:00","modified_gmt":"2017-04-09T21:55:00","slug":"sklave-der-technik-informatik-professor-frank-kirchner-ueber-kuenstliche-intelligenz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2017\/04\/09\/sklave-der-technik-informatik-professor-frank-kirchner-ueber-kuenstliche-intelligenz\/","title":{"rendered":"Sklave der Technik &#8211; Informatik-Professor Frank Kirchner \u00fcber K\u00fcnstliche Intelligenz"},"content":{"rendered":"<p>Fra<strong>nk Kirchner, Informatik-Professor an der Universit\u00e4t Bremen hat am 3. April 2017 einen Vortrag bei der Daimler und Benz Stiftung im\u00a0Kundencenter Werk Bremen gehalten zum Thema:\u00a0\u201eWas ist Science Fiction, was Fakt? Robotik und k\u00fcnstliche Intelligenz&#8220;.\u00a0Patricia Piekenbrock von der Stiftung hat f\u00fcr die Management-Blog-Leser den Vortrag zusammengefasst:<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_664750\" style=\"width: 444px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-664750\" class=\"size-full wp-image-664750\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/04\/daimler.stiftung.Robotik-KI_0166.jpg\" alt=\"\" width=\"434\" height=\"650\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/04\/daimler.stiftung.Robotik-KI_0166.jpg 434w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/04\/daimler.stiftung.Robotik-KI_0166-200x300.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 434px) 100vw, 434px\" \/><p id=\"caption-attachment-664750\" class=\"wp-caption-text\">Frank Kirchner, Professor an der Universit\u00e4t Bremen Deutschen Forschungszentrums f\u00fcr K\u00fcnstliche Intelligenz (DFKI)<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&#8222;Manche Dinge sind bechenbar, andere prinzipiell nicht\u201c, sagt der Informatiker Frank Kirchner, Professor an der Universit\u00e4t Bremen. \u201eOb der Mensch letztlich berechenbar ist oder nicht, ist eine zutiefst philosophische Frage.\u201c Kirchner leitet den Bremer Standort des Deutschen Forschungszentrums f\u00fcr K\u00fcnstliche Intelligenz (DFKI) und arbeitet an der Zukunft von Robotik und k\u00fcnstlicher Intelligenz.<\/p>\n<p>Bei Robotern handle es sich um die physische Existenz k\u00fcnstlicher intelligenter Systeme in K\u00f6rpern, die sich in realen Umgebungen bewegen k\u00f6nnen. \u201eHeute beginnen wir zu verstehen\u201c, so Kirchner, \u201edass der Roboter selbst integraler Bestandteil der k\u00fcnstlichen Intelligenz ist und bei ihrer Erforschung ber\u00fccksichtigt werden sollte.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_664752\" style=\"width: 660px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-664752\" class=\"size-full wp-image-664752\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/04\/daimlerstiftungRoboter-AILA.jpg\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"431\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/04\/daimlerstiftungRoboter-AILA.jpg 650w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/04\/daimlerstiftungRoboter-AILA-300x199.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/04\/daimlerstiftungRoboter-AILA-452x300.jpg 452w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><p id=\"caption-attachment-664752\" class=\"wp-caption-text\">Avatar AILA ist ein Leichtbau-Robotersystem des DFKI, das f\u00fcr die interdisziplin\u00e4re Erforschung der mobilen Manipulation entwickelt wurde (Copyright: Deutsches Forschungszentrum f\u00fcr K\u00fcnstliche Intelligenz (Foto: DFKI)\/David Schikora).<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>So seien bei einem humanoiden Roboter mit Exoskelett, der etwa fremde Planeten autonom erkunden soll, unterschiedliche Formen der Intelligenz miteinander verkn\u00fcpft: Die algorithmische Intelligenz sorge unter anderem durch Lernen f\u00fcr die Umgebungsdarstellung, Lokalisierung und Bewegungsplanung. Gleichzeitig besitze der Roboter strukturelle Intelligenz, also Intelligenz im Hardware-Design \u2013 beispielsweise durch Aktuatoren mit eingebauter Elektronik in den Gelenken, Sensoren f\u00fcr die taktile Wahrnehmung, komplexe Strukturen und neue Materialien.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u201eWir m\u00fcssen Mind plus Body betrachten\u201c, sagte Kirchner. Dies erkl\u00e4re auch, weshalb das Forschungsfeld der k\u00fcnstlichen Intelligenz im Kontext unterschiedlicher Wissenschaften anzusiedeln sei: Computer- und Ingenieurwissenschaften, Biologie, Linguistik, Neurowissenschaften und Psychologie. Laut Kirchner habe dies bereits Alan Turing (1912 \u2013 1954) gewusst. Der britische Informatiker gelte als Vater der k\u00fcnstlichen Intelligenz und wies im Jahr 1948 insbesondere auf die Notwendigkeit hin, lernf\u00e4hige Algorithmen zu entwickeln und in Maschinen einzusetzen, die mit ihrer Umwelt interagieren k\u00f6nnen. Leider seien seine Ausf\u00fchrungen erst posthum in den 1970-er Jahren ver\u00f6ffentlicht worden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Aber Wissenschaft lohne sich immer, sagt Kirchner. Zu den maschinellen Lernverfahren geh\u00f6re das sogenannte Deep Learning. Mithilfe vielschichtiger, k\u00fcnstlicher neuronaler Netze k\u00f6nnten Probleme mathematisch in einer anderen Dimension betrachtet werden. Soll ein System beispielsweise lernen, Gesichter zu erkennen, werden Daten durch das Netzwerk propagiert und der Output schlie\u00dflich mit dem gew\u00fcnschten Zielwert verglichen. Bei Abweichungen erfolge eine weitere Trainingsrunde des k\u00fcnstlichen neuronalen Netzwerks. Die f\u00fcr Deep Learning notwendige gro\u00dfe Datenbasis liefere das Internet.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>In den kommenden zehn Jahren k\u00f6nnten, so sagt Kirchner, insbesondere Anwendungen bei Industrie 4.0 und beim autonomen Fahren verwirklicht werden \u2013 auch bei steigender Komplexit\u00e4t. In extremen oder gesundheitsgef\u00e4hrdenden Umgebungen beziehungsweise in sozialen Teams mit dem Menschen w\u00fcrden Roboter ihr Potenzial entfalten. Dennoch gebe es derzeit physikalische Grenzen bei Rechnern, etwa in Bezug auf die Packungsdichte von Transistoren auf einer Chipfl\u00e4che. Der Einsatz paralleler Systeme in Robotern k\u00f6nne ein leichtes Verschieben dieser Grenzen bewirken, eine Art Verz\u00f6gerung. Zudem seien andere Entwicklungen wie Quantencomputer abzuwarten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die k\u00fcnstliche Intelligenz selbst sei hingegen nicht per Naturgesetz begrenzt; eine h\u00f6her entwickelte als die des Menschen k\u00f6nne in fernerer Zukunft m\u00f6glicherweise erreicht werden. \u201eGef\u00e4hrlich ist in diesem Zusammenhang aber vor allem der Mensch, falls er verlernt, k\u00fcnstliche Intelligenz zu verstehen und zu bequem und zu nachl\u00e4ssig damit umgeht\u201c, res\u00fcmiert Kirchner. Bildung und Ausbildung sei der gesellschaftliche Schl\u00fcssel, um nicht zum Sklaven der Technik zu werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Der Vortrag von Kirchner fand im Rahmen der Vortragsreihe \u201eMensch, Umwelt, Technik\u201c der Daimler und Benz Stiftung im Kundencenter des Mercedes-Benz-Werks Bremen statt. Aufgabe der Stiftung ist die F\u00f6rderung von Wissenschaft und Forschung \u2013 und gesellschaftsrelevante Themen in den \u00f6ffentlichen Diskurs zu bringen.<\/em><\/p>\n<p><strong>Link zum Audio-Video-Podcast:<\/strong> <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=N7eaKQoHpA4\">https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=N7eaKQoHpA4<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-664324\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/02\/Blog-Ranking2017-300x212.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"212\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/02\/Blog-Ranking2017-300x212.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/02\/Blog-Ranking2017-424x300.jpg 424w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/02\/Blog-Ranking2017.jpg 650w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Frank Kirchner, Informatik-Professor an der Universit\u00e4t Bremen hat am 3. April 2017 einen Vortrag bei der Daimler und Benz Stiftung im\u00a0Kundencenter Werk Bremen gehalten zum Thema:\u00a0\u201eWas ist Science Fiction, was Fakt? 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