{"id":660688,"date":"2016-03-16T22:44:11","date_gmt":"2016-03-16T21:44:11","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=660688"},"modified":"2016-03-16T22:44:11","modified_gmt":"2016-03-16T21:44:11","slug":"gallup-studie-wenn-ich-meiner-firma-egal-bin-ist-sie-mir-auch-egal","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2016\/03\/16\/gallup-studie-wenn-ich-meiner-firma-egal-bin-ist-sie-mir-auch-egal\/","title":{"rendered":"Gallup-Studie: Wenn ich meiner Firma egal bin, ist sie mir auch egal"},"content":{"rendered":"<p><strong>Mitarbeitermotivation: Die neue Gallup-Studie belegt, dass den Unternehmen 99 Milliarden Euro Umsatz durch die Lappen gehen, weil sie den Faktor Mensch gering sch\u00e4tzen. Ein teurer Manager-Fehler.<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wer morgen aufh\u00f6ren k\u00f6nnte zu arbeiten, weil er \u00fcber Nacht reich geworden ist, w\u00fcrde in den meisten F\u00e4llen trotzdem weiterhin seinen Job aus\u00fcben: Das antworten in der neuen Gallup-Umfrage 74 Prozent der befragten Arbeitnehmer. 66 Prozent von ihnen freuen sich schon morgens beim Aufstehen auf den Tag, also die Arbeit.<\/p>\n<p>Gefragt hat der Marktforscher Gallup 1.429 Besch\u00e4ftigte im vergangenen Jahr zwischen Ende M\u00e4rz und Ende April und zwar in computergest\u00fctzten \u00a0Telefoninterviews. Die Ergebnisse sind repr\u00e4sentativ.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Nur 16 Prozent der Mitarbeiter sind mit Herz, Hand und Verstand dabei<\/strong><\/p>\n<p>Doch so gut sich diese Ergebnisse lesen, so bitter der dicke Wermutstropfen f\u00fcr die Arbeitgeber: Nur 16 Prozent der Belegschaft sind mit Herz, Hand und Verstand bei ihrem Job. Sie sind diejenigen, die die Extra-Meile f\u00fcr ihre Firma gehen, die sich aber jedes Unternehmen von jedem einzelnen Mitarbeiter w\u00fcnscht. Ebenso hoch ist aber der Anteil von denjenigen Mitarbeitern, die gar keine emotionale Bindung mehr zu ihrer Firma sp\u00fcren. Denen ist das Schicksal der Firma letztlich gleichg\u00fcltig. Sie setzen sich garantiert nicht \u00fcber die Massen ein f\u00fcr die Unternehmensziele.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>68 Prozent lieben ihre Firma nicht, sind nicht stolz<\/strong><\/p>\n<p>Ebenso unerfreulich auch diese Erkenntnis: 68 Prozent der Mitarbeiter haben \u201enur eine geringe emotionale Bindung\u201c an ihr Unternehmen. Das bedeutet: die gro\u00dfe Masse der Belegschaft \u2013 hochgerechnet immerhin 23,1 Millionen Arbeitnehmer \u2013 liefern nicht den h\u00f6chstm\u00f6glichen Einsatz.<\/p>\n<p>Die Folge: Dann bekommen Unternehmen von ihren Mitarbeitern nur Dienst nach Vorschrift, aber nicht das Engagement und den Einsatz, den sie sich eigentlich w\u00fcnschen. Und der auch n\u00f6tig ist, wenn sie Rendite und Umsatz steigern wollen. Ganz zu schweigen davon, dass die Mitarbeiter nicht an Botschafter f\u00fcrs Unternehmen und seine Produkte unterwegs sind.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Hausgemachte Probleme: Mehrere F\u00fchrungsfehler addieren sich zu hohen Umsatzverlusten<\/strong><\/p>\n<div id=\"attachment_660663\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-660663\" class=\"size-medium wp-image-660663\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/03\/Marco_Nink.2016jpg-300x200.jpg\" alt=\"Marco Nink von Gallup\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/03\/Marco_Nink.2016jpg-300x200.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/03\/Marco_Nink.2016jpg-449x300.jpg 449w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/03\/Marco_Nink.2016jpg.jpg 650w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><p id=\"caption-attachment-660663\" class=\"wp-caption-text\">Marco Nink von Gallup<\/p><\/div>\n<p>Die Gr\u00fcnde hat Gallup ebenfalls untersucht und das Fazit lautet: Wenn ich Dir egal bin, bist Du mir auch egal. Marco Nink, Experte von Gallup sagt: \u201eNach wie vor adressieren F\u00fchrungskr\u00e4fte nicht die zentralen Bed\u00fcrfnisse von Mitarbeitern.\u201c Und das hat mehrere Gr\u00fcnde: Bef\u00f6rderungspraxis, Auswahl von F\u00fchrungskr\u00e4ften ohne Ber\u00fccksichtigung von F\u00fchrungstalent, keine Hinterfragen der eigenen F\u00fchrung, Fremd- und Selbstbild der Vorgesetzten klaffen auseinander. Kurz: \u201eDas Problem ist hausgemacht,\u201c so Ninks Schluss.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Soft facts werden hard facts: in Form von Umsatzeinbu\u00dfen<\/strong><\/p>\n<p>Die tragische Folge: Bis zu 99 Milliarden Euro gehen der deutschen Wirtschaft deshalb an Produktivit\u00e4tseinbu\u00dfen verloren. So klar haben den Gallup-Forscher errechnet, wie die viel geschm\u00e4hten und meist untersch\u00e4tzten Soft facts im Handumdrehen in Hard facts verwandeln: und zwar Umsatzeinbu\u00dfen. K\u00f6nnte man die Zahl f\u00fcr jedes einzelne Unternehmen ausrechnen, w\u00fcrden die Anteilseigner die Manager wohl auch verantwortlich machen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Wenn sich Leistung nicht auszahlt<\/strong><\/p>\n<p>Ein Frustfaktor f\u00fcr Mitarbeiter ist beispielsweise: Nur 34 Prozent der Befragten glauben, dass in ihrer Firma diejenigen Mitarbeiter schneller vorankommen, deren Leistung besser ist. Im Umkehrschluss sind 66 Prozent der Arbeitnehmer davon \u00fcberzeugt, dass es in ihrer Firma nicht weiterhilft, wenn sie gute Leistungen erbringen. Das, obwohl 87 Prozent der Besch\u00e4ftigten sie grunds\u00e4tzlich schon denken, dass es in Deutschland m\u00f6glich ist, mit Leistung voranzukommen \u2013 nur eben nicht in ihrer Firma.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>&#8230; und Vorgesetzte den Mitarbeitern nicht zuh\u00f6ren oder sie befragen<\/strong><\/p>\n<p>Ein anderer wichtiger Hebel, weshalb die Mitarbeiter resignieren, ist die fehlende Zuwendung der Vorgesetzten, also der kontinuierliche Dialog zwischen F\u00fchrungskraft und Mitarbeiter. Es mangelt an der Kommunikation, also schlicht dem Gespr\u00e4ch zwischen Chef und Mitarbeiter: Weniger als die H\u00e4lfte der Befragten antwortete denn auch, dass in den letzten sechs Monaten ein Gespr\u00e4ch stattgefunden hat (45 Prozent). Wanderte einst Konrad Henkel t\u00e4glich einmal durchs ganze Unternehmen und blieb im Kontakt mit den Arbeitern, so sagt das in dem Chemiekonzern heute kein Mitarbeiter mehr Simone Bagel-Trah oder Kasper Rorstedt nach.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Lieber kritisiert werden als ignoriert<\/strong><\/p>\n<p>Nink: \u201eMitarbeiter haben durch Gespr\u00e4che das Gef\u00fchl, dass ihnen Aufmerksamkeit entgegengebracht wird und sie im Mittelpunkt stehen.\u201c, sagt Nink. Und weiter: \u201eMenschen werden lieber kritisiert als ignoriert.\u201c Selbstverst\u00e4ndlich? Eher doch nicht.<\/p>\n<p>Doch so erkl\u00e4rt es sich auch, dass immerhin vier von zehn Arbeitnehmern, die in den letzten sechs Monaten ein Mitarbeitergespr\u00e4ch gef\u00fchrt haben, mit dem Gespr\u00e4ch sehr zufrieden waren, so Nink.\u00a0Und 72 Prozent hatten nicht das Gef\u00fchl, dass das Gespr\u00e4ch f\u00fcr ihren Vorgesetzten eine l\u00e4stige Pflicht\u00fcbung war. \u00a0Aus Ninks Sicht ist das der Aufmerksamkeitsfaktor.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Mitarbeitermotivation: Die neue Gallup-Studie belegt, dass den Unternehmen 99 Milliarden Euro Umsatz durch die Lappen gehen, weil sie den Faktor Mensch gering sch\u00e4tzen. 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