{"id":662320,"date":"2016-09-12T09:00:36","date_gmt":"2016-09-12T07:00:36","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=662320"},"modified":"2016-09-12T00:36:26","modified_gmt":"2016-09-11T22:36:26","slug":"buchauszug-aus-frank-behrendts-liebe-dein-leben-und-nicht-deinen-job","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2016\/09\/12\/buchauszug-aus-frank-behrendts-liebe-dein-leben-und-nicht-deinen-job\/","title":{"rendered":"Buchauszug aus Frank Behrendts &#8222;Liebe dein Leben und nicht deinen Job&#8220;"},"content":{"rendered":"<p><strong><a href=\"http:\/\/www.frankzdeluxe.de\">Frank Behrendts<\/a> Buchauszug aus &#8222;Liebe dein Leben und nicht deinen Job&#8220;\u00a0<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Warum Behrendt als exklusive Leseprobe sein Kapitel 6 f\u00fcr die Leser des Management-Blogs ausgew\u00e4hlt hat, den er selbst seit etlichen Jahren liest und auch Stamm-Gastautor ist:<\/strong><\/p>\n<p>&#8222;In diesem Kapitel geht es um etwas ganz essentielles im Wirtschaftsleben: Beziehungen zwischen Menschen im Berufsleben. Ein Thema, das jeden, der im Job ist, angeht.<\/p>\n<p>Aber Beziehungen sind nicht immer einfach, zumal es schlie\u00dflich nicht um Liebesbeziehungen geht \u2013 und auch die haben bekanntlich ihre T\u00fccken. Ich habe verschiedene Typen im Berufsleben auf meine lockere Art etwas n\u00e4her beleuchtet und gebe meine Einsch\u00e4tzungen dazu ab. Und, auch das ist typisch f\u00fcr mich: Ich schreibe Klartext, welcher Typus zum Beispiel ein Mannschaftsgef\u00fcge im Team st\u00f6rt und was man dagegen tun sollte.<\/p>\n<p>Und wie in meinem gesamten Buch erz\u00e4hle ich auch hier Geschichten, die ich im Berufsleben selbst erlebt habe. Da ich keiner bin, der auf der Meta-Ebene irgendwelchen angelesenen Management-Ratschl\u00e4ge aus der Zauberk\u00fcche herunterbetet, kommen die Leser des Blogs hier in den Genuss meiner ganz pers\u00f6nlichen Management-Philosophie. Ehrlich, authentisch, auf den Punkt: Wie gehe ich mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern um? Wie f\u00fchre ich? Wie networke ich? Mit wem und Wie baue ich Beziehungen auf und pflege sie. Das ist einerseits unterhaltsam aber andererseits bietet es sicherlich dem einen oder anderen Inspiration, sein eigenes Handeln zu hinterfragen. Und vielleicht erh\u00e4lt so mancher einen Impuls, etwas ins einem eigenen Job-Kosmos zu modifizieren.<\/p>\n<p>Nun aber Viel Freude mit \u201eSpot an\u201c., Ihr Frank Behrendt<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.frankzdeluxe.de\/\">http:\/\/www.frankzdeluxe.de\/<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_662346\" style=\"width: 443px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-662346\" class=\"size-full wp-image-662346\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/08\/Behrendt.Liegestuhl.gr\u00f6sser_2016_klein-3-2.jpg\" alt=\"Frank Behrendt\" width=\"433\" height=\"650\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/08\/Behrendt.Liegestuhl.gr\u00f6sser_2016_klein-3-2.jpg 433w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/08\/Behrendt.Liegestuhl.gr\u00f6sser_2016_klein-3-2-200x300.jpg 200w\" sizes=\"auto, (max-width: 433px) 100vw, 433px\" \/><p id=\"caption-attachment-662346\" class=\"wp-caption-text\">Frank Behrendt<\/p><\/div>\n<p><strong><br \/>\n<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Kapitel 6: Spot an!<\/strong><\/p>\n<p>Ruf an den eher spa\u00dfbefreiten Tagen einfach mal spontan\u00a0ehemalige Lieblingskollegen an, die heute woanders sind..Das am\u00fcsante Telefonat \u00fcber die besten Anekdoten von\u00a0fr\u00fcher macht auch einen grauen Tag direkt heller.<\/p>\n<p>Ich mag Flugh\u00e4fen. Wenn ich gelandet bin und noch etwas\u00a0Zeit bis zu meinem n\u00e4chsten Termin habe, bleibe ich gerne\u00a0ein wenig im Ankunft-Terminal und warte darauf, dass die\u00a0automatische Schiebet\u00fcr gr\u00fcppchenweise Reisende aus Los\u00a0Angeles, Sydney oder Kapstadt, m\u00fcde vom langen Flug, in\u00a0die Halle entl\u00e4sst. Voller Vorfreude suchen sie in der Menschenmenge\u00a0vor der T\u00fcr nach ihren Freunden und Angeh\u00f6rigen.<\/p>\n<p>Ich schaue zu, wie die Ankommenden l\u00e4chelnd auf diejenigen\u00a0zugehen, die so lange auf sie gewartet haben. \u00dcberall\u00a0umarmen sich Menschen, k\u00fcssen sich, freuen\u00a0sich, erz\u00e4hlen, weinen vor Freude &#8230; Die zu\u00a0Boden gefallenen Pappschilder, die zuvor von\u00a0den Empfangskomitees geschwenkt wurden,\u00a0und das Gep\u00e4ck der Weitgereisten verstopfen den Exit-Bereich, so dass kaum noch ein Durchkommen ist \u2013 ein\u00a0\u00bbBeziehungs-Chaos\u00ab der besonderen Art. Ich sehe all die\u00a0Menschen, die sich vermisst und aufeinander gefreut haben,\u00a0und die happy sind, dass sie endlich wieder zusammen\u00a0sein d\u00fcrfen. Das Gl\u00fcck, das sie empfinden, ist so stark, dass\u00a0es sogar auf mich als eigentlich unbeteiligten Zuschauer\u00a0\u00fcberspringt. Wenn ich dann ins Taxi steige, ist mir warm\u00a0<span style=\"font-weight: 300\">ums Herz \u2013 so als h\u00e4tte ich selbst einen guten alten Freund\u00a0<\/span>wiedergetroffen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-662484\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/09\/cover.behrendt.2.jpg\" alt=\"cover-behrendt-2\" width=\"311\" height=\"499\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/09\/cover.behrendt.2.jpg 311w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/09\/cover.behrendt.2-187x300.jpg 187w\" sizes=\"auto, (max-width: 311px) 100vw, 311px\" \/><\/p>\n<p><strong>&#8222;Liebe dein Leben und NICHT deinen Job&#8220; von Frank Behrendt, 222 Seiten, 17,99 Euro: <a href=\"http:\/\/www.randomhouse.de\/Buch\/Liebe-dein-Leben-und-nicht-deinen-Job.\/Frank-Behrendt\/Guetersloher-Verlagshaus\/e503643.rhd\">http:\/\/www.randomhouse.de\/Buch\/Liebe-dein-Leben-und-nicht-deinen-Job.\/Frank-Behrendt\/Guetersloher-Verlagshaus\/e503643.rhd<\/a><\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Im letzten Kapitel habe ich dar\u00fcber erz\u00e4hlt, dass es in\u00a0meinem Leben Dinge gibt, die mir den direkten Zugang zu\u00a0guten Gef\u00fchlen erm\u00f6glichen und mich dadurch gl\u00fccklich\u00a0und gelassen machen. Ich kann aber statt des Matchboxautos\u00a0oder meinen Timpo Toys auch den H\u00f6rer in die Hand\u00a0nehmen: Ein Anruf bei bestimmten Menschen gen\u00fcgt, und\u00a0meine Batterie wird randvoll aufgeladen. Die w\u00e4rmende\u00a0Kraft guter Beziehungen macht das m\u00f6glich.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Die kleinen Beziehungen sorgen f\u00fcr positive Energie &#8211; wenn man mitmacht<\/strong><\/p>\n<p>Mit \u00bbguten Beziehungen\u00ab meine ich nicht nur Lebenspartner,\u00a0beste Freunde und enge Familienmitglieder.Dass die dich so gl\u00fccklich machen k\u00f6nnen, dass es dir\u00a0schier das Herz zerrei\u00dft, daran muss ich niemanden erinnern.\u00a0Es sind gerade auch die \u00bbkleinen\u00ab Beziehungen, die\u00a0dich mit positiver Energie versorgen. Vielleicht sp\u00fcrst du\u00a0den positiven Effeekt sogar schon, wenn du anderen Menschen\u00a0nur dabei zuschaust, wenn die Magie der Bindungen\u00a0zwischen ihnen sichtbar wird \u2013 so wie ich, wenn ich mich\u00a0mit den Reisenden am Flughafen freue. Bestimmt gibt es in\u00a0deinem Leben Menschen, die es schaffen, dich gleich viel\u00a0lebendiger f\u00fchlen zu lassen, wenn du mit ihnen sprichst.<\/p>\n<p>Das k\u00f6nnen Urlaubsbekanntschaften sein oder Kumpel aus\u00a0dem Stadion, bei mir sind es besonders auch Menschen aus\u00a0dem beruflichen Kreis \u2013 Arbeitskollegen, Gesch\u00e4ftspartner,\u00a0Dienstleister etc.\u00a0Ein Selbstl\u00e4ufer sind solche Beziehungen nicht. Es ist zu\u00a0wenig, mit irgendwem irgendwann irgendeine Geschichte\u00a0geteilt zu haben; du musst die Energiequelle der Beziehungen\u00a0aktiv zum Sprudeln bringen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Zeit-Invest statt Quality-Time: &#8222;Ich will noch die Runde machen.&#8220;<\/strong><\/p>\n<p>Beziehungen pflegen \u2013 ich wei\u00df, das h\u00f6rt sich stark nach\u00a0Power-Networking an. Ich meine hier aber nicht die funktionalen\u00a0Netzwerke, die einen in der Berufswelt\u00a0voranbringen sollen. Wie oft habe ich schon beobachtet,dass sich zum Beispiel bei einem Branchenevent\u00a0jemand ganz unvermittelt von seinen Gespr\u00e4chspartnern\u00a0verabschiedet: \u00bbSch\u00f6n euch gesehen zu haben, aber\u00a0jetzt muss ich weiter. Ich will noch die Runde machen.\u00ab Das\u00a0sind diejenigen, denen es nicht auf das gute Gespr\u00e4ch ankommt;\u00a0sie sind daran interessiert, m\u00f6glichst viele f\u00fcr ihre\u00a0Karriereplanung wichtige Leute zu treffen. Drei\u00dfig, vierzig\u00a0Kontakte schaffen sie locker an so einem Abend. Kurz Hallo\u00a0gesagt, um sich in Erinnerung zu rufen. Ein paar Takte gesprochen.\u00a0Abgehakt. N\u00e4chster Gespr\u00e4chspartner.<\/p>\n<p>Manche\u00a0dieser Leute haben Listen im Kopf oder auf ihrem Smartphone,\u00a0auf denen sie die Daten m\u00f6glichst jedes beruflichen Kontakts\u00a0penibel festgehalten haben: den Geburtstag, den Namen\u00a0des Lebenspartners und der Kinder, den Lieblingswein, die\u00a0Automarke &#8230; Sie merken sich auch noch den Namen der\u00a0Katze, um ihn bei passender Gelegenheit fallen zu lassen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Menschen merken es, wenn jemand ohne Hintergedanken mit ihnen redet<\/strong><\/p>\n<p>Ich bewundere strukturiertes Vorgehen, aber in diesem\u00a0Fall ist das nichts f\u00fcr mich. Ich wei\u00df, es ist kaum zu glauben,\u00a0dass ich bei solchen Anl\u00e4ssen kein konkretes gesch\u00e4ftliches\u00a0Ziel verfolge. Aber es ist tats\u00e4chlich so. Wenn ich nicht gerade\u00a0Gastgeberpflichten habe, rede ich bei so einer Veranstaltung\u00a0mit insgesamt vier, f\u00fcnf Leuten, mehr nicht. Und zwar\u00a0locker und mit Herz. \u00dcber Basketball, alte Fernsehserien,\u00a0Kreuzfahrten, Kinderg\u00e4rten, Fu\u00dfballtrainer, Statistenrollen,\u00a0ein gerade neu herausgekommenes Musikalbum &#8230; Das\u00a0\u00bbIch muss noch die\u00a0Runde machen.\u00ab\u00a0sind keine strategisch ausgefuchsten Gespr\u00e4chsinhalte, die\u00a0meine Skills ins rechte Licht r\u00fccken sollen, sondern einfach\u00a0nur Themen, die f\u00fcr mich und mein Gegen\u00fcber\u00a0interessant sind und uns als Menschen\u00a0sichtbar machen. Damit bin ich in meinem\u00a0Berufsleben immer gut gefahren, denn Menschen merken\u00a0und sch\u00e4tzen es, wenn sich ein entspanntes Gespr\u00e4ch ohne\u00a0Hintergedanken entwickelt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Was z\u00e4hlt: Entspannte Gespr\u00e4che ohne Hintergedanken<\/strong><\/p>\n<p>Kurze Zwischenfrage: Wer hat wohl mehr Spa\u00df an so\u00a0einem beruflichen Event \u2212 ein Netzwerkstratege oder ich?\u00a0Und genau das ist der Unterschied: Meine Beziehungen\u00a0sollen nicht meine Karriere pushen, sondern Lebensfreude\u00a0bei allen Beteiligten vermehren. Deshalb w\u00fcrde es mir\u00a0auch nicht im Traum einfallen, mich aus Karrieregr\u00fcnden\u00a0bei alten Weggef\u00e4hrten zu melden, nach dem Motto: \u00bbDen\u00a0halte ich mir mal warm, wer wei\u00df, vielleicht kann ich diese\u00a0Connection irgendwann noch mal brauchen.\u00ab Wenn ich\u00a0meine Buddies aus alten Zeiten anrufe, dann fragen die\u00a0nicht: \u00bbHey Franky, gibt\u2019s eigentlich einen Grund, warum\u00a0du anrufst?\u00ab Denn sie kennen mich gut genug und wissen,\u00a0dass ich einfach Lust habe, mal wieder ein paar Worte mit\u00a0ihnen zu wechseln. Das geht \u00fcbrigens in beide Richtungen\u00a0\u2013 manchmal rufen sie auch mich an.<\/p>\n<p>Normal ist das leider nicht. Viele Leute, die sich nach\u00a0vielen Jahren aus dem Nichts heraus bei mir melden, wollen\u00a0etwas von mir. Einen Job zum Beispiel. Oder eine Information.\u00a0Da gibt es zuerst ein paar allgemeine einleitende S\u00e4tze,\u00a0um die Form zu wahren, und dann kommt unweigerlich:\u00bbH\u00f6r mal, Frank, was ich dich fragen wollte &#8230;\u00ab Ich finde\u00a0das spooky.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Das Leben ist viel zu spannend, um oberfl\u00e4chlich zu bleiben<\/strong><\/p>\n<p>Entspannte Gespr\u00e4che\u00a0ohne Hintergedanken.\u00a0Wenn ich jemanden mag, m\u00f6chte ich mit ihm reden\u00a0und den Kontakt zu ihm halten, das ist f\u00fcr mich ein Lebenselixier.\u00a0Da gibt es kein \u00bbum zu\u00ab als Hintergedanken.\u00a0Ich will mich mit ihm austauschen, mich authentisch zeigen\u00a0k\u00f6nnen, und im Gegenzug etwas von der Person meines\u00a0Gegen\u00fcbers erfahren. Das Leben ist viel zu spannend,\u00a0um oberfl\u00e4chlich zu bleiben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Small Talk ist nur ein erstes Abtasten der Wellenl\u00e4nge<\/strong><\/p>\n<p>Jetzt k\u00f6nnte man den Schluss ziehen, ich w\u00e4re ein Gegner\u00a0von Small Talk. Bin ich aber nicht. Im Grunde ist Small Talk\u00a0ja nur ein erstes Abtasten: Ist das Gegen\u00fcber\u00a0beweglich genug im Kopf, um ein Gespr\u00e4ch\u00a0nicht versanden zu lassen? Liegt man ungef\u00e4hr\u00a0auf einer Wellenl\u00e4nge? Kann da eine tiefere\u00a0Beziehung draus werden? Small Talk funktioniert eigentlich\u00a0genauso wie Parship: Ist da ein Matching oder nicht?\u00a0Das reicht f\u00fcr eine erste Einsch\u00e4tzung.<\/p>\n<p>Ich wundere mich dar\u00fcber, wie viele sich mit Small Talk\u00a0schwertun. Da k\u00f6nnen schon mal vier sch\u00fcchterne Leute\u00a0beieinanderstehen und das Gespr\u00e4ch schleppt sich dahin\u00a0beziehungsweise kommt erst gar nicht zustande. Nach ein\u00a0paar Anstandsminuten k\u00f6nnen sie endlich die Flucht ergreifen\u00a0und sich einem anderen Gr\u00fcppchen anschlie\u00dfen, in\u00a0dem es nicht auff\u00e4llt, dass sie nichts zum Gespr\u00e4ch beizutragen\u00a0haben.<\/p>\n<p>Dabei kann jeder Smalltalken. Du musst ja nur einmal\u00a0die Woche einen Blick in ein paar Magazine werfen \u2013 Bunte,\u00a0Kicker und Stern reichen vollkommen aus. Dann kannst\u00a0du \u00fcberall mitreden und hast auch immer ein unverf\u00e4ngliches Thema parat, wenn das Gespr\u00e4ch ins Stocken ger\u00e4t.<\/p>\n<p>Nur Weniges ist tabu beim Small Talk, Politik und Berufliches\u00a0zum Beispiel.\u00a0Nicht vergessen: Small hei\u00dft klein. Allzu viele Erwartungen\u00a0sollte man an den Inhalt so einer Plauderei also\u00a0nicht haben. Doch sie kann immer auch die Starthilfe f\u00fcr\u00a0ein tieferes Gespr\u00e4ch sein.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Klingelton aus der Vergangenheit<\/strong><\/p>\n<p>14.46 Uhr. Um 15.00 Uhr wartet ein wenig erfreulicher Termin\u00a0auf mich. Eine knappe Viertelstunde habe ich noch\u00a0Zeit. Ich lehne mich in meinem Stuhl zur\u00fcck,\u00a0mit dem Matchboxauto in der Hand gehe ich\u00a0das Telefonbuch meines Herzens durch. \u00bbWas\u00a0macht eigentlich Arno?\u00ab, \u00fcberlege ich. Gemeinsam\u00a0haben wir ein paar Stories erlebt, \u00fcber die wir\u00a0heute noch lachen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Wie wir zum Beispiel mal mit\u00a0der gesamten Belegschaft von Stein Promotions ein besonders\u00a0erfolgreiches Jahr feierten. Er war als unser Anwalt und\u00a0Freund der Firmen-Familie auch dabei. Motto der Veranstaltung:\u00a0Prollparty in Palma. Dresscode: Bad Style. Wir\u00a0sind tats\u00e4chlich nach \u00bbMalle\u00ab geflogen, ein Trupp von 150\u00a0Leuten, die M\u00e4nner in Trainingsanz\u00fcgen aus Ballonseide,\u00a0Adiletten und wei\u00dfen Socken, die Frauen aufgebrezelt wie\u00a0Vorstadt-Tussen. In El Arenal ging es dann gleich ab in den\u00a0\u00bbBierk\u00f6nig\u00ab, einem ungeheuren Schuppen mit Platz f\u00fcr\u00a05.000 Ballermann-Touristen, wo wir die Nacht durchfeierten.\u00a0Unvergessen, wie Arno die Tanzfl\u00e4che unsicher machte\u00a0und in der Nacht am Strand mit uns Schlager tr\u00e4llerte. Am\u00a0n\u00e4chsten Morgen flogen wir wieder zur\u00fcck nach D\u00fcsseldorf.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Trainingsanz\u00fcge\u00a0aus Ballonseide\u00a0und Adiletten &#8211; Mittendrin im &#8222;Wei\u00dft Du noch?&#8220;<\/strong><\/p>\n<p>So etwas verbindet. Nachdem ich zu einer anderen Agentur\u00a0gewechselt bin, sind wir uns immer wieder mal \u00fcber\u00a0den Weg gelaufen. An unserer wunderbaren Beziehung hat\u00a0sich nicht viel ge\u00e4ndert, die Chemie stimmt immer noch.<\/p>\n<p>Ich nehme mein Handy und rufe ihn an. Arno freut sich.\u00a0\u00bbMensch Franky! Das ist ja sch\u00f6n, dass du anrufst. Du, ich\u00a0muss gleich los, aber ein paar Minuten habe ich Zeit.\u00ab Und\u00a0schon sind wir mittendrin im \u00bbWei\u00dft du noch?\u00ab\u00a0Innerhalb von ein paar Herzschl\u00e4gen hat sich das Bild\u00a0v\u00f6llig gewandelt. Ich warte nicht mehr auf einen bl\u00f6den\u00a0Termin, sondern f\u00fchre ein tolles Gespr\u00e4ch mit einem alten\u00a0Kumpel. Ein paar Worte gen\u00fcgen, und es ist alles wieder\u00a0da. Die alten Zeiten waren nat\u00fcrlich nicht so hell und\u00a0strahlend, wie man meinen k\u00f6nnte, wenn man uns zuh\u00f6ren\u00a0w\u00fcrde. Da ist nat\u00fcrlich auch Verkl\u00e4rung mit im Spiel. Aber\u00a0warum denn nicht? Arno und ich wissen das. Tausendmal\u00a0besser als das Schlechtreden im Nachhinein.<\/p>\n<p>Es geht nat\u00fcrlich nicht nur um die immer gleichen drei\u00a0Anekdoten, die man am Telefon durchnudelt. Die sind nur\u00a0das Intro. So eine alte Wei\u00dft-du-noch-Story ist dazu da, die\u00a0Gespr\u00e4chspartner schnell auf Betriebstemperatur zu bringen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Nach der Vergangenheit sind Gegenwart und Zukunft\u00a0dran. \u00bbWas machst du denn gerade? Wie geht es dir?\u00ab Wir\u00a0reden nicht \u00fcber Weltpolitik, und \u00fcber den Beruf auch nur,\u00a0um zu fragen: \u00bbWas ist eigentlich aus dem Sowieso geworden?\u00ab Ich will in so einem Gespr\u00e4ch private Impulse bekommen.\u00bb Hast du dir jetzt wirklich das Motorrad gekauft,\u00a0von dem du immer getr\u00e4umt hast, oder kommt das noch?\u00ab<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Zur Not tut\u00b4s eine SMS oder ein Direkt-Tweet f\u00fcr ein Flashback<\/strong><\/p>\n<p>Wie sieht es mit dir aus? Wen w\u00fcrdest du heute gerne\u00a0anrufen? Bestimmt ist das jemand, zu dem du schon immer einen besonderen Draht hattest. Du hast ihn gemocht\u00a0und gesch\u00e4tzt und warst traurig, als eure Berufswege auseinander\u00a0gingen. So wie bei mir wird sich auch bei dir im\u00a0Laufe deines Berufslebens ein Kreis von Menschen herausgebildet\u00a0haben, mit denen dich mehr als das rein Berufliche\u00a0verbindet. Bei jeder Station in meinem Berufsleben ist eine\u00a0Handvoll Menschen dazugekommen, mit denen ich mich\u00a0verbunden f\u00fchle und an die ich mich gerne erinnere. Und\u00a0von denen ich wei\u00df, dass auch sie sich \u00fcber ein unverhofftes\u00a0Flashback freuen.<\/p>\n<p>Nie war es so leicht, sich einfach mal zu melden. Zur Not\u00a0tut es auch eine SMS, eine Direktnachricht auf Twitter, eine\u00a0Whatsapp. Das ist zwar kein echter Dialog, daf\u00fcr\u00a0ist der Aufwand denkbar gering \u2013 wie viele\u00a0Sekunden brauchst du f\u00fcr 140 Zeichen? Miteinander\u00a0telefonieren ist nat\u00fcrlich noch besser.<\/p>\n<p>Mit deinem Smartphone kannst du von \u00fcberall anrufen:\u00a0vom Bahnsteig, wenn der Zug zehn Minuten Versp\u00e4tung\u00a0hat, aus dem Auto im Stau \u2013 oder wenn du gerade in einem\u00a0Buch einen Abschnitt fertig gelesen hast &#8230;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Energiesauger-Alarm<\/strong><\/p>\n<p>(Wolltest du nicht jemanden anrufen? Hast du gemacht?\u00a0Na, dann ist es ja gut &#8230;)\u00a0Ich habe mich gefragt: Was haben die Menschen gemeinsam,\u00a0zu denen ich auch nach vielen Jahren noch gerne den\u00a0Kontakt halte? Um diese Frage zu beantworten, m\u00f6chte ich\u00a0hier zun\u00e4chst die Kollegen und Mitarbeiter vorstellen, mit\u00a0denen ich ganz gewiss keine f\u00fcr beide Seiten bereichernde\u00a0Beziehung haben kann.\u00a0Wie viele Sekunden\u00a0brauchst du f\u00fcr\u00a0140 Zeichen?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Mieselprieme stecken an &#8211; sie sind der Schrecken der Galaxis<\/strong><\/p>\n<p>Das sind diejenigen, zu denen du gut gelaunt ins Zimmer\u00a0gehst, und wenn du nach f\u00fcnf Minuten wieder herauskommst,\u00a0f\u00fchlst du dich bleischwer und dein Tag ist tr\u00fcber\u00a0geworden. Wenn es regnet, jammern sie, dass die Sonne\u00a0nicht scheint, und wenn der Himmel blau ist, ist ihnen zu\u00a0hei\u00df oder zu trocken. Sie haben immer etwas auszusetzen.\u00a0Ich nenne sie die Mieselprieme.<\/p>\n<p>Nicht dass wir uns missverstehen: Mit Mieselpriemen\u00a0sind nicht die Totalausf\u00e4lle gemeint, die monate- und jahrelang\u00a0an ihrem Arbeitsplatz anwesend sind,\u00a0ohne dass etwas dabei herauskommt. Bei diesen\u00a0Nicht-Leistern merkt man ja kaum, dass\u00a0sie \u00fcberhaupt da sind. Wenn sie nicht k\u00fcndbar sind, dann\u00a0muss man sie eben mit durchziehen. Das ist in einem gewissen\u00a0Rahmen verschmerzbar. Ich meine auch nicht die\u00a0Bedenkentr\u00e4ger; in jedem Unternehmen sollten Leute sein,\u00a0die sich nicht gleich von einer Hurra-Stimmung anstecken\u00a0lassen. Nein, Mieselprieme sind der Schrecken der Galaxis:<\/p>\n<p>Wie Schwarze L\u00f6cher saugen sie dir deine Energie ab.\u00a0Diesen Schwarzen L\u00f6chern begegnest du \u00fcberall. Typisches\u00a0Beispiel: Betriebsausflug. Die Planer organisieren mit\u00a0viel Herzblut und oft sogar in ihrer Freizeit ein attraktives\u00a0Programm, das weit \u00fcbers gemeinsame Essen hinausgeht.<\/p>\n<p>Doch egal, ob es in den Klettergarten oder auf die Go-Cart-Bahn geht, ob man gemeinsam Schlitten f\u00e4hrt oder in\u00a0Rennwagen auf dem N\u00fcrburgring \u2013 nie im Leben werden\u00a0100 Prozent der Beschenkten sagen: Dieser Tag war super!<\/p>\n<p>Nat\u00fcrlich macht kein Programm der Welt alle aus einer\u00a0Gruppe gleichzeitig gl\u00fccklich. Aber man k\u00f6nnte doch auch\u00a0einfach mal sagen: \u00bbNaja, dieses Mal war es f\u00fcr mich ein wenig zu sportlich, daf\u00fcr k\u00f6nnen wir ja n\u00e4chstes Jahr mal\u00a0in einem Wellness-Hotel abh\u00e4ngen.\u00ab<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Auf 25 Mitarbeiter kommt ein Mieselpriem<\/strong><\/p>\n<p>Offensichtlich sehen das nicht alle so. Denn da ist immer\u00a0ein bestimmter Prozentsatz der Belegschaft , der grunds\u00e4tzlich\u00a0meckert und n\u00f6rgelt. Meine Faustregel: Auf 25 Mitarbeiter\u00a0kommt ein Mieselpriem.<\/p>\n<p>Einmal wollten wir feiern, dass eines unserer neu gegr\u00fcndeten\u00a0B\u00fcros innerhalb k\u00fcrzester Zeit auf zwei Dutzend\u00a0Mitarbeiter angewachsen war \u2013 ein gro\u00dfartiger\u00a0Erfolg! Die Organisatoren der Feier hatten etwas\u00a0Besonderes auf die Beine gestellt: ein gemeinsames\u00a0Koch-Event. Sie hatten sich viele\u00a0Gedanken gemacht und an den wundersch\u00f6n\u00a0geschm\u00fcckten Tischen die \u00bbDigitalen\u00ab, die\u00a0\u00bbPR-ler\u00ab und die \u00bbEventler\u00ab bunt gemischt. Ich fand den\u00a0Abend rundum gelungen.<\/p>\n<p>Zwei Tage sp\u00e4ter bekam ich von\u00a0einer Mitarbeiterin das Feedback: \u00bbJa, war ja ganz nett, aber\u00a0mit dem Kochen &#8230; also &#8230; da h\u00e4tte man auch was anderes\u00a0machen k\u00f6nnen.\u00ab Auf meine Frage: \u00bbWas denn?\u00ab kam\u00a0nur die Antwort: \u00bbWei\u00df nicht.\u00ab Umgehend verpflichtete\u00a0ich sie, die n\u00e4chste Betriebsfeier zu organisieren. Mit dieser\u00a0\u00bbErziehungsma\u00dfnahme\u00ab habe ich allerdings mir und allen\u00a0anderen keinen Gefallen getan: Das Highlight des von ihr\u00a0organisierten Abends war \u2013 Schrottwichteln.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>\u00bbDas h\u00e4tte man\u00a0anders machen\u00a0m\u00fcssen.\u00ab \u2013\u00a0\u00bbWie denn?\u00ab \u2013\u00a0\u00bbWei\u00df nicht.\u00ab<\/strong><\/p>\n<p>Meckerer bekommen nichts Innovatives auf die Reihe.\u00a0Wo soll\u2019s auch herkommen, wenn ein Gro\u00dfteil ihrer kreativen\u00a0Energie dabei drauf geht, andere zu verpetzen und\u00a0ihren \u00c4rger wiederzuk\u00e4uen. So wie ich von Herzen positiv\u00a0bin, sind sie im innersten Kern negativ gepolt. Weil sie\u00a0im privaten Umfeld kaum Kontakte haben \u2013 wie auch? Die\u00a0meisten machen einen gro\u00dfen Bogen um sie \u2013 halten sie\u00a0sich an den Berufskollegen schadlos. Die k\u00f6nnen nicht\u00a0wegrennen.<\/p>\n<p>Menschen mit negativer Ausstrahlung werden nirgendwo\u00a0gebraucht. In der Kreativbranche am allerwenigsten.\u00a0Aber auch in keiner Werkstatt, in keinem Einzelhandelsgesch\u00e4ft, in keinem Sportverein &#8230; Sie merken noch nicht\u00a0einmal, was sie anrichten. Sobald sie ihren M\u00fcll bei dir abgeladen\u00a0haben, gehen sie pfeifend weiter.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Befreiungsschlag gegen ein destruktives Schwarzes Loch<\/strong><\/p>\n<p>Ein Extrembeispiel im Umgang mit Schwarzen L\u00f6chern\u00a0habe ich vor Jahren erlebt. Mein damaliger Chef war wie\u00a0ein Dynamo, er hatte die F\u00e4higkeit, seine\u00a0Mitarbeiter zu begeistern und zu H\u00f6chstleistungen\u00a0anzuspornen. Doch einer meiner\u00a0Kollegen war ein ganz besonders destruktives\u00a0Schwarzes Loch. Da kam auch die geballte Strahlkraft des\u00a0H\u00e4uptlings nicht gegen an. Der Mitarbeiter machte einen\u00a0guten Job, keine Frage, aber wenn es ein Meeting gab, und\u00a0er war mit von der Partie, konntest du sicher sein, dass er\u00a0herummaulte. Wir waren damals 150 Leute in der Agentur,\u00a0und dieser eine Mensch ist uns allen tierisch auf die Nerven\u00a0gegangen.<\/p>\n<p>Eines Tages kam mein Chef zu mir ins B\u00fcro und sagte:\u00a0\u00bbIch habe XY gefeuert.\u00ab Nach der ersten, geradezu reflexhaften Erleichterung \u2013 \u00bbGott sei Dank ist der weg\u00ab \u2013 fragte\u00a0ich: \u00bbWas war denn los?\u00ab Die Antwort hat mich fassungslos\u00a0gemacht: \u00bbIch konnte ihn einfach nicht mehr sehen!\u00ab Das\u00a0war alles.\u00a0Selbst seine geballte\u00a0Strahlkraft kam nicht\u00a0dagegen an.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Chefs m\u00fcssen sogar die Belegschaft vor Mieseprimen sch\u00fctzen<\/strong><\/p>\n<p>Das darf man doch nicht!, dachte ich. Man kann doch\u00a0keinen Mitarbeiter entlassen, nur weil er ein Mieselpriem\u00a0ist. Aber dann verstand ich: Ein Chef darf das nicht nur, er\u00a0muss das tun! Er muss seine Belegschaft vor den sumpfigen\u00a0Ausd\u00fcnstungen solcher Typen sch\u00fctzen. Der Aufhebungsvertrag\u00a0war bestimmt nicht ganz billig, aber es war gut angelegtes\u00a0Geld.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Es ist hart, jemanden vor die T\u00fcr zu setzen, f\u00fcr alle Beteiligten.\u00a0Deshalb habe ich mir damals ganz fest vorgenommen,\u00a0es m\u00f6glichst niemals so weit kommen zu lassen. Als\u00a0Entscheider habe ich immer sehr penibel darauf geachtet,\u00a0solche Leute gar nicht erst einzustellen. Sie k\u00f6nnen so brillant\u00a0sein, wie sie wollen, wenn sie konsequent schlechte\u00a0Stimmung verbreiten, will ich sie nicht um mich haben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Schnell war klar:\u00a0Der Typ ist ein\u00a0Nussknacker<\/strong><\/p>\n<p>Als zwei meiner Mitarbeiterinnen wieder einmal ein\u00a0Vorstellungsgespr\u00e4ch f\u00fchrten, nahm ich mir die Zeit und\u00a0setzte mich mit an den Tisch. Der Juniorberater\u00a0in spe kam mit den besten Empfehlungen\u00a0und ich war neugierig, was das f\u00fcr einer ist.\u00a0Nach wenigen Minuten war klar: Der Typ ist\u00a0ein Nussknacker. Das war keine Nervosit\u00e4t, der war einfach\u00a0so. Steif bis zum Scheitel, l\u00e4hmend. Ich f\u00fchlte mich\u00a0wie schockgefrostet. Nach zehn Minuten stand ich auf und\u00a0ging, die anderen beiden befragten den Kandidaten noch\u00a0tapfer weiter. Als der Bewerber endlich verabschiedet war,\u00a0fragte ich sie: \u00bbUnd?\u00ab Sie drucksten ein wenig herum und\u00a0sagten: \u00bbNaja, der war schon ein bisschen merkw\u00fcrdig. War\u00a0schnell klar, dass der es nicht wird.\u00ab Aber um ihn nicht vor\u00a0den Kopf zu sto\u00dfen, hatten sie ihn noch die geplanten zwei\u00a0Stunden interviewt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Beziehungsunf\u00e4hige geh\u00f6ren nicht in Teams oder auf den Job von Kundenberatern<\/strong><\/p>\n<p>Ich frage mich: Warum denn? Ein aufrichtiges Feedback\u00a0h\u00e4tte ihm tausendmal mehr gebracht als falsche R\u00fccksichtnahme.\u00a0Ich bin sicher, der junge Mann war alles andere als\u00a0dumm. Aber leider auch v\u00f6llig unf\u00e4hig, zu anderen Menschen\u00a0eine Beziehung aufzubauen. Wenn so jemand einen\u00a0Job macht, bei dem er in seinem kleinen B\u00fcro allein vor\u00a0sich hinwurstelt, dann k\u00f6nnte er f\u00fcr ein Unternehmen ein\u00a0Gewinn sein. Aber als Juniorberater mit direktem Kundenkontakt,\u00a0fast ausschlie\u00dflich im Team arbeitend, w\u00e4re er eine\u00a0Katastrophe gewesen.<\/p>\n<p>Vielleicht findest du es unangemessen und ungerecht,\u00a0wenn ich so unverbl\u00fcmt \u00fcber bestimmte Menschentypen\u00a0urteile. Jedes T\u00f6pfchen findet sein Deckelchen, hei\u00dft es ja\u00a0immer, und manche glauben, das g\u00e4lte auch f\u00fcr Mieselprieme\u00a0und Nussknacker. Ich will es aber ganz deutlich\u00a0sagen, dass es Menschen gibt, die ganz und gar ungeeignet\u00a0sind f\u00fcr eine Zusammenarbeit mit anderen. Und ich mache\u00a0auch keinen Hehl daraus, dass ich die nicht in meiner\u00a0Mannschaft haben will. Nicht nur, weil ich selbst schlechte<\/p>\n<p>Laune bekomme, sondern auch, weil alle anderen sich mit\u00a0einem faulen Apfel in ihrer Mitte mehr anstrengen m\u00fcssten.\u00a0Wenn ich jemanden anrufe, um mir \u2013 und ihm! \u2013 den\u00a0Tag ein wenig heller zu machen, geh\u00f6rt er ganz gewiss nicht\u00a0zu diesen negativen Menschen. Es gibt aber noch Menschen\u00a0aus einer weiteren Gruppe, die sich nicht f\u00fcr diese Anrufe\u00a0eignet.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Auf die Stillen kann man sich verlassen<\/strong><\/p>\n<p>Ich meine die Grauen, die Stillen. Das sind freundliche, kluge\u00a0und leistungsbereite Menschen, aber es gibt nichts Pers\u00f6nliches,\u00a0das ich mit ihnen besprechen k\u00f6nnte.\u00a0Die Stillen kommunizieren fast ausschlie\u00dflich auf beruflicher Ebene. \u00bbIch habe da mal eine Liste zusammengestellt.\u00a0\u00ab Oder: \u00bbHerr XY ist leider erst in einer\u00a0Woche wieder erreichbar, ich habe ihm eine\u00a0Nachricht hinterlassen.\u00ab Oder: \u00bbIch habe das\u00a0Intranet wieder zum Laufen gebracht.\u00ab Super.\u00a0Gut mitgedacht, Arbeit vorangetrieben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Auf die Stillen\u00a0kann man sich in der Regel hundertprozentig verlassen.\u00a0Sie sind zuverl\u00e4ssig, ein Fels in der Brandung, manchmal\u00a0sogar brillant. Und trotzdem sto\u00dfen sie auf der Karriereleiter\u00a0schnell an eine gl\u00e4serne Decke. Denn sie sind nur\u00a0als Funktionstr\u00e4ger sichtbar, nicht als Mensch. Mancher\u00a0regt sich dar\u00fcber auf, dass der aufgeschlossene und kommunikative\u00a0Kollege, der nicht halb so viel Leistung bringt\u00a0wie der Stille im selben B\u00fcro, Karriere macht, aber der\u00a0Stille oft nicht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Die Aufgeschlossenen\u00a0machen Karriere, die\u00a0Stillen nicht<\/strong><\/p>\n<p>Und genau das ist der Knackpunkt: In echten Beziehungen\u00a0menschelt es. Doch die Stillen wollen sich nicht in die\u00a0Karten schauen lassen \u2013 aus Angst, nicht professionell zu\u00a0erscheinen, aus einem Gef\u00fchl der falschen Scham oder der\u00a0Minderwertigkeit heraus oder was auch immer. Beliebt bei\u00a0denen, die \u00fcber eine berufliche Karriere entscheiden, wird\u00a0man auf diese Weise nicht. Und F\u00fchrungskraft meistens\u00a0auch nicht. Denn Inspirieren, Motivieren, das k\u00f6nnen die\u00a0Stillen nicht.<\/p>\n<p>Nur in Krisenzeiten, wenn die allzu Forschen\u00a0ein Tr\u00fcmmerfeld hinterlassen haben, kommen sie zum\u00a0Zuge. Ich w\u00fcrde an ihrer Stelle allerdings nicht darauf setzen,\u00a0dass sich f\u00fcr sie eine L\u00fccke auftut.\u00a0Wer sich in der zweiten und dritten Reihe wohlf\u00fchlt und\u00a0meint, auch ohne engere Kontakte zu Kollegen auszukommen,\u00a0den soll man nicht zwingen, aus dem Schatten hervorzutreten.<\/p>\n<p>Ich habe da keinen Missionarstrieb. Das ist in\u00a0Ordnung, wenn es f\u00fcr die Stillen auch in Ordnung ist. Aber\u00a0oft ist es so, dass diese Stillen kreuzungl\u00fccklich sind. Sie leiden\u00a0darunter, dass sie nicht gesehen werden, ihre Leistung\u00a0nicht genug anerkannt und weniger wertgesch\u00e4tzt wird.<\/p>\n<p>Da ist es wieder, das Thema Beziehungen. Zu Mieselpriemen\u00a0sind gute Beziehungen nicht m\u00f6glich, weil sie\u00a0dich runterziehen. Nussknacker l\u00e4hmen. Und\u00a0bei den Stillen gibt es erst gar keinen Ankn\u00fcpfungspunkt,\u00a0denn sie zeigen nur ihr rein\u00a0berufliches Gesicht. Was sie als Menschen\u00a0ausmacht, bleibt geheim. Wie will ein Stiller mit anderen\u00a0kommunizieren, wenn er Fenster und T\u00fcren verrammelt?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Wer einen Tarnmantel \u00fcberwirft, zu dem sind Beziehungen schwer<\/strong><\/p>\n<p>Ich kann keine Beziehung zu jemandem haben, der sich einen\u00a0Tarnmantel \u00fcberwirft. Ich will wissen: Was ist das f\u00fcr\u00a0einer? Wof\u00fcr brennt er? Wovon tr\u00e4umt er?\u00a0Mieselprieme \u00e4ndern sich meiner Erfahrung nach\u00a0nicht. Ich habe nie erlebt, dass so ein bis ins Mark negativer\u00a0Mensch auf einmal entdeckt, wie sch\u00f6n die Welt ist. Und\u00a0es ist f\u00fcr einen H\u00f6lzernen extrem schwierig, sich locker zu\u00a0machen. Ich habe allerdings schon \u00f6fter gesehen, dass sich\u00a0ein Stiller zu einem offeneren Menschen mit tragenden Beziehungen\u00a0entwickelt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Wenn die Forschen\u00a0ein Tr\u00fcmmerfeld\u00a0hinterlassen haben<\/strong><\/p>\n<p><strong>Raus aus der Schattenecke!<\/strong><\/p>\n<p>Einen Extremfall erlebte ich bei einer meiner fr\u00fcheren\u00a0Agenturen. Dort war eine durch und durch rationale, sachliche\u00a0Mitarbeiterin angestellt. Ich nenne sie hier mal Klara.\u00a0Sie war eine vorbildlich organisierte, zuverl\u00e4ssige Kollegin;\u00a0wie ein Schweizer Uhrwerk, brillant, fehlerlos. Aber auch\u00a0unauff\u00e4llig, zur\u00fcckhaltend und auf den ersten Blick zu hundert\u00a0Prozent spa\u00dfbefreit. Ich habe kaum zwei S\u00e4tze mit ihr\u00a0gewechselt, die sich nicht direkt auf die Arbeit bezogen. Es\u00a0war ganz klar: Sie war die perfekte zweite Frau und w\u00fcrde\u00a0niemals in die erste Reihe vorsto\u00dfen. (Wollte sie das \u00fcberhaupt?\u00a0Ich wusste es nicht.)<\/p>\n<p>Dann gab es ein Agenturfest: Karaoke und Kickern. Wie\u00a0\u00fcblich bildeten sich Gr\u00fcppchen heraus; es gibt ja immer\u00a0diejenigen, die mehr oder weniger ausgelassen\u00a0feiern, und die anderen, die am Eistee nippen\u00a0und um halb zehn nach Hause gehen. Ich wei\u00df\u00a0bis heute nicht, was den Ansto\u00df gab, doch pl\u00f6tzlich stand\u00a0Klara aus der Eistee-Ecke auf, griff sich das Mikrofon, stellte\u00a0sich mitten in das Licht des Spotstrahlers und sang mit\u00a0geschlossenen Augen und voller Leidenschaft ein Lied von\u00a0Alanis Morissette. Sie hatte es drauf, sie war sogar noch\u00a0besser als Alanis. Uns allen fielen die Kinnladen runter, wir\u00a0konnten es gar nicht glauben! Wenn ich an diesen Moment\u00a0denke, bekomme ich heute noch eine G\u00e4nsehaut.Als das Lied zu Ende war, herrschte ein paar Sekunden\u00a0absolute Stille, dann brandete frenetischer Applaus auf.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Die Angst, als Mensch sichtbar zu werden<\/strong><\/p>\n<p>Klara musste das Lied noch mal singen. Es war die Geburtsstunde\u00a0einer ganz neuen Frau. Sie hatte den Mut gefunden,\u00a0uns eine ihrer Facetten zu zeigen, die niemand an ihr gekannt hatte. Es war nat\u00fcrlich keine 180-Grad-Drehung,\u00a0niemand \u00e4ndert sich grundlegend von heute auf morgen.\u00a0In der n\u00e4chsten Zeit war Klara immer noch zur\u00fcckhaltend,\u00a0aber ihre allzu glatte Oberfl\u00e4che hatte erste Spr\u00fcnge\u00a0bekommen. Sie hatte ihre Angst \u00fcberwunden, als Mensch\u00a0sichtbar zu werden. Die Bef\u00fcrchtung l\u00e4cherlich zu wirken\u00a0und sich zur Zielscheibe des Spotts zu machen, war unbegr\u00fcndet.\u00a0Ganz im Gegenteil: Zum ersten Mal hatte sie offene\u00a0Zustimmung erhalten. Der Applaus tat ihr gut. Schritt\u00a0f\u00fcr Schritt wurde sie in der folgenden Zeit kommunikativer\u00a0und selbstbewusster. Brillant war sie immer gewesen, doch\u00a0nun traute sie sich auch zu, sichtbar zu werden.<\/p>\n<p>Irgendwann trennten sich unsere Wege. Sp\u00e4ter las ich,\u00a0dass Klara CEO einer gro\u00dfen Agentur geworden ist. Sie\u00a0wurde eine beliebte Chefin, hat Top-Teams\u00a0gef\u00fchrt und tolle Kunden beraten, sammelte\u00a0viele Erfolge ein. Das h\u00e4tte ich vor der Alanis-Nacht nie im Leben f\u00fcr m\u00f6glich gehalten. Und sie wahrscheinlich\u00a0auch nicht. Klara hat es verdient. Sie hat ihren\u00a0Weg gefunden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Trainerwechsel<\/strong><\/p>\n<p>H\u00e4tte es etwas ge\u00e4ndert, wenn ich als Vorgesetzter mir vorgenommen\u00a0h\u00e4tte, mehr auf die Stillen zu achten und sie gezielt\u00a0zu f\u00f6rdern? Nicht viel. Denn sie sind ja meist genau\u00a0dort, wo ihr Setting an F\u00e4higkeiten sie hintr\u00e4gt: An einer\u00a0eher unauff\u00e4lligen Stelle machen sie einen guten Job. W\u00fcrde\u00a0ich ihnen mehr Verantwortung \u00fcbertragen, w\u00fcrde es kaum\u00a0funktionieren. Denn dazu m\u00fcssten sie kommunizieren, Beziehungen\u00a0eingehen, sich als Menschen und nicht nur als\u00a0Sie traute sich,\u00a0sichtbar zu werden.\u00a0ausf\u00fchrende Organe zeigen, begeistern k\u00f6nnen. Und das ist\u00a0genau die Rolle, in der sich die Stillen, wenn sie sich nicht\u00a0weiterentwickeln, weder wohlf\u00fchlen noch Erfolg haben\u00a0werden. Man darf nicht vergessen: Viele von ihnen passen\u00a0genau dorthin, wo sie sind \u2013 in die zweite Reihe.<\/p>\n<p>Manchmal kann ich stille Menschen mit meiner \u00fcbersprudelnden\u00a0Art ein wenig mitrei\u00dfen. Ich mache gerne\u00a0auch mehrere Anl\u00e4ufe, schaue, ob es Themen gibt, auf die\u00a0sie anspringen. Sie sollen ja keine Partyrobben werden, aber\u00a0sie tauen ein wenig auf und fangen auch mal an zu l\u00e4cheln.<\/p>\n<p>Ich kann ein Tor aufmachen, aber durchgehen m\u00fcssen sie\u00a0selber. Sie sind dann erstaunt, dass es ihnen nicht schadet,\u00a0sich ein wenig zu \u00f6ffnen und lockerer zu sein. Und dann\u00a0\u00fcberraschen sie mich, zum Beispiel mit einem erfrischenden\u00a0Harald-Schmidt-Humor, der zuvor unter einer dicken\u00a0Schicht Zur\u00fcckhaltung versteckt war.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Im Beruf geht es zu wie auf einer B\u00fchne<\/strong><\/p>\n<p>Manche Stille machen andere daf\u00fcr verantwortlich, dass\u00a0sie nicht auf dem Radar sind. Wenn jemand anderes auf eine\u00a0Stelle gesetzt wurde, auf der sie sich selbst schon\u00a0gesehen haben, dann klagen sie: \u00bbDa werden\u00a0Leute von au\u00dfen geholt, und meine Leistung\u00a0wird nicht gesehen.\u00ab Nun, ich finde, Vorgesetzte\u00a0m\u00fcssen nicht mit dem Tr\u00fcffelsuchger\u00e4t herumlaufen.<\/p>\n<p>Manchmal gelingt es, ein Mauerbl\u00fcmchen aus der Ecke zu\u00a0holen, aber man darf nicht vergessen, dass es zu einem gro\u00dfen\u00a0Teil an den Stillen selbst liegt, wenn sie unzufrieden sind.\u00a0Im Beruf geht es nun mal wie auf einer B\u00fchne zu: Du zeigst,\u00a0was du kannst. Ein Artist, der nur daheim im Wohnzimmer\u00a0exzellent ist, aber auf der B\u00fchne glanzlos und ohne Aura herumsteht,\u00a0der muss sich nicht wundern, wenn sein Publikum\u00a0ausbleibt. Wer gerne gesehen werden m\u00f6chte, muss den Mut\u00a0haben, auch mal andere Facetten von sich anzubieten. Er\u00a0muss Statements senden, beziehungsbereit sein. Sonst wird\u00a0das eher nichts.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Raus aus der Schublade &#8211; mit dem Wechsel des Arbeitgebers<\/strong><\/p>\n<p>Manchmal f\u00fchren auch andere Wege raus aus der Schublade.Ein Wechsel des Arbeitgebers kann Wunder wirken.\u00a0In neuer Umgebung f\u00e4llt es leichter, sich neu zu zeigen. Und\u00a0vielleicht ist da ja auch ein Chef, der die F\u00e4higkeiten besser\u00a0zu sch\u00e4tzen wei\u00df als der alte. Es ist wie beim Trainerwechsel\u00a0in der Bundesliga \u2013 mit einem neuen Trainer kommt eine\u00a0neue Chance.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Wenn Angebote immer vergleichbarer werden, entscheidet der Faktor Mensch<\/strong><\/p>\n<p>Jeder hat seine eigene Geschichte, seine eigene Temperatur.\u00a0Ich zum Beispiel bin sehr kommunikativ, auf die laute und\u00a0raumgreifende Art. So bin ich einfach. Ich wei\u00df,\u00a0dass das nicht jeder mag, ich polarisiere \u2013 einigen\u00a0gehe ich sogar ziemlich auf den Wecker.<\/p>\n<p>Aber das ist nicht schlimm. Ich will und kann\u00a0nicht von jedem geliebt werden. Im Durchschnitt ist das Urteil:\u00a0\u00bbDer Frank, der ist in Ordnung, aber auch manchmal\u00a0ganz sch\u00f6n schr\u00e4g &#8230;\u00ab Damit kann ich sehr gut leben.\u00a0Ich \u00fcberzeuge andere nicht auf die Powerseller-Art, sondern\u00a0mit meiner Begeisterung. Ich halte nichts von meiner\u00a0Pers\u00f6nlichkeit unterm Deckel, damit bin ich f\u00fcr andere\u00a0voll sichtbar.<\/p>\n<p>Ich bin absolut positiv getunt, alles andere als\u00a0h\u00f6lzern, und ich biete meinem Gegen\u00fcber hundert Stellen\u00a0zum Andocken. Am wohlsten f\u00fchle ich mich, wenn\u00a0in einem Gespr\u00e4ch nicht nur Informationsp\u00e4ckchen \u00fcber\u00a0den Tisch hin- und hergeschoben werden, sondern wenn\u00a0es menschelt. Damit habe ich alle Voraussetzungen, viele\u00a0gute \u00bbkleine\u00ab Beziehungen einzugehen. Ich habe das Gl\u00fcck,\u00a0dass in einer Gesch\u00e4ftswelt, in der die Angebote immer vergleichbarer\u00a0werden, immer noch auch der Faktor Mensch\u00a0entscheidet.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Was Beziehungen wertvoll macht: Menschen erg\u00e4nzen sich, sind zusammen mehr<\/strong><\/p>\n<p>Franky, der perfekte \u00dcberflieger? Ganz bestimmt nicht!\u00a0Ich bin auf andere Menschen als Korrektiv angewiesen.\u00a0Meine Frau zum Beispiel. Dass sie Menschen besser einsch\u00e4tzen\u00a0kann als ich, hat sie schon oft bewiesen. Ich finde\u00a0es faszinierend, wie schnell sie Menschen durchschaut,\u00a0w\u00e4hrend ich noch euphorisch oder ablehnend bin. Ich denke\u00a0auch an meinen ehemaligen B\u00fcrokollegen Timo, das Finanzgenie.\u00a0Der konnte genau das, was ich nicht kann: alles\u00a0was mit Zahlen zu tun hat. Auch dies ist etwas, was Beziehungen\u00a0so wertvoll macht: Menschen erg\u00e4nzen sich, sind\u00a0gemeinsam mehr als einzeln.<\/p>\n<p>Diejenigen, mit denen ich mich auch \u00fcber Jahrzehnte\u00a0hinweg verbunden f\u00fchle, sind nicht die Mieselprieme, nicht\u00a0die Nussknacker und meistens auch nicht die Stillen. Es\u00a0sind die Menschen mit einer offenen und positiven Grundeinstellung\u00a0dem Leben gegen\u00fcber. Diejenigen, mit denen\u00a0ich gemeinsame Erlebnisse teile, die mich erg\u00e4nzen und\u00a0besser machen. Wenn dann auch noch eine gewisse Leichtigkeit\u00a0bei gleichzeitiger Bodenst\u00e4ndigkeit dazukommt und\u00a0ein \u00e4hnlicher Humor, dann bin ich gl\u00fccklich.<\/p>\n<p>Andere Menschen m\u00f6gen andere Eigenschaften. Immer\u00a0aber gilt, dass du nur dann entscheiden kannst, ob du jemanden\u00a0gut leiden kannst, wenn diese Eigenschaften sichtbar werden. Erst dann ist der Weg\u00a0frei f\u00fcr eine echte Beziehung. Diese Menschen\u00a0Menschen, mit denen\u00a0du gute Momente teilst.sind es, die du gerne mal anrufst und bei denen du dich\u00a0freust, wenn sie sich bei dir unerwartet melden. Aus solchen\u00a0Begegnungen sch\u00f6pfen beide Seiten positive Energie,\u00a0bei Bedarf punktgenau abrufbar durch ein kurzes \u00bbHallo,\u00a0wie geht\u2019s dir?\u00ab Am Ende des Tages sind es genau diese Beziehungen,\u00a0die das Leben mit purer Magie bereichern und\u00a0es lebenswert machen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-660836\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/04\/Kc3b6nige20der20Blogosphc3a4re-300x212.jpg\" alt=\"K%c3%b6nige%20der%20Blogosph%c3%a4re\" width=\"300\" height=\"212\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/04\/Kc3b6nige20der20Blogosphc3a4re-300x212.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/04\/Kc3b6nige20der20Blogosphc3a4re-424x300.jpg 424w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/04\/Kc3b6nige20der20Blogosphc3a4re.jpg 650w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Frank Behrendts Buchauszug aus &#8222;Liebe dein Leben und nicht deinen Job&#8220;\u00a0 &nbsp; Warum Behrendt als exklusive Leseprobe sein Kapitel 6 f\u00fcr die Leser des Management-Blogs ausgew\u00e4hlt hat, den er selbst seit etlichen Jahren liest und auch Stamm-Gastautor ist: &#8222;In diesem &hellip; <a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2016\/09\/12\/buchauszug-aus-frank-behrendts-liebe-dein-leben-und-nicht-deinen-job\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":19,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[5964,1890,2617],"class_list":["post-662320","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","tag-liebe-dein-leben-und-nicht-deinen-job","tag-buchauszug","tag-frank-behrendt"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/662320","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/users\/19"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=662320"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/662320\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=662320"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=662320"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=662320"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}