{"id":664033,"date":"2017-01-20T01:14:10","date_gmt":"2017-01-20T00:14:10","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=664033"},"modified":"2017-01-20T01:22:17","modified_gmt":"2017-01-20T00:22:17","slug":"wef-2017-2-cnn-moderator-john-defterios-ueber-100-chinesische-stellvertreter-fuer-40-unternehmen-in-davos","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2017\/01\/20\/wef-2017-2-cnn-moderator-john-defterios-ueber-100-chinesische-stellvertreter-fuer-40-unternehmen-in-davos\/","title":{"rendered":"Exklusiv: CNN-Moderator John Defterios (2) vom WEF 2017 \u00fcber 100 chinesische Stellvertreter f\u00fcr 40 Unternehmen, die in Davos mutig Stellung beziehen"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Globalisierungs-Zwist zwischen USA und China &#8211;\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Gastbeitrag von John Defterios, CNN- Redakteur f\u00fcr Entwicklungsl\u00e4nder, exklusiv f\u00fcr den Management-Blog<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_659967\" style=\"width: 358px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-659967\" class=\"size-full wp-image-659967\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/01\/Davos-2015.2_John-Defterios.jpg\" alt=\"John Defterios von CNN (Bild: CNN International)\" width=\"348\" height=\"415\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/01\/Davos-2015.2_John-Defterios.jpg 348w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/01\/Davos-2015.2_John-Defterios-252x300.jpg 252w\" sizes=\"auto, (max-width: 348px) 100vw, 348px\" \/><p id=\"caption-attachment-659967\" class=\"wp-caption-text\">John Defterios von CNN (Bild: CNN International)<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Unterschied k\u00f6nnte kaum gr\u00f6\u00dfer sein. W\u00e4hrend Donald Trump verspricht, sich mit den Vereinigten Staaten merklich von der internationalen B\u00fchne zur\u00fcckzuziehen, hat China hier in Davos mutig Stellung bezogen. China hat deutlich gemacht, dass es gewillt ist, das von Washington zur\u00fcckgelassene Vakuum im Bezug auf die Globalisierung zu f\u00fcllen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>100 Stellvertreter aus China in Davos<\/strong><\/p>\n<p>Der Generalsekret\u00e4r der Kommunistischen Partei Xi Jinping ist der erste Pr\u00e4sident Chinas, der beim Weltwirtschaftsforum eine Rede hielt, bei jener Versammlung der weltweiten Wirtschaftselite also, die oft als realit\u00e4tsfremd bezeichnet und f\u00fcr ihren mutma\u00dflich fehlenden Bezug zum Normalb\u00fcrger kritisiert wird. \u201aTeam China\u2018 ist mit der gr\u00f6\u00dften Delegation aller Zeiten angereist \u2013 wenn man so will, in voller Mannschaftst\u00e4rke: \u00fcber 100 Stellvertreter repr\u00e4sentieren 40 Unternehmen.<\/p>\n<p>Xi machte seine Rede zu einem entschlossenen Pl\u00e4doyer f\u00fcr die Globalisierung und argumentierte, die wirtschaftliche Integration habe die Entwicklung des Menschen vorangetrieben und die Leben vieler Millionen Menschen verbessert.<\/p>\n<p>In seiner einst\u00fcndigen Ausf\u00fchrung im bis auf den letzten Platz gef\u00fcllten Plenarsaal lie\u00df der Chinese im Bezug auf das Thema Handel keinen Stein auf dem anderen stehen. Xi erkl\u00e4rte, es sei ein Fehler, die Globalisierung f\u00fcr die Herausforderungen der Welt \u2013 etwa die Verlagerung von Arbeitspl\u00e4tzen oder niedrige Geh\u00e4lter \u2013 verantwortlich zu machen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>&#8222;Die Weltwirtschaft als gro\u00dfer Ozean &#8211; zum mit schwimmen&#8220;<\/strong><\/p>\n<p>\u201eViele Probleme, mit denen sich die Welt aktuell konfrontiert sieht, haben ihren Ursprung nicht in der wirtschaftliche Globalisierung&#8220;, sagt er. \u201eOb man diese Tatsache nun mag oder nicht: die Weltwirtschaft ist ein gro\u00dfer Ozean, in dem man mit schwimmen muss.&#8220;<\/p>\n<p>An vielen Stellen klang der chinesische Pr\u00e4sident gar poetisch, so formulierte er, man k\u00f6nne nicht in ruhigeren Gew\u00e4ssern \u2013 etwa in Seen oder Fl\u00fcssen \u2013 Zuflucht suchen, sondern m\u00fcsse bietende M\u00f6glichkeiten nutzen. Vielerorts sind jedoch laute Zweifel ob des rasanten Tempos zu vernehmen, in dem die Ver\u00e4nderungen vonstatten gehen.<\/p>\n<p>In einer Zeit, in der sich westliche M\u00e4chte \u2013 und ganz besonders die Vereinigten Staaten \u2013 aus dem Welthandelsgef\u00fcge zur\u00fcckzuziehen suchen, bringt sich Peking als weltweit f\u00fchrende Kraft in Position.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>China \u00e4u\u00dfert sich positiv zur Globalisierung<\/strong><\/p>\n<p>\u201eEs ist tats\u00e4chlich ein wegweisendes Zeichen, dass China hierher kommt und sich positiv zur Globalisierung \u00e4u\u00dfert, die ja ironischerweise auch als Konsens von Washington bezeichnet wird&#8220;, erkl\u00e4rte Entwicklungsspezialist und Autor Dambisa Moyo.<\/p>\n<p>China hat auf der ganzen Welt aggressive Expansion betrieben und Initiative nach Initiative angesto\u00dfen, um seinen Einfluss zu zementieren, den Zugang zu nat\u00fcrlichen Ressourcen \u2013 von Energie bis zu strategischen Mineralien \u2013 zu gew\u00e4hrleisten und weiterhin die m\u00e4chtige Produktionsschlagkraft des Exportgiganten zu garantieren.<\/p>\n<p>Nouriel Roubini von der Stern School of Business der New York University erkl\u00e4rte mir, all dies sei Teil der wirtschaftlichen Staatsr\u00e4son Chinas. Man gebe mit seinen Aktivit\u00e4ten nicht an, sondern bevorzuge es, im Stillen Ergebnisse zu liefern.<\/p>\n<p>Zu den wichtigsten Initiativen geh\u00f6ren neben der \u201eEin-G\u00fcrtel,-eine-Stra\u00dfe&#8220;-Strategie, die China mit Zentralasien verbinden soll, auch die Gr\u00fcndung der Asiatischen Infrastrukturinvestmentbank: Mit einer Kapitalausstattung von 100 Milliarden Dollar, die Einf\u00fchrung der Marktinvestment- Organisation f\u00fcr aufstrebende Volkswirtschaften namens New Development Bank BRICS, sowie die strategische Positionierung Chinas in ganz Afrika. Peking investierte im Zuge seines Vorsto\u00dfes in den besagten Kontinent viele Milliarden Dollar.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>China wird Mexiko die helfende Hand reichen<\/strong><\/p>\n<p>Dieses Modell bringen die Chinesen nun auch nach S\u00fcdamerika, also in den Einflussbereich von Washington. Roubini prognostiziert, China werde Mexiko die helfende Hand reichen. Jenem Nachbarn im S\u00fcden, den Donald Trump unaufh\u00f6rlich auffordert, eine Mauer entlang der US-Grenze zu bauen, die dabei helfen soll, dem Migrationsstrom Einhalt zu gebieten.<\/p>\n<p>Dabei handelt es sich um eine klassische Peking-Strategie. W\u00e4hrend sich etwa Russland mit Sanktionen des Westens aufgrund des Einmarschs in der Ukraine sowie der Annexion der Krim konfrontiert sah, unterzeichnete China im Gegenzug ein langfristiges Energie-Abkommen mit Moskau.\u00a0Der Chef des Russia Direct Investment Fund erkl\u00e4rte, Pr\u00e4sident Wladimir Putin sei sich der Wichtigkeit dieses Punktes sehr bewusst.<\/p>\n<p>\u201eZu einem wirtschaftlich schwierigen Zeitpunkt zusammenzuarbeiten, war auch ein wichtiges Zeichen f\u00fcr unsere Kooperation in der Zukunft&#8220;, sagte Kirill Dimitrijew unmittelbar bevor Xi die B\u00fchne betrat.<\/p>\n<p>Er f\u00fcgte hinzu, Russland befinde sich nun in einem Ko-Abh\u00e4ngigkeitsverh\u00e4ltnis mit China, da Peking seit jeher enormen Bedarf an Rohstoffen hat, die es ben\u00f6tigt, um sein Wachstum gew\u00e4hrleisten zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Kritik an Peking: Die Manipulation der W\u00e4hrung<\/strong><\/p>\n<p>Derweil f\u00fchrt Donald Trump seinen Kurs aus dem Wahlkampf fort, der intensiv von Kritik an Peking gepr\u00e4gt ist, den er beschuldigt, seine W\u00e4hrung zu manipulieren, und dem er mit Z\u00f6llen f\u00fcr chinesische Importe droht. China ist f\u00fcr etwa die H\u00e4lfte des Handelsdefizits der Vereinigten Staaten verantwortlich, das sich auf \u00fcber 500 Milliarden Dollar bel\u00e4uft \u2013 und Trump m\u00f6chte diese Zahl tunlichst verringern.<\/p>\n<p>Xi pr\u00e4sentierte den versammelten politischen Entscheidungstr\u00e4gern und wirtschaftlichen Schwergewichten im Publikum von Davos sein Gegenargument. \u201eWir m\u00fcssen weiterhin f\u00fcr freien Handel und f\u00fcr Investitionen eintreten. Wir m\u00fcssen sowohl den Handel als auch die Liberalisierung von Investitionen f\u00f6rdern&#8220;, sagte er. \u201eAus einem Handelskrieg wird niemand als Gewinner hervorgehen.&#8220;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Globalisierung als zweischneidiges Schwert<\/strong><\/p>\n<p>Xi erkannte vor den Teilnehmern von Davos an, die Globalisierung sei ein zweischneidiges Schwert\u00a0und viele Menschen auf der Welt sp\u00fcrten die Nachteile der globalen Wirtschaft auf schmerzhafte Weise. Ebenfalls erkl\u00e4rte er jedoch, dass es ein Fehler sei, sich in Isolation zur\u00fcckzuziehen.<\/p>\n<p>Hinter den Kulissen wurde Xis Teilnahme an der j\u00e4hrlichen Veranstaltung als ein Sieg des Davoser Weltwirtschaftsforums interpretiert, das sich in diesem Jahr weltweiter populistischer Ablehnung erwehren musste.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Klaus Schwab empfing vor 37 Jahren die erste chinesische Delegation<\/strong><\/p>\n<p>Gr\u00fcnder Klaus Schwab empfing schon im Jahr 1979 die erste chinesische Delegation. \u00dcber eine Zeitspanne von fast vier Jahrzehnten hatte er vier Pr\u00e4sidenten Chinas zu Gast, deren erster Li Peng war. Er kam zu einem Zeitpunkt als China gerade begann, sich auf der internationalen B\u00fchne zu bewegen.<\/p>\n<p>Xi begr\u00fc\u00dfte die Strategie des Forums, sich Asien zuzuwenden, was der Institution dabei helfen wird, in einem Klima von R\u00fcckschl\u00e4gen f\u00fcr die Globalisierung ihre Relevanz zu bewahren.<\/p>\n<p><strong>Mehr CNN-Berichterstattung \u00fcber das Weltwirtschaftsforum unter: <a href=\"http:\/\/www.cnn.com\/davos\">http:\/\/www.cnn.com\/davos<\/a><\/strong><\/p>\n<p>.<\/p>\n<p>.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-660836\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/04\/Kc3b6nige20der20Blogosphc3a4re-300x212.jpg\" alt=\"K%c3%b6nige%20der%20Blogosph%c3%a4re\" width=\"300\" height=\"212\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/04\/Kc3b6nige20der20Blogosphc3a4re-300x212.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/04\/Kc3b6nige20der20Blogosphc3a4re-424x300.jpg 424w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/04\/Kc3b6nige20der20Blogosphc3a4re.jpg 650w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Globalisierungs-Zwist zwischen USA und China &#8211;\u00a0 Gastbeitrag von John Defterios, CNN- Redakteur f\u00fcr Entwicklungsl\u00e4nder, exklusiv f\u00fcr den Management-Blog &nbsp; &nbsp; Der Unterschied k\u00f6nnte kaum gr\u00f6\u00dfer sein. 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