{"id":662679,"date":"2016-09-26T13:38:03","date_gmt":"2016-09-26T11:38:03","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=662679"},"modified":"2016-09-26T22:58:38","modified_gmt":"2016-09-26T20:58:38","slug":"woydich-in-new-delhi-3-ein-wirtschaftsstudent-in-indien-gemueseanbau-auf-der-dachterasse","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2016\/09\/26\/woydich-in-new-delhi-3-ein-wirtschaftsstudent-in-indien-gemueseanbau-auf-der-dachterasse\/","title":{"rendered":"Woydich in New Delhi (3), ein Wirtschaftsstudent in Indien: Gem\u00fcseanbau auf der Dachterasse"},"content":{"rendered":"<p><strong>Tobias Woydich, 26, studiert Wirtschaftswissenschaften in Wuppertal, macht seinen Master und absolviert f\u00fcr\u00a0drei Monate ein Auslandssemester am Management Development Institute (MDI) in Gurgaon, einer Satellitenstadt 20 Kilometer von New Delhi entfernt. Folge 3.<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>An das indische Englisch habe ich mich Inzwischen\u00a0gew\u00f6hnt. Viele\u00a0MBA-Studenten und\u00a0Professoren hier haben mal in den USA oder in Europa studiert und sprechen fast akzentfrei. Das tun sie allerdings in einem Affenzahn und ziehen obendrein\u00a0die Worte\u00a0auch noch zusammen. Die S\u00e4tze klingen dann\u00a0nach\u00a0einem sehr langen Bandwurm-Wort. Durch meine indischen Kommilitonen\u00a0h\u00f6re ich mich beim Kaffee-trinken oder in der Mensa aber langsam hinein.\u00a0Ich habe schon Sorge, dass es auf mich abf\u00e4rbt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>\u201cPresent, Sir!\u201d<\/strong><\/p>\n<p>Die Professoren werden hier mit Sir oder Ma\u2019am angesprochen. Da wir in den Vorlesungen Anwesenheitspflicht haben, geht der Dozent zum Anfang jeder Vorlesung die komplette Namensliste durch. Wer in dem Moment fehlt, darf nicht mehr an der Vorlesung teilnehmen.\u00a0Gleich am ersten Tag\u00a0kamen zwei Studenten zu sp\u00e4t in den Raum und der\u00a0Professor zeigte nur auf die T\u00fcr &#8211; ohne sie anzugucken -, bis sie wieder drau\u00dfen waren. Es gibt also nur zwei m\u00f6gliche Antworten auf den Ausruf des eigenen Namens: \u201cYes, Sir!\u201d oder \u201cPresent, Sir!\u201d &#8211; ich habe nur m\u00e4nnliche Professoren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Kontrollen wie am Flughafen<\/strong><\/p>\n<p>Wenn man Heimweh hat oder sich nach einer europ\u00e4ischen Umgebung sehnt, geht man am besten in eine der vielen Shopping-Malls, denn die sehen genauso aus wie bei uns. Fast\u00a0jede europ\u00e4ische oder amerikanische Modekette ist vertreten und auch die internationalen Fast-Food-Ketten sind\u00a0pr\u00e4sent. Die Preise sind \u00fcbrigens so hoch wie unsere\u00a0in Deutschland. Von dem Trubel auf der Stra\u00dfe ist in den Malls nichts mehr zu sp\u00fcren. Stattdessen: klassische Fahrstuhlmusik und Verk\u00e4ufer in dunklen Anz\u00fcgen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-662683\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/09\/woydich3.b.jpg\" alt=\"woydich3-b\" width=\"366\" height=\"488\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/09\/woydich3.b.jpg 366w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/09\/woydich3.b-225x300.jpg 225w\" sizes=\"auto, (max-width: 366px) 100vw, 366px\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ein etwas mulmiges Gef\u00fchl machen mir die vielen Sicherheitskontrollen. Selbst beim kurzen Einkauf im Supermarkt l\u00e4uft man erstmal durch einen Metalldetektor und wird auch danach immer wieder\u00a0abgetastet. Taschen werden wie im Flughafen auf ein F\u00f6rderband gelegt und ger\u00f6ntgt. Dabei gibt es immer einen separaten Schalter f\u00fcr M\u00e4nner und Frauen, der meistens blickdicht abgeschirmt ist.<\/p>\n<p>Auff\u00e4llig: w\u00e4hrend sonst \u00fcberall &#8211; in den Superm\u00e4rkten, den Hotels und auf der Stra\u00dfe &#8211; wirklich haupts\u00e4chlich M\u00e4nner arbeiten, scheint das Verh\u00e4ltnis bei den Sicherheitskr\u00e4ften\u00a0ausgewogener zu sein. Nicht nur bei der Kontrolle, dort ist der Sinn ja nachvollziehbar, sondern auch von den herumstehenden Wachleuten sind viele Frauen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-662684\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/09\/woydich3.c.jpg\" alt=\"woydich3-c\" width=\"488\" height=\"650\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/09\/woydich3.c.jpg 488w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/09\/woydich3.c-225x300.jpg 225w\" sizes=\"auto, (max-width: 488px) 100vw, 488px\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Agra &#8211; l\u00e4ndlich trotz 1,7 Millionen Einwohnern<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_662689\" style=\"width: 660px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-662689\" class=\"size-full wp-image-662689\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/09\/woydich3.d.jpg\" alt=\"Tobias Woydich (M.) mit Kommilitonen\" width=\"650\" height=\"488\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/09\/woydich3.d.jpg 650w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/09\/woydich3.d-300x225.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/09\/woydich3.d-400x300.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><p id=\"caption-attachment-662689\" class=\"wp-caption-text\">Tobias Woydich (M.) mit Kommilitonen Mirko und Christian am Taj Mahal<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Am Wochenende war ich mit Kommilitonen in der Stadt Agra, von New Delhi knapp 200 Kilometer\u00a0entfernt,\u00a0um den\u00a0Taj Mahal zu sehen. Agra\u00a0macht trotz\u00a01,7 Millionen Einwohnern einen\u00a0l\u00e4ndlichen Eindruck. Die meisten Stra\u00dfen und Geb\u00e4ude sind\u00a0in\u00a0sehr schlechten Zustand. Hinzukommt, dass\u00a0die Menschen hier\u00a0ihren M\u00fcll einfach an den Stra\u00dfenrand schmei\u00dfen. In kleinen B\u00e4chen oder Teichen an denen man vorbeif\u00e4hrt, schwimmen unendlich viele Plastikflaschen und M\u00fcllt\u00fcten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Fahrt nach Agra ist\u00a0trist. Einzige Ausnahme: die vielen bunt geschm\u00fcckten Tuk-Tuks. In Delhi und Gurgaon dagegen sind die Tuk-Tuks\u00a0gr\u00fcn mit gelbem Dach.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-662687\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/09\/woydich3.f.jpg\" alt=\"Version 2\" width=\"650\" height=\"457\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/09\/woydich3.f.jpg 650w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/09\/woydich3.f-300x211.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/09\/woydich3.f-427x300.jpg 427w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Im Studentenwohnheim gibt es auch Tiere: Auf einem Stromkasten im Flur unseres Studentenwohnheimes haben sich zwei Tauben ein Nest gebaut. Ein Kunstst\u00fcck ist das nicht, denn die Flure sind in Richtung des Innenhofes offen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-662686\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/09\/woydich3.e.jpg\" alt=\"woydich3-e\" width=\"488\" height=\"650\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/09\/woydich3.e.jpg 488w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/09\/woydich3.e-225x300.jpg 225w\" sizes=\"auto, (max-width: 488px) 100vw, 488px\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Maximum Retail Price<\/strong><\/p>\n<p>Wie\u00a0beim\u00a0Tuk-Tuk-Fahren habe ich gelernt, dass man hier eigentlich \u00fcber jeden Preis verhandeln kann &#8211; und oft auch muss. Denn\u00a0die Verk\u00e4ufer verlangen oft selbst beim Kauf einer Flasche Wasser erstmal einen viel zu hohen Preis.<\/p>\n<p>Woher ich wei\u00df, wann ein Preis zu hoch ist?\u00a0Auf fast jedem Produkt steht ein\u00a0MRP &#8211; der Maximum Retail Price &#8211; .\u00a0so \u00e4hnlich wie bei uns das Mindesthaltbarkeitsdatum. Der MRP ist aber\u00a0ein Maximum-Preis, teurer darf das Produkt\u00a0nicht verkauft werden. Sehr wohl aber billiger.\u00a0Apropos Mindesthaltbarkeitsdatum: das gibt es hier nicht, stattdessen\u00a0wird\u00a0hier das Herstellungsdatum aufgedruckt. Irgendwo darunter steht dann, in\u00a0wie vieler Monaten ab Herstellung\u00a0das Produkt verbraucht werden sollte. Am Anfang hatte ich diese Methode falsch verstanden und\u00a0ich glaubte, s\u00e4mtliche Nahrungsmittel seien bereits vor Monaten abgelaufen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Viele D\u00e4cher\u00a0werden hier als Dachterrasse genutzt und zwar intensiv: sie sind dekoriert mit Blumen\u00a0oder werden sogar zum Gem\u00fcseanbau genutzt. Hier der Blick von einem Dach-Caf\u00e9 in Delhi auf eine solche Dachterrasse:<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-662682\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/09\/woydich3.a.jpg\" alt=\"woydich3-a\" width=\"650\" height=\"488\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/09\/woydich3.a.jpg 650w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/09\/woydich3.a-300x225.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/09\/woydich3.a-400x300.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-660836\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/04\/Kc3b6nige20der20Blogosphc3a4re-300x212.jpg\" alt=\"K%c3%b6nige%20der%20Blogosph%c3%a4re\" width=\"300\" height=\"212\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/04\/Kc3b6nige20der20Blogosphc3a4re-300x212.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/04\/Kc3b6nige20der20Blogosphc3a4re-424x300.jpg 424w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/04\/Kc3b6nige20der20Blogosphc3a4re.jpg 650w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Tobias Woydich, 26, studiert Wirtschaftswissenschaften in Wuppertal, macht seinen Master und absolviert f\u00fcr\u00a0drei Monate ein Auslandssemester am Management Development Institute (MDI) in Gurgaon, einer Satellitenstadt 20 Kilometer von New Delhi entfernt. 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