{"id":659966,"date":"2016-01-19T23:03:25","date_gmt":"2016-01-19T22:03:25","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=659966"},"modified":"2016-01-25T22:43:44","modified_gmt":"2016-01-25T21:43:44","slug":"wef-cnn-korrespondent-john-defterios-davos-empfaengt-gespaltene-opec-gastbeitrag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2016\/01\/19\/wef-cnn-korrespondent-john-defterios-davos-empfaengt-gespaltene-opec-gastbeitrag\/","title":{"rendered":"WEF 2016 (2): Davos empf\u00e4ngt die gespaltene OPEC  &#8211; Gastbeitrag von CNN-Moderator John Defterios"},"content":{"rendered":"<p><u><strong>Widerspr\u00fcchliche Aussagen \u2013 Davos empf\u00e4ngt gespaltene OPEC<\/strong><\/u><\/p>\n<p><em><strong>\u00a0<\/strong><\/em><\/p>\n<p><em><strong>Von John Defterios, CNN International Korrespondent f\u00fcr aufstrebende M\u00e4rkte<\/strong><\/em><\/p>\n<div id=\"attachment_659978\" style=\"width: 660px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-659978\" class=\"size-full wp-image-659978\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/01\/CNN-International_John-Defterios_2016_klein.jpg\" alt=\"John Defterios, CNN (Foto: CNN International)\" width=\"650\" height=\"433\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/01\/CNN-International_John-Defterios_2016_klein.jpg 650w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/01\/CNN-International_John-Defterios_2016_klein-300x200.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2016\/01\/CNN-International_John-Defterios_2016_klein-450x300.jpg 450w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><p id=\"caption-attachment-659978\" class=\"wp-caption-text\">John Defterios, CNN (Foto: CNN International)<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wenn die sogenannten M\u00e4chtigen und Gro\u00dfen diese Woche im Rahmen des Weltwirtschaftsforums im schweizerischen Alpenresort Davos anreisen, werden sie die widerspr\u00fcchlichen Aussagen von den Mitgliedern der OPEC noch im Ohr haben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ich w\u00fcrde sogar noch weiter gehen und sagen, dass die in Wien ans\u00e4ssige Organisation 13 erd\u00f6lexportierender Nationen mittlerweile ein gespaltener Verbund ist: auf der einen Seite die kosteng\u00fcnstig, auf der anderen die teuer produzierenden L\u00e4nder.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Dies wurde beim j\u00e4hrlichen Gulf Intelligence UAE Energy Forum deutlich, das ich diese Woche in Abu Dhabi moderierte und bei dem die Energieminister der Vereinten Arabischen Emirate sowie auch Nigerias zu Gast waren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Nigerias wichtigster \u00d6l-Funktion\u00e4r Emmanuel Kachikwu, der au\u00dferdem der scheidende Pr\u00e4sident der OPEC ist, sagte, die Gruppe erw\u00e4ge ein Notfalltreffen einzuberufen, das etwa Ende Februar stattfinden k\u00f6nne. Einzig stellt sich die Frage, ob sich die OPEC darauf einigen k\u00f6nnen wird, ihre Produktion zu drosseln, was eine Ma\u00dfnahme w\u00e4re, die dabei helfen k\u00f6nnte, den freien Fall der Preise f\u00fcr Roh\u00f6l zu stoppen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u201eIch gehe davon aus, dass es so kommen wird\u201c, erkl\u00e4rte er mir im Interview. \u201eIch denke, eine\u2026 Mehrheit der OPEC Mitglieder kommt immer mehr zur \u00dcberzeugung, dass die Zeit gekommen ist, um\u2026 zusammen zu kommen und einen neuen Dialog zu beginnen, der nicht von solchen Spannungen gepr\u00e4gt ist, wie wir sie in Wien erlebt haben.\u201c<\/p>\n<p>Doch noch am selben Tag lehnten die Vereinigen Arabischen Emirate eine solche Strategie ab \u2013 h\u00f6flich, aber bestimmt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u201eIch denke nicht, dass es fair ist, die OPEC dazu aufzufordern\u201c, eigenm\u00e4chtig die Produktion zu drosseln, sagte Suhail Mohammed Al Mazrouei, der Energieminister der Vereinten Arabischen Emirate. Er f\u00fcgte hinzu, dass die Strategie der OPEC \u201efunktioniere\u201c.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Spaltung in der OPEC ist letztlich auf die Tatsache zur\u00fcckzuf\u00fchren, dass neun Mitgliedsstaaten ihre Priorit\u00e4ten \u00e4ndern und f\u00fcr h\u00f6here Preise k\u00e4mpfen wollen, anstatt das Hauptaugenmerk auf die Bewahrung der Marktanteile zu richten. Die Herausforderung f\u00fcr die Organisation liegt darin, dass jene vier Nationen, die den Status Quo beibehalten m\u00f6chten \u2013 Saudi Arabien, Kuwait, Katar und die Vereinigten Arabischen Emirate \u2013 nahezu die kompletten Kapazit\u00e4tsreserven kontrollieren. Daher haben ihre Stimmen unweigerlich deutlich mehr Gewicht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u00dcbersehen wird bei diesem Gedankenaustausch auch der Umstand, dass die OPEC ausschlie\u00dflich durch einstimmige Entscheidungen Ver\u00e4nderungen beschlie\u00dfen kann. W\u00e4hrend die Preise also auf ein neues Zw\u00f6lfjahrestief von 30 Dollar pro Barrel gefallen sind, m\u00fcssen nun obendrein 13 Mitglieder auf eine einheitliche Linie gebracht werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Angef\u00fchrt von Saudi Arabien, entschied die OPEC 2014, einen Preiskrieg gegen die kosteng\u00fcnstig produzierenden Wettbewerber aus den USA oder von anderswo her zu f\u00fchren, um den Marktanteil zu verteidigen.<\/p>\n<p>\u201eWenn wir etwas K\u00fcnstliches machen, denke ich nicht, dass das ein langfristig funktionierendes Modell ist\u201c, sagte Mazrouei.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Dezember in Wien: Knapp an einer Meuterei vorbei<\/strong><\/p>\n<p>Als sich die OPEC zuletzt im Dezember in der \u00f6sterreichischen Hauptstadt traf, wurde in der Organisation eine gro\u00dfe Kluft deutlich und man konnte sich nicht einigen, die Produktion herunterzufahren. Wie ich von Minister Kachikwu erfahren konnte, gab es bei dem Treffen um ein Haar eine Meuterei, als die afrikanischen und lateinamerikanischen Produzenten drohten, das Treffen geschlossen zu verlassen, da die fast 80-prozentige Korrektur den Volkswirtschaften von Algerien bis Venezuela zu gro\u00dfe Opfer abverlange.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Kachikwu erkl\u00e4rte, die meisten Mitglieder der OPEC m\u00fcssten momentan dabei zusehen, wie ihre Volkswirtschaften \u201ezerst\u00f6rt\u201c w\u00fcrden \u2013 und gegen diese Entwicklung m\u00fcsse etwas unternommen werden. \u201eWir m\u00fcssen\u2026 einen Weg finden, wie wir das Interesse, unseren Marktanteil zu sch\u00fctzen, mit dem \u00dcberleben des Gesch\u00e4fts selbst sowie auch dem \u00dcberleben der Nationen in Einklang bringen k\u00f6nnen.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Entlassungen der \u00d6lunternehmen<\/strong><\/p>\n<p>Seit die \u00d6lpreise begannen, rapide zu fallen, haben \u00d6lunternehmen hunderttausende Angestellte entlassen und dar\u00fcber hinaus die Budgets f\u00fcr Investitionen gek\u00fcrzt. So verk\u00fcndete in dieser Woche etwa BP, viertausend Arbeitern k\u00fcndigen zu wollen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Doch die weltweite \u00d6l-Schwemme geht weiter \u2013 teilweise aufgrund der sich abschw\u00e4chenden chinesischen Konjunktur. Die St\u00e4rke des Dollars, die das \u00d6l auf der ganzen Welt noch g\u00fcnstiger werden l\u00e4sst, hat diesen Einbruch gar noch befeuert.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Viele Nationen der OPEC verdienen auch zu den aktuellen Preisen noch Geld, doch anderen gelingt dies nicht mehr, so sch\u00e4tzt man zum Beispiel die Produktionskosten f\u00fcr Nigeria auf etwa 31 Dollar pro Barrel.<\/p>\n<p>Au\u00dferdem verzeichnen alle Mitglieder, auch Saudi Arabien, enorme R\u00fcckg\u00e4nge der Staatseink\u00fcnfte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ein Notfalltreffen garantiert jedoch nicht, dass die OPEC auch Ma\u00dfnahmen ergreifen wird, die F\u00f6rderung zu reduzieren. Iran strebt sogar an, die Produktion mit der Aufhebung der Sanktionen des Westens hoch zu fahren. Und es ist schwer vorstellbar, dass Saudi Arabien mit seinem gro\u00dfen Rivalen im Nahen Osten zusammenarbeiten wird, um den \u00d6lpreis zu st\u00fctzen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Trotzdem glaubt der scheidende Pr\u00e4sident der OPEC, eine Einigung sei in der einen oder anderen Form m\u00f6glich. \u201eIch denke, dass es einen Haltungswechsel geben wird \u2013 im Sinne aller Beteiligten\u201c, sagte Kachikwu. \u201eWird die Anzahl der in diesem Rahmen weniger gef\u00f6rderten Barrels unbedingt einen dramatischen Unterschied machen? Wahrscheinlich nicht, doch die Symbolik der Aktion w\u00e4re sogar noch wichtiger als die Kapazit\u00e4ten, die vom Markt genommen werden.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Er ist der \u00dcberzeugung, dass ein erstes Entgegenkommen der OPEC den Dialog mit Russland (das Land produziert heute mit 10,8 Millionen Barrel pro Tag so viel wie noch nie zuvor) und den anderen wichtigen nicht-OPEC Produzenten wie Mexiko, Aserbaidschan und Kasachstan er\u00f6ffnen k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Dies ist jedoch offensichtlich eine Botschaft, die in der OPEC wenig Anklang findet.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong><em>CNN International berichtet vom 20. \u2013 23. Januar 2016 vom Weltwirtschaftsforum in Davos. Weitere Informationen auch unter: <\/em><a href=\"http:\/\/www.cnn.com\/davos\" target=\"_blank\"><em><u>www.cnn.com\/davos<\/u><\/em><\/a><em>.<\/em><\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Widerspr\u00fcchliche Aussagen \u2013 Davos empf\u00e4ngt gespaltene OPEC \u00a0 Von John Defterios, CNN International Korrespondent f\u00fcr aufstrebende M\u00e4rkte &nbsp; Wenn die sogenannten M\u00e4chtigen und Gro\u00dfen diese Woche im Rahmen des Weltwirtschaftsforums im schweizerischen Alpenresort Davos anreisen, werden sie die widerspr\u00fcchlichen Aussagen &hellip; <a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2016\/01\/19\/wef-cnn-korrespondent-john-defterios-davos-empfaengt-gespaltene-opec-gastbeitrag\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":19,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[254,428,4166,4167,5358,1151],"class_list":["post-659966","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","tag-davos","tag-gastbeitrag","tag-john-defterios","tag-ol","tag-opec","tag-wef"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/659966","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/users\/19"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=659966"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/659966\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=659966"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=659966"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=659966"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}