{"id":663358,"date":"2016-11-22T00:49:27","date_gmt":"2016-11-21T23:49:27","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=663358"},"modified":"2016-11-22T14:33:21","modified_gmt":"2016-11-22T13:33:21","slug":"studie-reporting-die-meisten-manager-entscheiden-ohne-die-richtigen-zahlen-und-fakten-zu-kennen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2016\/11\/22\/studie-reporting-die-meisten-manager-entscheiden-ohne-die-richtigen-zahlen-und-fakten-zu-kennen\/","title":{"rendered":"Studie Reporting: Die meisten Manager entscheiden, ohne die richtigen Zahlen und Fakten zu kennen"},"content":{"rendered":"<p><strong>Exklusiv-Studie Reporting: Nur jeder vierte Manager hat f\u00fcr seine Entscheidungen die Zahlen und Fakten, die er daf\u00fcr braucht. Schuld daran sind mangelnde Kommunikation, aber auch gek\u00fcrzte Budgets. Interview mit Unternehmensberater Torge Doser von Kampmann, Berg &amp; Partner<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_663324\" style=\"width: 660px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-663324\" class=\"size-full wp-image-663324\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/11\/Kampmann.Torge-Doser.jpg\" alt=\"Torge Doser von Kampmann\" width=\"650\" height=\"433\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/11\/Kampmann.Torge-Doser.jpg 650w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/11\/Kampmann.Torge-Doser-300x200.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/11\/Kampmann.Torge-Doser-450x300.jpg 450w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><p id=\"caption-attachment-663324\" class=\"wp-caption-text\">Torge Doser von Kampmann, Berg &amp; Partner<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Herr Doser, Sie haben herausgefunden, dass die Entscheider in den Unternehmen zugesch\u00fcttet werden mit Zahlenmaterial aus ihrem Haus, aber mehr als die H\u00e4lfte von ihnen nicht mal die Zeit haben, diese Fakten anzuschauen. Was sind die Folgen?<\/strong><\/p>\n<p>Doser: Viele Unternehmen treffen ihre Entscheidungen aufgrund unvollst\u00e4ndiger Informationen\u00a0und verfehlen dadurch h\u00e4ufig ihre Ziele. Lassen Sie mich ein Beispiel geben: Bekommt ein Manager mit Produktverantwortung keine aussagekr\u00e4ftigen, zukunftsorientierten Informationen \u00fcber Markttrends und Kundenverhalten als Grundlage f\u00fcr seine Entscheidung, riskiert das Unternehmen, dass es Produkte und Services am Kundeninteresse vorbei entwickelt.<\/p>\n<p>Oder: Ein Bankmanager, der nicht erf\u00e4hrt, weshalb Kunden ihre Einlagen abziehen, dreht bei seinen Gegenma\u00dfnahmen daraufhin wom\u00f6glich an den ganz falschen Stellschrauben. Damit beschleunigt er sogar noch den Einlagenverlust, statt ihn zu stoppen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Passiert das oft? Wie gro\u00df ist das Problem im Unternehmensalltag?<\/strong><\/p>\n<p>Wir haben bei einer Befragung von \u00fcber 250 Managern bis hoch zur CEO-Ebene herausgefunden, dass nur 26 Prozent der Manager durch die Reports relevante und vollst\u00e4ndige Informationen bekommen. 57 Prozent von ihnen sagen sogar, dass sie Reporte und Berichte bekommen, die sie nicht betreffen, 56 Prozent lesen sie gar nicht. Die Lieferung von rein finanztechnischen Zahlenfriedh\u00f6fen, die h\u00e4ufig lediglich die Vergangenheit und keine Trends und Wettbewerbsdaten abbilden, ist also Normalit\u00e4t.<\/p>\n<p>Das ist ungef\u00e4hr so, als wenn Unternehmenslenker ein veraltetes Navigationssystem nutzen, das auf altes Kartenmaterial &#8211; statt auf aktuelle Bewegungsdaten &#8211; zugreift. Irgendwie kommt er damit wahrscheinlich irgendwann auch zum Ziel, aber das veraltete Navi sieht keine Staus und Umgehungsstra\u00dfen, er hat Zeitverlust.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Aber warum ist die Qualit\u00e4t der hausinternen Berichte so schlecht?<\/strong><\/p>\n<p>Erstens: Viele Reportings sind historisch gewachsene Datenfriedh\u00f6fe, die Zahlenkolonnen sind nicht grafisch aufbereitet, Kennzahlen nicht eindeutig definiert, h\u00e4ufig redundant. Es ist schwer, auf einen Blick die wesentlichen Informationen zu erfassen. Das f\u00fchrt zu Fehlinterpretationen und zu Missverst\u00e4ndnissen. Fast nichts ist schlimmer als zwei Kennzahlen mit demselben Namen und unterschiedlichen Werten. Zweitens: Viele gucken nur nach innen, statt auf Marktzahlen und Konkurrenzanalyse: Nabelschau.Drittens: Die Performance wird nicht betrachtet: operativer Blindflug Die Folge: Viele Reports bieten keinen Mehrwert f\u00fcr das Management: helfen gar nicht<\/p>\n<p>Und trotzdem \u00e4ndert keiner etwas an diesen Missst\u00e4nden. Wieso lassen es die Top-Manager zu, dass sie auf Grundlage unvollst\u00e4ndiger Fakten entscheiden? Wollen sie sich lieber auf Ihre Bauchentscheidungen verlassen? Die Manager wollen schon harte Informationen \u2013 aber, der Aufwand, um im Reporting etwas zu \u00e4ndern, ist sehr gro\u00df. Oft fehlen auch das Budget, ein entsprechendes Projekt aufzusetzen oder die notwendige Entscheidungskompetenz. Und an einigen Stellen fehlen die Erfahrung und das Personal, ein modernes Reporting mit den entsprechenden organisatorischen und systemtechnischen Voraussetzungen zu entwickeln.<br \/>\n<strong>.\u2026kein Hahn kr\u00e4ht danach?<\/strong><\/p>\n<p>Doch, aber es ist eben auch bequem, das zu nutzen, was bereits vorhanden ist und sich ansonsten um das operative Gesch\u00e4ft zu k\u00fcmmern. Und: Wir beobachten oft, dass es keine Kommunikation zwischen Berichte-Schreiber und den Managern gibt und der Reportende gar nicht wei\u00df, dass sein Bericht nicht weiterhilft.<br \/>\n<strong>Und mit dem Missstand fahren alle immer noch so gut, dass man ihn bel\u00e4sst?<\/strong><\/p>\n<p>Es gibt viele Gr\u00fcnde an dem festzuhalten, was vorhanden ist. Unternehmenszentralen, die sich darum k\u00fcmmern m\u00fcssten, das Reporting zu erneuern, sind heute nach diversen Kostenrunden h\u00e4ufig knapp besetzt. Ihnen fehlen Budgets, Zeit, Know-how\u00a0und die Bereitschaft, dieses Thema anzugehen.<br \/>\n<strong>Das Fazit ihrer Studie ist also, dass die Unternehmen nicht einmal daraus lernen wollen?<\/strong><\/p>\n<p>Jedenfalls wird weiterhin ungenau berichtet und geplant, Planungsfehler und falsche Grundannahmen sind Normalit\u00e4t.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-660836\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/04\/Kc3b6nige20der20Blogosphc3a4re-300x212.jpg\" alt=\"K%c3%b6nige%20der%20Blogosph%c3%a4re\" width=\"300\" height=\"212\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/04\/Kc3b6nige20der20Blogosphc3a4re-300x212.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/04\/Kc3b6nige20der20Blogosphc3a4re-424x300.jpg 424w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/04\/Kc3b6nige20der20Blogosphc3a4re.jpg 650w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Exklusiv-Studie Reporting: Nur jeder vierte Manager hat f\u00fcr seine Entscheidungen die Zahlen und Fakten, die er daf\u00fcr braucht. 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