{"id":660531,"date":"2016-03-20T21:45:42","date_gmt":"2016-03-20T20:45:42","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=660531"},"modified":"2016-03-20T22:18:57","modified_gmt":"2016-03-20T21:18:57","slug":"mieses-betriebklima-kann-unternehmen-in-die-insolvenz-treiben","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2016\/03\/20\/mieses-betriebklima-kann-unternehmen-in-die-insolvenz-treiben\/","title":{"rendered":"Mieses Betriebsklima kann Unternehmen in die Insolvenz treiben"},"content":{"rendered":"<p><strong>\u00dcblicherweise reden nur Management-Coachs \u00fcber die Notwendigkeit eine guten Betriebsklimas und Manager halten es f\u00fcr meist &#8211; sagen wir mal &#8211; ein Luxusthema. Oder f\u00fcr eins dieser Soft skills, das sie ohnehin nicht ernst nehmen, weil es sich nicht direkt in Euro umrechnen oder abbilden l\u00e4sst. <\/strong><\/p>\n<p><strong>Insolvenzrechtler Michael Pluta aus Ulm jedoch, der ich nicht nur selbst \u00fcber 350 Mitarbeiter in seiner Rechtsanwalts GmbH besch\u00e4ftigt, sondern vor allem viele Unternehmen in der Insolvenz erlebte und etliche von denen auch rettete, r\u00e4umt einem guten Betriebsklima einen sehr hohen Stellenwert ein. \u00a0<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>&#8222;In\u00a0einigen insolventen Betrieben, habe ich die Unzufriedenheit der Mitarbeiter sogar als Insolvenzursache beziehungsweise als Beschleuniger der Insolvenz erlebt&#8220;, sagt Sanierungsprofi Pluta.<\/strong><\/p>\n<div id=\"attachment_660409\" style=\"width: 660px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-660409\" class=\"size-full wp-image-660409\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/02\/pluta.freigestellt.jpg\" alt=\"Michael Pluta\" width=\"650\" height=\"516\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/02\/pluta.freigestellt.jpg 650w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/02\/pluta.freigestellt-300x238.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/02\/pluta.freigestellt-378x300.jpg 378w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><p id=\"caption-attachment-660409\" class=\"wp-caption-text\">Michael Pluta<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Verhalten der Vorgesetzten:<\/strong><\/p>\n<p>Versagt der Chef bei seiner F\u00fchrungsaufgabe, strahlt das auf das ganze Unternehmen aus.\u00a0Dies sind vier typische Beispiele, die Michael Pluta miterlebt hat &#8211; und die sich so oder \u00e4hnlich tagt\u00e4glich auch anderswo wiederholen. Allen gemein ist ein schlechtes Betriebsklima:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Der Chef im zweiten Fr\u00fchling, den seine Mitarbeiter nicht aufhalten<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>Der Chef k\u00fcmmert sich mehr um seine Geliebte (Miss Tschechien 20soundso), als um seine Kunden und Mitarbeiter. Das f\u00fchrt zu schlechten Zahlen, zu schlechter Laune und das strahlt auf das Betriebsklima aus. Den Verfall versucht er durch K\u00fcrzungen bei seinen Mitarbeitern aufzuhalten, nicht aber durch das Herunterschrauben der Anspr\u00fcche der Geliebten. Die Aufwendungen f\u00fcr sie bezahlt er vom Gesch\u00e4ftskonto.<\/p>\n<p>Das sieht die Buchhaltung und schweigt, die guten Mitarbeiter suchen sich einen anderen Arbeitgeber und verlassen das Unternehmen.<\/p>\n<p>Die Firma geht insolvent, die Geliebte in die Heimat Tschechien zur\u00fcck und der Unternehmer wandert ins Gef\u00e4ngnis.<\/p>\n<p>Diese Firma war nicht mehr sanierbar und wir mussten sie schlie\u00dfen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Der Knauser: Mies bezahlte Mitarbeiter holen sich Lohn auf anderem Weg\u00a0<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>Der flei\u00dfige Handwerksmeister expandiert und expandiert in Backfilialen. Die Erfahrung f\u00fcr die kaufm\u00e4nnische Kontrolle fehlt ihm. Die Bezahlung der Mitarbeiter ist schlecht. Daf\u00fcr d\u00fcrfen die Mitarbeiter abends die nicht verkauften Backwaren mitnehmen.<\/p>\n<p>Das f\u00fchrt dazu, dass die ben\u00f6tigten Backwaren schon morgens f\u00fcr die Mitnahme zur Seite gelegt werden. Manche werden auch privat weiterverkauft. Es k\u00f6nnte ja sein, dass sie abends liegen bleiben. Wenn von den 500 Verkaufsmitarbeitern jeder nur f\u00fcr zwei Euro am Tag etwas mitnimmt, um die ungerecht empfundene Bezahlung auszugleichen, dann sind das bei 220 Verkaufstagen pro Mitarbeiter 220.000 Euro im Jahr. Der j\u00e4hrliche Verlust betrug 200.000 Euro. Nach drei Jahren war der B\u00e4cker pleite.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Der Sparer, der auch gleich die Mitarbeitermotivation einspart\u00a0<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>Sparen kann man an allem und jedem. Allerdings kann man durch Sparen keinen Umsatz erh\u00f6hen und Marktanteile gewinnen und \u00fcbertreibt man es, spart man die Motivation der Mitarbeiter weg.<\/p>\n<p>Ohne Motivation seiner Mitarbeiter kann ein Betrieb auf Dauer nicht erfolgreich sein. Wer Gespr\u00e4che in der Arbeitszeit bem\u00e4ngelt, die Arbeitsplatzausstattung karg und \u00e4rmlich h\u00e4lt, Fortbildung nicht bezahlt oder f\u00f6rdert oder sonstwie kleinlich ist, braucht sich nicht \u00fcber einen kleinlichen Ertrag zu wundern.<\/p>\n<p>Zur Kostensteigerung f\u00fchrt dann auch schon eine hohe Fluktuation mit Einarbeitungskosten neuer Mitarbeiter.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ul>\n<li><strong>Der Ungerechte, der unfair handelte und Zur\u00fccksetzungen nicht stoppte<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n<p>Wer Mitarbeiter ungerecht oder ungleich behandelt, wird auch keinen Erfolg haben. Unsachliche Bevorzugung bei Aufgaben oder Gehalt, ungerechtfertigte, nicht begr\u00fcndete Beurteilung bei unpassender Gelegenheit oder gar ungleiche Bezahlung f\u00fchren zu schlechtem Betriebsklima und gef\u00e4hrden damit den Erfolg.<\/p>\n<p>Ich habe eine Firma in der Insolvenz erlebt, in der ein Teil der Belegschaft 40 Stundenwoche ableistete und ein Teil 35 Stunden. Der monatliche Scheck war gleich hoch, nur hatte der eine Teil daf\u00fcr mehr zu arbeiten. Die beiden Gruppen waren so zerstritten, dass es deshalb t\u00e4glich gro\u00dfe Reibereien gab. Das Unternehmen konnte mit dieser Struktur nicht einmal ver\u00e4u\u00dfert werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Das Fazit von Restrukturierungsexperte Pluta:<\/strong>\u00a0&#8222;F\u00fcr mich f\u00fchrt die Zufriedenheit der Mitarbeiter zu Motivation und ist Grundlage f\u00fcr einen Gesch\u00e4ftserfolg. Die Dienstleistung der Chefs ist die sachgerechte F\u00fchrung eines Betriebes nicht nur nach au\u00dfen sondern auch nach Innen. Vorbild sein, Respekt gegen\u00fcber den Mitarbeitern haben, Anerkennung zollen und Mitarbeiter gut und angemessen bezahlen. Und: Zur gerechten F\u00fchrung geh\u00f6rt aber auch Einschreiten, wenn es Regelverletzungen gibt.&#8220;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00dcblicherweise reden nur Management-Coachs \u00fcber die Notwendigkeit eine guten Betriebsklimas und Manager halten es f\u00fcr meist &#8211; sagen wir mal &#8211; ein Luxusthema. 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