{"id":661012,"date":"2016-04-29T23:33:22","date_gmt":"2016-04-29T21:33:22","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=661012"},"modified":"2016-04-29T23:44:15","modified_gmt":"2016-04-29T21:44:15","slug":"studie-korruption-jedes-siebte-unternehmen-entdeckte-schmiergeldfaelle-in-den-eigenen-reihen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2016\/04\/29\/studie-korruption-jedes-siebte-unternehmen-entdeckte-schmiergeldfaelle-in-den-eigenen-reihen\/","title":{"rendered":"Studie Korruption: Jedes siebte Unternehmen entdeckt Schmiergeldf\u00e4lle in den eigenen Reihen"},"content":{"rendered":"<p>In deutschen Unternehmen wird bestochen &#8211; nach wie vor.\u00a0 Im vergangenen Jahr wurden in jedem siebten Unternehmen hierzulande ein bedeutsamere Betrugs- oder Korruptionsfall entdeckt, im Jahr zuvor \u2013 also 2014 \u2013 war es immerhin noch jedes vierte Unternehmen. Das zeigt, dass Korruption durchaus eine gro\u00dfe Rolle spielt und die prominenten F\u00e4lle nicht unbedingt warnend gewirkt haben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Antikorruptionsrichtlinien &#8211; leider ohne Strafandrohungen<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Was die Unternehmen dagegen tun?\u00a0Fast alle deutschen Unternehmen (98 Prozent) haben interne Antibestechungs- oder Antikorruptionsrichtlinien und liegen damit \u00fcber dem internationalen Durchschnitt von 84 Prozent. Aber von den deutschen Firmen drohen nur 68 Prozent ihren Mitarbeitern darin auch Sanktionen an (weltweit: 75 Prozent). Damit liegen die deutschen Unternehmen nicht nur unter dem internationalen Durchschnitt, sondern sind gegen\u00fcber dem Vorjahr um acht Prozentpunkte zur\u00fcck gegangen. Dies zeigt eine Studie der Beratungsgesellschaft EY (vormals Ernst &amp; Young).<\/p>\n<p>Befragt hat EY 2.825 Unternehmen in 62 L\u00e4ndern weltweit und zwar die Vorst\u00e4nde \u00a0&#8211; insbesondere Finanzvorst\u00e4nde und Vorstandschefs &#8211; einerseits, aber auch Mitarbeiter aus dem Rechnungswesen und der Internen Revision. Der Befragungszeitraum lag zwischen Oktober 2015 und Januar 2016.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Manager haben immer noch zu wenig Unrechtsbewu\u00dftsein<\/strong><\/p>\n<div id=\"attachment_653180\" style=\"width: 210px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-653180\" class=\"size-medium wp-image-653180\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2014\/06\/Heissner.Stefan.ErnstYoung_neu_1c-2-200x300.jpg\" alt=\"Stefan Heissner, EY\" width=\"200\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2014\/06\/Heissner.Stefan.ErnstYoung_neu_1c-2-200x300.jpg 200w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2014\/06\/Heissner.Stefan.ErnstYoung_neu_1c-2.jpg 433w\" sizes=\"auto, (max-width: 200px) 100vw, 200px\" \/><p id=\"caption-attachment-653180\" class=\"wp-caption-text\">Stefan Hei\u00dfner, EY<\/p><\/div>\n<p>Stefan Hei\u00dfner, Studienverantwortlicher und Fraud-Experte bei EY, glaubt, dass klare Strafandrohungen auch bitter n\u00f6tig sind, weil das Unrechtsempfinden der Manager zu w\u00fcnschen \u00fcbrig l\u00e4sst: Jeder f\u00fcnfte deutsche Manager sei bereit, f\u00fcrs Gesch\u00e4ft &#8222;Unterhaltsdienstleistungen zu finanzieren oder pers\u00f6nliche Geschenke zu machen, um sein Unternehmen \u00fcber einen Wirtschaftsabschwung zu retten&#8220;. \u00a0Dies sei alarmierend, weil die Manager offenbar immer noch nicht sensibilisiert seien. &#8222;Immerhin kann der\u00a0Schaden, den Bestechung und Korruption anrichten k\u00f6nnen, f\u00fcr das Unternehmen aber auch den beteiligten Manager existenzbedrohend werden&#8220;, so Hei\u00dfner. Nicht nur die Staatsanw\u00e4lte und sonstige Beh\u00f6rden ahnden Verst\u00f6\u00dfe. Bestechungen und Korruptionen sind &#8222;immer ein Bumerang, weil zu hohen Schadenersatzforderungen der Imageschaden f\u00fcrs Unternehmen kommt. Hei\u00dfners Eindruck: &#8222;Korruption soll oft fehlende Innovationen im Unternehmen kompensieren, aber das ist das falsche Mittel.&#8220;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>16 Prozent der Manager sehen ihre Wettbewerbsposition beeintr\u00e4chtigt<\/strong><\/p>\n<p>Dennoch meinen 16 Prozent der deutschen Manager, dass ihre Compliance-Richtlinien ihre Wettbewerbsposition schw\u00e4chen. Weltweit ist der Anteil mit zw\u00f6lf Prozent ein wenig geringer. Hei\u00dfners Bef\u00fcrchtung: \u201eAngesichts volatiler M\u00e4rkte und internationaler Krisen werden schwere Zeiten f\u00fcr viele Unternehmen zum Normalfall\u201c, sagt Hei\u00dfner. Die Versuchung, zu unlauteren Mitteln zu greifen, mag da gro\u00df sein.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Whistleblowing-Hotlines fehlen oft<\/strong><\/p>\n<p>Er r\u00e4t zu Hinweisgebersystemen und\u00a0Whistleblower-Hotlines, um dies zu bek\u00e4mpfen. Denn: \u201eHinweise aus dem Unternehmen selbst sind fast immer der Ausl\u00f6ser, um Korruptionsf\u00e4lle aufzudecken. Deswegen m\u00fcssen in mehr Unternehmen Whistleblower-Hotlines eingerichtet werden\u201c, fordert er. Derzeit k\u00f6nnen erst 60 Prozent der Unternehmen in Deutschland Whistleblowing-Hotlines vorweisen. Die meisten (90 Prozent) f\u00fchrten regelm\u00e4\u00dfige interne \u00dcberpr\u00fcfungen durch.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Weltweit werden die meisten Betrugs- und Korruptionsf\u00e4llen in der Ukraine aufgedeckt, wo laut EY-Studie in den vergangenen beiden Jahren 48 Prozent der Unternehmen nach eigenen Angaben einen bedeutsamen Fall ausmachten. Danach folgen Kenia (36 Prozent) und S\u00fcdafrika (26 Prozent). Die wenigsten F\u00e4lle wurden in der Slowakei (keiner), in der T\u00fcrkei und in Indonesien (jeweils zwei Prozent) entdeckt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-660836\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/04\/Kc3b6nige20der20Blogosphc3a4re-300x212.jpg\" alt=\"K%c3%b6nige%20der%20Blogosph%c3%a4re\" width=\"300\" height=\"212\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/04\/Kc3b6nige20der20Blogosphc3a4re-300x212.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/04\/Kc3b6nige20der20Blogosphc3a4re-424x300.jpg 424w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/04\/Kc3b6nige20der20Blogosphc3a4re.jpg 650w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In deutschen Unternehmen wird bestochen &#8211; nach wie vor.\u00a0 Im vergangenen Jahr wurden in jedem siebten Unternehmen hierzulande ein bedeutsamere Betrugs- oder Korruptionsfall entdeckt, im Jahr zuvor \u2013 also 2014 \u2013 war es immerhin noch jedes vierte Unternehmen. 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