{"id":660584,"date":"2016-03-16T00:45:54","date_gmt":"2016-03-15T23:45:54","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=660584"},"modified":"2016-03-16T00:45:54","modified_gmt":"2016-03-15T23:45:54","slug":"buchauszug-aus-tina-grolls-kinder-karriere-konflikt-fuehrungspositionen-muessen-keine-100-prozent-stellen-sein","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2016\/03\/16\/buchauszug-aus-tina-grolls-kinder-karriere-konflikt-fuehrungspositionen-muessen-keine-100-prozent-stellen-sein\/","title":{"rendered":"Buchauszug aus Tina Grolls &#8222;Kinder + Karriere = Konflikt?&#8220;: F\u00fchrungspositionen m\u00fcssen keine 100-Prozent-Stellen sein"},"content":{"rendered":"<p><strong>Tina Groll ist Redakteurin f\u00fcr das Ressort Karriere bei &#8222;ZEIT Online&#8220; und hat das Buch &#8222;Kinder + Karriere = Konflikt?&#8220; \u00fcber die Vereinbarkeit von Familie und Beruf vorgelegt. Hier ein Buchauszug:<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Auch die Unternehmen m\u00fcssen etwas unternehmen<\/strong><\/p>\n<p>Erfreulicherweise haben einige Unternehmen bereits erkannt, dass sie von einer guten Vereinbarkeit und auch insbesondere von mehr Frauen in F\u00fchrungspositionen profitieren k\u00f6nnen. Diese Unternehmen warten nicht auf Hilfe aus der Politik, sondern werden von allein aktiv.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_660579\" style=\"width: 660px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-660579\" class=\"size-full wp-image-660579\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/03\/groll.tina_.zeit_.jpg\" alt=\"Tina Groll\" width=\"650\" height=\"650\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/03\/groll.tina_.zeit_.jpg 650w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/03\/groll.tina_.zeit_-150x150.jpg 150w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/03\/groll.tina_.zeit_-300x300.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><p id=\"caption-attachment-660579\" class=\"wp-caption-text\">Tina Groll<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Interview: Personalchef der Schmidt + Clemens\u00a0Gruppe:\u00a0<\/strong><strong>\u201eMan kann fast jede Position auch in Teilzeit aus\u00fcben\u201c<\/strong><\/p>\n<p><strong>Eine gute Vereinbarkeit von Familie und Beruf muss Unternehmen nicht viel kosten. So gut wie jeder Job l\u00e4sst sich in Muss-Aufgaben und Kann-Aufgaben aufteilen, die sich anders verteilen lassen, sagt Ralf Welters, Personalchef des mittelst\u00e4ndischen Unternehmens S+C<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>FRAGE: Herr Welters, Sie sind Personalchef des mittelst\u00e4ndischen Metall- Unternehmens Schmidt + Clemens mit mehr als 1.000 Mitarbeitern. Wie wichtig ist eine gute Vereinbarkeit von Familie und Beruf f\u00fcr den Mittelstand?<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Ralf Welters:<\/strong> Wenn man als mittelst\u00e4ndisches Unternehmen seinen Besch\u00e4ftigten eine ausgeglichene Work-Life-Balance erm\u00f6glichen kann, dann ist das ein entscheidendes Erfolgskriterium im Wettstreit um Talente. Wir kleineren Unternehmen k\u00f6nnen nicht all das bieten, was Gro\u00dfkonzerne zu bieten haben, aber eine gute Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu schaffen, ist gar nicht so schwer. Das bewirkt eine hohe Identifikation. Wir bei S+C sind als Familienunternehmen in der Region stark verankert. Unsere familienfreundliche Unternehmenskultur ist ein Grund daf\u00fcr, dass sich viele f\u00fcr einen Arbeitsplatz bei uns entscheiden. W\u00fcrden wir als Familienunternehmen dies nicht durch und durch leben, dann w\u00e4re das ein krasser Widerspruch zu den Werten, f\u00fcr die wir stehen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>FRAGE: Was tut Ihr Unternehmen f\u00fcr eine gute Vereinbarkeit?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Welters:<\/strong> Wir haben beispielsweise einen Betriebskindergarten geschaffen, in dem die Kinder unserer Mitarbeiter einen Ganztagsbetreuungsplatz finden. Unsere Kita ist von 7 bis 17 Uhr ge\u00f6ffnet und hat auch keine Schlie\u00dfungsphasen wie \u00f6ffentliche Einrichtungen. Wenn es durch die Produktionsstruktur dazu kommt, dass \u00dcberstunden n\u00f6tig sind, hat unsere Kita l\u00e4nger offen, sodass sich niemand Sorgen um die Betreuung des Nachwuchses machen muss. Wir besch\u00e4ftigen drei Erzieherinnen, zwei von ihnen sind immer anwesend.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>FRAGE: Ein Gro\u00dfteil Ihrer Mitarbeiter sind M\u00e4nner. Viele haben doch sicher Frauen, die sich um die Kinder k\u00fcmmern. Werden die Kindergartenpl\u00e4tze denn von den V\u00e4tern trotzdem nachgefragt?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Welters:<\/strong> Oh ja. Viele unserer Mitarbeiter teilen sich die Kindererziehung mit ihren Frauen, die auch berufst\u00e4tig sind. Dass unsere Kita eine Ganztagsbetreuung anbietet, ist f\u00fcr unsere Mitarbeiter sehr attraktiv, denn das bieten nicht alle \u00f6ffentlichen Einrichtungen an. Die Pl\u00e4tze werden gut nachgefragt. Es ist sogar so, dass wir schon mal ein Kind mehr aufgenommen haben. Denn ablehnen wollen wir niemanden. Dann wird das eben m\u00f6glich gemacht. Als wir den Werkskindergarten geschaffen haben, war f\u00fcr uns aber auch klar, dass wir den \u00f6ffentlichen Einrichtungen hier in Lindlar-Kaiserau keine Konkurrenz machen wollen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-660580\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/03\/cover.groll_.jpg\" alt=\"cover.groll\" width=\"455\" height=\"650\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/03\/cover.groll_.jpg 455w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/03\/cover.groll_-210x300.jpg 210w\" sizes=\"auto, (max-width: 455px) 100vw, 455px\" \/><\/p>\n<p><strong>Tina Groll: &#8222;Kinder + Karriere = Konflikt? Denkanst\u00f6sse f\u00fcr eine deutsche Debatte&#8220; &#8211; Stark Verlag, 255 Seiten, 17,95 Euro\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.stark-verlag.de\/produkte\/ProduktDetail.asp?ID=E10800&amp;ST=1&amp;thema=1\">https:\/\/www.stark-verlag.de\/produkte\/ProduktDetail.asp?ID=E10800&amp;ST=1&amp;thema=1<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>FRAGE: Rechnet sich der Betriebskindergarten?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Welters:<\/strong> Als wir die Einrichtung gegr\u00fcndet haben, wollten wir fr\u00fch auf die wachsende Zahl von V\u00e4tern reagieren, die von der Elternzeit Gebrauch machen wollten. Es war nat\u00fcrlich auch eine Investition in die Zukunft. Man braucht die entsprechenden R\u00e4umlichkeiten, die bestimmte Kriterien erf\u00fcllen m\u00fcssen, damit man darin eine Kindertagesst\u00e4tte betreiben kann. Uns hat die Kreisverwaltung hier vor Ort bei dem Vorhaben sehr gut unterst\u00fctzt. Wir mussten ja auch p\u00e4dagogisches Personal einstellen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>FRAGE: Das kostet. Gab es keine Vorbehalte?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Welters:<\/strong> Es war sehr schnell klar, dass sich die Investition lohnt \u2013 vor allem auf mehrere Jahre gerechnet. Denn sonst w\u00e4re die Fluktuation unter den Mitarbeitern sicher gr\u00f6\u00dfer. Wir h\u00e4tten h\u00f6here Kosten f\u00fcr die Personalsuche und Einarbeitung. So aber k\u00f6nnen wir gute Mitarbeiter besser halten und die Kita ist auch ein Grund, weswegen sich Fachkr\u00e4fte bei uns bewerben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>FRAGE: Was bietet Ihr Unternehmen sonst noch?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Welters:<\/strong> Zun\u00e4chst haben wir den Grundsatz, dass wir bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf keine Unterschiede zwischen M\u00e4nnern und Frauen machen. Zwar nehmen die M\u00e4nner in der Regel eine etwas k\u00fcrzere Elternzeit als die Frauen. Bei uns sind die V\u00e4ter im Schnitt zwischen drei bis sechs Monaten aus dem Job raus, die Frauen unterbrechen h\u00e4ufig f\u00fcr ein bis zwei Jahre. Wir wollen es aber allen Mitarbeitern erm\u00f6glichen. Bei einer l\u00e4ngeren Familienauszeit mit Zeitr\u00e4umen zwischen zw\u00f6lf und 24 Monaten kann man als Arbeitgeber etwas besser planen und eine Vertretung in Vollzeit organisieren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>FRAGE: Und was ist mit den k\u00fcrzeren Abwesenheiten? Bei Zeiten von drei bis sechs Monaten ist es doch eher schwierig, eine Vertretung einzustellen. Wie machen Sie das?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Welters:<\/strong> Das stimmt, acht Wochen sind leichter zu \u00fcberbr\u00fccken. Ich bin aber davon \u00fcberzeugt, dass es ein Irrglaube ist, man k\u00f6nnte eine Abwesenheit von mehreren Monaten nicht gut \u00fcberbr\u00fccken. Es braucht Mut und die Bereitschaft, Neues auszuprobieren. Wir nutzen solche Elternzeiten etwa als bewusste Personalentwicklungs- funktion. Dazu ist es n\u00f6tig, die Position zu analysieren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>FRAGE: Wie geht das?<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Welters:<\/strong> Mit einer T\u00e4tigkeitsanalyse findet man heraus, welches die essenziellen Aufgaben sind und welche Arbeiten auch anders verteilt werden k\u00f6nnen. Beispielsweise kann es attraktiv sein, die volle Position einem j\u00fcngeren Mitarbeiter zu \u00fcbertragen, der karriereambitioniert ist und auf Probe etwas mehr Verantwortung \u00fcbernehmen m\u00f6chte. So qualifizieren Sie einen Mitarbeiter weiter, w\u00e4hrend Sie dem anderen eine gute Vereinbarkeit von Familie und Beruf erm\u00f6glichen \u2013 und man erkennt auch fr\u00fch, wer welche Ambitionen und Talente hat.<\/p>\n<p>Oder man \u00fcbergibt die wesentlichen Aufgaben einem anderen Mitarbeiter, der sich gerne in diesen Bereich einarbeiten m\u00f6chte, und die restlichen Aufgaben verteilt man auf wei- tere Mitarbeiter im Team. F\u00fcr die T\u00e4tigkeiten, die nicht essenziell sind, l\u00e4sst sich auch eine Aushilfe einstellen. Es ist in jedem Fall eine individuelle L\u00f6sung, die gefunden werden muss.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>FRAGE: Das ist doch enorm aufwendig.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Welters:<\/strong> Ja, es macht Arbeit. Aber was ist denn die Alternative? Zum einen haben junge Eltern einen Rechtsanspruch auf die Elternzeit. Zum anderen demotiviert man seine Mitarbeiter, wenn man sie bei so elementaren Anliegen wie dem Wunsch, sich um die Kinder zu k\u00fcmmern, nicht unterst\u00fctzt. Dann k\u00fcndigen sie entweder ganz und suchen sich einen Arbeitsplatz, an dem das m\u00f6glich ist. Oder sie k\u00fcndigen innerlich und sind nicht mehr loyal und engagiert. Beides macht in der Summe noch mehr Arbeit. Mal davon abgesehen, dass es auch eine Frage der Unternehmenskultur ist und der Werte, f\u00fcr die man als Arbeitgeber steht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>FRAGE: Was ist, wenn ein Mitarbeiter erst einige Monate Elternzeit nimmt und hinterher noch mehrere Monate oder auch Jahre Teilzeit arbeiten m\u00f6chten?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Welters:<\/strong> Auch das versuchen wir m\u00f6glich zu machen. Wir setzen auf flexible Arbeitszeiten, die an die Lebensphase angepasst sind. Dieses Angebot wird von Mitarbeitern mit kleinen Kindern, aber auch \u00e4lteren\u00a0Besch\u00e4ftigten genutzt, die beispielsweise ihre eigenen Eltern zu Hause pflegen.<\/p>\n<p>Ich bin davon \u00fcberzeugt, dass man aus fast jeder Position eine Teilzeitstelle machen kann, wenn man sie seziert und auf das Wesentliche beschr\u00e4nkt. Wir machen auch gute Erfahrungen damit, Teilzeitstellen zwischen 50 und 90 Prozent anzubieten. Hier haben wir rund zehn unterschiedliche Arbeitszeitmodelle, unter denen die Mitarbeiter w\u00e4hlen k\u00f6nnen. Und vollzeitnahe Teilzeitstellen sind ja auch f\u00fcr die Besch\u00e4ftigten finanziell attraktiver. Ein weiteres Modell, das auch sehr gut angenommen wird, sind Teilzeitstellen in Verbindung mit einem bestimmten Extrakontingent an Arbeitsstunden f\u00fcr besondere Projekte, f\u00fcr die wir einen Mitarbeiter in Vollzeit brauchen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>FRAGE: Wie funktioniert das?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Welters:<\/strong> Angenommen, Sie wollen eigentlich etwa 50 oder 60 Prozent arbeiten, um sich um Ihre Kinder zu k\u00fcmmern, dann erm\u00f6glichen wir es. Aber wir brauchen Sie auch f\u00fcr vielleicht einen Zeitraum von sechs Wochen im Jahr, in dem Sie Vollzeit arbeiten. Dann kann man beispielsweise zu Beginn des Jahres das Vollzeitstunden-Kontingent festlegen, vielleicht 200 Stunden extra. Und das wird dann entsprechend aufgeteilt. Manche Mitarbeiter arbeiten an einem Projekt dann sechs Wochen am St\u00fcck in Vollzeit und den Rest des Jahres in Teilzeit. Andere nehmen einen Vollzeittag in der Woche und arbeiten den Rest der Woche halbtags. Die Vereinbarung ist ein Kompromiss zwischen den Bed\u00fcrfnissen des Mitarbeiters und denen des Unternehmens. Unsere Erfahrung zeigt aber: Wenn man offen f\u00fcr solche flexiblen L\u00f6sungen ist, dann profitieren alle davon.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>FRAGE: Wie sieht es bei S+C mit der Arbeitszeit aus? Funktioniert das Modell denn auch mit fest vorgeschriebenen Arbeitszeiten?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Welters:<\/strong> Wir haben in den meisten Bereichen feste Arbeitszeiten und einen\u00a0Teil variable Arbeitszeiten. Also beispielsweise eine Kernarbeitszeit\u00a0am Tag, in der die Mitarbeiter da sein sollen und einen Teil Rahmenarbeitszeit, in der sie flexibel sind. In der Produktion haben wir Schichtdienste. Au\u00dferdem bieten wir unseren Besch\u00e4ftigten Arbeitszeitkonten, auf denen \u00dcberstunden erfasst werden. Die Mitarbeiter k\u00f6nnen dann w\u00e4hlen, ob sie sich die Mehrarbeit auszahlen lassen oder ob sie lieber einen Freizeitausgleich in Anspruch nehmen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>FRAGE: Funktioniert das Konzept auch bei F\u00fchrungspositionen?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Welters:<\/strong> Ja, das zeigt unsere Erfahrung ebenfalls. F\u00fchrungspositionen m\u00fcssen nicht immer zwingend 100-Prozent-Stellen sein. Nehmen wir als Beispiel meine Position. Als Personalleiter gibt es einige Aufgaben, die ich selbst machen muss. Und andere Aufgaben, die mir \u00fcbertragen wurden oder die ich \u00fcbernommen habe, aber die nicht zwingend mit der Position verkn\u00fcpft sind. Wenn man das Stellenprofil genau analysiert, findet man allerlei T\u00e4tigkeiten, die auch auf andere Positionen verteilt werden k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>FRAGE: Nichtsdestotrotz kann man ja nicht munter Aufgaben st\u00e4ndig anderen Mitarbeitern zuordnen. Irgendwann kommt es so auf anderen Stellen zu einer \u00dcberlastsituation.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Welters:<\/strong> Das ist richtig. Darum erfordert diese Flexibilit\u00e4t sensibles Vorgehen, sprich eine kluge Personalarbeit. Und da, wo es nicht geht, muss ein Unternehmen dann eben neue Leute einstellen. Das macht die Personalarbeit zu einer verantwortungsvollen T\u00e4tigkeit. Es ist daher sinnvoll, das Personalwesen auch in der Gesch\u00e4ftsleitung anzusiedeln.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>FRAGE: Wie viel kosten diese Ma\u00dfnahmen Ihr Unternehmen?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Welters:<\/strong> Sie kosten vor allem Flexibilit\u00e4t und Kommunikation. Aber das lohnt sich, denn wir bekommen Leistungsbereitschaft zur\u00fcck, eine hohe Identifikation der Mitarbeiter mit unserem Unternehmen und dadurch haben wir eine entsprechend geringe Fluktuation.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>FRAGE: Was sollte Ihrer Meinung nach die Politik tun, um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu f\u00f6rdern?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Welters:<\/strong> Sie sollte Arbeitgeber bei ihren Bem\u00fchungen unterst\u00fctzen \u2013 etwa die b\u00fcrokratischen H\u00fcrden bei der Er\u00f6ffnung eines Betriebskindergartens herabsenken. Ich denke, dass die Verantwortung f\u00fcr Familienfreundlichkeit nicht nur bei der Wirtschaft, sondern auch bei der Politik liegt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Tina Groll ist Redakteurin f\u00fcr das Ressort Karriere bei &#8222;ZEIT Online&#8220; und hat das Buch &#8222;Kinder + Karriere = Konflikt?&#8220; \u00fcber die Vereinbarkeit von Familie und Beruf vorgelegt. 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