{"id":664646,"date":"2017-04-18T02:06:29","date_gmt":"2017-04-18T00:06:29","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=664646"},"modified":"2017-04-18T08:18:19","modified_gmt":"2017-04-18T06:18:19","slug":"ceo-wagner-auf-tour-im-silicon-valley-3-der-digitalisierung-auf-der-spur-sabbatical-ii","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2017\/04\/18\/ceo-wagner-auf-tour-im-silicon-valley-3-der-digitalisierung-auf-der-spur-sabbatical-ii\/","title":{"rendered":"CEO Wagner auf Tour im Silicon Valley (3): Der Digitalisierung auf der Spur \u2013 Sabbatical II."},"content":{"rendered":"<h1>\u00a0Worum es wirklich geht: Probleme der Kunden l\u00f6sen<\/h1>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div class=\"entry-content\">\n<h1 id=\"yiv2801058515yui_3_16_0_ym19_1_1482415618333_39783\"><strong id=\"yiv2801058515yui_3_16_0_ym19_1_1482415618333_39790\">Top-Manger Thomas P. Wagner begibt sich auf die Reise ins Silicon Valley, um sich dort, an der Quelle, das Thema Digitalisierung zu erschlie\u00dfen. Rund sechs Jahre lang war er CEO von Dorma, dem Hidden Champion und Weltmarktf\u00fchrer f\u00fcr Schlie\u00dftechnik. Zuvor war e<\/strong><strong id=\"yiv2801058515yui_3_16_0_ym19_1_1482415618333_39791\">r Chef des Aufzugherstellers Otis.<\/strong><\/h1>\n<h1><strong id=\"yiv2801058515yui_3_16_0_ym19_1_1482415618333_39791\">Nun legt der Wirtschaftsingenieur eine Karriere-Pause ein, nachdem er die Fusion von Dorma mit dem Schweizer Unternehmen Kaba gemanaged hat. <\/strong><strong id=\"yiv2801058515yui_3_16_0_ym19_1_1482415618333_39792\">Nach 20 Jahren als F\u00fchrungskraft will er ein paar Monate innehalten. Sein erster Trip war eine <a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2016\/12\/22\/wagner-pilgert-in-der-toskana-1-wenn-nicht-jetzt-wann-dann-ein-top-manager-legt-ein-sabbatical-ein-exklusiv-im-management-blog\/\">Pilgerreise auf der Via Francigena in der Toskana, \u00fcber die er hier im Management-Blog berichtete.<\/a> Sein zweiter ist eine pers\u00f6nliche Fortbildungsreise nach USA ins Silicon Valley: Um die Digitalisierung zu verstehen und zu lernen.<\/strong><\/h1>\n<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Hier ist Wagners dritter Gastbeitrag:\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Worum es eigentlich beim Digitalisieren geht: Kundenorientierung &#8211; nicht nur Technologie<\/strong><\/p>\n<p>Digitalisierung soll\u00a0vor allem aus Technologien, wie IoT, Robotics, AI, Augmented und Virtual Reality, 3D Printing, Self driving Cars, Smart und Big Data bestehen? Mitnichten. Diese Lektion habe ich gelernt im Silicon Valley.<\/p>\n<p>Wenn wir Deutsche aus technischer Sicht \u00fcber Digitalisierung reden, so ist schon das Grundverst\u00e4ndnis im Silicon Valley ein ganz anderes: Hier geht es immer zuallererst um die Kundensicht und die L\u00f6sung von Problemen der Kunden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_664836\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-664836\" class=\"size-medium wp-image-664836\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/04\/wagner.wein_-300x225.jpeg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/04\/wagner.wein_-300x225.jpeg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/04\/wagner.wein_-400x300.jpeg 400w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/04\/wagner.wein_.jpeg 640w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><p id=\"caption-attachment-664836\" class=\"wp-caption-text\">Thomas Wagner im Nappa Valley &#8211; in der Digitalisierungspause<\/p><\/div>\n<p>Eigentlich ist es ja dasselbe Thema, aber aus zwei verschiedenen Perspektiven betrachtet. Keine ist falsch, nein, sie bedingen einander. M\u00fcsste ich ein Motto f\u00fcr meine US-Reise formulieren, so w\u00fcrde es lauten: \u00a0&#8222;Alles, was technisch machbar sein wird, wird auch realisiert.&#8220; Hier im Silicon Valley glaubt man an die Zukunft und dass Technologie f\u00fcr die Menschheit einen gro\u00dfen Mehrwert schafft. Die Menschen sehen vor allem die gro\u00dfen Chancen, weniger die Risiken. Die Menschen hier sind technologiebegeistert.\u00a0Und selbstverst\u00e4ndlich versucht jedes Start-up, daraus das n\u00e4chste Unicorn zu entwickeln \u2013 das n\u00e4chste Big Business mit mindestens einer Milliarde Dollar Bewertung.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Kunden, die Fehler und Unperfektes verzeihen<\/strong><\/p>\n<p>Die Kunden im Silicon Valley probieren gerne neue Dinge aus, sie verzeihen Fehler und Unperfektes. Ein gro\u00dfartiger N\u00e4hr- und Testboden f\u00fcr Neues, f\u00fcr Innovationen aller Art. Sind wir in Deutschland dem Neuen ebenso aufgeschlossen? Ich habe mich oft auf meiner Reise gefragt: wie k\u00f6nnen wir unseren deutschen Perfektionismus noch wirksamer mit der neuen Innovationskultur verbinden? Geht das \u00fcberhaupt, oder ist das ein Widerspruch?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Im Valley lernte ich Justin Lokitz kennen. Er ist Strategy Designer und Managing Director von Business Models Inc., einem Beratungsunternehmen. Und er ist auch leidenschaftlicher Autor und Redner.<\/p>\n<div id=\"attachment_664831\" style=\"width: 650px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-664831\" class=\"size-full wp-image-664831\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/04\/wagner.erkl\u00e4rer.jpeg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"480\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/04\/wagner.erkl\u00e4rer.jpeg 640w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/04\/wagner.erkl\u00e4rer-300x225.jpeg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/04\/wagner.erkl\u00e4rer-400x300.jpeg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><p id=\"caption-attachment-664831\" class=\"wp-caption-text\">Justin Lokitz, Strategy Designer und Managing Director von Business Models Inc.<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ohne lange Anforderungs- und Pflichtenhefte<\/p>\n<p>Justin hat bei unserem Treffen zwei Modelle erl\u00e4utert, warum diese f\u00fcr die digitale Transformation und disruptive Gesch\u00e4ftsmodelle essentiell und wichtig sind: Design Thinking und Business Modell Canvas. Technologie alleine reicht eben nicht. Im Sinne des Design Thinking &#8211; der von SAP-Mitgr\u00fcnder Hasso Plattner mit initiierten Design School &#8211; werden Ideen nicht erst durch lange Studien, durch lange Anforderungs- und Pflichtenhefte beschrieben. Stattdessen nimmt man eine Idee, bringt diese in den Kontext von Trends, Wettbewerb, Kunden undsoweiter und verfeinert sie \u00fcber \u00fcber mehrere <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Iteration\">Iterationen<\/a>.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Dann geht man sehr schnell \u00fcber zum fr\u00fchen Prototyping. Testet das Produkt und Gesch\u00e4ftsmodell, holt schnell Kundenfeedback ein, verbessert das Produkt beziehungsweise seine Anwendung und testet anschlie\u00dfend gleich wieder. Das geht dann in mehreren Iterationen, bis man wei\u00df, was der Kunde wirklich will und wie ein Kundenproblem am wirksamsten gel\u00f6st wird. Eine simple Methode, aber eben v\u00f6llig anders als unser Perfektionismus &#8211; und es ist vor allem schnell.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Die Zukunft: Mit Maschinen zusammen leben wie mit Menschen<\/strong><\/p>\n<p>Bei meinem ersten Besuch bei Herman Gyr, Co-Founder der Enterprise Development Group, hat er mich in seiner Garage erstmals f\u00fcr Technologien begeistert, die mir zwar grunds\u00e4tzlich bekannt waren, aber deren potenzieller Impact mir erst durch ihn richtig deutlich wurden. Zum Beispiel werden Mensch-Maschine-Interaktionen intensiver und intuitiver. Mir wurde deutlich, dass wir bald mit Maschinen zusammenleben wie mit Menschen. Wir werden mit diesen wie unter Menschen kommunizieren. Mir ist noch nicht klar, ob ich diese Vorstellung toll finde, aber es wird passieren.<\/p>\n<p>Ein kleiner Meilenstein in dieser Entwicklung war Siri, eine beim Stanford Research Institute entwickelte Sprachsteuerung, wie mir Csabo Szabo, Senior Business Development Manager beim SRI berichtete. Dies wurde schon vor einiger Zeit von Apple gekauft und ist heute auf fast allen Apple-Ger\u00e4ten zuhause.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_664834\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-664834\" class=\"size-medium wp-image-664834\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/04\/wagner.siri_.-300x225.jpeg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/04\/wagner.siri_.-300x225.jpeg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/04\/wagner.siri_.-400x300.jpeg 400w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/04\/wagner.siri_..jpeg 640w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><p id=\"caption-attachment-664834\" class=\"wp-caption-text\">Hasso Plattners Institute of Design: Lange Pflichtenhefte kennt man hier nicht<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Was allerdings Amazon mit \u201aEcho\u2019 und der Sprachsteuerung \u201aAlexa\u2019 anstrebt, ist auf einem v\u00f6llig anderen Level, wie mir Herman Gyr erl\u00e4uterte. Zum ersten Mal sprach ich mit einer Maschine, was schon einem Dialog \u00e4hnelte \u2013 das kam mir dann doch etwas spooky vor. Obwohl Alexa &#8211; gemessen an der Vision &#8211; noch in den Kinderschuhen steckt, sind dessen F\u00e4higkeiten schon heute mehr als imposant &#8230; und Amazon ist mal wieder unglaublich clever. Wenn wir heute online shoppen, loggen wir uns bei unseren jeweiligen Onlineshops ein. Wenn wir etwas suchen, dann \u201agooglen\u2019 wir, wenn wir Musik h\u00f6ren wollen gehen wir auf eins der Portale wie iTunes, undsoweiter.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Worum es im Valley geht: Kundenprobleme l\u00f6sen und daraus ein Business machen<\/strong><\/p>\n<p>Aber was passiert, wenn sich zwischen uns als Kunden und unseren geliebten Portalen pl\u00f6tzlich Alexa \u00fcber das Amazon-Echo-Ger\u00e4t dr\u00e4ngt und so unsere W\u00fcnsche kanalisiert? Wer bestimmt dann, bei welchem Portal unsere Suche landet? Amazon breitet sich in alle Lebensbereiche aus \u2013 es macht unser Leben einfacher. Aber es bindet uns mehr und mehr an Amazon. Perspektivisch k\u00f6nnte hier eine neue Plattform \u00fcber den bereits etablierten Plattformen entstehen. Im Silicon Valley geht es eben immer hierum: Kundenprobleme zu l\u00f6sen und daraus ein Business zu entwickeln.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Die Technologie ist eher zweitrangig<\/strong><\/p>\n<p>Die Geschwindigkeit dieser Ver\u00e4nderungen bleibt rasant und die daf\u00fcr n\u00f6tige Technologie wird immer besser und schneller und zuverl\u00e4ssiger. Sie ist eigentlich eher zweitrangig. Im Valley glaubt man fest daran, das sich die Technologien weiter exponentiell entwickeln, so das sich Unternehmen und Start-ups auf den Kunden konzentrieren k\u00f6nnen &#8230; die daf\u00fcr n\u00f6tige Technologie wird schon gefunden oder wird bald kommerziell verf\u00fcgbar sein.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Beim autonomen Fahren ist das nicht anders. Wer einmal Tesla gefahren ist, wird diese Faszination teilen. Jeder Tesla ist mit der Cloud verbunden, l\u00e4dt Daten hoch und runter, die KI lernt den Stra\u00dfenverkehr, lernt Situationen besser und besser einzusch\u00e4tzen. Allein das Google Car hat weit \u00fcber 1,5 Millionen Testkilometer v\u00f6llig computergesteuert zur\u00fcckgelegt. Seit kurzem firmiert dieser Bereich als Waymo und ist verselbst\u00e4ndigt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>F\u00fcr Tests den Bundesstaat wechseln<\/strong><\/p>\n<p>Auch Uber bleibt nicht nur eine Mobility-Plattform. W\u00e4hrend meines Aufenthalts im Silicon Valley wurde gerade eine eigene Flotte von Tesla S mit ihrer Technologie und Intelligenz ausgestattet und in San Francisco ein Gro\u00dftest gestartet. Dieser dauerte nur einen Tag. Es gab einige Vorf\u00e4lle und die zust\u00e4ndige Beh\u00f6rde hat daraufhin den weiteren Test abgesagt. Nun setzt Uber den Test einfach in einem anderen Bundesstaat fort, der etwas lockerere Vorschriften hat. So schnell gibt man hier nicht auf &#8230; lernen, lernen, lernen. Hier wird die gesamte bisherige Automobilindustrie herausgefordert. Ich bin gespannt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_664842\" style=\"width: 650px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-664842\" class=\"size-full wp-image-664842\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/04\/wagner.uber_.jpeg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"480\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/04\/wagner.uber_.jpeg 640w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/04\/wagner.uber_-300x225.jpeg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/04\/wagner.uber_-400x300.jpeg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><p id=\"caption-attachment-664842\" class=\"wp-caption-text\">Autonome Uber-Cars im t\u00e4glichen Test-Betrieb<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Die Maschinen trainieren sich gegenseitig<\/strong><\/p>\n<p>Die Presse scheint sich manchmal gerade zu freuen, wenn ein Self-driving-Car mal wieder einen Unfall gebaut hat oder eine Lage falsch beurteilt hat und \u00fcber eine rote Ampel fuhr. Das ist nat\u00fcrlich schlecht, aber wie viel besser ist diese Technologie vielleicht schon heute gegen\u00fcber uns Menschen? Tausende Menschen kommen im Stra\u00dfenverkehr jedes Jahr zu Schaden. Tesla wird jeden Tag besser, jeder der tausende Tesla\u2019s lehrt und lernt zugleich. Die Maschinen trainieren sich sozusagen gegenseitig. Die Maschinen beginnen, immer wirksamer miteinander zu kommunizieren. Schon bald werden sie mehr wissen als wir Menschen, schneller reagieren &#8230; k\u00f6nnen sie die Kontrolle \u00fcber die Menschheit \u00fcbernehmen wie in so manchen Science-Fiction-Filmen schon vor Jahren skizziert? Keine sch\u00f6ne Vorstellung.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Rund um diesen gro\u00dfen Themenkomplex Mobility sind unglaublich viele Start-ups aktiv. Einer davon ist Kenny Hawk, CEO von mojio. Es geh\u00f6rt &#8211; inzwischen &#8211; zur Deutschen Telekom. Mojio hat eine faszinierende Plattform f\u00fcr sichere Connected Car Services entwickelt. Was hat der Telekomkonzern mit Mobility zu tun, k\u00f6nnte man sich fragen? Mir wurde an diesem Beispiel deutlich, wie sich Grenzen verschieben.<\/p>\n<p>In welchem Markt bin ich aktiv, wer sind meine Wettbewerber? Das alles verschiebt sich in dieser neuen digitalen Welt und das bedeutet wachsam zu sein, offen zu sein, neugierig zu sein, zu gestalten und weniger zu warten. Im Silicon Valley wird einem in so kurzer Zeit vor Augen gef\u00fchrt, was Disruption bedeuten kann. Weil dort alles so geballt ist und Amerikaner nun auch mal exzellente Marketeers und Verk\u00e4ufer sind.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Mehrere Dutzend 3D-Drucker<\/strong><\/p>\n<p>Den n\u00e4chsten Eye Opener hatte ich beim Besuch von Andrew Rutter, Co-Founder und CEO von Type A Machines. Dieses Start-up hat er vor sechs Jahren gegr\u00fcndet. Der ausgewanderte Brite Andrew will dem 3D-Druck in industrieller Anwendung zum Durchbruch verhelfen. Mehrere Dutzend 3D-Drucker arbeiten synchron &#8211; wodurch die Massenherstellung dadurch immer greifbarer wird. Die M\u00f6glichkeiten, Geschwindigkeit und Qualit\u00e4t von 3D-Druck ist schon heute unglaublich. Es ist l\u00e4ngst keine Spielerei mehr. Es ist nicht nur eine Frage vom Drucken von eher kleinen St\u00fcckzahlen seltener Teile wie zum Beispiel Ersatzteilen. Nein, 3D-Druck erm\u00f6glicht v\u00f6llig neuartiges Design und Konstruktionen.<\/p>\n<p>Mein Besuch bei Autodesk in San Francisco hat mir viel klar gemacht. Etwa wie deren neue Design-Software in Kombination mit 3D-Druck v\u00f6llig neue Welten erschaffen k\u00f6nnen. Jeder, der produziert, muss sich damit auseinandersetzen &#8230; 3D-Druck wird so schnell um so vieles besser und leistungsf\u00e4higer. Zu lange sollte man diese Technologie nicht mehr bel\u00e4cheln. Gerade bei uns in Deutschland, im Land der erfolgreichsten Maschinenbauer, sollten wir uns auch diese neue Technologie noch st\u00e4rker zunutze machen. Wer wei\u00df schon, was 3D-Druck vielleicht schon in f\u00fcnf Jahren kann?<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-664832\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/04\/wagner.selbst.internetofthings.jpeg\" alt=\"\" width=\"480\" height=\"640\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/04\/wagner.selbst.internetofthings.jpeg 480w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/04\/wagner.selbst.internetofthings-225x300.jpeg 225w\" sizes=\"auto, (max-width: 480px) 100vw, 480px\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Csaba Szabo vom Stanford Research Institute erl\u00e4uterte, wie das Institut in fast allen Lebensbereichen Grundlagenforschung macht. Beispielsweise in Bioscience, Health, Defense und Robotics. In den vergangenen zehn Jahren hat das Institut f\u00fcr \u00fcber vier Milliarden Dollar allein f\u00fcr gesponserte F&amp;E-Projekte gearbeitet.<\/p>\n<div id=\"attachment_664833\" style=\"width: 490px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-664833\" class=\"size-full wp-image-664833\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/04\/wagner.computermouse.jpeg\" alt=\"\" width=\"480\" height=\"640\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/04\/wagner.computermouse.jpeg 480w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/04\/wagner.computermouse-225x300.jpeg 225w\" sizes=\"auto, (max-width: 480px) 100vw, 480px\" \/><p id=\"caption-attachment-664833\" class=\"wp-caption-text\">Das Standford Research Institute hat durch viele bahnbrechende Erfindungen unser Leben ver\u00e4ndert &#8211; hier die Maus<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das Silicon Valley ist so viel mehr als nur eine Software-Hochburg. F\u00fcr Honda arbeitet das SRI an verbesserten Systemen f\u00fcr die meist \u00e4ltere, aber wohlhabendere Kundschaft. Damit sie Assistenzsysteme f\u00fcr die Motorr\u00e4der bekommt. Um diese zu entwickeln hat das SRI einen Roboter entwickelt, der selbst\u00e4ndig das Motorrad f\u00e4hrt. In absehbarer Zeit plant Honda mit SRI und deren rennfahrendem Roboter gegen den Mehrfachweltmeister Valentino Rossi auf der Rennstrecke anzutreten. Wenn man das sieht, sch\u00fcttelt man unweigerlich ungl\u00e4ubig den Kopf. Das ist keine Zukunftsvision mehr, sondern Realit\u00e4t &#8211; beim SRI. Sind wir wirklich noch so weit weg von menschen\u00e4hnlichen Robotern?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die n\u00e4chsten Termine f\u00fchren mich in die Welt von IoT, dem Internet der Dinge. Im Jahr 2020 soll es bereits rund 20 Milliarden internetf\u00e4hige Ger\u00e4te auf der Welt geben, alles wird miteinander kommunizieren k\u00f6nnen. Und jedes Jahr kommen von nun an Milliarden weiterer Devices dazu. Wir Menschen sind bereits ein Teil davon, n\u00e4mlich mit unserem Smartphone oder Smartwatch. Michael Riley, der f\u00fcr IBM die weltweite IoT-Initiative f\u00fchrt, zeigt mir, wie IBM\u2019s Vision dazu aussieht. IBM\u2019s KI, genannt \u201aWatson\u2019 hat bereits heute ein unglaubliches Wissen und wird jeden Tag mit immensen Daten gef\u00fcttert. Watson erm\u00f6glicht, aus den gigantischen Datenmengen Sinn zu stiften.<\/p>\n<p>Als Kunde kann man diese Plattform nutzen &#8230; und man gibt auch wieder seine Daten an Watson und der wird dadurch wieder schlauer. Wo f\u00fchrt das hin, frage ich mich? Das globale Zentrum f\u00fcr IBM\u2019s Watson IoT-Anwendungen ist nun in M\u00fcnchen er\u00f6ffnet worden &#8230; ein starkes Signal eines Weltkonzerns und es unterstreicht vermutlich die Bedeutung, die Deutschland im Bereich Industrie 4.0 spielt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>KI mit Watson beispielsweise ist das eine, Halbleitertechnik das andere. Bei Asit Goel, einem Senior Vice President bei NXP Semiconductors, die mit dem anderen Halbleitergiganten Qualcomm fusionieren, lerne ich, mit welcher Technologie man \u00fcberhaupt \u201aDinge\u2019 mit dem Internet verbinden kann. NXP entwickelt gemeinsam mit Kunden ma\u00dfgeschneiderte L\u00f6sungen f\u00fcr das IoT und ich war \u00fcberrascht, wie simpel das sein kann. Diese Bauteile sind klein, gar winzig. Sie k\u00f6nnen sehr einfache Funktionen haben, aber auch sehr komplexe Aufgaben erf\u00fcllen. Je nach Anforderungen sind es Cent-Betr\u00e4ge, die ein \u201aDing\u2019 internetf\u00e4hig machen kann.<\/p>\n<p>Auch dies war wieder ein Beispiel, dass es eigentlich gar nicht um Technologie geht, sondern um die Frage: kann ich damit einen Kundenmehrwert erzeugen, ein Kundenproblem l\u00f6sen? Die Technik ist da, schon heute.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Kunden m\u00fcssen im Zentrum stehen<\/strong><\/p>\n<p>Dann geht es zur weltweiten Nummer eins f\u00fcr cloudbasierte CRM-L\u00f6sungen. So startete eist das Unternehmen vor nicht allzu langer Zeit. Der Gr\u00fcnder, Mark Benioff, sa\u00df erst vor kurzem im White House beim US-Pr\u00e4sidenten. Das sind beeindruckende Geschichten. Eugene Kuznetsov ist Vice President Product, IoT Cloud &amp; Thunder Plattform bei Salesforce.com. Dieses Unternehmen ist faszinierend. Die Firma schafft es immer wieder, jegliche Diskussion darauf zur\u00fcckzuf\u00fchren, worum es beim Business wirklich geht: um den Kunden im Zentrum aller unternehmerischer Handlungen zu stellen. Eugene stellt mir &#8211; mit gro\u00dfer Begeisterung &#8211; die IoT-Ans\u00e4tze von Salesforce vor. Alles in der Cloud, alles m\u00f6glich, alles big &#8230; Salesforce.com.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wie wir unsere Welt anders wahrnehmen k\u00f6nnen, kann man mit Augmented und Virtual Reality Anwendungen und Technologien erleben. Jody Medich, Director Design an den Singularity University Labs, besch\u00e4ftigt sich seit Jahren mit diesen Technologien. Sie sagt \u201aVR ist derzeit wie das Internet im Jahr 1994, wird aber in zwei bis drei Jahren durch Exponential Growth das n\u00e4chste gro\u00dfe Ding werden\u2019. Die virtuelle und reelle Welt sollen wie im Kinofilm \u201aMatrix\u2019 miteinander verschmelzen. Sie spricht vom \u201ahijacking your visual sense\u2019, also unserem Gehirn eine Welt zu zeigen, die es f\u00fcr reell h\u00e4lt. Dabei sind viele sinnvolle Anwendungen denkbar. Das Standford Research Institute hat durch viele bahnbrechende Erfindungen unser Leben ver\u00e4ndert &#8211; was ist echt, was fake?<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-664835\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/04\/wagner.virtual-225x300.jpeg\" alt=\"\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/04\/wagner.virtual-225x300.jpeg 225w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/04\/wagner.virtual.jpeg 480w\" sizes=\"auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Beim anschlie\u00dfenden Besuch bei Microsoft konnte ich dann eine Brille f\u00fcr Augmented Reality (AR) testen. Nat\u00fcrlich ist das alles noch etwas langsam, die Aufl\u00f6sung und Bedienung sind schwierig. Aber ich kann mir nun sehr gut vorstellen, wohin die Reise geht. Es gibt unglaublich, wie viele Anwendungsfelder in der AR der Menschheit und den Unternehmen gro\u00dfe Vorteile bringen k\u00f6nnen. Relevantes Wissen kann dann \u00fcberall und f\u00fcr jeden als erg\u00e4nzende Hilfe zur Verf\u00fcgung gestellt werden. Aber nat\u00fcrlich werden die Werbeprofis diese Technologie auch anders zu nutzen wissen um \u201auns zu leiten\u2019. Und wie immer h\u00e4ngt es davon ab, was man daraus macht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Zuwarten ist keine Option<\/strong><\/p>\n<p>\u00dcberall im Silicon Valley sp\u00fcre ich diese Dynamik, Kraft und Neugier. Man m\u00f6chte neue Welten erschlie\u00dfen, man will die bisherige Welt disruptieren. Ob das alles gelingt, steht in den Sternen. Aber eins wird mehr als deutlich: Wenn Unternehmen nichts tun oder gar nur zuwarten, das ist definitiv keine Option mehr.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Ich freue mich, mit Ihnen im n\u00e4chsten und letzten Blog meine Erlebnisse \u00fcber das \u00d6kosystem Silicon Valley zu teilen. Dieses System erm\u00f6glicht \u00fcberhaupt erst das Entstehen und Entwickeln dieser Ideen. Ich war beeindruckt, wie anders man dort miteinander arbeitet.<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-664324\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/02\/Blog-Ranking2017-300x212.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"212\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/02\/Blog-Ranking2017-300x212.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/02\/Blog-Ranking2017-424x300.jpg 424w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/02\/Blog-Ranking2017.jpg 650w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<div class=\"\"><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00a0Worum es wirklich geht: Probleme der Kunden l\u00f6sen &nbsp; Top-Manger Thomas P. Wagner begibt sich auf die Reise ins Silicon Valley, um sich dort, an der Quelle, das Thema Digitalisierung zu erschlie\u00dfen. Rund sechs Jahre lang war er CEO von &hellip; <a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2017\/04\/18\/ceo-wagner-auf-tour-im-silicon-valley-3-der-digitalisierung-auf-der-spur-sabbatical-ii\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":19,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[6575,4376,6423,6576,6574,4504,6041,6418],"class_list":["post-664646","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","tag-business-models-inc","tag-digitalisierung","tag-hasso-plattner","tag-institute-of-design","tag-justin-lokitz","tag-sabbatical","tag-silicon-valley","tag-thomas-wagner"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/664646","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/users\/19"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=664646"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/664646\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=664646"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=664646"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=664646"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}