{"id":663706,"date":"2017-01-12T19:46:36","date_gmt":"2017-01-12T18:46:36","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=663706"},"modified":"2017-01-12T19:46:36","modified_gmt":"2017-01-12T18:46:36","slug":"woydich-in-new-delhi-8-ein-wirtschaftsstudent-in-indien-bahnfahren-nur-mit-warteliste","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2017\/01\/12\/woydich-in-new-delhi-8-ein-wirtschaftsstudent-in-indien-bahnfahren-nur-mit-warteliste\/","title":{"rendered":"Woydich in New Delhi (8) \u2013 ein Wirtschaftsstudent in Indien: Bahnfahren nur mit Warteliste"},"content":{"rendered":"<p><strong>Tobias Woydich, 26, studiert Wirtschaftswissenschaften in Wuppertal, macht seinen Master und absolviert f\u00fcr\u00a0drei Monate ein Auslandssemester am Management Development Institute (MDI) in Gurgaon, einer Satellitenstadt 20 Kilometer von New Delhi entfernt. Folge 8.<\/strong><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-663714\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/12\/woydich.8.a-300x225.jpg\" alt=\"woydich-8-a\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/12\/woydich.8.a-300x225.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/12\/woydich.8.a-400x300.jpg 400w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/12\/woydich.8.a.jpg 650w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Mit 140 Euro f\u00fcnf Tage lang Taxifahren<\/strong><\/p>\n<p>Bisher hatte ich die meisten Wochenend-Trips mit dem Auto unternommen, denn ein Auto mit Fahrer ist bei drei bis vier Mitfahrenden\u00a0kaum noch teurer ist als eine Bahnfahrt. Unsere f\u00fcnft\u00e4gige Fahrt nach Rishikesh kostete mit einem Fahrer 10.000 Rupie, das sind\u00a0etwa 140 Euro. F\u00fcr uns vier\u00a0machte das 35 Euro pro Mann und Nase aus. Wer die Fahrten macht?\u00a0Die Taxifahrer\u00a0k\u00f6nnen einem fast immer wen\u00a0vermitteln &#8211;\u00a0alles weitere ist dann Verhandlungssache.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Bahntickets einfach kaufen? So einfach geht&#8217;s nicht<\/strong><\/p>\n<p>Am letzten Wochenende war dann eine Wochenend-Trip nach Varanasi &#8211; das ist 700 Kilometer weg &#8211; geplant. Diesmal mit der Bahn und \u00fcber Nacht.\u00a0Das bedeutete\u00a0zw\u00f6lf Stunden Bahnfahrt. Der Start sollte um 21 Uhr sein und wegen der langen Fahrzeit hatten wir alles\u00a0eng durchgetaktet.\u00a0Auch die\u00a0R\u00fcckfahrt\u00a0war l\u00e4ngst\u00a0gebucht, doch so einfach, wie man sich den Kauf eines Bahntickets vorstellt, l\u00e4uft es in Indien nicht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Bahnfahrten nur mit Warteliste<\/strong><\/p>\n<p>Bahnreisen kann man\u00a0schon sechs Monate\u00a0im voraus buchen. Aber wer &#8211; wie wir &#8211; erst zwei Wochen vorher bucht,\u00a0muss auf die\u00a0Warteliste. Immerhin: Position eins und zwei. Sollte kein Problem sein, versicherten uns\u00a0unsere indischen Freunde. Das einzige Problem dabei:\u00a0man\u00a0 erf\u00e4hrt erst fr\u00fchestens am Tag zuvor und sp\u00e4testens vier Stunden vor der Abfahrt, ob man es\u00a0schafft, mitzukommen. F\u00fcr das Ticket auf Position eins bekamen wir denn auch unsere Best\u00e4tigung\u00a0in der Nacht vor der Abfahrt. Position zwei erst f\u00fcnf Stunden vorher &#8211;\u00a0nach einem nerv\u00f6sen Nachmittag.\u00a0Es konnte also losgehen &#8211; dachten wir.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Sechs Stunden Versp\u00e4tung sind normal<\/strong><\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-663721\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/12\/woydich.8.f.-e1481629012351.jpg\" alt=\"woydich-8-f\" width=\"640\" height=\"480\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/12\/woydich.8.f.-e1481629012351.jpg 640w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/12\/woydich.8.f.-e1481629012351-300x225.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/12\/woydich.8.f.-e1481629012351-400x300.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Am Bahnhof\u00a0tauchte unser Zug aber merkw\u00fcrdigerweise\u00a0gar nicht auf der digitalen Anzeigetafel auf. Weit und breit gab\u00b4s in der ganzen\u00a0Wartehalle aber auch keine andere.\u00a0Und wieder wurden wir ziemlich nerv\u00f6s.<\/p>\n<p>Unsere b\u00f6se\u00a0Vorahnung best\u00e4tigte sich denn auch: mindestens sechs Stunden Versp\u00e4tung prophezeite uns\u00a0einer der herumstehenden Sicherheitsleute. Mindestens wohlgemerkt, eher mehr. Wir konnten uns also schon mal auf eine Abreisezeit um drei Uhr nachts einstellen &#8211; und waren bitter entt\u00e4uscht, vor allem nach dem Hochgef\u00fchl wegen der ergatterten Tickets.\u00a0Den Sicherheitsmann lie\u00df\u00a0unsere Best\u00fcrzung ob der langen Versp\u00e4tung v\u00f6llig kalt, nur\u00a0ein Schulterzucken hatte er \u00fcbrig. Sein magerer Trost: Das sei ja nicht ungew\u00f6hnlich und wenn wir unser Geld zur\u00fcckhaben wollten, k\u00f6nnten wir ja zum Schalter gehen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-663722\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/12\/woydich.8.e.-e1481629045657.jpg\" alt=\"woydich-8-e\" width=\"640\" height=\"480\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/12\/woydich.8.e.-e1481629045657.jpg 640w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/12\/woydich.8.e.-e1481629045657-300x225.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/12\/woydich.8.e.-e1481629045657-400x300.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Dass der Bahnhofskiosk Decken und Kissen verkauft,\u00a0kam den meisten Wartenden nun\u00a0gerade recht. Viele machten es sich mit den Decken auf dem Boden der Wartehalle bequem. Da unsere Zeit in Varanasi auch ohne Versp\u00e4tung sehr knapp getaktet war und die sechs Stunden Versp\u00e4tung bedeutete, dass wir erst\u00a0Nachmittag statt\u00a0Morgens ank\u00e4men, lie\u00df uns umdenken:\u00a0dann doch lieber\u00a0f\u00fcr ein weiteres\u00a0Wochenende in Varanasi. Ein Finanzverlust war\u00b4s zum Gl\u00fcck nicht,\u00a0man bekommt\u00a0den vollen Ticketpreis erstattet, sobald der Zug \u00fcber drei Stunden Versp\u00e4tung hat.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Traditionsbewusst die Torte im Gesicht<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-663720\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/12\/woydich.8.h.woydichmehl.jpg\" alt=\"woydich-8-h-woydichmehl\" width=\"640\" height=\"360\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/12\/woydich.8.h.woydichmehl.jpg 640w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/12\/woydich.8.h.woydichmehl-300x169.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/12\/woydich.8.h.woydichmehl-500x281.jpg 500w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Zu meinem Geburtstag \u00fcberraschten mich meine Freunde und Kommilitonen\u00a0mit einer kleinen Party. Getreu der\u00a0indischen Tradition bekam ich auch\u00a0eine Geburtstagstorte ins Gesicht geworfen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-663715\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/12\/Woydich.8.b.tube_-e1481628824678.jpg\" alt=\"woydich-8-b-tube\" width=\"640\" height=\"480\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/12\/Woydich.8.b.tube_-e1481628824678.jpg 640w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/12\/Woydich.8.b.tube_-e1481628824678-300x225.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/12\/Woydich.8.b.tube_-e1481628824678-400x300.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ketchup ist in Indien die klassische Beilage zu jedem noch so kleinen oder gro\u00dfen Essen. Ob belegtes Br\u00f6tchen oder Reisgericht, ein T\u00fctchen Ketchup liegt fast immer auf dem Teller.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Spuckende Taxifahrer an Ampeln<\/strong><\/p>\n<p>Gelernt habe ich, dass Kautabak gerade bei Taxifahrern sehr beliebt ist. Doch als der Fahrer bei meiner ersten Fahrt\u00a0pl\u00f6tzlich die T\u00fcr aufriss und rot auf den Boden spuckte, erschrak ich mich m\u00e4chtig.\u00a0\u00a0Ich war so perplex, dass ich mich erst an der n\u00e4chsten Ampel traute, nachzufragen. Seitdem sehe ich an fast jeder Ampel, wie Taxifahrer rasch ihre T\u00fcren \u00f6ffnen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Teurer f\u00fcr Touristen <\/strong><\/p>\n<p>W\u00e4hrend man beim Verhandeln mit Taxifahrern nur vermuten kann, dass man als Tourist deutlich mehr berappen muss als Einheimischer, schaffen Museen und\u00a0 Sehensw\u00fcrdigkeiten Transparenz. Das\u00a0offizielle Preismodell sieht f\u00fcr Inder den Eintrittspreis von 40 Rupie und f\u00fcr Ausw\u00e4rtige\u00a0500 Rupie vor. Nur das Taj Mahal weicht von dieser Preispolitik ab, dort zahlen alle dasselbe:\u00a01000 Rupie.<\/p>\n<p>Daf\u00fcr hat sich das Museum in Jodhpur einen besonderen Trick ausgedacht: wer Fotos machen m\u00f6chte, muss\u00a0daf\u00fcr weitere\u00a0100 Rupie und darf sich diesen schicken Anh\u00e4nger an der Kamera befestigen. Das ist immerhin der Eintrittspreis f\u00fcr 2,5 Inder.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-663717\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/12\/woydich.8.c.museum.jpg\" alt=\"woydich-8-c-museum\" width=\"640\" height=\"480\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/12\/woydich.8.c.museum.jpg 640w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/12\/woydich.8.c.museum-300x225.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/12\/woydich.8.c.museum-400x300.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Keine Verbesserung der Bargeld-Situation<\/strong><\/p>\n<p>Der Bargeldmangel, als Folge der Abschaffung von 500 und 1000 Rupie-Scheinen vor vier Wochen, hat sicher leider noch immer nicht erholt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-663724\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/12\/woydich.8.k.-e1481629138686.jpg\" alt=\"woydich-8-k\" width=\"480\" height=\"640\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/12\/woydich.8.k.-e1481629138686.jpg 480w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/12\/woydich.8.k.-e1481629138686-225x300.jpg 225w\" sizes=\"auto, (max-width: 480px) 100vw, 480px\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die wenigsten Geldautomaten spucken Bargeld aus und wenn, bilden sich irre lange Schlangen. Man braucht schon sehr viel Gl\u00fcck. Auf dem Foto befragt eine Fernsehreporterin\u00a0dazu einen w\u00fctenden Mann.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-663718\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/12\/woydich.8.d.5er.jpg\" alt=\"woydich-8-d-5er\" width=\"640\" height=\"480\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/12\/woydich.8.d.5er.jpg 640w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/12\/woydich.8.d.5er-300x225.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/12\/woydich.8.d.5er-400x300.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Auf dem Tresen eines Kiosks mitten in New Delhi sehe ich pl\u00f6tzlich etwas sehr alt bekanntes: ein F\u00fcnf-Mark-St\u00fcck. Die Erkl\u00e4rung: Es ist das Hobby des Kioskverk\u00e4ufers, er sammelt seit vielen Jahren ausl\u00e4ndische M\u00fcnzen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>High-Five oder Selfie<\/strong><\/p>\n<p>Vor ein paar Tagen haben\u00a0Christian, mein Kommilitone aus Wuppertal, und ich einen Slum in Delhi besucht. Wir haben Kleidung mitgebracht, die wir an einige Menschen dort verteilten\u00a0und sprachen\u00a0mit den Organisatoren einer Hilfsorganisation \u00fcber die Spendensituation. Besonders beeindruckt hat mich die Fr\u00f6hlichkeit der Kinder dort, die in jeder Stra\u00dfe auf uns zu gerannt kamen und entweder ein High-Five machen oder in verschieden Posen mit dem Handy fotografiert werden wollten, um das Foto danach begeistert den anderen Kindern zu zeigen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-663723\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/12\/woydich.8.j.k\u00f6ppe-e1481629107881.jpg\" alt=\"woydich-8-j-koeppe\" width=\"640\" height=\"480\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/12\/woydich.8.j.k\u00f6ppe-e1481629107881.jpg 640w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/12\/woydich.8.j.k\u00f6ppe-e1481629107881-300x225.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/12\/woydich.8.j.k\u00f6ppe-e1481629107881-400x300.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Vier\u00a0Toiletten f\u00fcr 30.000 Menschen<\/strong><\/p>\n<p>Im ganzen Slum leben 30.000 Menschen, f\u00fcr die es dort vier intakte Toiletten und f\u00fcnf \u00c4rzte gibt. Zugang zu Wasser haben etwa 50 Prozent der Bewohner, allerdings zu unregelm\u00e4\u00dfigen Zeiten. Wir waren auch ein einem Kindergarten, der aus einem etwa 10 Quadratmeter gro\u00dfem Raum besteht, in dem die Kinder auf dem Boden sa\u00dfen.\u00a0Und in einer N\u00e4hschule, wo jungen Frauen der Umgang mit\u00a0N\u00e4hmaschinen beigebracht wurde. Die\u00a0Schulleiterin erz\u00e4hlte, dass sie mit 15 Jahren verheiratet und meist mit 17 Jahren zum ersten Mal schwanger werden. In einigen H\u00e4usern kann man den Frauen, die n\u00e4hen gelernt haben, Selbstgen\u00e4htes abkaufen, wie beispielsweise einen Stoffelefanten. M\u00e4nner, sagte man uns, arbeiten wenn, dann\u00a0au\u00dferhalb des Slums und zwar in einfachen Gelegenheitsjobs.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>So kurz vor dem Ende meiner Zeit in Indien hat dieser Tag mich\u00a0sehr gepr\u00e4gt. Nicht, dass ich die Armut vorher nicht bemerkt h\u00e4tte, ganz im Gegenteil. Sie ist allgegenw\u00e4rtig in den allermeisten Stra\u00dfen Delhis.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-663719\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/12\/woydich.8.d.luftballons-e1484244013623.jpg\" alt=\"woydich-8-d-luftballons\" width=\"480\" height=\"640\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/12\/woydich.8.d.luftballons-e1484244013623.jpg 480w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/12\/woydich.8.d.luftballons-e1484244013623-225x300.jpg 225w\" sizes=\"auto, (max-width: 480px) 100vw, 480px\" \/><\/p>\n<p>Die krasse Kontraste, die dieses Land aush\u00e4lt, wurde mir\u00a0auch nur wenige Tage sp\u00e4ter erneut klar, als ich auf der Dachterrasse eines Hotels in Gurgaon stand, die gerade f\u00fcr den Geburtstag eines einj\u00e4hrigen Kindes geschm\u00fcckt wurde. Und nat\u00fcrlich auch \u00fcber meine eigenen Erlebnisse, wie die Frage, die ich mir w\u00e4hrend des Schreibens dieses Textes stellte:\u00a0F\u00fcr wie viele Inder ist es tats\u00e4chlich eine indische Tradition, sich zum Geburtstag Kuchen ins Gesicht zu werfen?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-660836\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/04\/Kc3b6nige20der20Blogosphc3a4re-300x212.jpg\" alt=\"K%c3%b6nige%20der%20Blogosph%c3%a4re\" width=\"300\" height=\"212\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/04\/Kc3b6nige20der20Blogosphc3a4re-300x212.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/04\/Kc3b6nige20der20Blogosphc3a4re-424x300.jpg 424w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/04\/Kc3b6nige20der20Blogosphc3a4re.jpg 650w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Tobias Woydich, 26, studiert Wirtschaftswissenschaften in Wuppertal, macht seinen Master und absolviert f\u00fcr\u00a0drei Monate ein Auslandssemester am Management Development Institute (MDI) in Gurgaon, einer Satellitenstadt 20 Kilometer von New Delhi entfernt. 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