{"id":659988,"date":"2016-01-20T16:26:43","date_gmt":"2016-01-20T15:26:43","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=659988"},"modified":"2016-01-25T22:44:27","modified_gmt":"2016-01-25T21:44:27","slug":"wef-2016-cnn-moderator-john-defterios-aus-davos-ueber-den-iran-der-ein-neues-kapitel-aufschlaegt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2016\/01\/20\/wef-2016-cnn-moderator-john-defterios-aus-davos-ueber-den-iran-der-ein-neues-kapitel-aufschlaegt\/","title":{"rendered":"WEF 2016 (3): CNN-Moderator John Defterios aus Davos \u00fcber den Iran, der ein neues Kapitel aufschl\u00e4gt"},"content":{"rendered":"<p><strong>Iran tritt aus dem Schatten<\/strong><\/p>\n<p><em>Von John Defterios, CNN International Korrespondent f\u00fcr aufstrebende M\u00e4rkte<\/em><\/p>\n<div id=\"attachment_659989\" style=\"width: 660px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-659989\" class=\"size-full wp-image-659989\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/01\/CNN-WEF-Davos-2016_SchneemannQuest_Defterios_klein-2.jpg\" alt=\"WEF 2016 in Davos: CNN-Moderatoren Richard Quest (l.) und x Defterios\" width=\"650\" height=\"432\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/01\/CNN-WEF-Davos-2016_SchneemannQuest_Defterios_klein-2.jpg 650w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/01\/CNN-WEF-Davos-2016_SchneemannQuest_Defterios_klein-2-300x199.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/01\/CNN-WEF-Davos-2016_SchneemannQuest_Defterios_klein-2-451x300.jpg 451w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><p id=\"caption-attachment-659989\" class=\"wp-caption-text\">WEF 2016 in Davos: CNN-Moderatoren Richard Quest (l.) und John Defterios (Foto: CNN International)<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Nach einem Jahrzehnt der Isolation steht der letzte wichtige Frontier-Markt kurz davor, sich dem Rest der Welt zu \u00f6ffnen.<\/p>\n<p>Es ist ein passender Zufall, dass die Einigung mit Iran, die durch den Abschlussbericht der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEA) besiegelt ist, in jener Woche zustande kommt, in der auch das Weltwirtschaftsforum stattfindet.<\/p>\n<p>Vor zwei Jahren stand der iranische Pr\u00e4sident Hassan Rohani hier in Davos vor einer proppenvollen Plenarhalle und sprach \u00fcber den Willen seines Landes, aus dem Schatten der Sanktionen zu treten. Dabei pr\u00e4sentierte er ein Szenario dessen, was sein Land zu bieten hat.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Jetzt muss der Pr\u00e4sident dem iranischen Volk beweisen, dass es nach Jahren voll von Opfern und Isolation wieder bergauf gehen kann.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend des H\u00f6hepunkts der Sanktionen, zwischen 2011 und 2014, sank das Pro-Kopf-Einkommen um mehr als zwanzig Prozent auf etwas mehr als 5.300 Dollar. Zu einem Zeitpunkt hatte der iranische Rial um bis zu achtzig Prozent verloren, die Preise f\u00fcr Grundnahrungsmittel waren in die H\u00f6he geschossen und die Wirtschaft machte eine Phase der Hyperinflation durch.<\/p>\n<p>Zu diesen wirtschaftlichen Opfern kam obendrein, dass die Energie-Sanktionen f\u00fcr Teheran pro Jahr bis zu 50 Milliarden Dollar an entgangenen Einnahmen bedeuteten, w\u00e4hrend die anderen \u00d6lproduzenten des Nahen Ostens sich zeitgleich \u00fcber Preise von 100 Dollar pro Barrel freuen konnten \u2013 und dies f\u00fcr eine Rekordzeit von drei aufeinanderfolgenden Jahren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Ein neues Kapitel<\/strong><\/p>\n<p>Iran brennt darauf, ein neues Kapitel aufzuschlagen, was angesichts der ersten Worte des Au\u00dfenministers Mohammad Javid Zarif deutlich wird, der am Wochenende erkl\u00e4rte, nun sei die Zeit f\u00fcr \u201ewirtschaftliches Engagement\u201c.<\/p>\n<p>Als allererstes gilt es, Zugang zu bis zu 100 Milliarden Dollar eingefrorenen Verm\u00f6genswerten zu bekommen \u2013 noch vor den Parlamentswahlen Ende Februar \u2013, um damit eine Wirtschaft zu sanieren, die das Potential hat, das \u201eDeutschland des Nahen Ostens\u201c zu werden.<\/p>\n<p>Iran hat \u00e4hnlich viele Arbeitskr\u00e4fte wie der Motor Europas, eine junge und hervorragend ausgebildete Bev\u00f6lkerung sowie eine erstaunlich starke Fertigungsindustrie. Obendrein verf\u00fcgt Iran, zwischen Asien und der Europ\u00e4ischen Union gelegen, \u00fcber einen g\u00fcnstigen Standort. Das Land ist bereits der drittgr\u00f6\u00dfte Stahlexporteur der Welt, und bis 2020 wird eine Verdoppelung des Automobilabsatzes von einer auf zwei Millionen Fahrzeuge pro Jahr prognostiziert, welcher zuletzt aufgrund der wirtschaftlichen Sanktionen in Stocken geraten war.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Die nat\u00fcrlichen Ressourcen des Iran: \u00d6l, Erdgas, Zink, Kupfer&#8230;<\/strong><\/p>\n<p>Doch da ist noch mehr \u2013 sogar eine ganze Menge mehr. Anders als Deutschland, ist Iran mit nat\u00fcrlichen Ressourcen gesegnet. Es verf\u00fcgt \u00fcber sieben Prozent der Mineralreserven der Welt, deren Wert vor jeglicher nennenswerter Erschlie\u00dfung auf eine dreiviertel Billion Dollar gesch\u00e4tzt wird. Zink, Kupfer, Eisenerz, Uran und Blei stehen hier ganz oben auf der Liste.<\/p>\n<p>Iran war 1902 das erste Land des Nahen Osten, das auf \u00d6l stie\u00df. Mit 157 Milliarden Barrel verf\u00fcgt es \u00fcber neun Prozent der bekannten Reserven, womit es in der Region hinter dem Erzrivalen Saudi Arabien an zweiter Stelle liegt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Doch es wird wahrscheinlich das Erdgas sein, das den wirklichen Aufschwung f\u00fcr Iran bringen wird. Heute befinden sich achtzehn Prozent der weltweiten Gasreserven auf iranischem Gebiet und das Land teilt sich mit dem angrenzenden Katar das gr\u00f6\u00dfte Gasfeld der Welt. Der Vize-Erd\u00f6lminister Amir Zamaninia erkl\u00e4rte gegen\u00fcber CNN, das Land wisse bereits von drei weiteren Feldern von der Gr\u00f6\u00dfe des South-Pars-Gasfelds, alle in den eigenen Hoheitsgew\u00e4ssern, die nur darauf warteten, erschlossen zu werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Mangel an Devisen<\/strong><\/p>\n<p>Iran mag zwar reich an Ressourcen sein, doch was Devisen angeht, ist das Land arm. \u00dcber die n\u00e4chsten f\u00fcnf Jahre m\u00f6chte man allein im Energiesektor 185 Milliarden Dollar erl\u00f6sen. Im Dezember pr\u00e4sentierte \u00d6lminister Bijan Zaganeh die erste Phase dieser Initiative.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der springende Punkt wird nun sein, wie wohlwollend die Vertragskonditionen sein werden und \u2013 dies ist das gro\u00dfe Fragezeichen \u2013, ob der \u00d6lpreis hoch genug ausfallen wird, um die gr\u00f6\u00dften \u00d6lunternehmen der Welt (IOCs) anzulocken. Die Produzenten haben angesichts des j\u00fcngsten Preissturzes auf 30 Dollar pro Barrel weltweit schon Gro\u00dfprojekte im Wert von nahezu 400 Milliarden Dollar gestrichen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_659978\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-659978\" class=\"size-medium wp-image-659978\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/01\/CNN-International_John-Defterios_2016_klein-300x200.jpg\" alt=\"John Defterios, CNN (Foto: CNN International)\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/01\/CNN-International_John-Defterios_2016_klein-300x200.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/01\/CNN-International_John-Defterios_2016_klein-450x300.jpg 450w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/01\/CNN-International_John-Defterios_2016_klein.jpg 650w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><p id=\"caption-attachment-659978\" class=\"wp-caption-text\">John Defterios, CNN (Foto: CNN International)<\/p><\/div>\n<p>Leitende Mitarbeiter der National Iranian Oil Company versicherten mir, sie seien angesichts des Preisr\u00fcckgangs nicht beunruhigt, sondern weiterhin \u00fcberzeugt, dass die Investitionen aus dem Westen kommen werden, da man der wahrscheinlich letzte verbliebene, noch wenig erschlossene und kosteng\u00fcnstig f\u00f6rdernde Produzent sei.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Ziele des Irans: Vertrauen der Bev\u00f6lkerung, Infrastruktur sanieren, Arbeitspl\u00e4tze<\/strong><\/p>\n<p>Die Anf\u00fchrer Irans sind sich \u00fcber die Situation im Klaren: etwaiger Erfolg wird eng damit verbunden sein, ob man es schafft, den Reichtum an nat\u00fcrlichen Ressourcen zu Geld zu machen, um dann die Infrastruktur des Landes sanieren und, was \u00fcberaus wichtig sein wird, Arbeitspl\u00e4tze sowie Vertrauen in der Bev\u00f6lkerung schaffen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Sowohl die Weltbank als auch das Institute of International Finance trauen Iran in der Post-Sanktionen-\u00c4ra \u00fcber mehrere Jahre ein Wachstum von sechs Prozent oder mehr zu. Auf dem bevorstehenden Weg gilt es jedoch einige Schlagl\u00f6cher zu umfahren, so wird man etwa die noch immer m\u00e4chtige Revolutionsgarde beschwichtigen m\u00fcssen, die einen gro\u00dfen Prozentsatz der Gesch\u00e4ftsaktivit\u00e4ten kontrolliert und eine langfristige Einigung noch immer gef\u00e4hrden k\u00f6nnte. Ab 2017 k\u00f6nnte auch ein neuer US-Pr\u00e4sident weniger entgegenkommend sein, als dies f\u00fcr das Duo Obama\/Kerry galt, das gro\u00dfes Interesse daran hatte, den Deal in trockene T\u00fccher zu bringen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Hohes Gewinnpotential im Iran f\u00fcr die gr\u00f6\u00dften Konzerne \u00a0<\/strong><\/p>\n<p>Doch den Unternehmenslenkern hier in Davos ist das enorme Gewinnpotential f\u00fcr die gr\u00f6\u00dften Konzerne der Welt nicht entgangen. Iran ben\u00f6tigt alles: Flugzeuge, Energieerzeugung, Hochgeschwindigkeitstelekommunikationsnetzwerke, Hotels und jede Menge mehr.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Vor einigen Jahren skizzierte Pr\u00e4sident Rohani seine Pl\u00e4ne f\u00fcr eine Zukunft, die nun, nach einem Jahrzehnt des wirtschaftlichen Verzichts f\u00fcr gew\u00f6hnliche Iraner, endlich beginnen kann.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Iran tritt aus dem Schatten Von John Defterios, CNN International Korrespondent f\u00fcr aufstrebende M\u00e4rkte &nbsp; Nach einem Jahrzehnt der Isolation steht der letzte wichtige Frontier-Markt kurz davor, sich dem Rest der Welt zu \u00f6ffnen. Es ist ein passender Zufall, dass &hellip; <a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2016\/01\/20\/wef-2016-cnn-moderator-john-defterios-aus-davos-ueber-den-iran-der-ein-neues-kapitel-aufschlaegt\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":19,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[234,5359,5363,5362,5360,4166,4167,5361,919,1151],"class_list":["post-659988","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","tag-cnn","tag-davos-2016","tag-devisen","tag-erdgas","tag-iran","tag-john-defterios","tag-ol","tag-ressourcen","tag-richard-quest","tag-wef"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/659988","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/users\/19"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=659988"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/659988\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=659988"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=659988"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=659988"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}