{"id":660675,"date":"2016-03-16T22:01:21","date_gmt":"2016-03-16T21:01:21","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=660675"},"modified":"2016-03-16T22:01:47","modified_gmt":"2016-03-16T21:01:47","slug":"umfrage-markenpiraterie-faelscher-werden-schneller-besser-und-selbst-kreativ","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2016\/03\/16\/umfrage-markenpiraterie-faelscher-werden-schneller-besser-und-selbst-kreativ\/","title":{"rendered":"Umfrage Markenpiraterie: F\u00e4lscher werden schneller, besser und selbst kreativ"},"content":{"rendered":"<p><strong>VKE-Studie Markenpiraterie: Plagiate wirken nicht, k\u00f6nnen sogar die Gesundheit gef\u00e4hrden \u2013 und trotzdem werden sie in rauen Mengen gekauft. Hauptsache, der Preis ist viel niedriger als der des Originals.<\/strong><\/p>\n<p>Gef\u00e4lschte Parfums stinken, statt gut zu duften. Schlimmer noch sind gef\u00e4lschte Sonnencremes: Sie sorgen gleich f\u00fcr schwere Hautverbrennungen, weil sie gar nicht erst sch\u00fctzen vor der glei\u00dfenden Sonne &#8211; aber den Verwender in tr\u00fcgerischer Sicherheit w\u00e4hnen. \u00a0&#8222;Minderwertige Fakes mit Inhaltsstoffen zweifelhafter Herkunft und Qualit\u00e4t k\u00f6nnen zu massiven gesundheitlichen Beeintr\u00e4chtigungen f\u00fchren,&#8220; best\u00e4tigt denn auch Martin Ruppmann, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer beim VKE Kosmetikverband. Und dann ist jeder einzelne Euro zuviel bezahlt f\u00fcr ein minderwertige Produkt &#8211; auch wenn es viel weniger kostet als das Original.<\/p>\n<div id=\"attachment_643639\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-643639\" class=\"size-medium wp-image-643639\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2012\/03\/parfums-300x225.jpg\" alt=\"Produktf\u00e4lscher produzieren neuerdings - passend zum Original-Duft - Mini-Flacons als To-Go-Variante, die es tats\u00e4chlich beim Hersteller gar nicht gibt\" width=\"300\" height=\"225\" \/><p id=\"caption-attachment-643639\" class=\"wp-caption-text\">Produktf\u00e4lscher produzieren neuerdings &#8211; passend zum Original-Duft &#8211; Mini-Flacons als To-Go-Variante, die es tats\u00e4chlich beim Hersteller gar nicht gibt<\/p><\/div>\n<p><strong>Hauptsache billig, egal wie schlecht die F\u00e4lschung ist<\/strong><\/p>\n<p>Doch der niedrige Preis l\u00e4sst die Konsumenten jede Vorsicht vergessen. 18 Prozent der Konsumenten glauben sogar, dass es zwischen F\u00e4lschungen und Originalen keine Qualit\u00e4tsunterschiede gibt.\u00a0Die Freude \u00fcber das vermeintliche Schn\u00e4ppchen ist bei 65 Prozent der K\u00e4ufer von Piraterieware das h\u00e4ufigste Motiv. Nur jeder Dritte ist schon auf F\u00e4lschungen hereingefallen (31 Prozent) und 28 Prozent waren Spontank\u00e4ufer und erwarben die Plagiate &#8222;aus einer Laune heraus&#8220;, zeigt eine Umfrage des VKE, die der Marktforscher TNS Infratest in seinem Auftrag unter 1000 Konsumenten zwischen 18 und 65 Jahren im vergangenen Monat \u00fcber ein Online-Panel durchgef\u00fchrt hat.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Gesundheitsgef\u00e4hrdend und trotzdem Renner<\/strong><\/p>\n<p>Merkw\u00fcrdig nur, dass 79 Prozent der Befragten wissen um die gesundheitsgef\u00e4hrdenden Folgen der Plagiate. 73 Prozent der Befragten ist zudem klar, dass sie nicht oder weniger wirksam sind. Und jeder zweite wei\u00df, dass er mit seinem Kauf die organisierte Kriminalit\u00e4t f\u00f6rdert (51 Prozent) \u2013 und es ist ihm gleichg\u00fcltig. Political correctness ist beim M\u00fcll-Trennen offenbar wichtiger, als beim Thema Markenf\u00e4lschungen. Denn immerhin wissen auch 58 Prozent der Konsumenten, dass damit Arbeitspl\u00e4tze hierzulande vernichtet werden. \u201eKosmetik-F\u00e4lschen ist profitabler als Drogenhandel\u201c, sch\u00e4tzt Ruppmann.<\/p>\n<div id=\"attachment_643653\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-643653\" class=\"size-medium wp-image-643653\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2012\/03\/Ruppmann300dpi_color-300x199.jpg\" alt=\"Martin Ruppmann, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer beim Kosmetikverband VKE\" width=\"300\" height=\"199\" \/><p id=\"caption-attachment-643653\" class=\"wp-caption-text\">Martin Ruppmann, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer beim Kosmetikverband VKE<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>In Kauflaune kommen die K\u00e4ufer von Plagiaten offenbar insbesondere im Urlaub: Auf M\u00e4rkten und Bazaren im Ausland.(40 Prozent).<\/p>\n<p>Dabei sind gerade diese Spontank\u00e4ufe im Ausland und in Urlaubslaune gef\u00e4hrlich. In Frankreich oder Italien riskieren die K\u00e4ufer, die dann am \u00a0Strand zum Beispiel den fliegenden H\u00e4ndler gef\u00e4lschte Sonnenbrillen abkaufen. Der Chef der Kosmetikmarke Clarins, Stephan Seidel, berichtete schon von Konsumenten, die\u00a0in Frankreich 2000 Euro Strafe zahlen mussten, weil sie am Strand gefakte Dior-Sonnenbrillen kauften.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Plattformen bieten keine Garantie f\u00fcr Originale<\/strong><\/p>\n<p>Im Internet werden demgegen\u00fcber nur 19 Prozent aller F\u00e4lschungen bestellt. Innerhalb Deutschlands werden 17 Prozent der Plagiate-K\u00e4ufer auf M\u00e4rkten beziehungsweise neun Prozent in Gesch\u00e4ften f\u00fcndig.<\/p>\n<p>Amazon &amp; Co. kommt eine Sonderrolle zu, die der Online-H\u00e4ndler gar nicht verdient: Insgesamt glauben 48 Prozent der Befragten, dass entweder der Plattform-Betreiber sicherstellt, dass bei ihm keine Plagiate gehandelt werden (17 Prozent) oder dass sogar der Hersteller dar\u00fcber wacht (31 Prozent). Das sind mehr Konsumenten als diejenigen, denen klar ist, dass Amazon &amp; Co. sich nullkommanix darum k\u00fcmmern, ob auf der Plattform Markenf\u00e4lschungen gehandelt werden &#8211; denn das unterstellen 41 Prozent.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Begehrteste Plagiate: Kleidung<\/strong><\/p>\n<p>Am h\u00e4ufigsten gekauft wird gef\u00e4lschte Kleidung gefolgt von D\u00fcften, Schuhen, Handtaschen, Filmen\/CD\u00b4s, Zigaretten, Schmuck, Elektronik, Medikamenten, Kosmetik und Gesichts- sowie K\u00f6rpercreme.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>VKE-Chef Ruppmann ist seit Jahren im Dauerkampf gegen die F\u00e4lscher: Ausstieg: &#8222;Wir versuchen, alle Kan\u00e4le \u2013 und das ist massiv das Internet \u2013 frei von F\u00e4lschungen zu halten, aber die F\u00e4lscher sind in den letzten Jahren immer schneller und besser geworden. Wo die Rechteinhaber einen Online-Shop schlie\u00dfen, entstehen zeitgleich zwei Neue.&#8220;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>VKE-Studie Markenpiraterie: Plagiate wirken nicht, k\u00f6nnen sogar die Gesundheit gef\u00e4hrden \u2013 und trotzdem werden sie in rauen Mengen gekauft. Hauptsache, der Preis ist viel niedriger als der des Originals. Gef\u00e4lschte Parfums stinken, statt gut zu duften. 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