{"id":661413,"date":"2016-06-09T18:54:20","date_gmt":"2016-06-09T16:54:20","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=661413"},"modified":"2016-06-10T01:37:24","modified_gmt":"2016-06-09T23:37:24","slug":"gpra-chef-uwe-kohrs-ueber-den-vertrauensindex-2016-und-das-verlorene-vertrauen-in-die-automanager-gastkommentar","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2016\/06\/09\/gpra-chef-uwe-kohrs-ueber-den-vertrauensindex-2016-und-das-verlorene-vertrauen-in-die-automanager-gastkommentar\/","title":{"rendered":"GPRA-Chef Uwe Kohrs \u00fcber den Vertrauensindex 2016 und das verlorene Vertrauen in die Automanager &#8211; Gastkommentar"},"content":{"rendered":"<div>Einmal im Jahr erhebt die GPRA, der Verband der Kommunikationsagenturen, wie viel Vertrauen die Deutschen denn so den einzelnen Branchen entgegenbringen. Wer ganz unten steht? Die Finanzbranche. Wer im Vergleich zum Vorjahr am meisten Vertrauen verloren hat? Ebenso erwartbar: die Automobilindustrie.\u00a0Die einst vertrauensw\u00fcrdige Branche (vor einem Jahr noch auf Platz vier) ist auf Platz 13 von 15 Branchen abgerutscht und liegt mit 28,4 Indexpunkten knapp vor Finanzen (27,7) und Energie (27,2), so die GPRA-Studie.<\/div>\n<div>Am meisten Vertrauen haben die Konsumenten dagegen in den Maschinenbau gefolgt von Gastgewerbe und Touristik sowie der Elektroindustrie.<\/div>\n<div><\/div>\n<div><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-661523\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/06\/Vertrauensindex-GPRA_April16.png\" alt=\"Vertrauensindex-GPRA_April16\" width=\"615\" height=\"458\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/06\/Vertrauensindex-GPRA_April16.png 615w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/06\/Vertrauensindex-GPRA_April16-300x223.png 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/06\/Vertrauensindex-GPRA_April16-403x300.png 403w\" sizes=\"auto, (max-width: 615px) 100vw, 615px\" \/><\/div>\n<div><\/div>\n<div><\/div>\n<div><\/div>\n<div>Besonders interessant ist aber die Frage, welchen F\u00fchrungseliten die Deutschen am meisten vertrauen: denn dieses Vertrauen ist &#8222;dramatisch niedrig&#8220; laut GPRA-Studie.<\/div>\n<div>Im Detail: &#8222;Besonders gro\u00df ist das Misstrauen gegen\u00fcber F\u00fchrungskr\u00e4ften der Finanzbranche und der Automobilindustrie.&#8220;\u00a0Die Kosmetikindustrie liegt hier vorne: 22 Prozent haben hier ein sehr hohes bzw. 31 Prozent ein eher hohes Vertrauen gegen\u00fcber den F\u00fchrungskr\u00e4ften.\u00a0Bemerkenswert: weiblichen F\u00fchrungskr\u00e4ften in der Finanzbranche bringen die Befragten gr\u00f6\u00dferes Vertrauen entgegen als m\u00e4nnlichen Kollegen.<\/div>\n<div><\/div>\n<div>.<\/div>\n<div><\/div>\n<div><\/div>\n<div><\/div>\n<div><\/div>\n<div>\n<div id=\"attachment_661427\" style=\"width: 660px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-661427\" class=\"size-full wp-image-661427\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/05\/GPRA-Praesident-Uwe-Kohrs-2013.jpg\" alt=\"Uew Kohrs, Pr\u00e4sident des Kommunikationsverbands GPRA\" width=\"650\" height=\"488\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/05\/GPRA-Praesident-Uwe-Kohrs-2013.jpg 650w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/05\/GPRA-Praesident-Uwe-Kohrs-2013-300x225.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/05\/GPRA-Praesident-Uwe-Kohrs-2013-400x300.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><p id=\"caption-attachment-661427\" class=\"wp-caption-text\">Uwe Kohrs, Pr\u00e4sident des Kommunikationsverbands GPRA<\/p><\/div>\n<\/div>\n<div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Uwe Kohrs, Pr\u00e4sident der GPRA, kommentiert: &#8222;Das Defizit der F\u00fchrungseliten&#8220;<\/strong><\/p>\n<p><em>&#8222;Eigentlich haben wir schon seit Jahren ein F\u00fchrungsproblem, denn F\u00fchrung hat ja vor allem mit Vertrauen zu tun. Dieses Vertrauen aber ist uns abhanden gekommen. Zum Vergleich: Vor drei Jahren sagten die Befragten noch, dass sie ausgerechnet Helmut Schmidt &#8211; der damals schon \u00fcber 90 Jahre alt war \u2013 von allen Politikern und Unternehmenslenkern am meisten trauen. Daran wird deutlich, dass die heutigen F\u00fchrungseliten ein Defizit haben.<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong><em>Riesenmisstrauen gegen\u00fcber Automanagern\u00a0<\/em><\/strong><\/p>\n<p><em>Zum Beispiel die Autoindustrie: 80 Prozent der Befragten misstrauen aktuell den Auto-Managern. &#8222;Deren Popstars in den Vorst\u00e4nden wie Matthias M\u00fcller oder zuvor Martin Winterkorn wollen sich trotz des Dieselgate-Desasters Boni aussch\u00fctten und halten zehn Prozent Verzicht schon f\u00fcr eine heroische Tat. Das ist eine typisch deutsche Attit\u00fcde: Weil es nun mal so im Vertrag geregelt ist, steht es ihnen formal ja auch zu. Diese Verwaltungsmentalit\u00e4t funktioniert bis hoch in den Vorstand. Von einem Gesp\u00fcr f\u00fcr die Menschen und deren Erwartungen da drau\u00dfen ist jedenfalls im Anspruchsverhalten der Manager nichts zu merken.<\/em><\/p>\n<p><em>Sie sind wie zwei Paralleluniversen: Der Vorstand mit seiner Innenwahrnehmung und die Menschen drau\u00dfen haben sich abgekoppelt. Sie sind ein Mikrokosmos geworden,\u00a0wo der normale Mensch nur eine untergeordnete Rolle zu spielen scheint &#8211; dabei ist VW ein systemrelevantes Unternehmen in Deutschland mit volkswirtschaftlichen Auswirkungen.\u00a0<\/em><\/p>\n<p><em>Die richtige Ansage w\u00e4re gewesen: &#8222;Wir k\u00f6nnen uns keine Boni auszahlen, wenn wir gleichzeitig Leute nach Hause schicken, weil wir Fehler gemacht haben.&#8220;\u00a0<\/em><\/p>\n<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong><em>F\u00fchrung mit Gesten und Haltung<\/em><\/strong><\/p>\n<div>\n<p><em>F\u00fchrung hat eben auch\u00a0viel mit Gesten und Haltung zu tun. Sicherlich haben sich die VW-Vorst\u00e4nde bei der Formalie Boni nichts weiter gedacht. Aber eben genau dieser Umstand spiegelt die Sicht und Haltung einer F\u00fchrungselite wider, die isoliert agiert. Der \u201eR\u00fcckzieher\u201c als Reaktion auf den \u00f6ffentlichen Aufschrei hat das Ganze noch verschlimmbessert. Denn wer drei Wochen braucht, um den Boni-Beschluss zu revidieren, \u00a0zeigt, dass die Entscheidung nicht aus Integrit\u00e4t heraus gefallen ist, sondern vielleicht erst als Reaktion auf einen Kommentar von Dietmar Hawranek im &#8222;Spiegel&#8220;. Von einer echten F\u00fchrungselite kann man mehr Augenma\u00df erwarten.<\/em><\/p>\n<p><em>Die Handlungsmaxime scheint &#8222;Tarnen, T\u00e4uschen und verpissen&#8220; zu sein, daher haben die Menschen drau\u00dfen keine Akzeptanz mehr und sind genervt. Da kommen keine angemessenen Gesten, keine Symbole f\u00fcr eine verantwortliche Haltung, sie setzen kein Zeichen f\u00fcr Ver\u00e4nderung.<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<\/div>\n<p><strong><em>Top-Manager k\u00f6nnen sich nicht mehr erkl\u00e4ren<\/em><\/strong><\/p>\n<div>\n<p><em>Das Misstrauen in die Eliten ist durchg\u00e4ngig sichtbar, \u00fcberall. Die Top-Manager tun sich schwer, vern\u00fcnftig zu kommunizieren, den Menschen zu erkl\u00e4ren, was sie tun und warum sie es tun. Helmut Schmidt dagegen konnte das.<\/em><\/p>\n<p><em>F\u00fchrungseliten seines Zuschnitts haben Integrit\u00e4t, die man ihnen zugeordnet hat. Dies fu\u00dfte auf dem Vertrauen, dass die Manager eine gute Ausbildung haben und in unserem Interesse handeln. Heute dagegen\u00a0hat sich das abgekoppelt. Der Grundgedanke der Menschen ist: Die Top-Manager machen ihren Job nicht mehr f\u00fcr uns, sondern f\u00fcr ihre Boni, frei nach dem Motto: Jeder ist selbst der N\u00e4chste!<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<\/div>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-661423\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/05\/gpra.f\u00fchrungsvertrauenm\u00e4nnerfrauen.jpg\" alt=\"gpra.f\u00fchrungsvertrauenm\u00e4nnerfrauen\" width=\"650\" height=\"459\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/05\/gpra.f\u00fchrungsvertrauenm\u00e4nnerfrauen.jpg 650w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/05\/gpra.f\u00fchrungsvertrauenm\u00e4nnerfrauen-300x212.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/05\/gpra.f\u00fchrungsvertrauenm\u00e4nnerfrauen-425x300.jpg 425w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div><\/div>\n<div>\u00a0<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-661424\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/05\/gpra.m\u00e4nnerfrauenvetrauenbranchen.jpg\" alt=\"gpra.m\u00e4nnerfrauenvetrauenbranchen\" width=\"650\" height=\"459\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/05\/gpra.m\u00e4nnerfrauenvetrauenbranchen.jpg 650w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/05\/gpra.m\u00e4nnerfrauenvetrauenbranchen-300x212.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/05\/gpra.m\u00e4nnerfrauenvetrauenbranchen-425x300.jpg 425w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><\/div>\n<p>Quelle: GPRA-Vertrauensindex April 2016<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-660836\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/04\/Kc3b6nige20der20Blogosphc3a4re-300x212.jpg\" alt=\"K%c3%b6nige%20der%20Blogosph%c3%a4re\" width=\"300\" height=\"212\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/04\/Kc3b6nige20der20Blogosphc3a4re-300x212.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/04\/Kc3b6nige20der20Blogosphc3a4re-424x300.jpg 424w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/04\/Kc3b6nige20der20Blogosphc3a4re.jpg 650w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Einmal im Jahr erhebt die GPRA, der Verband der Kommunikationsagenturen, wie viel Vertrauen die Deutschen denn so den einzelnen Branchen entgegenbringen. 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