{"id":659969,"date":"2016-01-20T21:58:47","date_gmt":"2016-01-20T20:58:47","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=659969"},"modified":"2016-01-25T22:45:03","modified_gmt":"2016-01-25T21:45:03","slug":"wef-2016-cnn-moderatorin-eleni-giokos-aus-davos-ueber-einen-marketingcoup-mit-schals-mit-suedafrikas-flagge","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2016\/01\/20\/wef-2016-cnn-moderatorin-eleni-giokos-aus-davos-ueber-einen-marketingcoup-mit-schals-mit-suedafrikas-flagge\/","title":{"rendered":"WEF 2016 (4): CNN-Moderatorin Eleni Giokos aus Davos \u00fcber einen Marketingcoup mit Schals mit S\u00fcdafrikas Flagge"},"content":{"rendered":"<p><strong>Davos 2016: Neue Teilnehmer in Afrikas \u201aKampf der Schals\u2018 &#8211; Gastbeitarg von\u00a0<\/strong><strong>Eleni Giokos, Wirtschaftskorrespondentin bei CNN International<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_659970\" style=\"width: 617px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-659970\" class=\"size-full wp-image-659970\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/01\/Davos.2016.CNN-International_Eleni-Giokos_kleiner.jpg\" alt=\"Eleni Giokos von CNN (Foto: CNN International)\" width=\"607\" height=\"393\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/01\/Davos.2016.CNN-International_Eleni-Giokos_kleiner.jpg 607w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/01\/Davos.2016.CNN-International_Eleni-Giokos_kleiner-300x194.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/01\/Davos.2016.CNN-International_Eleni-Giokos_kleiner-463x300.jpg 463w\" sizes=\"auto, (max-width: 607px) 100vw, 607px\" \/><p id=\"caption-attachment-659970\" class=\"wp-caption-text\">Eleni Giokos von CNN (Foto: CNN International)<\/p><\/div>\n<p>Seit der Finanzkrise 2008 ist die Begeisterung f\u00fcr Afrika ungebrochen. Scheinbar zahllose M\u00f6glichkeiten \u2013 gepaart mit hohen Wachstumsraten \u2013 haben weltweit die Aufmerksamkeit der Investoren geweckt. Der Run auf Afrika wurde zum Dauerthema auf dem Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos und f\u00fchrte schlie\u00dflich zu einer vermehrten Teilnahme afrikanischer Delegierter beim Treffen der Weltelite in den Schweizer Bergen.<\/p>\n<p>Dieses Jahr haben sich die Gespr\u00e4chsthemen jedoch ver\u00e4ndert. Die Kapitalanleger ber\u00fccksichtigen bei ihren \u00dcberlegungen inzwischen auch den wirtschaftlichen Gegenwind, der mittlerweile fast allen Schwellenl\u00e4ndern entgegenschl\u00e4gt. 2016 k\u00f6nnte daher ein schwieriges Jahr f\u00fcr die Teilnehmer Afrikas in Davos werden, die alles daran setzen, das Interesse an ihrem Heimatkontinent aufrechtzuerhalten.<\/p>\n<p>Beim WEF kann Marketing genauso wichtig sein wie hohe Wachstumsraten. 2010 war S\u00fcdafrika, das sich auf die Fu\u00dfballweltmeisterschaft vorbereitete, das Epizentrum der Begeisterung. Die s\u00fcdafrikanische Delegation hatte einen einfachen, aber hoch effektiven Marketingcoup vorbereitet, und so trugen am Ende der Tagung die meisten Teilnehmer von Davos schlie\u00dflich einen Schal mit der Flagge S\u00fcdafrikas.<\/p>\n<p>Ein Jahr sp\u00e4ter zog Nigeria nach und es begann eine \u201aSchal-basierte\u2018 Rivalit\u00e4t zu S\u00fcdafrika. Durch das Tragen der von ihnen bevorzugten Halsbekleidung schworen die Kongressteilnehmer einem der beiden L\u00e4nder \u2013 im wahrsten Sinne des Wortes, aber nat\u00fcrlich mit einem Augenzwinkern \u2013 einen Fahneneid.<\/p>\n<p>Tats\u00e4chlich schien der Kampf der Schals beim WEF eine klare Verschiebung in der Wahrnehmung gegen\u00fcber dem Schwarzen Kontinent zu markieren. Vor der Finanzkrise galt Afrika in der Weltwirtschaft weitgehend als \u201aProblemkind\u2018. 2008, als viele Volkswirtschaften der sogenannten Ersten Welt ins Straucheln gerieten, kam es zu einem Paradigmenwechsel. Afrika wurde zur letztm\u00f6glichen wirtschaftlichen Grenze. Doch bis zum Jahr 2014, als Nigeria die eigene Wirtschaftsleistung neu berechnete und schlagartig Afrikas gr\u00f6\u00dfte Volkswirtschaft wurde, hatte sich das Gespr\u00e4ch schon weiterentwickelt. Investoren untersuchten enthusiastisch die F\u00fclle an M\u00f6glichkeiten in den zwei wirtschaftlich st\u00e4rksten L\u00e4ndern Afrikas.<\/p>\n<p>Dieses Jahr k\u00f6nnte es zu einer weiteren Verschiebung kommen. Afrikas reichster Mann, der nigerianische Milliard\u00e4r Aliko Dangote, wird wohl um bis zu 17 Prozent \u00e4rmer als bislang zum WEF in Davos reisen. Analysten zufolge ist sein Nettoverm\u00f6gen auf 17 Milliarden Dollar geschrumpft. Das mag f\u00fcr ihn kein allzu gro\u00dfes Problem darstellen, doch der schwache Naira und der Absturz des \u00d6lpreises haben Afrikas gr\u00f6\u00dfter Wirtschaft Milliarden Dollar gekostet; \u00fcber kurz oder lang werden alle B\u00fcrger im Land die Auswirkungen zu sp\u00fcren bekommen.<\/p>\n<p>Dieses Thema betrifft allerdings nicht nur Nigeria. Niedrige Rohstoffpreise und W\u00e4hrungsschwankungen sind die Hauptprobleme, die Afrika und die Investoren 2016 plagen. Der s\u00fcdafrikanische Rand hat einen neuen Tiefstand erreicht und steht nun bei einem Wechselkurs von 17 Rand zu einem US-Dollar; letztes Jahr b\u00fc\u00dfte die W\u00e4hrung 35 Prozent an Wert ein. Afrikas am st\u00e4rksten industrialisierte Nation erwartet dieses Jahr ein Wachstum von 1,5 Prozent Abgesehen von den offensichtlichen Themen, die rohstoffproduzierende L\u00e4nder \u00fcberall betreffen, setzen den meisten afrikanischen L\u00e4ndern auch das langsamere Wachstum in China sowie die Erh\u00f6hung der Leitzinsen durch die US-Notenbank Fed zu.<\/p>\n<p>Auch die gestiegene Zahl an Terrorgruppen macht vielen afrikanischen Staaten zu schaffen. Besonders Nigeria, Kenia, Mali k\u00e4mpfen damit, doch nat\u00fcrlich sind auch weitere Staaten betroffen.<\/p>\n<p>Dieses Jahr m\u00fcssen die afrikanischen Teilnehmer die Investoren wohl davon \u00fcberzeugen, dem Kontinent die Treue zu halten, und sie daran erinnern, sich auf jene Wirtschaftsbereiche zu konzentrieren, die vor zwei Jahren so viel Aufmerksamkeit erhielten: die Bereiche Einzelhandel, Telekommunikation, Energie und Infrastruktur.<\/p>\n<p>Doch nicht alle Aussichten sind d\u00fcster. Die Staaten s\u00fcdlich der Sahara erwarten 2016 ein Wachstum von 3,75 Prozent und z\u00e4hlen immer noch zu den am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften weltweit.<\/p>\n<p>Die interessantesten Geschichten k\u00f6nnten dieses Jahr sogar von jenen L\u00e4ndern stammen, die nicht zu Afrikas wirtschaftlich gr\u00f6\u00dften drei Staaten z\u00e4hlen. L\u00e4nder wie \u00c4thiopien, Ruanda, Tansania und Mauritius wecken mit ihren starken Wachstumszahlen Zuversicht, wobei sie zugegebenerma\u00dfen von einem niedrigen Ausgangspunkt aus wachsen. Obwohl diese L\u00e4nder in Davos keine gro\u00dfe B\u00fchne erhalten, geh\u00f6ren sie momentan zu den robustesten Volkswirtschaften Afrikas. Vielleicht sollten sie dort einmal mit dem Gedanken spielen, in ein paar Schals zu investieren.<\/p>\n<p><em>CNN International berichtet vom 20. \u2013 23. Januar 2016 vom Weltwirtschaftsforum in Davos. Weitere Informationen auch unter: <\/em><a href=\"http:\/\/www.cnn.com\/davos\"><em><u>www.cnn.com\/davos<\/u><\/em><\/a><em>.<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Davos 2016: Neue Teilnehmer in Afrikas \u201aKampf der Schals\u2018 &#8211; Gastbeitarg von\u00a0Eleni Giokos, Wirtschaftskorrespondentin bei CNN International &nbsp; Seit der Finanzkrise 2008 ist die Begeisterung f\u00fcr Afrika ungebrochen. 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