{"id":662399,"date":"2016-09-07T11:57:19","date_gmt":"2016-09-07T09:57:19","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=662399"},"modified":"2016-09-07T12:50:31","modified_gmt":"2016-09-07T10:50:31","slug":"buchauszug-made-in-germany-von-massimo-bognanni-sven-prange","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2016\/09\/07\/buchauszug-made-in-germany-von-massimo-bognanni-sven-prange\/","title":{"rendered":"Buchauszug: &#8222;Made in Germany&#8220; von Massimo Bognanni und Sven Prange"},"content":{"rendered":"<p><strong>Buchauszug aus &#8222;Made in Germany&#8220; von den Journalisten Massimo Bognanni (&#8222;Handelsblatt&#8220;) und Sven Prange (&#8222;WirtschaftsWoche&#8220;): &#8222;Made in Germany &#8211; Gro\u00dfe Momente der deutschen Wirtschaftsgeschichte&#8220;. 20 Reportagen deutscher Wirtschaftsgeschichte.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Hier im Buchauszug: Martin Herrenknecht, Gr\u00fcnder des gleichnamigen Tiefbauunternehmens im schw\u00e4bischen\u00a0Schwanau\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-662435\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/09\/cover.prange.bognanni.jpg\" alt=\"bognanni neu 05.indd\" width=\"433\" height=\"650\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/09\/cover.prange.bognanni.jpg 433w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/09\/cover.prange.bognanni-200x300.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 433px) 100vw, 433px\" \/><\/p>\n<p><strong>&#8222;Made in Germany &#8211; Gro\u00dfe Momente der deutschen Wirtschaftsgeschichte&#8220; von Massimo Bognanni\/Sven Prange, Campus Verlag 2016, 224 Seiten, 19,59<\/strong> Euro\u00a0<a href=\"http:\/\/www.campus.de\/buecher-campus-verlag\/gesellschaft-wirtschaft\/wirtschaft\/made_in_germany-10409.html\">http:\/\/www.campus.de\/buecher-campus-verlag\/gesellschaft-wirtschaft\/wirtschaft\/made_in_germany-10409.html<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>1977<\/p>\n<p><strong>Martin Herrenknecht &#8211; <\/strong><strong>Weltmarktf\u00fchrer aus der Provinz<\/strong><\/p>\n<p>1973 Die erste \u00d6lpreiskrise beendet die Boomphase der westdeutschen und westeurop\u00e4ischen Nachkriegswirtschaft.<\/p>\n<p>1973 Die 1961 aufgenommene gezielte Anwerbung ausl\u00e4ndischer Gastarbeiter f\u00fcr die westdeutsche Industrie, mit der der Ausl\u00e4nderanteil an der Besch\u00e4ftigtenzahl auf 11,9 Prozent angestiegen war (darunter die T\u00fcrken als gr\u00f6\u00dfte nationale Gruppe mit mehr als 600 000 Personen), l\u00e4uft aus.<\/p>\n<p>1975 Mit der Schlussakte der \u00bbKonferenz f\u00fcr Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa\u00ab, die die Wahrung von Menschen- und Grundrechten vorsieht, setzt die innere Erosion der sozialistischen Gesellschaften und Herrschaftssysteme in den Warschauer Pakt-Staaten ein.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>\u00bbGerman Mittelstand\u00ab<\/strong><\/p>\n<p>Ende der 1970er Jahre ist der Mittelstand in Deutschland noch sehr provinziell. Erst langsam beginnt die\u00a0 Globalisierung dieser einmaligen deutschen Unternehmen. Ein Mythos entsteht. Das hat mit einem Mann zu tun, der sich mit Durchbr\u00fcchen auskennt. Hier ist seine Geschichte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Luxemburg ist nicht die Welt, aber immerhin ein Anfang, als sie an diesem Tag im Jahr 1977 ein Gesch\u00e4ft besiegeln. Man werde, einigen sich die Parteien, bez\u00fcglich dreier Maschinen Gesch\u00e4fte miteinander t\u00e4tigen: ein Bunkerband werde an die GKN Keller in Offenbach zu liefern sein, Kostenpunkt 20 000 D-Mark; ebenso eine MH-3-Tiefbohrmaschine zu 110 000 D-Mark und eine etwas g\u00fcnstigere MH-2.<\/p>\n<p>Martin Herrenknecht ist sehr zufrieden an diesem Tag. Man kann wahrlich nicht behaupten, dass die vergangenen Jahre besonders reibungslos gewesen w\u00e4ren. Der Vertrag mit der Tiefbaufirma aus Offenbach aber k\u00f6nnte, da ist sich Herrenknecht nun sicher, sein endg\u00fcltiger Durchbruch werden. Denn es geht darum, dass er, der junge Unternehmer, seine Erfindung endlich auch im Ausland vorstellen darf. Die GKN Keller m\u00f6chte seine MH-3 in Luxemburg einsetzen, um R\u00f6hren f\u00fcr einen Abwasserkanal zu ziehen. Gut, es ist \u00bbnur\u00ab Luxemburg. Aber nach Luxemburg k\u00f6nnte ja vielleicht die Schweiz kommen, dann Frankreich, dann die Welt. Die Hoffnung spricht an diesem Tag noch im Konjunktiv.Aber wer wei\u00df \u2026<\/p>\n<p>Herrenknecht hat diesen Durchbruch kaum erwarten k\u00f6nnen. Die mittelst\u00e4ndischen Unternehmer in seiner Nachbarschaft, und davon gibt es zwischen Baden und Schwaben durchaus den ein oder anderen, sind zwar kauzige Zeitgenossen, die am liebsten in Ruhe vor sich hin ihre Gesch\u00e4fte machen, wenig von der Welt gesehen haben und wenig von der Welt erwarten. Herrenknecht aber will mit seiner Erfindung, den einmaligen Tiefbohrmaschinen, rasch in die Welt. Er wei\u00df: Der deutsche Markt wird f\u00fcr derlei Spezialger\u00e4t nicht lange gro\u00df genug sein. Also will er, muss er raus und \u00fcber die Landesgrenzen hinaus.<\/p>\n<p>Es ist eine sehr einfache, aber auch sehr weise Alltagsbeobachtung, die seine Strategie pr\u00e4gt: \u00bbWo der Zirkus gut l\u00e4uft, musst du dein Zelt aufstellen. Wenn er dann aber irgendwann schlechter l\u00e4uft, muss du es auch wieder abbauen. \u00ab Nur, damit der Zirkus l\u00e4uft, m\u00fcssen die Menschen zumindest mal einen Blick auf die wilden Tiere oder Clowns erhascht haben k\u00f6nnen. \u00dcbersetzt in Herrenknechts Situation: Du darfst nicht nur sicher sein, \u00fcber die beste Erfindung zu verf\u00fcgen, du musst deinen Kunden auch erste erfolgreiche Referenzen zeigen k\u00f6nnen. \u00bbSonst sagen die Leute: \u203aWir sind keine Versuchskaninchen, wir wollen zun\u00e4chst woanders sehen, dass die Technik funktioniert\u2039\u00ab, beobachtet Herrenknecht.<\/p>\n<div id=\"attachment_662437\" style=\"width: 211px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-662437\" class=\"size-medium wp-image-662437\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/09\/bognanni_massimo-201x300.jpg\" alt=\"Autor Massimo Bognanni vom &quot;Handelsblatt&quot;\" width=\"201\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/09\/bognanni_massimo-201x300.jpg 201w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/09\/bognanni_massimo.jpg 436w\" sizes=\"auto, (max-width: 201px) 100vw, 201px\" \/><p id=\"caption-attachment-662437\" class=\"wp-caption-text\">Autor Massimo Bognanni vom &#8222;Handelsblatt&#8220;<\/p><\/div>\n<p><strong>Zur Not durch Stock und Stein<\/strong><\/p>\n<p>So sind die vergangenen zwei Jahre schon ins Land gegangen. Seit 1975 tingelt Herrenknecht mit seiner Idee, seinen Konstruktionspl\u00e4nen und seinen Argumenten durch die Lande. \u00bbJa, interessant\u00ab, h\u00f6rt der Mittdrei\u00dfiger \u00fcberall. Aber ob das funktioniere? Na ja.<\/p>\n<p>Herrenknecht ist sich seiner Sache jedoch sicher: Er hat nicht umsonst zehn Jahre zuvor seinen Diplom-Ingenieur an der Fachhochschule Konstanz gemacht, in kanadischen und Schweizer Firmen Erfahrungen gesammelt und beim US-Konzern John Deere riesige Landmaschinen konstruiert. Er wei\u00df, wie das Gesch\u00e4ft l\u00e4uft, und sieht in der Welt den Willen der Menschen, zusammenzuwachsen, einander schneller zu erreichen. Daf\u00fcr aber braucht es Tunnel, schnelle Verkehrsverbindungen, zur Not durch Stock und Stein.<\/p>\n<p>Er hat zwischen 1971 und 1975 den maschinentechnischen Dienst auf der Baustelle des Schweizer Seelisberg-Tunnels geleitet, eines der gr\u00f6\u00dften transalpinen Verkehrsprojekte dieser Zeit. Er hat gesehen, wie m\u00fchsam sich die Arbeiter durch den Berg sprengen mussten, und entwickelt langsam eine Idee, wie das einfacher werden k\u00f6nnte: Wie der Bohrer durch die Wand k\u00f6nnte der Bohrer doch auch durchs Erdreich gleiten. In Nordamerika hat Herrenknecht gesehen: Genauso wichtig wie eine Idee ist der Mut, sie auch durchzusetzen. In der Schweiz hat er gelernt: Neben Mut schaden auch Gr\u00fcndlichkeit und Augenma\u00df nicht auf dem Weg zum Erfolg. 1975 l\u00e4sst Herrenknecht sein selbstst\u00e4ndiges Ingenieurb\u00fcro eintragen. 25 000 D-Mark leiht er sich von seiner Mutter, um die Gr\u00fcndung zu finanzieren. Und er findet an der heimischen Fachhochschule in Offenburg Ingenieure als Mitarbeiter. Er setzt auf sein soziales Kapital. Zumindest in Sachen Mitstreitern hilft ihm das zun\u00e4chst. Es fehlt eben nur besagter erster Kunde.<\/p>\n<p>Herrenknecht f\u00e4ngt klein an: Kleinere Bohrer als solche, die eigentlich technisch m\u00f6glich sein m\u00fcssten, bietet er an. Einsatzm\u00f6glichkeiten: Kanalbaustellen, Leitungen, so was eben. Ein Jahr vergeht, bis der erste Kunde einschl\u00e4gt. Und doch reicht Herrenknecht das nicht zur Rast. Er hat am Seelisberg erlebt, welche konstruktive Kraft entsteht, wenn Fachleute und Techniker aus vielen verschiedenen Nationen zusammenarbeiten; bei John Deere hat er erlebt, wie angels\u00e4chsische Konzerne keine Scheu haben, auch auf ausl\u00e4ndischen M\u00e4rkten zu wachsen. Es beginnt, was die \u00d6konomen seit einiger Zeit Globalisierung nennen: die Perfektionierung von Adam Smiths altem Theorem der internationalen Arbeitsteilung, die die Segnungen des Kapitalismus erst so richtig \u00fcber den Menschen verteilt. Das aber hei\u00dft auch: Nur in Deutschland kann kein Unternehmen auf Dauer die Schlagkraft halten, dabei mitzumischen.<\/p>\n<div id=\"attachment_662438\" style=\"width: 220px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-662438\" class=\"size-medium wp-image-662438\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/09\/prange_sven-210x300.jpg\" alt=\"Autor Sven Prange von der &quot;WirtschaftsWoche&quot;\" width=\"210\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/09\/prange_sven-210x300.jpg 210w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/09\/prange_sven.jpg 455w\" sizes=\"auto, (max-width: 210px) 100vw, 210px\" \/><p id=\"caption-attachment-662438\" class=\"wp-caption-text\">Autor Sven Prange von der &#8222;WirtschaftsWoche&#8220;<\/p><\/div>\n<p><strong>Allein unter Eigenbr\u00f6tlern<\/strong><\/p>\n<p>Es fehlen jedoch Vorbilder: Es gibt im S\u00fcdwesten der Republik den W\u00fcrth, klar, den D\u00fcbel-Fischer oder auch den Leibinger. Vor allem aber gibt es viele namenlose Mittelst\u00e4ndler, denen es reicht, vor sich hinzuwerkeln. Die in der Nachkriegs-Wirtschaftswunderzeit gute Gesch\u00e4fte machten, sich freuten, als Europa \u00fcber die Gemeinschaft f\u00fcr Kohle<\/p>\n<p>und Stahl (EGKS) zusammenwuchs, deren Horizont aber dennoch in aller Regel an den Landesgrenzen endet. \u00bbWas macht der da?\u00ab, staunen viele mittelst\u00e4ndische Kollegen, als Herrenknecht im Ausland akquiriert. Luxemburg, vielleicht noch die Schweiz, das k\u00f6nnen sie vielleicht noch verstehen. Aber Herrenknecht schielt auch in Richtung Gro\u00dfbritannien, Frankreich, ja sogar in Richtung Irak. \u00bbWie ein Exot\u00ab, gesteht er, f\u00fchle er sich unter all diesen Kollegen.<\/p>\n<p>Klar, Vater Herrenknecht war schon ein weltoffener Typ. Er f\u00fchrte zwar seine eigene Polsterei, schickte aber den Junior eben in die Welt, auf dass sie ihn pr\u00e4ge. Deswegen ist es Herrenknecht so wichtig, als er die erste MH-3 nach Luxemburg liefert. 1,20 Meter Durchmesser hat der Bohrer. Ein Vorzeigeprojekt deutscher Ingenieurskunst ist sie, als die Maschine in Luxemburg zusammengebaut ist und zum Einsatz bereitsteht.<\/p>\n<p>Sie r\u00f6hrt los und stockt dann doch: Statt \u2013 wie nach den Bodenproben erwartet \u2013 Lehm finden die Arbeiter felsigen Grund an der Einsatzstelle. Ein Findling, zwei Kubikmeter gro\u00df, versperrt den Weg. Herrenknecht und sein Team aber sind vor Ort, um die Luxemburger zu unterst\u00fctzen. Zum Gl\u00fcck, wie sich herausstellt. Der Findling wird brachial zerkleinert, der Bohrer bei\u00dft sich schlie\u00dflich durch. Dies in gleich doppelter Hinsicht: Nach der gelungenen Generalprobe in Luxemburg kommt das Gesch\u00e4ft in Gang. Von Beginn an gelingt Herrenknecht, was kaum einem Mittelst\u00e4ndler gelingt: Das Auslandsgesch\u00e4ft ist wichtiger als das Inlandsgesch\u00e4ft. Die Auftr\u00e4ge folgen im Stakkato, denn die Fietz &amp; Leuthold AG aus dem Schweizer Wallisellen kauft als erster ausl\u00e4ndischer Kunde 1978 zwei weitere Maschinen aus der MH-Serie.<\/p>\n<p>Herrenknecht stellt weiter Leute ein. Besonders gerne nimmt er Absolventen der Fachhochschule Offenburg: Die sind nicht nur technisch fit, sondern im Dreil\u00e4ndereck Schweiz\u2013Frankreich\u2013Deutschland auch internationaler gepr\u00e4gt als Absolventen in weiten Teilen Deutschlands. Und sie k\u00f6nnen endlich verwirklichen, wovon Herrenknecht von Beginn an tr\u00e4umt: richtig gro\u00dfe Tunnelbohrer. Die nordfranz\u00f6sische Stadt Lille bestellt den ersten Anfang der 1980er Jahre \u2013 sie will damit eine U-Bahn bauen. 1982 schickt Herrenknecht seine Leute dann in den Irak. Und pl\u00f6tzlich stehen nicht nur die Nachbarl\u00e4nder, sondern die ganze Welt offen.<\/p>\n<p>1985 wickelt die Firma in Thailand ihr erstes Auslandsprojekt komplett in Eigenregie ab. 1988 gr\u00fcndet die Firma, mittlerweile zu einem stattlichen Unternehmen angewachsen, die erste Auslandstochter in Gro\u00dfbritannien. Herrenknecht schielt da schon gen Osten, in jenes Riesenreich, das sich langsam zu wandeln beginnt: China.<\/p>\n<p>Der Zirkus ist da jetzt gefragt, also baut Herrenknecht sein Zelt dort auf \u2013 zun\u00e4chst, indem er ab 1990 Symposien \u00fcber die Vorteile der Tiefbohrmaschine an sich h\u00e4lt. Und so seine eigene Biografie wiederholt. Wie schon 13 Jahre zuvor gilt: Wer etwas werden will, braucht Geduld. Vier Jahre wirbt und erkl\u00e4rt Herrenknecht in China, bis es den ersten Auftrag gibt. Schanghai will einen 840 Meter langen Abwasserkanal bauen. Herrenknecht bohrt die zwei R\u00f6hren.<\/p>\n<p>Der Mittelst\u00e4ndler aus dem Schwarzwald ist nun mitten in der Welt. \u00bbMade in Germany\u00ab wird zum Markenzeichen, der deutsche Mittelstand zum Mythos. Und Herrenknecht? Dessen Eroberungsdrang ist so gro\u00df wie eh und je, er tr\u00e4umt von Projekten in S\u00fcdamerika oder Iran und verzweifelt an seinen Landsleuten. Die, das ist seine gro\u00dfe Angst, seien zu wenig technikfreundlich, zu wenig begeistert von gro\u00dfen Bauprojekten. \u00bbEin Chinese hat mir gesagt: \u203aWenn du ein lebendes Museum sehen willst, fahr nach Deutschland.\u2039\u00ab<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Was daraus wurde<\/strong><\/p>\n<p>Firmen wie Herrenknecht wurden in den vergangenen Jahren als \u00bbGerman Mittelstand\u00ab bekannt und ber\u00fchmt. Die Nischen-Weltmarktf\u00fchrer, Familienunternehmen und Innovationsf\u00fchrer sind zum Aush\u00e4ngeschild der deutschen Wirtschaft geworden. Mehr als 99 Prozent aller deutschen Unternehmen geh\u00f6ren zum \u00bbGerman Mittelstand\u00ab. Er steuert fast 55 Prozent zur gesamten Wirtschaftsleistung des Landes bei und erwirtschaftet beinahe 36 Prozent des gesamten Umsatzes deutscher Unternehmen, 2011 waren das rund 2,1 Billionen Euro. Diese Unternehmen stellen knapp 60 Prozent aller sozialversicherungspflichtigen Besch\u00e4ftigten in Deutschland.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Lesetipp: <\/strong>Hermann Simon, &#8222;Hidden Champions des 21. Jahrhunderts: Die Erfolgsstrategien unbekannter Weltmarktf\u00fchrer&#8220;, Frankfurt am Main\/New York 2007.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Buchauszug aus &#8222;Made in Germany&#8220; von den Journalisten Massimo Bognanni (&#8222;Handelsblatt&#8220;) und Sven Prange (&#8222;WirtschaftsWoche&#8220;): &#8222;Made in Germany &#8211; Gro\u00dfe Momente der deutschen Wirtschaftsgeschichte&#8220;. 20 Reportagen deutscher Wirtschaftsgeschichte. 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