{"id":662596,"date":"2017-03-28T00:43:51","date_gmt":"2017-03-27T22:43:51","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=662596"},"modified":"2017-03-28T10:25:02","modified_gmt":"2017-03-28T08:25:02","slug":"ein-teller-garnelen-orichiette-mit-wassermann-chef-martin-hofer-die-britische-bibliothek-ist-der-renner-bei-den-mitarbeitern","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2017\/03\/28\/ein-teller-garnelen-orichiette-mit-wassermann-chef-martin-hofer-die-britische-bibliothek-ist-der-renner-bei-den-mitarbeitern\/","title":{"rendered":"Ein Teller Garnelen-Orechiette mit Wassermann-Chef Martin Hofer: Die britische Bibliothek ist der Renner bei den Mitarbeitern"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Schule? Reine Zeitverschwendung. Daheim, in der Jugendherberge, die seine Eltern im bayerischen Miesbach betrieben, war es viel spannender. Mit ihrer Landwirtschaft mit 100 Schafen und Ziegen &#8211; und Feldarbeit. F\u00fcr den 10-J\u00e4hrigen Martin Hofer war all das viel sch\u00f6ner als die Schule.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_662598\" style=\"width: 660px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-662598\" class=\"size-full wp-image-662598\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/09\/Hofer2.jpg\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"650\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/09\/Hofer2.jpg 650w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/09\/Hofer2-150x150.jpg 150w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/09\/Hofer2-300x300.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><p id=\"caption-attachment-662598\" class=\"wp-caption-text\">Martin Hofer, Vorstand der Unternehmensberatung Wassermann AG<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Und \u00fcberhaupt habe er einen ganz verbogenen Lebenslauf, findet Martin Hofer. Dabei hat der heute 50-J\u00e4hrige eine Maschinenbau-Lehre sowie ein Wirtschaftsingenieur-Studium absolviert und es zum Vorstandschef der Wassermann AG gebracht. Der Unternehmensberatung in M\u00fcnchen, die spezialisiert ist auf IT-Prozessberatung. Umsatz: 17 Millionen Euro mit 130 Mitarbeitern. Tendenz steigend. Von denen sind 90 Berater, die f\u00fcr Kunden wie Kuka, MAN,\u00a0Deutz, Melitta, Boehringer Ingelheim\u00a0oder MT Aerospace arbeiten. Wassermann sei ein Software-Haus mit Prozessberatung und als das eine ungew\u00f6hnliche Mischung, erz\u00e4hlt Hofer. Und dass es Standardsoftware mit individuellen Tools produziert.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Lehre Deine Leute die Sehnsucht nach dem weiten Meer<\/strong><\/p>\n<p>Seinen Wahlspruch hat er von dem Schriftsteller Antoine de Saint-Exup\u00e9ry: Wenn Du willst, dass die Leute Schiffe bauen, lehre sie die Sehnsucht auf das weite Meer. Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer ohne Passion und Unternehmer, die keine \u00dcberzeugungst\u00e4ter sind, k\u00f6nnten eben auch nicht Mitarbeiter, Kunden und Lieferanten bewegen.<\/p>\n<p>Diese Sehnsucht nach dem\u00a0weiten Meer hatte Hofer anfangs \u00fcbrigens auch ganz praktisch: Sechs Monate fuhr er zur See auf der MS Europa &#8211; als Desk-Stewart wie TV-Star Sascha Hehn auf dem Traumschiff. Das war damals nach seiner Lehre, als er 18 Jahren alt war und vor seiner mittleren Reife stand. Fast h\u00e4tte er die Fahrt nicht angetreten, doch seine Freundin &#8211; sie ist heute seine Frau &#8211; \u00fcberredete ihn: \u00a0&#8222;Wenn Du es immer machen wolltest, dann mach es jetzt,&#8220; sagte sie und das zog.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>&#8222;Brutales Zeitmanagement&#8220; auf dem Schiff<\/strong><\/p>\n<p>An was er sich von der Tour heute noch erinnert? An das &#8222;brutale Zeitmanagement&#8220;: nur vier Stunden f\u00fcr den sch\u00f6nsten Strand der Welt, in St. Martin. Oder wie er sich mit den anderen Crew-Mitgliedern arrangieren musste, um die Pyramiden in Kairo \u00fcberhaupt sehen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Zw\u00f6lf Jahre sp\u00e4ter und mit f\u00fcnf Jahren Industrieerfahrung beim Maschinenbauer Krones auf dem Buckel, kam Hofer mit 30 Jahren zu Wassermann. Und das trotz der arrogantesten Stellenanzeige, die ihm in seinem Leben begegnet sei. Wassermann suchte den Schnellsten und Schlauesten. &#8222;Ich sagte mir, das bin ich sicher nicht &#8211; aber was wollen die?&#8220; Hofer bekam den Job &#8211; und extrem viele Freiheiten: Wer kann schon im zweiten Jahr bei einer Company sein eigenes Team einstellen? Im dritten Jahr &#8211; damals war er 33 &#8211; wurde er Partner und als die Firma dann 2002 verkauft wurde, bekam er den Vorstandsposten. Mit 36 Jahren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Viel Freiheit und Entscheidungen dahin geben, wo die Arbeit gemacht wird<\/strong><\/p>\n<p>Der Spirit der Company sei, &#8222;viel Freiheit lassen und Entscheidungen dahin zu geben, wo die Arbeit gemacht wird&#8220;. Das ist eher ungew\u00f6hnlich, beobachten doch Arbeitsexperten, dass auf breiter Front der einzelne Mitarbeiter immer weniger Entscheidungsspielraum hat.<\/p>\n<p>Erfahrung mit Krones hat Hofer als Chef gepr\u00e4gt, er setzt lieber auf den eigenen Menschenverstand als auf Standardlebensl\u00e4ufe:\u00a0Etwa bei dem Kandidaten, der nach der Banklehre doch noch studiert und mit einer Gerade-noch-so-Note abgeschlossen hatte, &#8222;den fanden wir gut&#8220;. Wichtig sei es, dass sich ein Berater zwischen den Managern von IT, Logistik und Supply Chain behaupten und authentisch die Menschen \u00fcberzeugen kann, sagt Hofer. Von den je 15-20 Werkstudenten w\u00fcrde anschlie\u00dfend jeder zweite bei ihnen bleiben, ohne Probezeit, aber daf\u00fcr mit Dienstwagen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>In zw\u00f6lf Monaten das Honorar wieder reinholen<\/strong><\/p>\n<p>Als Wassermann beim <a href=\"http:\/\/www.wassermann.de\/unternehmen\/presse\/pressearchiv-2014\/wassermann-ag-belegt-platz-1-beim-wettbewerb-best-of-consulting.html\">WirtschaftsWoche-Wettbewerb &#8222;Best of Consulting&#8220;<\/a> vor rund eineinhalb Jahren dann EY und KPMG von den Big Four mit einem Supply-Chain-Projekt \u00fcberrunde, war Hofer so stolz, dass er zum \u00c4u\u00dfersten griff &#8211; er machte Handyfotos.<\/p>\n<p>Genaue Nachfragen ersch\u00fcttern Hofer so gar nicht &#8211; anders als die meisten Branchenkollegen: Wie lange es bei seinen Kunden dauert, bis sich das Investment in ein Wassermann-Beratungsprojekt bezahlt macht? Im Schnitt weniger als zw\u00f6lf Monate, sagt Hofer. So lange dauert es, bis der Auftraggeber das Beratungshonorar wieder drin hat. Bis zum Return-on-Investment. &#8222;Unsere Projekte machen sich von selbst bezahlt&#8220;, sagt Hofer stolz. &#8222;Wir sind keine Strategieberater, im Gegenteil.&#8220; Einer seiner \u00e4lteste Kunden, ein \u00f6sterreichisches Maschinenbauunternehmen, hatte vor gut 15 Jahren rund 500 Mitarbeiter und heute sechsmal so viele.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>M\u00fcnchner Bewerber k\u00f6nnen aussuchen\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Im IT-Kandidaten-Markt &#8211; und noch dazu in M\u00fcnchen &#8211; gehen die Uhren anders. Da m\u00fcssen Unternehmen um die Kandidaten werben und nicht umgekehrt wie es sonst \u00fcblich ist. Bewerbungen erst mal liegen lassen? Das geht gar nicht. Wer in zwei Tagen keine Antwort erh\u00e4lt, ist weg, berichtet Hofer.\u00a0Immerhin konkurriert Wassermann als Arbeitgeber mit den ganz gro\u00dfen Namen wie EY oder SAP. Stellt einer ihrer Mitarbeiter einen Kontakt zu einem Consultant her, der am Ende auch andockt, gibt es Pr\u00e4mien bis zu 5000 Euro. Und die wurden auch schon \u00f6fter ausgezahlt, versichert er.<\/p>\n<p>Logisch, dass eine Mitarbeiterin auch schon mal jahrelang einen Hund ins B\u00fcro mitbrachte, ihren struppigen Pudel ohne Locken. Gleich zweimal mussten wegen dem Vierbeiner die Tapete in dessen H\u00f6he neu geweisselt werden &#8211; aber das war egal, denn er sorgte f\u00fcr gute B\u00fcroatmosph\u00e4re. Und er begr\u00fc\u00dfte jeden Besucher freundlich.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Der beliebteste Arbeitsraum: Die britische Bibliothek<\/strong><\/p>\n<p>Um gute Arbeitsklima m\u00fche man sich redlich, so Hofer. Wer h\u00e4ufig im B\u00fcro ist, hat einen festen Schreibtisch. Dem Unternehmen gehe es zum Gl\u00fcck so gut, dass sie sich gro\u00dfe Fl\u00e4chen f\u00fcr die Mitarbeiter leisten k\u00f6nnen, sagt Hofer. Die Entwickler beispielsweise, die nie rausgehen, haben ihr eigenes Zimmer und ihre eigenen vier W\u00e4nde. Daneben gibt\u00b4s die ach so modernen Sitz-S\u00e4cke- und Kreativ-R\u00e4ume. Am beliebtesten sei aber ausgerechnet der Raum, der wie eine britische Bibliothek aussieht, das englische B\u00fcro. Und das besonders bei den eloquenten jungen Leuten, die ihre Projekte mit viel Elan machen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Hat ein Unternehmen wenig Platz f\u00fcr Mitarbeiter, k\u00f6nnte die Zukunft ungewiss sein\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Das ist wohl ohnehin ein Kriterium, an dem sich Bewerber orientieren k\u00f6nnen: Die Zukunft von Unternehmen, wo wenig Platz f\u00fcr die Mitarbeiter ist, k\u00f6nnte auf t\u00f6nernen F\u00fc\u00dfen stehen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_662613\" style=\"width: 660px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-662613\" class=\"size-full wp-image-662613\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/09\/hofer.lunch_.fotob\u00fcro.jpg\" alt=\"\" width=\"650\" height=\"488\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/09\/hofer.lunch_.fotob\u00fcro.jpg 650w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/09\/hofer.lunch_.fotob\u00fcro-300x225.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/09\/hofer.lunch_.fotob\u00fcro-400x300.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><p id=\"caption-attachment-662613\" class=\"wp-caption-text\">Der beliebteste Arbeitsraum: Die britische Bibliothek<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Bei unserem Lunch im &#8222;Pezzo&#8220; in D\u00fcsseldorf erz\u00e4hlt Hofer von seiner Italien-Leidenschaft. Bestellt hat er sich einen Teller Orechiette-Nudeln mit Garnelen und es schmeckt ihm auch.<\/p>\n<p>Bei seinem Espresso\u00a0sp\u00e4ter nimmt es Hofer ganz genau. Einen doppelten Espresso bestellen? Undenkbar. Das sei keine Kaffeekultur. Espresso m\u00fcsse immer klein sein. Lieber bestellt er erst einen &#8211; und vier Minuten sp\u00e4ter nochmal einen.<\/p>\n<div id=\"attachment_662599\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-662599\" class=\"size-medium wp-image-662599\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/09\/Hofer.Orriechiette-300x300.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/09\/Hofer.Orriechiette-300x300.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/09\/Hofer.Orriechiette-150x150.jpg 150w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/09\/Hofer.Orriechiette.jpg 650w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><p id=\"caption-attachment-662599\" class=\"wp-caption-text\">Orrechiette\u00a0im &#8222;Pezzo&#8220; in D\u00fcsseldorf<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.wassermann.de\/unternehmen\/presse\/pressearchiv-2014\/wassermann-ag-belegt-platz-1-beim-wettbewerb-best-of-consulting.html\">http:\/\/www.wassermann.de\/unternehmen\/presse\/pressearchiv-2014\/wassermann-ag-belegt-platz-1-beim-wettbewerb-best-of-consulting.html<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-664324\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/02\/Blog-Ranking2017-300x212.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"212\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/02\/Blog-Ranking2017-300x212.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/02\/Blog-Ranking2017-424x300.jpg 424w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2017\/02\/Blog-Ranking2017.jpg 650w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Die Schule? 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