{"id":662290,"date":"2016-10-23T18:43:29","date_gmt":"2016-10-23T16:43:29","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=662290"},"modified":"2016-10-23T18:43:29","modified_gmt":"2016-10-23T16:43:29","slug":"partner-ist-den-deutschen-wichtiger-als-die-karriere-interview-marion-buettgen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2016\/10\/23\/partner-ist-den-deutschen-wichtiger-als-die-karriere-interview-marion-buettgen\/","title":{"rendered":"Partner ist den Deutschen wichtiger als die Karriere &#8211; Interview Marion B\u00fcttgen"},"content":{"rendered":"<h1><\/h1>\n<p><strong>Personaler haben einen blinden Fleck: Sie untersch\u00e4tzen den Einfluss der Lebenspartner auf die Karriereschritte ihrer Mitarbeiter. Der ist deutlich gewachsen ist, hat Marion B\u00fcttgen, Professorin an der Uni Hohenheim vom Lehrstuhl f\u00fcr Unternehmensf\u00fchrung erforscht.<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_657630\" style=\"width: 443px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-657630\" class=\"size-full wp-image-657630\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2015\/07\/B\u00fcttgen_MarionHomepage.jpg\" alt=\"Marion B\u00fcttgen, Professorin am Lehrstuhl f\u00fcr Unternehmensf\u00fchrung an der Universit\u00e4t Hohenheim\" width=\"433\" height=\"650\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2015\/07\/B\u00fcttgen_MarionHomepage.jpg 433w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2015\/07\/B\u00fcttgen_MarionHomepage-199x300.jpg 199w\" sizes=\"auto, (max-width: 433px) 100vw, 433px\" \/><p id=\"caption-attachment-657630\" class=\"wp-caption-text\">Marion B\u00fcttgen, Professorin am Lehrstuhl f\u00fcr Unternehmensf\u00fchrung an der Universit\u00e4t Hohenheim<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Frau B\u00fcttgen, Sie haben untersucht, inwieweit die Partner die Versetzung ihres Mannes oder ihrer Frau in eine andere Stadt oder ins Ausland\u00a0beeinflussen. Sollten Unternehmen k\u00fcnftig den Partner gleich mit einladen, wenn sie ihren Mitarbeitern einen Job an einem anderen Standort anbieten?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Marion<\/strong> <strong>B\u00fcttgen:<\/strong> Gute Idee, dann k\u00f6nnten sie zumindest versuchen, Vorbehalte im Hinblick auf den Partner und seine Bereitschaft, einen Ortswechsel mitzutragen, abzubauen. Denn Frauen sch\u00e4tzen die Jobalternativen ihrer M\u00e4nner an einem neuen Ort beispielsweise schlechter ein, als die es selbst tun.\u00a0Entweder sind M\u00e4nner unrealistisch positiv oder Frauen untersch\u00e4tzen die Chancen ihrer m\u00e4nnlichen Partner woanders. Auf jeden Fall k\u00f6nnte das dazu f\u00fchren, dass Frauen ein Jobangebot ablehnen, weil sie sich Sorgen um die <span style=\"color: #000000\"><a style=\"color: #000000\" href=\"http:\/\/www.wiwo.de\/themen\/karriere\">Karriere<\/a><\/span> ihres Partners machen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Und M\u00e4nner verhalten sich anders, wenn es um ihre eigene Versetzung und die m\u00f6gliche Beeintr\u00e4chtigung der Karriere ihrer Frau geht?<\/strong><\/p>\n<p>Ja. M\u00e4nner, die vor der Frage stehen, ob sie eine neue Stelle an einem anderen Ort antreten wollen oder nicht, ber\u00fccksichtigen die Job-Alternativen ihrer Frauen weniger, als die es umgekehrt tun.<\/p>\n<p>Fest steht f\u00fcr beide, M\u00e4nner wie Frauen: Sie nehmen heute insgesamt mehr R\u00fccksicht auf ihre Partner, wenn sie eine Entscheidung f\u00fcr einen neuen Job treffen. Die Bereitschaft des Partners, mitzugehen, hat einen starken Einfluss auf die eigene Entscheidung. Und das nicht nur im Hinblick auf die Jobaussichten des Partners: heimatliche Wurzeln werden ebenfalls ber\u00fccksichtigt. Auch dies gilt f\u00fcr Frauen st\u00e4rker als f\u00fcr M\u00e4nner, wenn sie ein Wechselangebot erhalten.<\/p>\n<p><strong>Ist den Kandidaten heute ihre Partnerschaft und Familie wichtiger als die Karriere?<\/strong><br \/>\nIn der Tendenz ja. Die Work-Life-Balance wird immer wichtiger, vor allem bei den j\u00fcngeren Mitarbeitern, der sogenannten Generation Y. Sie bewertet Partnerschaft und Privatleben inzwischen h\u00f6her als die Generationen zuvor. Das zeigt sich auch in unseren Studienergebnissen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Karriere kommt f\u00fcr J\u00fcngere also definitiv nach dem Partner und der Familie? Dann m\u00fcssen Unternehmen schnellstens umdenken.<\/strong><\/p>\n<p>Karriere machen um jeden Preis ist nicht mehr die Devise. Zudem ist es ohnehin nicht mehr \u00fcblich, lebenslang bei nur einer Firma zu arbeiten. Also kann man heute ein Jobangebot an einem Standort, der sich mit der Partnerschaft nicht gut vereinbaren l\u00e4sst, auch eher mal ausschlagen, ohne dass man die eigene Karriere gef\u00e4hrdet. Die Verhandlungsmacht der Arbeitnehmer ist im Zuge des demografischen Wandels ja deutlich st\u00e4rker geworden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>&#8230;wenn man nicht gerade Vorstand wird bei genau dem Unternehmen?<\/strong><\/p>\n<p>Richtig, in den Dax-Vorst\u00e4nden sind einige Kandidaten, die ihrem Unternehmen lebenslang treu waren.\u00a0Ola K\u00e4llenius, der Kronprinz von<span style=\"color: #000000\"> <a style=\"color: #000000\" href=\"http:\/\/boerse.wiwo.de\/include_suchbox.htn?sektion=portrait&amp;suchbegriff=DE0007100000\">Daimler<\/a>&#8211;<\/span>Vorstandschef Dieter Zetsche, ist so jemand. Aber wie gesagt, diese Karrieren sind heute Ausnahmen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Ist das den Personalern klar und haben sie das im Hinterkopf, wenn sie die Karrieren der Mitarbeiter planen?<\/strong><\/p>\n<p>Nein, ich denke, dass das Bewusstsein bei Personalern noch nicht ausgepr\u00e4gt ist.\u00a0Der Fokus liegt bislang auf den Mitarbeitern. Nur bei Auslandseins\u00e4tzen beziehen sie die Partner mit ein, aber auch dabei meist erst sp\u00e4t: in der Umsetzungs- und nicht schon der Entscheidungsphase.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Dabei erz\u00e4hlen es Kandidaten Headhuntern oft und die klagen landauf, landab \u00fcber die angeblich mangelnde Flexibilit\u00e4t der Kandidaten.<\/strong><\/p>\n<p>Denen wird der wahre Grund wohl auch \u00f6fter gesagt: Mein Partner zieht nicht mit, deshalb sage ich den Job ab. Gegen\u00fcber <span style=\"color: #000000\"><a style=\"color: #000000\" href=\"http:\/\/www.wiwo.de\/erfolg\/jobsuche\/personalberater-die-100-wichtigsten-headhunter\/9346260.html\">Headhuntern<\/a><\/span> sind die Leute ehrlicher, denn sie verk\u00f6rpern nicht das Unternehmen. Dem Personalberater begegnen sie vielleicht nie wieder im Leben. Da verdirbt man sich als Kandidat nichts, mag mancher denken. Das ist beim eigenen Unternehmen anders. Interne Kandidaten gestehen ihrer eigenen Personalabteilung meist nicht den wahren Grund f\u00fcr eine Absage. Sie wollen ihre Karriere nicht verderben. Dann lehnen sie beispielsweise eine Position im Ausland aus anderen sachlichen, aber eben nur vorgeschobenen Gr\u00fcnden ab. Dass sie die Position nicht so attraktiv finden oder dass sie f\u00fcr ihre Karriere nicht so attraktiv ist, etwa.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Personaler haben einen blinden Fleck: Sie untersch\u00e4tzen den Einfluss der Lebenspartner auf die Karriereschritte ihrer Mitarbeiter. 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