{"id":663126,"date":"2016-11-21T01:35:32","date_gmt":"2016-11-21T00:35:32","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=663126"},"modified":"2016-11-21T01:35:32","modified_gmt":"2016-11-21T00:35:32","slug":"woydich-in-new-delhi-6-ein-wirtschaftsstudent-in-indien-segenspunkte-vom-priester","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2016\/11\/21\/woydich-in-new-delhi-6-ein-wirtschaftsstudent-in-indien-segenspunkte-vom-priester\/","title":{"rendered":"Woydich in New Delhi (6) &#8211; ein Wirtschaftsstudent in Indien: Segenspunkte vom Priester"},"content":{"rendered":"<p><strong>Tobias Woydich, 26, studiert Wirtschaftswissenschaften in Wuppertal, macht seinen Master und absolviert f\u00fcr drei Monate ein Auslandssemester am Management Development Institute (MDI) in Gurgaon, einer Satellitenstadt 20 Kilometer von New Delhi entfernt. Folge 6.<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Gerade wurde in Indien Diwali gefeiert, ein Lichterfest und es ist der h\u00f6chste hinduistische Feiertag &#8211; vergleichbar mit Weihnachten f\u00fcr Christen. Gefeiert wird der Sieg des Lichts \u00fcber die Dunkelheit. Fr\u00fcher war es dann \u00fcblich, in jedes Fenster \u00d6llampen oder Kerzen zu stellen, damit keine einzige Stra\u00dfe dunkel bleibt. Aus den Kerzen sind heute bunte, blinkende Lichterketten geworden. Au\u00dferdem gibt es ein ordentliches Feuerwerk. Dabei, ein Feuerwerk stimmt eigentlich nicht: Seit fast zwei Wochen knallen jeden Abend Raketen und B\u00f6ller. Und obwohl Diwali seit zwei Tagen vorbei ist, sieht man auch jetzt noch einzelne Raketen starten.<\/p>\n<p>Im Eingangsbereich unserer Mensa war ein sehr gro\u00dfes Symbol aus Bl\u00fcten auf dem Boden ausgelegt. Als ich fr\u00fch morgens ins Geb\u00e4ude ging, noch etwas m\u00fcde war und auf mein Handy sah, h\u00e4tte ich um ein Haar den gesamten Bl\u00fctenschmuck \u00fcber den Boden gewischt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_663145\" style=\"width: 498px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-663145\" class=\"size-full wp-image-663145\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/11\/woydich.6.h.Lichterkette.jpg\" alt=\"Lichterketten\" width=\"488\" height=\"650\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/11\/woydich.6.h.Lichterkette.jpg 488w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/11\/woydich.6.h.Lichterkette-225x300.jpg 225w\" sizes=\"auto, (max-width: 488px) 100vw, 488px\" \/><p id=\"caption-attachment-663145\" class=\"wp-caption-text\">Lichterketten an B\u00e4umen und sogar an Schildern<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Das ganze Wochenende wird gefeiert\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Es ist \u00fcblich, Diwali mit Familie und Freunden \u00fcbers ganze Wochenende zu feiern, doh die eigentlichen Feierlichkeiten finden am Sonntag statt. Ich hatte das gro\u00dfe Gl\u00fcck, dass ich zusammen mit anderen Austauschstudenten von einer indischen Kommilitonin zur Feier mit ihrer Familie in ihr Haus eingeladen wurde.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-663147\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/11\/woydich6.b.Zubereitung-Feuer.jpg\" alt=\"woydich6-b-zubereitung-feuer\" width=\"368\" height=\"650\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/11\/woydich6.b.Zubereitung-Feuer.jpg 368w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/11\/woydich6.b.Zubereitung-Feuer-170x300.jpg 170w\" sizes=\"auto, (max-width: 368px) 100vw, 368px\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der Wohnzimmerboden unserer Gastgeber-Familie war mit Decken ausgelegt und ein Tisch zu einem Altar umfunktioniert. Die Bilder und Statuen sind Abbildungen verschiedener indischer Gottheiten.\u00a0Der Bl\u00fctenschmuck ist kunstvoll zu Symbolen geformt oder entlang der Fu\u00dfbodenleisten ausgelegt.<\/p>\n<p>Nach und nach kamen immer mehr Familienmitglieder dazu, das Wohnzimmer wurde irgendwann ziemlich voll. Als dann ein Priester kam, setzten wir uns alle im Schneidersitz auf die Decken, die auf dem Boden lagen. Unsere Gastgeber, die Eltern unserer indischen Freundin, nahmen ganz vorne, direkt vor dem Altar und neben dem Priester Platz. Es ist so \u00fcblich, dass die Zeremonie mit dem Ehepaar des Hauses durchgef\u00fchrt wird &#8211; alle anderen werden sp\u00e4ter eingebunden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_663144\" style=\"width: 376px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-663144\" class=\"size-full wp-image-663144\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/11\/woydich.6.j.Punkt_.jpg\" alt=\"Nach derZeremonie mit dem Segenspunkt\" width=\"366\" height=\"488\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/11\/woydich.6.j.Punkt_.jpg 366w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/11\/woydich.6.j.Punkt_-225x300.jpg 225w\" sizes=\"auto, (max-width: 366px) 100vw, 366px\" \/><p id=\"caption-attachment-663144\" class=\"wp-caption-text\">Nach der Zeremonie mit dem Segenspunkt<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Die Zeremonie &#8211; 90 Minuten Stunden Schneidersitz<\/strong><\/p>\n<p>Die Zeremonie war absolut eindrucksvoll, ich bin meiner Kommilitonin sehr dankbar f\u00fcr die Einladung. Insgesamt dauerte es etwa 90 Minuten &#8211; im Schneidersitz auf dem Boden. Der gr\u00f6\u00dfte Teil davon bestand aus Gebeten, die gesungen wurden und der Zubereitung von Farbe f\u00fcr den Segenspunkt vom Priester auf der Stirn und Essen zur Opfergabe. Die Mutter unserer indischen Freundin versuchte, uns zwischendurch auf Englisch zu erkl\u00e4ren, was gerade warum geschah. Gebetet wird in erster Linie f\u00fcr Gesundheit und Gl\u00fcck von Familie und Freunden. Man bittet um Bu\u00dfe f\u00fcr die S\u00fcnden aus dem letzten Jahr und bedankt sich f\u00fcr das Gute im Leben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Segenspunkte vom Priester<\/strong><\/p>\n<p>Zwischenzeitlich tupfte uns der Priester einen Segenspunkt auf die Stirn. Am Ende der Zeremonie trat einer nach dem anderen nach vorne und ein Tablett vor dem Altar schwenken, auf dem ein brennender Pokal stand. Genauer gesagt, brannte der Pokal nicht selbst, sondern wurde mit \u00d6l gef\u00fcllt, das angez\u00fcndet wurde. Das Tablett-Schwenken wurde durch die ziemlich hohe Flamme und der Angst, etwas zu versch\u00fctten, zur echten Konzentrationsaufgabe.<\/p>\n<p>Nach der eigentlichen Zeremonie gab es eine Menge indischer K\u00f6stlichkeiten. Zum Abschied bekamen jeder von uns Austauschstudenten sogar ein Geschenk: eine traditionelle Diwali-\u00d6llampe.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_663148\" style=\"width: 374px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-663148\" class=\"size-full wp-image-663148\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/11\/woydich6.qq_.Feuer_.jpg\" alt=\"Fire Food\" width=\"364\" height=\"650\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/11\/woydich6.qq_.Feuer_.jpg 364w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/11\/woydich6.qq_.Feuer_-168x300.jpg 168w\" sizes=\"auto, (max-width: 364px) 100vw, 364px\" \/><p id=\"caption-attachment-663148\" class=\"wp-caption-text\">Fire Food<\/p><\/div>\n<p>Indien ist ber\u00fchmt f\u00fcr die scharfe K\u00fcche &#8211; und so hei\u00df habe ich noch nie in meinem Leben gegessen: dieses Feuer-Gericht, Fire food, bekam ich an einem Stra\u00dfenstand in Delhi. Zubereitet wurde es, indem irgendeine Masse &#8211; der Verk\u00e4ufer sprach leider kein Englisch &#8211; auf einem Pflanzenblatt verteilt und angez\u00fcndet wurde. Bevor er es mir dann mit einem Happs in den Mund steckte, legte er noch eine d\u00fcnne Spur Eis vor &#8211; und nicht: auf &#8211; die brennende Masse.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>No Guns allowed<\/strong><\/p>\n<p>Das Tragen von Waffen ist in Indien \u00fcberall verboten, wie mir immer wieder versichert wurde. Und es w\u00fcrde auch wenig Sinn haben, da man weder in gr\u00f6\u00dfere Gesch\u00e4fte noch in \u00f6ffentliche Geb\u00e4ude und nicht mal in die U-Bahn k\u00e4me, denn man wird einfach \u00fcberall kontrolliert. Dennoch, diese Bar in Gurgaon empfand es als hilfreich, das nochmal deutlich zu machen. Da f\u00fchle ich mich gleich sicherer.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_663146\" style=\"width: 376px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-663146\" class=\"size-full wp-image-663146\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/11\/woydich.6.d.jpg\" alt=\"U-Bahn-Schlange\" width=\"366\" height=\"488\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/11\/woydich.6.d.jpg 366w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/11\/woydich.6.d-225x300.jpg 225w\" sizes=\"auto, (max-width: 366px) 100vw, 366px\" \/><p id=\"caption-attachment-663146\" class=\"wp-caption-text\">Waffen nicht erlaubt<\/p><\/div>\n<p>Der klassische Blick auf Gurgaon, Wohnh\u00e4user, gl\u00e4serne Hochh\u00e4user und, \u00fcberall gegenw\u00e4rtig: Smog. Die ersten Tage und Wochen habe ich immer ein kratziges Gef\u00fchl im Mund gesp\u00fcrt, wenn ich lange entlang der Stra\u00dfen gelaufen oder mit den offenen Tuk-Tuks gefahren bin. Mittlerweile habe ich mich daran gew\u00f6hnt. Ich bin gespannt, ob ich in dann in Deutschland den Unterschied, mit weniger Smog, wahrnehme.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Der Ticket-Kauf dauert<\/strong><\/p>\n<p>Beim Fahren mit der Metro sollte man f\u00fcrs Kaufen des Tickets ein wenig Zeit mitbringen. Insofern man nicht ohnehin vorhat h\u00e4ufiger zu fahren und sich eine sogenannte SmartCard kauft, die man aufl\u00e4dt und mehrmals benutzen kann, steht man beim Ticketverkauf immer sehr lange an. Das liegt nicht nur an den langen Schlangen vor den Schaltern, sondern auch an der Arbeitsmotivation der Menschen an den Schaltern. Das ist allerdings nicht nur in der Metro so, sondern in Museen, Sehensw\u00fcrdigkeiten und ganz besonders im Supermarkt, wo es so scheint, als ob die Verk\u00e4ufer den Barcode der Produkte nach dem erfolgreichen Einscannen nochmal genau kontrollieren.<\/p>\n<div id=\"attachment_663150\" style=\"width: 498px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-663150\" class=\"size-full wp-image-663150\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/11\/woydich6.e.Metro-Schlange.jpg\" alt=\"Schlange-Stehen am Ticket-Schalter\" width=\"488\" height=\"650\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/11\/woydich6.e.Metro-Schlange.jpg 488w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/11\/woydich6.e.Metro-Schlange-225x300.jpg 225w\" sizes=\"auto, (max-width: 488px) 100vw, 488px\" \/><p id=\"caption-attachment-663150\" class=\"wp-caption-text\">Schlange-Stehen am Ticket-Schalter<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Tax Collection Points<\/strong><\/p>\n<p>Von der Maut, die auf privaten Stra\u00dfen erhoben wird, habe ich bereits erz\u00e4hlt. Zus\u00e4tzlich zur Maut auf Privatstra\u00dfen, wird in Indien aber eine Steuer f\u00e4llig, wenn man die Grenzen eines States, also eines Bundeslandes, \u00fcberquert. Bezahlen muss man die Steuer aber nicht an Stra\u00dfenbarrieren, wie man das von Mautstationen kennt, sondern in sogenannten Tax Collection Points. Das sind kleine, unscheinbare H\u00fctten abseits der Stra\u00dfe.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignleft size-full wp-image-663149\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/11\/woydich6.b.TCP_.jpg\" alt=\"woydich6-b-tcp\" width=\"650\" height=\"468\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/11\/woydich6.b.TCP_.jpg 650w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/11\/woydich6.b.TCP_-300x216.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/11\/woydich6.b.TCP_-417x300.jpg 417w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-660836\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/04\/Kc3b6nige20der20Blogosphc3a4re-300x212.jpg\" alt=\"K%c3%b6nige%20der%20Blogosph%c3%a4re\" width=\"300\" height=\"212\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/04\/Kc3b6nige20der20Blogosphc3a4re-300x212.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/04\/Kc3b6nige20der20Blogosphc3a4re-424x300.jpg 424w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/04\/Kc3b6nige20der20Blogosphc3a4re.jpg 650w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Tobias Woydich, 26, studiert Wirtschaftswissenschaften in Wuppertal, macht seinen Master und absolviert f\u00fcr drei Monate ein Auslandssemester am Management Development Institute (MDI) in Gurgaon, einer Satellitenstadt 20 Kilometer von New Delhi entfernt. 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