{"id":661253,"date":"2016-05-17T12:17:51","date_gmt":"2016-05-17T10:17:51","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=661253"},"modified":"2016-05-17T12:34:21","modified_gmt":"2016-05-17T10:34:21","slug":"unternehmer-umfrage-digitalisierung-wer-ein-straffes-pensum-vorgibt-will-keine-kreativitaet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2016\/05\/17\/unternehmer-umfrage-digitalisierung-wer-ein-straffes-pensum-vorgibt-will-keine-kreativitaet\/","title":{"rendered":"Unternehmens-Umfrage Digitalisierung: &#8222;Wer als Chef ein straffes Pensum vorgibt, will keine Kreativit\u00e4t&#8220;"},"content":{"rendered":"<p><strong>Die Digitalisierung wird ein Job-Motor prophezeit Commerzbank-Vorstand\u00a0Markus Beumer im Interview. 43 Prozent der Unternehmen wollen daf\u00fcr eigens neue Leute einstellen. Doch neue Mitarbeiter sind alleine keine L\u00f6sung, wenn sich nicht endlich die F\u00fchrungskultur der Manager \u00e4ndert, kritisiert der Experte f\u00fcr den Mittelstand.<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_656592\" style=\"width: 660px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-656592\" class=\"size-full wp-image-656592\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2015\/05\/Co-Ba.Markus-Beumer-Commerzbank-Vorstand_1964.jpg\" alt=\"Commerzbank-Vorstand Markus Beumer\" width=\"650\" height=\"433\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2015\/05\/Co-Ba.Markus-Beumer-Commerzbank-Vorstand_1964.jpg 650w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2015\/05\/Co-Ba.Markus-Beumer-Commerzbank-Vorstand_1964-300x199.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2015\/05\/Co-Ba.Markus-Beumer-Commerzbank-Vorstand_1964-450x300.jpg 450w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><p id=\"caption-attachment-656592\" class=\"wp-caption-text\">Commerzbank-Vorstand Markus Beumer<\/p><\/div>\n<p><strong>Herr Beumer, in Ihrer j\u00e4hrlich erscheinenden Mittelstandsstudie\u00a0<a href=\"http:\/\/(https:\/\/www.unternehmerperspektiven.de\/)\">www.unternehmerperspektiven.de<\/a>\u00a0<\/strong><strong>\u00a0mit 4.000 befragten Unternehmen haben Sie ermittelt, dass die Digitalisierung ein Jobmotor ist und 43 Prozent der Unternehmen Mitarbeiter einstellen wollen. Und zwar solche mit einem neuem Anforderungsprofil. Geht das zu Lasten der bisherigen Mitarbeiter &#8211; oder kommen die Neuen obendrauf?<\/strong><br \/>\nEs ist zun\u00e4chst eine fabelhafte Nachricht, dass die Unternehmen Personal aufbauen wollen. 43 Prozent der Befragten gehen tats\u00e4chlich davon aus, dass sie in Summe durch die Digitalisierung einen h\u00f6heren Personalbestand haben werden, obwohl sie auch die Einsparm\u00f6glichkeiten durch zunehmende Automatisierung sehen. Nur acht Prozent der befragten Mittelst\u00e4ndler gehen demgegen\u00fcber davon aus, dass die Digitalisierung in Summe zu einem niedrigeren Personalbestand in ihrem Unternehmen f\u00fchren wird.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>&#8230;welche Art Mitarbeiter brauchen die Unternehmen f\u00fcr die Digitalisierung konkret? Immerhin sagen 65 Prozent der Befragten, dass f\u00fcr sie Unterst\u00fctzung durch externe Spezialisten wichtiger wird.<\/strong><\/p>\n<p>Nehmen Sie zum Beispiel die Unternehmen aus dem Maschinenbau, die zwar sehr gut vernetzt sind mit den Fachhochschulen ihrer Region, aber dar\u00fcber bisher nur Techniker rekrutieren. Diese Firmen brauchen k\u00fcnftig mehr IT-Spezialisten oder auch Kreative aus anderen Bereichen &#8211; etwa Leute, die mit sozialen Medien umgehen k\u00f6nnen. Diese haben sie heute vielfach noch nicht an Bord. Denn die Produkte der Unternehmen werden sich \u00e4ndern. Wer heute Maschinen verkauft und einen Servicevertrag mit einem Kunden abschlie\u00dft, wird morgen den Output seiner Maschinen verkaufen. Daf\u00fcr braucht er die digitale WLAN-Vernetzung aller Maschinen &#8211; und der ganze Service \u00e4ndert sich. Oder sehen Sie sich einen Stahlh\u00e4ndler wie Kl\u00f6ckner an, der bislang einen gro\u00dfen Lagerbestand hat. Um diesen zu reduzieren, kann er dank Digitalisierung just-in-time immer zum besten Preis direkt an seinen Kunden durchliefern.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Wenn Unternehmen nur neue Mitarbeiter f\u00fcr eine L\u00f6sung halten, untersch\u00e4tzen die nicht ihre eigenen Mitarbeiter?<\/strong><\/p>\n<p>Richtig, das ist geradezu ein Reflex in den Unternehmen. Wer nur sagt, ich brauche neue Leute und diese sollen alles l\u00f6sen k\u00f6nnen, untersch\u00e4tzt die eigene Belegschaft. Nur gut ein Drittel der befragten Mittelst\u00e4ndler sieht den hohen Qualifizierungsbedarf \u00e4lterer Mitarbeiter als zentrale Aufgabe der Personalentwicklung an. So vergeben sie m\u00f6glicherweise die Chance, die eigenen Leute zu bef\u00e4higen. Sie unterstellen zudem, dass alle neuen Mitarbeiter von au\u00dfen automatisch besser sind &#8211; was nicht stimmt. Dabei leisten sie sich auch F\u00fchrungsfehler. Einerseits wollen Unternehmen Leute mit Fantasie, die nicht nur nach Vorgaben fertigen. Andererseits lassen sie diese nur nach harten Zielen und Vorgaben arbeiten, so dass sie gar nicht kreativ sein k\u00f6nnen. Wer als Vorgesetzter das Pensum straff durchdekliniert, kann gar nicht das Ausprobieren haben wollen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Es sind also Kapazit\u00e4tsfragen, weil in den vergangenen Jahren alle Personalreserven abgeschafft wurden und zu viele Leute entlassen?<\/strong><\/p>\n<p>Auch. Und es geht um den Kulturwandel und einen neuen F\u00fchrungsstil den Unternehmen. Einen, der Freir\u00e4ume gibt. Kommt dann ein Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer dazu, welcher sagt, er selbst sei der beste Experte im Unternehmen, wird jeder Kreative eingeengt und wir \u00fcber kurz oder lang weggehen. Aber das erkennen die Unternehmen langsam. Auch, dass sie zu straffe Vorgaben\u00a0machen: Denn wenn eine F\u00fchrungskraft die Rahmenbedingungen nie losl\u00e4sst und jeden Tag beispielsweise Rapport einfordert, der vertraut seinen Mitarbeitern nicht. Das ist ein Fehler. Denn selbst wenn mal etwas daneben geht, muss dies m\u00f6glich sein. So wie in der amerikanischen Unternehmenskultur: wer dort keine Insolvenz hingelegt hat, gilt als unerfahren. Wer dagegen hierzulande eine Pleite hinter sich hat, dessen Karriere ist oft beendet.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong><br \/>\nWas raten Sie den Unternehmern?<\/strong><\/p>\n<p>Die Manager m\u00fcssen lernen, auch mal ein neues Projekt zu beerdigen, wenn klar wird, dass es ein Irrweg ist. Stattdessen halten einige bis zuletzt an solchen Fehlprojekten fest und treiben sie mit Nachdruck weiter\u00a0&#8211; auch wenn es viel Geld kostet. Dahinter steckt oft nur eins: Sie wollen auf keinen Fall ihr Gesicht verlieren oder ihre eigene Karriere gef\u00e4hrden. Viele Fragen von morgen sind F\u00fchrungsfragen &#8211; auch diese geh\u00f6ren zur Digitalisierung.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong><a href=\"https:\/\/www.unternehmerperspektiven.de\/\">https:\/\/www.unternehmerperspektiven.de\/<\/a><\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-660836\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/04\/Kc3b6nige20der20Blogosphc3a4re-300x212.jpg\" alt=\"K%c3%b6nige%20der%20Blogosph%c3%a4re\" width=\"300\" height=\"212\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/04\/Kc3b6nige20der20Blogosphc3a4re-300x212.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/04\/Kc3b6nige20der20Blogosphc3a4re-424x300.jpg 424w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/04\/Kc3b6nige20der20Blogosphc3a4re.jpg 650w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Digitalisierung wird ein Job-Motor prophezeit Commerzbank-Vorstand\u00a0Markus Beumer im Interview. 43 Prozent der Unternehmen wollen daf\u00fcr eigens neue Leute einstellen. 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