{"id":660352,"date":"2016-02-24T18:30:18","date_gmt":"2016-02-24T17:30:18","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=660352"},"modified":"2016-02-26T18:26:24","modified_gmt":"2016-02-26T17:26:24","slug":"die-sieben-gruende-warum-mitarbeiter-wirklich-gehen-gastbeitrag-von-hermann-arnold","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2016\/02\/24\/die-sieben-gruende-warum-mitarbeiter-wirklich-gehen-gastbeitrag-von-hermann-arnold\/","title":{"rendered":"Die sieben Gr\u00fcnde, warum Mitarbeiter wirklich gehen &#8211; Gastbeitrag von Hermann Arnold"},"content":{"rendered":"<p><strong>Obstkorb und Dienstwagen sind unn\u00f6tig, wenn die F\u00fchrungsqualit\u00e4t und Unternehmenskultur stimmen, findet Hermann Arnold von Haufe Umantis. Ein Gastbeitrag von Berater Hermann Arnold von Haufe Umantis, dem IT-Pionier und Spin-Off der Uni St-Gallen.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Sein Fazit: Wer seine Mitarbeiter \u00fcbervorteilt, ihnen viel zu viel Arbeit zumutet und von unf\u00e4higen Chefs drangsalieren l\u00e4sst, braucht auch ihnen auch keine Zen-Kurse anbieten. Und den trendigen Arbeitgeber des Internetzeitalters 4.0 mimen. Belegschaften haben da feine Antennen<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00a0.<\/strong><\/p>\n<p>Aus Angst vor Fachkr\u00e4ftemangel lassen sich die Unternehmen etwas einfallen, um Mitarbeiter zu k\u00f6dern und an sich zu binden. Man liest, dass im Silicon Valley Sternek\u00f6che f\u00fcr das Mittagessen der Belegschaft sorgen, Mitarbeiter mit technisch voll ausgestatteten Pendlerbussen des Unternehmens anreisen und dass ihre Wohnung zwischenzeitlich von einer Putzhilfe auf Firmenkosten gereinigt wird. Sicher, so hervorgehoben werden in der Presse nur Einzelf\u00e4lle, die Norm sind sie sicher nicht.<\/p>\n<p>Doch so oder so: So viele Wohltaten k\u00f6nnen sich die Deutschen nicht leisten, aber das Prinzip wurde verstanden. Obstk\u00f6rbe, Essensgutscheine, fr\u00f6hliche Sport-Wettbewerbe und Zen-Kurse in der Mittagspause sollen\u00b4s richten. So weit so kreativlos. Doch diese Annehmlichkeiten t\u00e4uschen nur \u00fcber gravierende Missst\u00e4nde hinweg.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_658249\" style=\"width: 660px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-658249\" class=\"size-full wp-image-658249\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2015\/09\/haufe.arnold.Hermann_Arnold.png\" alt=\"Hermann Arnold\" width=\"650\" height=\"650\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2015\/09\/haufe.arnold.Hermann_Arnold.png 650w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2015\/09\/haufe.arnold.Hermann_Arnold-150x150.png 150w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2015\/09\/haufe.arnold.Hermann_Arnold-300x300.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><p id=\"caption-attachment-658249\" class=\"wp-caption-text\">Hermann Arnold<\/p><\/div>\n<p><strong>Niemand k\u00fcndigt wegen fehlender Obstk\u00f6rbe<\/strong><\/p>\n<p>Selbst die Mitarbeiter im Silicon Valley entscheiden sich nicht wegen dieser oder jener Annehmlichkeit f\u00fcr ihren Arbeitgeber. Aber \u2013 und da sind sie sich einig \u2013 wer als Arbeitgeber keine Rundum-Verpflegung bietet, braucht gar nicht erst auf Bewerbungen zu hoffen. Verw\u00f6hn-Programme kommen tats\u00e4chlich gut an, sind aber nicht das entscheidende Kriterium f\u00fcr oder gegen einen Unternehmen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Doch warum verlassen Mitarbeiter ihr Unternehmen? Bei Befragungen nennen sie selbst diese Gr\u00fcnde:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<ol>\n<li>Schlechte Beziehung zu den Vorgesetzten.<\/li>\n<li>Fehlende Work-Life-Balance, also zu viele \u00dcberstunden<\/li>\n<li>Zu wenig sinnstiftende Aufgaben und das Gef\u00fchl, keinen entscheidenden Beitrag leisten zu k\u00f6nnen.<\/li>\n<li>Keine Kooperation unter den Kollegen.<\/li>\n<li>Ungen\u00fcgendes Vertrauen am Arbeitsplatz.<\/li>\n<li>Unangemessene Verg\u00fctung.<\/li>\n<li>Bescheidene Entwicklungsm\u00f6glichkeiten.<\/li>\n<\/ol>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Danach folgen Probleme, die aus der tagt\u00e4glichen Zusammenarbeit entstehen. Schlechtes Kantinenessen hingegen kommt als K\u00fcndigungsgrund nicht vor.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Verw\u00f6hn-Programme binden die falschen Mitarbeiter ans Unternehmen<\/strong><\/p>\n<p>Es gibt Mitarbeiter, die k\u00fcndigen aus den sieben, oben genannten Gr\u00fcnden. Es gibt aber auch Mitarbeiter, die zwar den gleichen Leidensdruck haben, aber dennoch dabei bleiben \u2013 aus Bequemlichkeit, weil der Dienstwagen so sch\u00f6n und der Obstkorb so lecker ist. Laut Gallup Engagement Index sind das rund 17 Prozent der deutschen Arbeitnehmer. Weitere 67 Prozent machen aufgrund ihrer Demotivation Dienst nach Vorschrift.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wir m\u00fcssen uns also fragen: Wollen wir wirklich Mitarbeiter halten, indem wir einen bunteren Obstkorb bieten als der Wettbewerber? Sollen demotivierte Mitarbeiter nur wegen Verg\u00fcnstigungen und Anreizen weiterhin ihr Dasein im Unternehmen fristen? Der Gallup Engagement Index berechnet den volkswirtschaftlichen Schaden durch innere K\u00fcndigungen auf eine Summe zwischen 73 und 95 Milliarden Euro j\u00e4hrlich. Kosten, die sich die Arbeitgeber sparen k\u00f6nnten, w\u00fcrden sie an den wirklich relevanten Faktoren arbeiten.\u00a0<a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2015\/03\/11\/gallup-studie-zu-mitarbeiter-engagement-die-meisten-schieben-nur-dienst-nach-vorschrift-hinter-ihrem-unternehmen-stehen-sie-nicht\/\">https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2015\/03\/11\/gallup-studie-zu-mitarbeiter-engagement-die-meisten-schieben-nur-dienst-nach-vorschrift-hinter-ihrem-unternehmen-stehen-sie-nicht\/<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Erfolgsfaktoren: Gute Vorgesetzte mit F\u00fchrungsqualit\u00e4ten und gesunde Unternehmenskultur<\/strong><\/p>\n<p>Die Art, wie wir Unternehmen aktuell organisieren und welche Ma\u00dfnahmen wir ergreifen, um das Arbeitsumfeld vermeintlich zu verbessern, ist \u00fcberwiegend r\u00fcckst\u00e4ndig und ignoriert die wahren Erfolgsfaktoren. Die erfolgversprechendsten Bindungsma\u00dfnahmen sind gute Vorgesetzte, ausgewogene Arbeitsbedingungen, sinnvolle Aufgaben, gelebter Teamgeist und entgegengebrachtes Vertrauen. Unternehmen sind produktive, soziale Systeme und wir sollten uns als ihre Architekten begreifen. Da reicht es nicht, die Mitarbeiter mit Komfort zu manipulieren. Statt auf Verf\u00fchrung sollten Unternehmen auf gute F\u00fchrung setzen, denn die schafft den Raum f\u00fcr intrinsische Motivation und f\u00fcr echte Bindung \u00fcber miteinander geteilte Werte. Dann darf der Dienstwagen oben drauf kommen \u2013 als nettes Extra.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Obstkorb und Dienstwagen sind unn\u00f6tig, wenn die F\u00fchrungsqualit\u00e4t und Unternehmenskultur stimmen, findet Hermann Arnold von Haufe Umantis. Ein Gastbeitrag von Berater Hermann Arnold von Haufe Umantis, dem IT-Pionier und Spin-Off der Uni St-Gallen. 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