{"id":660087,"date":"2016-12-13T23:46:33","date_gmt":"2016-12-13T22:46:33","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=660087"},"modified":"2016-12-13T23:46:33","modified_gmt":"2016-12-13T22:46:33","slug":"home-office-ein-teurer-spass-fuer-unternehmen-wenns-korrekt-laeuft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2016\/12\/13\/home-office-ein-teurer-spass-fuer-unternehmen-wenns-korrekt-laeuft\/","title":{"rendered":"Home Office:  Ein teurer Spa\u00df f\u00fcr Unternehmen, wenn\u00b4s korrekt l\u00e4uft"},"content":{"rendered":"<p><strong>Home Office: Die wichtigsten Regeln f\u00fcr die Heimarbeit <\/strong>(zuerst erschienen auf wiwo.de)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>In den Niederlanden gibt es ihn: Den Anspruch auf das Home Office. Deutsche Angestellte k\u00f6nnen davon nur tr\u00e4umen. Was Unternehmen und Mitarbeiter regeln sollten, wenn sie sich auf das Arbeiten von Zuhause aus einlassen.<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>F\u00fcr ThyssenKrupp war der Kita-Streik ein gelungener Feldversuch in Sachen Home Office. Der Konzern hatte seine F\u00fchrungskr\u00e4fte w\u00e4hrend des Streiks aufgefordert, sich besonders flexibel zu zeigen und Heimarbeit anzubieten. Mit dem Ergebnis des ungeplanten Feldversuchs ist ThyssenKrupp-Personalvorstand Oliver Burkhard hoch zufrieden: &#8222;Der Kita-Streik hat gezeigt, dass in der Praxis die meisten Vorbehalte unbegr\u00fcndet sind.&#8220;<\/p>\n<div id=\"attachment_658031\" style=\"width: 210px\" class=\"wp-caption alignleft\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-658031\" class=\"size-full wp-image-658031\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2015\/08\/thyssenkrupp.burkhard.jpg\" alt=\"ThyssenKrupp-Personalvorstand Oliver Burkhard (\u00a9 ThyssenKrupp AG)\" width=\"200\" height=\"300\" \/><p id=\"caption-attachment-658031\" class=\"wp-caption-text\">ThyssenKrupp-Personalvorstand Oliver Burkhard (\u00a9 ThyssenKrupp AG)<\/p><\/div>\n<p>Denn, so sein Fazit: &#8222;Sowohl Mitarbeiter als auch F\u00fchrungskr\u00e4fte haben viele gute Erfahrungen gemacht.&#8220; Der Konzern habe eine klare Devise: Sofern es die betrieblichen Belange zulassen und auch die F\u00fchrungskraft zustimmt, kann die Arbeit flexibel gestaltet werden &#8211; und dazu z\u00e4hlt auch Arbeit im Home Office.<\/p>\n<p>Unser Nachbarland Holland ist da schon weiter: <a href=\"http:\/\/www.wiwo.de\/erfolg\/beruf\/homeoffice-niederlaender-haben-ein-recht-auf-heimarbeit\/11638898.html\"><u>Arbeitnehmer haben dort sogar einen gesetzlichen Anspruch aufs Home Office<\/u><\/a>. &#8222;Doch das ist hierzulande nicht zu erwarten&#8220;, sagt Ina-Kristin Hubert, Fachanw\u00e4ltin f\u00fcr Arbeitsrecht bei der Kanzlei R\u00f6dl &amp; Partner in Hamburg. Der Arbeitgeber muss seinen Angestellten nicht einmal vor\u00fcbergehend die Arbeit im Home Office erlauben, wie das Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz vergangenen Dezember einer jungen Mutter beschied (Aktenzeichen 5 Sa 378\/14). Von Unternehmen k\u00f6nne nicht verlangt werden, dass sie den Betrieb nach den W\u00fcnschen der Mitarbeiter umstrukturieren, urteilten die Richter. &#8222;Umgekehrt kann die Firma keinen Angestellten zwingen, nicht mehr in der Firma, sondern von Zuhause aus zu arbeiten&#8220;, so Anw\u00e4ltin Hubert.<\/p>\n<div id=\"attachment_657993\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignright\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-657993\" class=\"size-medium wp-image-657993\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2015\/08\/Roedl.Hubert_Ina-Kristin_3-300x300.jpg\" alt=\"Ina-Kristin Hubert, Arbeitsrechtlerin und Partnerin bei R\u00f6dl &amp; Partner \" width=\"300\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2015\/08\/Roedl.Hubert_Ina-Kristin_3-300x300.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2015\/08\/Roedl.Hubert_Ina-Kristin_3-150x150.jpg 150w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2015\/08\/Roedl.Hubert_Ina-Kristin_3.jpg 650w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><p id=\"caption-attachment-657993\" class=\"wp-caption-text\">Ina-Kristin Hubert, Arbeitsrechtlerin und Partnerin bei R\u00f6dl &amp; Partner<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Idee, f\u00fcr diesen Fall vorzubeugen und eine entsprechende Klausel in den Arbeitsvertrag einzubauen, sollten Arbeitgeber \u00fcbrigens gleich wieder verwerfen. Ein Unternehmen im Rheinland, das dies probiert hatte, musste sich vom Landesarbeitsgericht D\u00fcsseldorf belehren lassen, dass eine solche Klausel unwirksam ist und das Home-Office somit Bestand hat (12 Sa 505\/14).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Geregelt werden sollte im Arbeitsvertrag:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Die Arbeitszeit, also die Stundenzahl. Auch Zuhause muss der Arbeitnehmer \u00fcbrigens die gesetzlich vorgeschriebene Pause nach sechs Stunden Arbeitszeit einhalten.<\/li>\n<li><\/li>\n<li>Die \u00dcberlassung eines B\u00fcroraums<\/li>\n<li><\/li>\n<li>Die \u00dcberlassung der Arbeitsmittel vom Computer \u00fcber Drucker bis hin zum Handy, Schreibtischstuhl, Gl\u00fchbirnen und B\u00fcromaterial. Wen die Firma nicht selbst ausstattet, der sollte die Dinge f\u00fcr das Unternehmen kaufen oder die Belege f\u00fcr die Anschaffungen zwecks Kostenerstattung einreichen.<\/li>\n<\/ul>\n<ul>\n<li>Die Kosten\u00fcbernahme von anteiliger Miete, Strom und Heizung. Achtung: Nicht beteiligen braucht sich das Unternehmen an den Kosten der M\u00fcllabfuhr. Nat\u00fcrlich muss aber der Arbeitgeber f\u00fcr die ordnungsgem\u00e4\u00dfe Vernichtung sensibler Daten Sorge tragen. Jedenfalls muss der Mitarbeiter seiner Firma eine Kopie seines eigenen Mietvertrags geben und ihm regelm\u00e4\u00dfig die Strom- und Heizkostenrechnung schicken.<\/li>\n<li><\/li>\n<li>Wartung und Pflege der Kommunikationsger\u00e4te<\/li>\n<li><\/li>\n<li>Ein jederzeitiges Betretungsrecht des Arbeitgebers sowie f\u00fcr die Beh\u00f6rden in die Wohnung &#8211; zum Beispiel, um zu kontrollieren, dass die Schutz- und Sicherheitsvorschriften f\u00fcr Arbeitnehmer eingehalten werden. B\u00fcros m\u00fcssen eine Heizung haben und eine Mindestgr\u00f6\u00dfe aufweisen ebenso wie der Schreibtisch. Auch der PC-Bildschirm hat Mindeststandards &#8211; Stichwort: Bildschirmarbeitsplatzverordnung. Zudem muss der Raum ein Fenster haben. Der Arbeitgeber muss diese Dinge kontrollieren, dazu ist er wegen seiner F\u00fcrsorgepflicht gegen\u00fcber dem Arbeitnehmer verpflichtet.<\/li>\n<li><\/li>\n<li>Der Ersatz f\u00fcr Fahrtkosten in den Betrieb.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Werden alle Spielregeln eingehalten, sagen Experten, ist ein Home Office f\u00fcr den Arbeitgeber teurer als ein Schreibtisch im Unternehmen.<\/p>\n<p>Und unangenehm wird\u00b4s jedenfalls f\u00fcr den Mitarbeiter, wenn in der Arbeitszeit ein Unfall passiert &#8211; beispielsweise beim Kaffee-Holen in der K\u00fcche &#8211; und er deshalb die Vorteile der Leistungen der Berufsgenossenschaft verliert.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Home Office: Die wichtigsten Regeln f\u00fcr die Heimarbeit (zuerst erschienen auf wiwo.de) &nbsp; In den Niederlanden gibt es ihn: Den Anspruch auf das Home Office. Deutsche Angestellte k\u00f6nnen davon nur tr\u00e4umen. 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