{"id":664497,"date":"2017-03-17T09:50:43","date_gmt":"2017-03-17T08:50:43","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=664497"},"modified":"2017-03-17T10:01:18","modified_gmt":"2017-03-17T09:01:18","slug":"buchauszug-uebermorgen-25-interviews-zur-zukunft-des-journalimus-interview-mit-washington-post-chefredakteur-martin-baron","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2017\/03\/17\/buchauszug-uebermorgen-25-interviews-zur-zukunft-des-journalimus-interview-mit-washington-post-chefredakteur-martin-baron\/","title":{"rendered":"Buchauszug: &#8222;\u00dcbermorgen &#8211; 25 Interviews zur Zukunft des Journalimus&#8220;. Interview mit &#8222;Washington-Post&#8220;-Chefredakteur Martin Baron"},"content":{"rendered":"<p><strong>Buchauszug aus &#8222;\u00dcbermorgen &#8211; 25 Interviews zur Zukunft des Journalismus, Herausgeber Oliver Schrott<\/strong><\/p>\n<p><strong>25 internationale und nationale Top-Journalisten \u00e4u\u00dfern ihre Gedanken zur Zukunft des Journalismus. Jeweils acht Fragen. Das Buch gew\u00e4hrt Einblicke in die neuen Anforderungen, denen der Journalismus heute ausgesetzt ist.\u00a0Hier im Management-Blog als Buchauszug das Interview mit Martin Baron, Chefredakteur der &#8222;Washington Post&#8220; \u00fcber die entscheidenden Dinge f\u00fcr die Zukunft.<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>UNSERE ZUKUNFT LIEGT IM MOBILEN<\/strong><\/p>\n<p><strong>Martin Baron (USA), Chefredakteur der &#8222;Washington Post&#8220;<\/strong><\/p>\n<p>Mobil oder gar nicht, lautet die Devise. \u201eWir produzieren nichts mehr f\u00fcr unsere Plattform, wenn es nicht auch im mobilen Netz funktioniert\u201c, erkl\u00e4rt Martin \u201eMarty\u201c Baron, Chefredakteur der &#8222;Washington Post&#8220;. Baron steuert die \u201ePost\u201c seit 2013. Seitdem hat die Tageszeitung vier Pulitzer-Preise gewonnen \u2013 und angefangen, sich radikal zu wandeln: zun\u00e4chst von Print zu Online, aktuell von Online zu Mobil. Im Interview spricht Baron \u00fcber schnelle Ladezeiten, den passiven Konsum von Medien und erkl\u00e4rt, warum wegfallende Finanzierungsmodelle nicht die einzige Herausforderung sind, vor der Qualit\u00e4tsjournalismus heute steht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Washington Post z\u00e4hlt zu den renommiertesten Tageszeitungen der Vereinigten Staaten. Sie ist bekannt f\u00fcr ihre investigativen Recherchen, unter anderem zum Watergate-Skandal 1973 oder dem NSA-\u00dcberwachungsskandal 2014. Um die Jahrtausendwende brach die Auflage des Traditionsblattes massiv ein, ausw\u00e4rtige B\u00fcros mussten geschlossen und Mitarbeiter entlassen werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Seit Amazon-Gr\u00fcnder Jeff Bezos die &#8222;Washington Post&#8220; gekauft hat, erlebt die Zeitung ihre erfolgreichsten Zeiten<\/strong><\/p>\n<p>2013 kaufte Amazon-Gr\u00fcnder Jeff Bezos die angeschlagene Zeitung f\u00fcr 250 Millionen US-Dollar. Bezos gab an, sich aus redaktionellen Entscheidungen herauszuhalten, stellt aber das n\u00f6tige Geld f\u00fcr technische Neuerungen bereit. Die Redaktion soll sich ausprobieren \u2013 Scheitern ist erlaubt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-664507\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/03\/Cover.Journalismus-Buch.OSK_UEBER-MORGEN_Cover_1500px.jpg\" alt=\"\" width=\"489\" height=\"650\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/03\/Cover.Journalismus-Buch.OSK_UEBER-MORGEN_Cover_1500px.jpg 489w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/03\/Cover.Journalismus-Buch.OSK_UEBER-MORGEN_Cover_1500px-226x300.jpg 226w\" sizes=\"auto, (max-width: 489px) 100vw, 489px\" \/><\/p>\n<p><strong>&#8222;\u00dcbermorgen &#8211; 25 Interviews zur Zukunft des Journalismus&#8220;, Oliver Schrott (Hrsg.); Verlag Oliver Schrott Kommunikation, 212 Seiten, 19,99 Euro \u00a0<a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/%C3%9CBER-MORGEN-Interviews-Zukunft-Journalismus\/dp\/3000552200\">https:\/\/www.amazon.de\/%C3%9CBER-MORGEN-Interviews-Zukunft-Journalismus\/dp\/3000552200<\/a><\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Seit Bezos das Blatt \u00fcbernommen hat, erlebt es eine seiner erfolgreichsten Phasen. In einem f\u00fcr eine Tageszeitung wohl einzigartigen Datenzentrum analysieren Algorithmen den Newsstream von washingtonpost.com und die der bedeutenden Konkurrenten. Eine Software liefert Informationen dar\u00fcber, was das Netz gerade bewegt. Die mobil ausgerichtete Website richtet sich an Nutzer aus der ganzen Welt. So soll die bislang stark regional ausgerichtete Post zum international anerkannten Nachrichtenportal werden. Die gedruckte Auflage ist zwar l\u00e4ngst nicht so hoch wie in Spitzenzeiten \u2013 daf\u00fcr erzielt washingtonpost.com Reichweiten, die sich mit denen von nytimes.com messen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_664498\" style=\"width: 583px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-664498\" class=\"size-full wp-image-664498\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/03\/Marty-2016_preferred_54pc.jpg\" alt=\"\" width=\"573\" height=\"650\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/03\/Marty-2016_preferred_54pc.jpg 573w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/03\/Marty-2016_preferred_54pc-264x300.jpg 264w\" sizes=\"auto, (max-width: 573px) 100vw, 573px\" \/><p id=\"caption-attachment-664498\" class=\"wp-caption-text\">WASHINGTON, DC &#8211; FEBRUARY 11: Marty Baron, Washington Post Executive Editor, poses for a photo on February 11, 2016 in Washington, D.C. (Photo by Ricky Carioti\/ The Washington Post)<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Hier das Interview mit Chefredakteur Martin Baron:\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>1 <strong>Wie zeichnet sich Qualit\u00e4tsjournalismus in Zukunft aus und was schadet ihm?<\/strong><\/p>\n<p>Ich denke, dass die wesentlichen Merkmale des Qualit\u00e4tsjournalismus in Zukunft die gleichen sein werden wie heute: Informationen m\u00fcssen genau und gut gepr\u00fcft, klug aufgeschrieben und gezielt versendet werden.<\/p>\n<p>Schaden kann dem Qualit\u00e4tsjournalismus vieles. Sofort in den Sinn kommt mir aber vor allem der finanzielle Faktor, der heutzutage die ganze Branche betrifft. Ganz offensichtlich haben wir weniger Ressourcen; und weniger Ressourcen im Sinne von Geld bedeuten weniger Ressourcen in Bezug auf Fachleute und Zeit. Beides brauchen wir aber dringend, um wirklich Qualit\u00e4tsjournalismus zu betreiben.<\/p>\n<p>Eine Herausforderung \u00fcber das Finanzielle hinaus sind meiner Meinung nach starke ideologische Tendenzen im heutigen Journalismus. Durch das Internet haben die Leser eine gro\u00dfe Auswahl. Sie tendieren dazu, Websites auszuw\u00e4hlen, die einseitig sind und ihre vorgefertigte Meinung best\u00e4tigen. Das macht mir Sorgen, denn dadurch sind die Menschen nicht l\u00e4nger unterschiedlichen Standpunkten und Perspektiven ausgesetzt, sondern lassen sich nur noch die Meinung untermauern, die sie ohnehin schon hatten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>2 Was sind die gro\u00dfen Trends im Journalismus und was wird sich davon k\u00fcnftig durchsetzen?<\/strong><\/p>\n<p>Das Internet ist ein Medium, das eine neue Form der Kommunikation erfordert. Leider hat unsere Branche, vor allem die Zeitungsbranche, im Netz bisher gr\u00f6\u00dftenteils das Gleiche gemacht wie zuvor. So funktioniert Online aber nicht. Auch das Credo immer mehr oder immer schneller ist f\u00fcrs Digitale keine L\u00f6sung.<\/p>\n<p>Trend der Zukunft sollte es meiner Meinung nach sein, im Sinne des Mediums Internet zu denken. Und das bedeutet, dialogorientierter zu arbeiten, schneller erreichbar und weniger f\u00f6rmlich zu sein. Was online funktioniert, ist N\u00e4he. Die Pers\u00f6nlichkeit eines Autors z\u00e4hlt mehr als die formale Struktur. Online f\u00fchlt sich oft authentischer an. Content kommt vor allem gut an, wenn er wirklich authentisch ist.<\/p>\n<p>Um den Storytelling-Prozess zu perfektionieren, k\u00f6nnen und sollten im Netz definitiv alle Werkzeuge angewendet werden, die wir zur Verf\u00fcgung haben. Das schlie\u00dft Video und Audio mit ein \u2013 und nat\u00fcrlich auch die Social-Media-Kan\u00e4le.<\/p>\n<p>Ganz wichtig: Neben dem Internet haben wir es mit einem weiteren neuen Medium zu tun: Mobile. Ich denke, wir k\u00f6nnen nicht \u00fcber unsere Zukunft nachdenken, ohne zu verstehen, dass diese im Wesentlichen im Mobilen liegt. Schon jetzt ist klar, dass in vier Jahren rund achtzig Prozent der Weltbev\u00f6lkerung ein Smartphone besitzen werden. Wir m\u00fcssen nur auf die Stra\u00dfe gehen, um zu sehen, dass die Leute alle Arten von Information zu jeder Zeit von ihren Smartphones beziehen. Wann immer sie eine freie Minute haben \u2013 nein, auch wenn sie keine freie Minute haben \u2013, schauen sie auf ihr Smartphone. Das ist die Art und Weise, wie die Leute Informationen und soziale Medien konsumieren. Immer, schnell, \u00fcberall. Das ist ein tief greifender Wandel f\u00fcr uns. Und ein weiterer, vielleicht sogar der gr\u00f6\u00dfte neue Trend.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>3 Wie und wo recherchieren Sie nach guten und spannenden Inhalten?<\/strong><\/p>\n<p>Bei der Washington Post verbringen wir viel Zeit damit, echte Dokumente zu lesen und gr\u00fcndlichen Journalismus zu betreiben. Wir kultivieren unsere Quellen mit Reportern, die in ihrem Gebiet Experten sind. Ich glaube nicht eine Minute lang, dass der herk\u00f6mmliche Journalismus aus der Mode geraten ist. Er ist h\u00f6chst wertvoll. Zus\u00e4tzlich k\u00f6nnen wir mittlerweile aber die sozialen Medien zur Recherche verwenden.<\/p>\n<p>Gl\u00fccklicherweise! Denn was man in den sozialen Netzwerken finden kann, ist im Wesentlichen eine Unterhaltung mit der ganzen Welt. Diese Unterhaltung informiert uns \u00fcber die Belange der Leute da drau\u00dfen: Wor\u00fcber sprechen sie? Was sind ihre Themen? Soziale Netzwerke erlauben uns, Expertenwissen anzuzapfen. Wenn wir zum Beispiel \u00fcber ein Zugungl\u00fcck berichten, k\u00f6nnen wir \u00fcber Social Media direkt Menschen finden, die vor Ort waren, und mit ihnen f\u00fcr weitere, direkte Informationen in Kontakt treten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>4 Was muss man als Journalist k\u00fcnftig tun und k\u00f6nnen, um gelesen und wahrgenommen zu werden?<\/strong><\/p>\n<p>Weiter tun, was Journalisten bestenfalls schon heute tun. Das bedeutet in erster Linie: Informationen \u00fcberpr\u00fcfen. Und wenn da drau\u00dfen zu viele nicht verifizierte oder falsche Informationen herumschwirren, ist es unsere Pflicht als gute Journalisten, diese zu sortieren und rigoros weiter \u00fcber das betreffende Thema zu berichten \u2013 und Fehlinformationen aufzukl\u00e4ren. So zu arbeiten, ist meiner Meinung nach die Grundvoraussetzung daf\u00fcr, in der Branche ernst genommen zu werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>5 Die technologischen Ver\u00e4nderungen sind rasant \u2013 wie m\u00fcssen sich vor diesem Hintergrund der Journalismus ver\u00e4ndern und dessen Anbieter anpassen?<\/strong><\/p>\n<p>Die Art und Weise, wie Leute Informationen aufnehmen und verarbeiten, ver\u00e4ndert sich. Das m\u00fcssen wir ber\u00fccksichtigen. Wie bereits angesprochen, ver\u00e4ndert sich durch Smartphones die Art des Nachrichtenkonsums. Wir produzieren nichts mehr f\u00fcr eine Plattform, wenn es nicht auch im mobilen Netz funktioniert. Egal ob Newsletter, Grafik oder Bewegtbild \u2013 jede Geschichte und jeder Content muss vor allem auf einem mobilen Bildschirm gut aussehen. Was die meisten Medienmacher und auch wir bei der Washington Post hingegen noch nicht angegangen sind, ist die Frage: Wie schreibt man f\u00fcr das mobile Netz? Dar\u00fcber m\u00fcssen wir nachdenken.<\/p>\n<p>Die Leser bevorzugen es, ihre Nachrichten passiver zu konsumieren. Viele m\u00f6chten sich nicht mehr die M\u00fche machen, zu recherchieren. Einige wollen nicht mal mehr lesen. Stattdessen werden Konsumenten zunehmend von Videoinhalten angezogen. Wir m\u00fcssen also dar\u00fcber nachdenken, wie wir ernsthafte Themen auf eine spannende Weise durch Videos kommunizieren k\u00f6nnen. Bei der Washington Post haben wir verstanden, dass Videos ein immer wichtigerer Faktor im Bereich News werden. Daher ist es unser Ziel, im Bereich Video ein Big Player zu sein.<\/p>\n<p>Dazu geh\u00f6ren sicher auch Neuerungen wie beispielsweise 360-Grad-Filme und Virtual Reality. Wir haben bei washingtonpost.com auch schon solche Videos gemacht, zum Beispiel 360-Grad-Videos der Galapagosinseln oder von VR-Umgebungen des Mondes. Aber unser Ansatz ist vorsichtig in der Hinsicht. Es wird eine Weile dauern, bis die Mehrheit der Leute ihre Informationen \u00fcber 360-Grad-Filme oder VR beziehen wird. Die kommerziellen M\u00f6glichkeiten sind im Moment begrenzter, als es sich viele vorstellen. Um virtuelle Realit\u00e4t wirklich zu erleben, m\u00fcssen die Menschen schon in ein gro\u00dfes Kino gehen. Daher werden wir abwarten. Man kann nicht jedem glitzernden neuen Ding hinterherrennen.<\/p>\n<p>Worauf wir aktuell hingegen sehr achten, sind unsere Seitenladezeiten. Unsere Seiten laden viel schneller als andere im mobilen Netz. Ich halte das f\u00fcr extrem wichtig! Wenn User zu lange warten m\u00fcssen, besteht die dramatisch gro\u00dfe Gefahr, dass sie sofort wegklicken.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>6 Wie verdient der Gro\u00dfteil der Medien k\u00fcnftig Geld?<\/strong><\/p>\n<p>Schwierige Frage, die wohl niemand von uns wirklich beantworten kann. Meine Vermutung ist, dass es unterschiedliche Modelle f\u00fcr verschiedene Arten von Nachrichtenorganisationen geben wird. Ich w\u00e4re nicht \u00fcberrascht, wenn das Modell f\u00fcr Zeitungen so \u00e4hnlich bliebe, wie es auch schon in der Vergangenheit war. Sprich, ein gro\u00dfer Teil des Geldes wird durch Werbung verdient, ein weiterer durch Abonnements.<\/p>\n<p>Sicher ist das Modell der &#8222;New York Times&#8220; nicht notwendigerweise das g\u00e4ngige Modell f\u00fcr jede gro\u00dfe gro\u00dfst\u00e4dtische Zeitung in den Vereinigten Staaten. Denn andere haben nicht die gleichen M\u00f6glichkeiten. Und dann gibt es noch Modelle wie das &#8222;Wall Street Journal&#8220;, deren Leserschaft zu nicht unerheblichen Teilen f\u00fcr Firmen arbeitet, die immer wieder Print- und Online-Kosten tragen.<\/p>\n<p>Kleinere Zeitungsverlage, die nur lokal auftreten, werden es hingegen in Zukunft schwer haben. Nachrichtenorganisationen, die national und international aufgestellt sind, haben mehr M\u00f6glichkeiten. Eine besorgniserregende Entwicklung, denn wir brauchen auch Medien, die unsere lokalen Gemeinden abbilden \u2013 und wie sollen die sich auf lange Sicht finanzieren?<\/p>\n<p>Diese Frage m\u00fcssen wir uns stellen. Und sicher werden sich auch viele Menschen dieser Frage stellen und neue Ideen und Gesch\u00e4ftsmodelle entwickeln. Wahrscheinlich wird das beste Finanzierungsmodell immer wieder das sein, das aktuell zu Zeit und Situation passt und deshalb funktioniert. Da gibt es sicher viele Wege. Ich glaube nicht nur an das eine Modell.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>7 Wie sehen Ihrer Ansicht nach journalistische Inhalte und die Angebotslandschaft in f\u00fcnf Jahren aus?<\/strong><\/p>\n<p>Ich wei\u00df es nicht. Was wir wissen ist, dass viele Menschen unsere Geschichten schnell und einfach auf ihren Smartphones lesen wollen. In der Berichterstattung m\u00fcssen wir uns daran anpassen. Das ist alles, was ich dazu sagen kann.<\/p>\n<p>Ich bin sehr skeptisch, wenn Leute meinen, dass sie diesbez\u00fcglich noch konkreter in die Zukunft schauen k\u00f6nnen. Ich kann nicht vorhersagen, wie die Pr\u00e4sentation einer Story auf einem Smartphone zuk\u00fcnftig aussehen wird. Fakt ist: Die M\u00f6glichkeiten und die Nachfrage werden sich entwickeln \u2013 und erweitern.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>8 Welches Medium fehlt heute noch auf dem Markt?<\/strong><\/p>\n<p>Ich wei\u00df nicht, ich habe wirklich keine Ahnung. Schade. Wenn ich es w\u00fcsste, w\u00e4re ich furchtbar reich!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_664508\" style=\"width: 235px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-664508\" class=\"size-medium wp-image-664508\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/03\/Journalismus-Buch.Oliver_Schrott-OSK_portrait_sml-225x300.jpg\" alt=\"\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/03\/Journalismus-Buch.Oliver_Schrott-OSK_portrait_sml-225x300.jpg 225w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/03\/Journalismus-Buch.Oliver_Schrott-OSK_portrait_sml.jpg 488w\" sizes=\"auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><p id=\"caption-attachment-664508\" class=\"wp-caption-text\">Herausgeber Oliver Schrott (Foto: OSK)<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>\u00dcber Martin Baron (USA), Chefredakteur der &#8222;Washington Post&#8220;:<\/strong><\/p>\n<p>Martin \u201eMarty\u201c Baron hat Journalismus an der Lehigh University in Pennsylvania studiert. Nach Abschluss seines Studiums 1976 arbeitete er f\u00fcr den Miami Herald, die Los Angeles Times und die New York Times. 2000 kehrte er als Chefredakteur zum Miami Herald zur\u00fcck. 2001 verlie\u00df er die Zeitung, um als Redakteur f\u00fcr den &#8222;Boston Globe&#8220; zu arbeiten. Dort k\u00fcmmerte er sich verst\u00e4rkt um investigative Recherchen. Mit seinem Team deckte er unter anderem die sexuellen Missbr\u00e4uche von Mitarbeitern der r\u00f6misch-katholischen Kirche in Boston auf. Die Recherche brachte dem Team einen Pulitzer-Preis ein und wurde in dem Oscar-pr\u00e4mierten Spielfilm \u201eSpotlight\u201c verfilmt. Im Januar 2013 \u00fcbernahm er den Posten des Chefredakteurs der &#8222;Washington Post&#8220;, ein halbes Jahr sp\u00e4ter k\u00fcndigte Jeff Bezos an, die Zeitung zu kaufen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Buchauszug aus &#8222;\u00dcbermorgen &#8211; 25 Interviews zur Zukunft des Journalismus, Herausgeber Oliver Schrott 25 internationale und nationale Top-Journalisten \u00e4u\u00dfern ihre Gedanken zur Zukunft des Journalismus. Jeweils acht Fragen. 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