{"id":662072,"date":"2016-07-30T01:37:46","date_gmt":"2016-07-29T23:37:46","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=662072"},"modified":"2016-08-01T12:06:33","modified_gmt":"2016-08-01T10:06:33","slug":"mark-zuckerberg-ist-der-ceo-des-neuen-typs-motivation-und-markenbotschafter-gastbeitrag-von-regina-mehler","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2016\/07\/30\/mark-zuckerberg-ist-der-ceo-des-neuen-typs-motivation-und-markenbotschafter-gastbeitrag-von-regina-mehler\/","title":{"rendered":"Mark Zuckerberg ist der CEO des neuen Typs: Motivator und Markenbotschafter. Gastbeitrag von Regina Mehler"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Mark Zuckerberg steht f\u00fcr einen neuen Unternehmertyp: Der den gro\u00dfen Auftritt beherrscht und sich authentisch inszeniert. Der Facebook-Gr\u00fcnder gibt eine klare Unternehmenslinie vor und lebt Digitalisierung und Innovation. Deutsche CEO&#8217;s k\u00f6nnen sich von dem Facebook-Gr\u00fcnder eine Menge abschauen, findet Regina Mehler, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin der Markenberatung 1st Row, Referentin der Uni St.Gallen und CEO der Rednerinnen-Vermittlungsagentur Woman Speaker Foundation (Gastbeitrag)<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_662073\" style=\"width: 660px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-662073\" class=\"size-full wp-image-662073\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/07\/Regina_Mehler_quer_klein.jpg\" alt=\"Regina Mehler\" width=\"650\" height=\"433\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/07\/Regina_Mehler_quer_klein.jpg 650w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/07\/Regina_Mehler_quer_klein-300x200.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/07\/Regina_Mehler_quer_klein-450x300.jpg 450w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><p id=\"caption-attachment-662073\" class=\"wp-caption-text\">Regina Mehler<\/p><\/div>\n<p>Digitalisierung, Transformation, Innovation \u2013 Unternehmen stehen vor gro\u00dfen Aufgaben. Der Druck auf CEOs w\u00e4chst. Ihnen kommt die Rolle des Motivators und Markenbotschafters zu, der den digitalen Wandel nach innen und au\u00dfen vertreten muss &#8211; glaubhaft. In meiner t\u00e4glichen Arbeit mit F\u00fchrungspers\u00f6nlichkeiten zeichnet sich deutlich ab, dass ein neuer Typus von Unternehmer und Unternehmenslenker gefragt ist. Er muss die Innovation und Digitalisierung leben und nach innen wie au\u00dfen sichtbar machen, einen neuen Spirit mitbringen und Mitarbeiter wie Kunden \u00fcberzeugen. Gelungenes Leadership Branding wird dabei zum existenziellen Instrument.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Mark Zuckerberg als pers\u00f6nliche Marke<\/strong><\/p>\n<p>Ein hervorragendes Beispiel in Sachen Leadership Branding ist Facebook-Co-Gr\u00fcnder Mark Zuckerberg. Auch wenn er sich gesch\u00e4ftlich nicht gern in die Karten schauen l\u00e4sst, und kritischen Fragen von Journalisten ausweicht, inszeniert er seine pers\u00f6nliche Marke professionell. Diese vier Prinzipien lassen sich analysieren, die f\u00fcr eine erfolgreiche Personenmarke heute entscheidend sind:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>1. Visual Storytelling und Pr\u00e4senz in den digitalen Medien<\/strong><\/p>\n<p>Mark Zuckerberg versteht es geschickt, alle modernen Unternehmenswerte \u2013 von der Innovation \u00fcber Nachhaltigkeit bis hin zur Work-Live-Balance &#8211; pers\u00f6nlich vorzuleben und geschickt zu visualisieren. In Jeans und T-Shirt pr\u00e4sentiert er etwa eine f\u00fcr heutige Unternehmenslenker entscheidende Hands-on-Mentalit\u00e4t.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Der nahbare, familienfreundliche Unternehmenslenker<\/strong><\/p>\n<p>Eine weitere visuelle Botschaft liegt in seinen immer gleichen Outfits: Er konzentriert sich aufs Wesentliche. Zudem arbeitet der Facebook Co-Gr\u00fcnder nicht in einem repr\u00e4sentativen Einzelb\u00fcro in der Chefetage \u2013 sein Schreibtisch steht mitten in einem riesigen Open Office des Konzerns. Einblicke in sein privates Leben gew\u00e4hrt er regelm\u00e4\u00dfig auf seinen digitalen Plattformen Facebook und Instagram \u2013 und wird so zum nahbaren, familienfreundlichen Unternehmenslenker.<\/p>\n<p>Viel besser noch versteht er den gro\u00dfen Auftritt mit Symbolcharakter. Wenn er sich wie auf dem Mobile World Congress inmitten eines VR(Virtual Reality)-bebrillten Publikums ablichten l\u00e4sst, erscheint er als der Zukunftsmacher schlechthin.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>2. Der Blick nach vorne: Klare Botschaften und Visionen<\/strong><\/p>\n<p>Nur wenn alle Mitarbeiter wissen, in welche Richtung sie laufen m\u00fcssen und damit auch alle gemeinsam an einem Strang ziehen, kann die Mammutaufgabe digitale Transformation gelingen. Das geht nur mit klaren Botschaften, die deutlich nach drau\u00dfen gesendet werden.<\/p>\n<p>Auf der F8-Entwicklerkonferenz skizzierte Mark Zuckerberg seine Vision f\u00fcr die kommenden zehn Jahre \u2013 und das nicht nur bezogen auf Facebook, sondern die allgemeinen gesellschaftlichen Entwicklungen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Kleine Botschaften als Unternehmenskultur &#8211; Mitarbeiter tragen sie gerne weiter<\/strong><\/p>\n<p>Kleines Karo war gestern.\u00a0Zuckerberg hat immer klare Botschaften im Gep\u00e4ck. Botschaften, die inspirieren sollen, die von den Mitarbeitern angenommen und gern weiter getragen werden, geh\u00f6ren inzwischen fest zur Facebook-Unternehmenskultur. So hat es etwa gerade Marianne D\u00f6lz, Facebook-Country Director der Region Deutschland, \u00d6sterreich und Schweiz, auf dem Innovation Summit mit der Deutscher Bahn in Frankfurt getan und dort mit Facebook-S\u00e4tzen, wie \u201eBetter done than perfect\u201c oder \u201eWhat would you do if you weren\u00b4t afraid\u201c inspiriert.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>3. Gemeinsam sind wir stark: Teamplayer<\/strong><\/p>\n<p>Immer wieder betont der Unternehmer Zuckerberg, dass einer allein niemals die beste L\u00f6sung voranbringen kann. Dazu passt, dass Zuckerberg auch offen daf\u00fcr ist, Feedback von seinen Mitarbeitern anzunehmen. Regelm\u00e4\u00dfig stellt er sich den Fragen seiner Besch\u00e4ftigten. Im Zeitalter des War of Talents und des Kritischen Verbrauchers sind F\u00fchrungspersonen, die authentisch im Sinne des Unternehmens auftreten, ein klarer Wettbewerbsvorteil: Erkenne ich als Bewerber, Mitarbeiter oder Kunde, wof\u00fcr das Unternehmen steht? Kann ich mich mit der Haltung identifizieren? Sprechen sie dort meine Sprache? Verfolgen sie Ziele, die ich gut finde?<\/p>\n<p>&nbsp;<br \/>\n<strong>4. Die neuen Werte: Mutig, offen und authentisch<\/strong><\/p>\n<p>Vom Silicon Valley nach Deutschland: In einer mutigen, offenen und authentischen Kommunikation liegt eine gro\u00dfe Chance f\u00fcr deutsche Konzerne und Mittelst\u00e4ndler. Es geht darum, dass Innovation nicht nur in den eigenen vier Firmenw\u00e4nden passiert, sondern die Haltung, Ideen und Themen des Unternehmens drau\u00dfen sichtbar werden. Der oberste Absender muss der Unternehmenslenker sein. Die meist zitierten Beispiele der letzten Jahre waren Claus Hipp und dm-Gr\u00fcnder G\u00f6tz Werner, die nachweislich den Erfolg des Unternehmens beeinflussten.<\/p>\n<p>Doch neue Leadership-Brands leben bereits die oben beschriebenen Prinzipien:<\/p>\n<p>Beispiel Opel: Der Konzern hat verstanden, dass ein \u201eUmparken im Kopf\u201c \u00fcberlebenswichtig ist und Digitalisierung und Innovation in diesem Prozess neben hervorragenden Produkten zu den wichtigsten Vehikeln geh\u00f6ren. Und war auch mutig genug, das Thema durchzuziehen. Nicht nur Marketingchefin Tina M\u00fcller, sondern auch Opel-Chef Karl-Thomas Neumann, treten selbst daf\u00fcr \u00f6ffentlich immer wieder ein.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Auch Opel-CEO Neumann twittert selbst f\u00fcr seine 12.800 Follower<\/strong><\/p>\n<p>So twittert etwa der Opel-CEO regelm\u00e4\u00dfig auf einem eigenen Account und konnte damit schon mehr als 12.800 Follower gewinnen. Er pr\u00e4sentiert sich nicht nur regelm\u00e4\u00dfig auf Events der Automobilbranche, sondern ist auch auf ganz anderen Plattformen anzutreffen, etwa im Influencer-Programm des internationalen Karriereportals LinkedIn oder als Autor f\u00fcr die deutsche Karriereplattform Xing. Im wachsenden Wettbewerb um die besten Talente haben authentische und kompetente Beitr\u00e4ge, in denen der CEO \u00fcber den eigenen Tellerrand blickt und sein Know how teilt, nachhaltige Wirkung.<\/p>\n<p>Noch st\u00e4rker sind seine Auftritte im zweiw\u00f6chigen Youtube-Webcast. Wenn er mit sympathischem L\u00e4cheln seine Community in jedem Clip mit \u201eDear Friends and Followers\u201c begr\u00fc\u00dft und neue innovative Produkte des Konzerns selbst ausprobiert, ist es ganz klar, dass er hinter der Marke Opel steht und die Trendwende des Automobilherstellers mit ganzem Herzen vorantreibt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Zetsche in Jeans und Turnschuhen &#8211; und mit Humor als Botschafter f\u00fcr junge Leute<\/strong><\/p>\n<p>Ein zweites Beispiel, wie sich ein Unternehmensmanager heute pr\u00e4sentieren muss, stammt ebenfalls aus einem Automobilkonzern \u2013 vielleicht ein Zeichen, wie stark diese Branche von disruptiven Trends bedroht ist. Dieter Zetsche wagte auf der j\u00fcngsten Noah Conference in Berlin den Dialog mit Travis Kalanick, einem Superstar der Digitalisierung. Das ist kein gew\u00f6hnlicher Auftritt f\u00fcr einen Daimler-Chef. Zetsche nutzt ihn f\u00fcr sich und zeigt dem jungen Publikum ohne Krawatte, in Jeans und Turnschuhen, dass sein Konzern die neue Zeit verstanden hat. Mit klaren Worten, nahbar und authentisch mit einer Portion Humor.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Vaude-Chefin von Dewitz als Rennradfahrerin mit Work-Life-Balance<\/strong><\/p>\n<p>Jenseits der Automobilbranche ist Antje von Dewitz, Chefin der Marke Vaude, ein wunderbares Beispiel f\u00fcr gelungenes Leadership Branding. Mit Mut hat sie die alte Unternehmenskultur des Outdoor-Ausr\u00fcsters gedreht. Stand fr\u00fcher mit ihrem Vater das Modell Einsamer Entscheider an der Spitze, macht nun eine Frau den Weg frei f\u00fcr ein modernes Unternehmen mit neuen Teamstrukturen und flexiblen Arbeitszeitmodellen. Sie verfolgt die Vision von einem \u00f6kologisch produzierenden und handelnden Produzenten. Ganz entscheidend ist aber: Antje von Dewitz lebt diese Vision und tr\u00e4gt ihr Markenversprechen deutlich sichtbar nach au\u00dfen \u2013 etwa, wenn sie mit ihrem Rennrad zur Arbeit kommt, sich den Fotografen in gr\u00fcner Funktionsjacke zeigt oder an zwei Nachmittagen p\u00fcnktlich um 17 Uhr das B\u00fcro verl\u00e4sst.<\/p>\n<p>Das alles zahlt sich aus: Sie hat nicht nur Preise f\u00fcr ihr Engagement gewonnen und zahlreiche positive Presseberichte ausgel\u00f6st, sondern konnte in den letzten Jahren auch den Umsatz deutlich steigern. Das sollte auch Skeptiker milde stimmen: Wenn am Ende die Zahlen passen, ist das das beste Argument f\u00fcr das Thema Leadership Branding.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>\u00dcber Regina Mehler: Sie ist Gr\u00fcnderin von 1st Row und entwickelt Leadership Brands und pers\u00f6nliche Experten-Marken f\u00fcr Executives und Unternehmensleitung. Als Unternehmensberaterin ist sie Experte f\u00fcr Innovations- und Ver\u00e4nderungsmanagement mit Kernkompetenz im Marketing. Mehler hat mehr als 20 Jahren Berufserfahrung in F\u00fchrungsrollen der IT-Branche bei Siebel, Software AG und Adobe. Sie ist CEO der Woman Speaker Foundation und ist Beirat des europ\u00e4ischen Marketingnetzwerkes CMO Council. Sie ist Autorin von \u201eDer Phoenix-Effekt\u201c, Member of Board im Deutschen Gr\u00fcnderverband und Referentin an der Uni St. Gallen.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Mark Zuckerberg steht f\u00fcr einen neuen Unternehmertyp: Der den gro\u00dfen Auftritt beherrscht und sich authentisch inszeniert. Der Facebook-Gr\u00fcnder gibt eine klare Unternehmenslinie vor und lebt Digitalisierung und Innovation. 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