{"id":663166,"date":"2016-11-14T01:10:41","date_gmt":"2016-11-14T00:10:41","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=663166"},"modified":"2016-11-14T01:28:10","modified_gmt":"2016-11-14T00:28:10","slug":"buchauszug-stefanie-bilen-mut-zu-kindern-und-karriere","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2016\/11\/14\/buchauszug-stefanie-bilen-mut-zu-kindern-und-karriere\/","title":{"rendered":"Buchauszug Stefanie Bilen: &#8222;Mut zu Kindern und Karriere&#8220;"},"content":{"rendered":"<p><strong>Buchauszug:Stefanie Bilens &#8222;Mut zu Kindern und Karriere&#8220;<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_663167\" style=\"width: 470px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-663167\" class=\"size-full wp-image-663167\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/11\/Bilen.Stefanie-Bilen-by-rieka-anscheit-02_web.jpg\" alt=\"Autorin Stefanie Bilen (Foto: Rieka Anscheit)\" width=\"460\" height=\"650\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/11\/Bilen.Stefanie-Bilen-by-rieka-anscheit-02_web.jpg 460w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/11\/Bilen.Stefanie-Bilen-by-rieka-anscheit-02_web-212x300.jpg 212w\" sizes=\"auto, (max-width: 460px) 100vw, 460px\" \/><p id=\"caption-attachment-663167\" class=\"wp-caption-text\">Autorin Stefanie Bilen (Foto: Rieka Anscheit)<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Schlechtes Karma: Wenn der Chef mauert<\/strong><\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich gelingt vielen Frauen nur unter gro\u00dfen Anstrengungen \u00fcberhaupt\u00a0ein Wiedereinstieg. Mal sind es subtile Bemerkungen und Sticheleien\u00a0von Vorgesetzten und Kollegen, die Frauen entmutigen, auf ihre alte\u00a0Stelle zur\u00fcckzukehren. Mal werden ihnen Steine in den Weg gelegt und\u00a0ihr Arbeitgeber winkt mit Degradierung und Gehaltsk\u00fcrzung. Die Frankfurt\u00a0University of Applied Sciences hat in der Studie \u201eKarriereperspektiven<br \/>\nberufst\u00e4tiger M\u00fctter\u201c unter 1.801 Teilnehmerinnen herausgefunden, dass\u00a0jede dritte Mitarbeiterin von ihrem Vorgesetzten nicht ermutigt wurde,\u00a0fr\u00fchzeitig in die Firma zur\u00fcckzukehren. 68 Prozent kehrten dennoch\u00a0zur\u00fcck, bekamen jedoch die alte Position nicht zur\u00fcck (25 Prozent), weil\u00a0entweder jemand anderes eingesprungen war oder die Stelle gestrichen\u00a0wurde. Zwei von drei Wiedereinsteigerinnen mussten sich mit einem niedrigeren\u00a0T\u00e4tigkeitsniveau, geringeren Einflussm\u00f6glichkeiten, schlechterer<br \/>\nBezahlung und\/oder schlechteren Aufstiegschancen abfinden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Schwanger? &#8222;Muss das jetzt sein?&#8220;<\/strong><\/p>\n<p>Anette von L\u00f6wenstern kennt diese Entmutigungen nur zu gut. Nicht\u00a0aus Studien, sondern aus eigener Erfahrung. Die Politikwissenschaftlerin\u00a0war Abteilungsleiterin f\u00fcr PR-Arbeit und Kommunikation mit einem\u00a0Team von zehn Mitarbeitern bei einer Pharma-Marketing-Agentur, bevor\u00a0sie schwanger wurde. Bis dahin galt sie als Leistungstr\u00e4gerin des Unternehmens,\u00a0akquirierte gro\u00dfe Auftr\u00e4ge nicht nur f\u00fcr ihren Bereich und\u00a0stand bei ihrem Chef, dem Inhaber, hoch im Kurs. Die frohe Kunde ihrer\u00a0Schwangerschaft kommentierte der Chef jedoch mit den knappen Worten\u00a0\u201eMuss denn das jetzt sein?\u201c<\/p>\n<p>Weil er ihr finanzielle Unterst\u00fctzung bei der\u00a0Kinderbetreuung zusagte, wenn sie denn schnell wiederkomme, zeigte\u00a0die Hamburger Working Mom weiter \u00fcberdurchschnittlichen Einsatz. Sie\u00a0reiste quer durch die Republik, moderierte hochschwanger \u00c4rzte-Workshops\u00a0und freute sich darauf, k\u00fcnftig Beruf und Familie miteinander vereinbaren\u00a0zu k\u00f6nnen.\u00a0Geplant hatte sie eine Elternzeit von zwei Jahren, allerdings bei einem\u00a0Wiedereinstieg nach drei Monaten auf Teilzeitbasis. Sogar w\u00e4hrend des\u00a0Mutterschutzes f\u00fchrte sie noch Kundengespr\u00e4che und war eingebunden\u00a0in die Kommunikation im B\u00fcro. Ein paar Wochen nach der Geburt sa\u00df\u00a0sie wieder in der Agentur, w\u00e4hrend eine Kinderfrau mit dem Baby spazieren\u00a0fuhr und es zum Stillen vorbei brachte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-663169\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/11\/bilen.Cover_.png\" alt=\"bilen-cover\" width=\"300\" height=\"440\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/11\/bilen.Cover_.png 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/11\/bilen.Cover_-205x300.png 205w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p><strong>&#8222;Mut zu Kindern und Kariere&#8220;, \u00a0Stefanie Bilen, 182 Seiten, Oktober 2016, Frankfurter Allgemeine Buch, 24,90 Euro\u00a0<a href=\"http:\/\/www.fazbuch.de\/buecher\/sachbuecher\/mut-zu-kindern-und-karriere\">http:\/\/www.fazbuch.de\/buecher\/sachbuecher\/mut-zu-kindern-und-karriere<\/a><\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Auch f\u00fcr die Firma war\u00a0es eine schwierige Zeit. Ein wichtiger Kunde vertagte zugesagte Projekte,\u00a0in anderen Bereichen blieben Auftr\u00e4ge aus. Doch die Stimmung war gut,\u00a0weswegen Anette von L\u00f6wenstern aus allen Wolken fiel, als sie nach einem\u00a0Urlaub erfuhr, dass ihr und ihrem gesamten Team gek\u00fcndigt worden war.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Zerrissenes Tischtuch<\/strong><\/p>\n<p>Sp\u00e4ter wurde ihre K\u00fcndigung zwar zur\u00fcckgenommen, weil sie in Elternzeit\u00a0gar nicht zul\u00e4ssig ist, aber das Tischtuch war zerrissen.\u00a0\u201eIch empfand das Verhalten als absolutes Misstrauensvotum. Aus meiner\u00a0Sicht hatte ich Gr\u00f6\u00dftm\u00f6gliches geleistet \u2013 ganz ohne W\u00fcrdigung\u201c, erinnert\u00a0sich von L\u00f6wenstern. Das Arbeitsverh\u00e4ltnis wurde unsch\u00f6n beendet\u00a0und schlie\u00dflich machte sich die PR-Expertin erfolgreich selbst\u00e4ndig \u2013\u00a0was im Kapitel \u00fcber Firmengr\u00fcndungen beschrieben wird.<\/p>\n<div id=\"attachment_663168\" style=\"width: 210px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-663168\" class=\"size-medium wp-image-663168\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/11\/Bilen.coautorin.Von-L\u00f6wenstern-Anette-HH-HF-200x300.jpg\" alt=\"Autorin Anette von L\u00f6wenstern\" width=\"200\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/11\/Bilen.coautorin.Von-L\u00f6wenstern-Anette-HH-HF-200x300.jpg 200w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/11\/Bilen.coautorin.Von-L\u00f6wenstern-Anette-HH-HF.jpg 427w\" sizes=\"auto, (max-width: 200px) 100vw, 200px\" \/><p id=\"caption-attachment-663168\" class=\"wp-caption-text\">Anette von L\u00f6wenstern<\/p><\/div>\n<p>Dennoch brauchte Anette von L\u00f6wenstern einige Monate, bis sie sich von\u00a0dieser Erfahrung erholte: \u201eF\u00fcr mich war es eine gro\u00dfe Umstellung, mit 39\u00a0Jahren Mutter zu werden. Es hat eine Weile gedauert, bis ich mich an den\u00a0neuen Rhythmus und die Verantwortung gew\u00f6hnt hatte: Die mangelnde\u00a0Mobilit\u00e4t, die nicht vorhandene Flexibilit\u00e4t\u2026 Daran hatte ich zu knabbern\u00a0und f\u00fchlte mich \u00fcberhaupt nicht gro\u00df und stark. In einer solchen Situation\u00a0so vom Arbeitgeber behandelt zu werden, ist mehr als unangenehm.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Positivbeispiele: Mit Schwung zur\u00fcck zur Arbeit\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Erfreulicherweise gibt es auch andere Arbeitgeber und Vorgesetzte. Und\u00a0umso wichtiger ist es, sie sichtbar zu machen. Frauke Grotjahn arbeitet\u00a0in einem solchen Umfeld: die Wirtschaftsingenieurin, die w\u00e4hrend ihrer\u00a0sechsmonatigen Elternzeit jede Woche mit ihren Vorgesetzten telefonierte.\u00a0Sie kehrte nach der Elternzeit\u00a0in ein neues \u2013 fusioniertes \u2013 Unternehmen zur\u00fcck und \u00fcbernahm\u00a0eine v\u00f6llig neue Stelle: Als sogenannter Global Head of Process war die\u00a0Finanzmanagerin am Aufbau eines weltweiten internen Dienstleistungszentrums\u00a0beteiligt. Ein halbes Jahr sp\u00e4ter bekam sie weitere Zust\u00e4ndigkeiten\u00a0und stieg in das Management-Team eines Projekts auf, das am Firmensitz\u00a0in Oslo angesiedelt war.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Kleine Gemeinheiten der Kollegen<\/strong><\/p>\n<p>Fortan pendelte sie ein Jahr lang jede Woche\u00a0f\u00fcr zwei Tage in die norwegische Hauptstadt, bis sie im Sommer 2015\u00a0sogar mit der gesamten Familie nach Oslo umzog. Sie war bereit, viel zu geben, forderte aber auch einiges ein, damit sie\u00a0gemeinsam mit ihrem Mann beide Jobs und das Familienleben mit zwei\u00a0kleinen Kindern vereinbaren konnte. An normalen Arbeitstagen blieb sie\u00a0bis 18 Uhr und l\u00e4nger im B\u00fcro, zweimal pro Woche ging sie um halb vier,\u00a0um die Nachmittage mit ihren Kindern zu verbringen \u2013 ihr Mann machte\u00a0in seiner Firma dasselbe. Ihre Kollegen waren nicht begeistert \u00fcber Frauke\u00a0Grotjahns L\u00f6sung, doch nach vier Wochen h\u00f6rten die Sticheleien deswegen\u00a0auf, erz\u00e4hlt sie.<\/p>\n<p>Frauke Grotjahn wundert es nicht, dass es die negativen Reaktionen in der\u00a0Firma gab: Schlie\u00dflich war sie die Erste in der Abteilung, die als Mutter\u00a0Vollzeit in den Job zur\u00fcckkehrte. Doch sie nahm die kleinen Gemeinheiten\u00a0ihrer Kollegen sportlich: \u201eIch habe das Spiel meiner Kollegen mitgespielt.\u00a0Wer mir abends unwichtige und wenig dringende E-Mails schickte, bekam\u00a0sofort eine Antwort \u2013 erg\u00e4nzt um einige Fragen und Arbeitsauftr\u00e4ge. Das\u00a0wirkte, die E-Mails lie\u00dfen nach.\u201c &#8230;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-660836\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/04\/Kc3b6nige20der20Blogosphc3a4re-300x212.jpg\" alt=\"K%c3%b6nige%20der%20Blogosph%c3%a4re\" width=\"300\" height=\"212\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/04\/Kc3b6nige20der20Blogosphc3a4re-300x212.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/04\/Kc3b6nige20der20Blogosphc3a4re-424x300.jpg 424w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/04\/Kc3b6nige20der20Blogosphc3a4re.jpg 650w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Buchauszug:Stefanie Bilens &#8222;Mut zu Kindern und Karriere&#8220; &nbsp; &nbsp; Schlechtes Karma: Wenn der Chef mauert Tats\u00e4chlich gelingt vielen Frauen nur unter gro\u00dfen Anstrengungen \u00fcberhaupt\u00a0ein Wiedereinstieg. 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