{"id":659836,"date":"2016-01-09T18:17:47","date_gmt":"2016-01-09T17:17:47","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=659836"},"modified":"2016-01-09T18:17:47","modified_gmt":"2016-01-09T17:17:47","slug":"frauen-sind-zu-feige-um-anstandige-gehalter-zu-verhandeln-gastkommentar-personalprofi-hermann-arnold","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2016\/01\/09\/frauen-sind-zu-feige-um-anstandige-gehalter-zu-verhandeln-gastkommentar-personalprofi-hermann-arnold\/","title":{"rendered":"Frauen sind zu feige, um anst\u00e4ndige Geh\u00e4lter zu verhandeln \u2013 Gastkommentar Personalprofi Hermann Arnold"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Frauen sind zu feige, um sich h\u00f6here Geh\u00e4lter\u00a0auszuhandeln. Ein <strong><b>Gastbeitrag von Berater Hermann Arnold von Haufe Umantis, <\/b>dem IT-Pionier und Spin-Off der Uni St-Gallen.<\/strong><\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_658249\" style=\"width: 660px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2015\/09\/haufe.arnold.Hermann_Arnold.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-658249\" class=\"size-full wp-image-658249\" alt=\"Hermann Arnold\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2015\/09\/haufe.arnold.Hermann_Arnold.png\" width=\"650\" height=\"650\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2015\/09\/haufe.arnold.Hermann_Arnold.png 650w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2015\/09\/haufe.arnold.Hermann_Arnold-150x150.png 150w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2015\/09\/haufe.arnold.Hermann_Arnold-300x300.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-658249\" class=\"wp-caption-text\">Hermann Arnold<\/p><\/div>\n<p>Die Carnegie Mellon University erforschte: Ihre Master-Absolventinnen erreichten ein um durchschnittlich 4.000 US-Dollar niedrigeres Einstiegsgehalt als deren m\u00e4nnliche Kommilitonen. Man betrieb Ursachenforschung: Nur sieben Prozent hatten \u00fcberhaupt \u00fcber ihr Einstiegsgehalt verhandelt. Von den\u00a0M\u00e4nnern taten das immerhin 57 Prozent.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Der Unterschied zwischen\u00a0erfolgreichen Frauen und\u00a0M\u00e4nnern<\/strong><\/p>\n<p>Warum ist das so? Eine weitere <span style=\"color: #000000\"><a href=\"https:\/\/www.gsb.stanford.edu\/stanford-gsb-experience\/news-history\/gender-related-material-new-core-curriculum\"><span style=\"color: #000000\">Studie gibt einen entscheidenden Hinweis<\/span><\/a>:<\/span> Einige Wirtschaftsstudenten wurden gebeten, einen &#8211; recht beeindruckenden &#8211; Lebenslauf einer jungen Person zu bewerten: Der einen H\u00e4lfte der Studenten wurde der Lebenslauf von Heidi Roizen vorgelegt, um deren Lebenslauf es sich tats\u00e4chlich handelte. Die andere H\u00e4lfte der Studenten bekam dieselbe Vita unter dem fiktiven Namen Howard Roizen demonstriert.<\/p>\n<p>Die Bewertung des identischen Falls fiel so aus: Beide Personen wurden als sehr kompetent und erfolgreich eingestuft. Doch w\u00e4hrend die Studenten Howard sympathisch fanden, gingen sie davon aus, dass Heidi eine eher unangenehme Zeitgenossin sein w\u00fcrde und entschieden, man w\u00fcrde sie weder gerne einstellen, noch mit ihr arbeiten wollen.<\/p>\n<p>Das Fazit: Stereotype Vorurteile allein aufgrund des Geschlechts \u2013 und nicht nur M\u00e4nner haben diese Vorbehalte, sondern auch Frauen gegen\u00fcber anderen Frauen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Sheryl Sandberg fasst in ihrem<span style=\"text-decoration: underline\"><span style=\"color: #000000;text-decoration: underline\"> <a href=\"http:\/\/leanin.org\/book\/\"><span style=\"color: #000000;text-decoration: underline\">Buch \u201eLean In\u201c<\/span><\/a> <\/span><\/span>zusammen: \u201eSich auf \u201atypisch\u2018 weibliche Art und Weise zu verhalten, macht es schwer, dieselben Gelegenheiten ergreifen zu k\u00f6nnen wie M\u00e4nner. Doch setzt eine Frau sich \u00fcber solche Erwartungen hinweg und ergreift diese Gelegenheiten einfach, h\u00e4lt man sie f\u00fcr egoistisch und der Sache nicht w\u00fcrdig.\u201c<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Die Crux der selbsterf\u00fcllenden Prophezeiung: Frauen m\u00fcssen Muster durchbrechen<\/strong><\/p>\n<p>Das Problem ist also zu gro\u00dfen Teilen selbstgemacht: weil Frauen diese Spirale des von ihnen bestehenden Bildes und dessen Manifestierung nicht unterbrechen. Sie sind nicht mutig genug, sich unbeliebt zu machen. Stattdessen lassen sie sich von den an sie gestellten Erwartungen einsch\u00fcchtern, bleiben deshalb lieber bescheiden und beharren nicht auf ihren individuellen Wert. Und manifestieren damit das Bild, das man(n) von ihnen hat.<\/p>\n<p>Meine Forderung ist: Das muss aufh\u00f6ren, wenn sie ernst genommen werden und wir eine gleichberechtigte Bezahlung erreichen wollen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ich sa\u00df vor einiger Zeit mit einer Mitarbeiterin in einer Gehaltsverhandlung. Wir hatten zuvor einen eher moderaten Lohn vereinbart, weil sie Quereinsteigerin war, aber sie machte ihren Job wirklich gut. Das sah ich so und \u2013 dem Verlauf des Gespr\u00e4chs nach zu urteilen \u2013 sie ebenfalls. Meine Kollegen und ich hatten uns auf eine deutliche Lohnerh\u00f6hung vorbereitet. Doch was machte sie? Sie sagte: \u201eEs w\u00e4re sch\u00f6n, wenn ich zweihundert bis dreihundert Franken mehr verdienen k\u00f6nnte.\u201c<\/p>\n<p>Wozu die Demut? Sie h\u00e4tte wissen m\u00fcssen, wie ein typischer Lohn f\u00fcr ihre Aufgabe aussieht \u2013 Quellen dazu gibt es gen\u00fcgend. Und sie h\u00e4tte ihn verlangen sollen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Frauen m\u00fcssen den eigenen Wert kennen und mutig einfordern<\/strong><\/p>\n<p>Frauen sind zu vorsichtig, haben zu wenig Selbstbewusstsein oder trauen sich zumindest nicht, es zu zeigen. M\u00e4nner gehen ganz anders in Lohngespr\u00e4che. Sie sehen es sportlicher und k\u00f6nnen ein &#8222;Nein&#8220; besser wegstecken. Sie testen ihre Grenzen aus und schauen, wie weit sie gehen k\u00f6nnen. M\u00e4nner trauen sich, unversch\u00e4mte L\u00f6hne zu fordern.<\/p>\n<p>Frauen fehlt das Selbstvertrauen daf\u00fcr. Nat\u00fcrlich geht es nicht um einen Lohnbasar, aber wenn man selbst von seiner Leistung nicht \u00fcberzeugt ist, wie soll es dann der Arbeitgeber sein? Vielleicht kommt der Vorgesetzte auch auf diese Weise \u00fcberhaupt erst darauf, sich ernsthaft Gedanken \u00fcber den Wert seiner Mitarbeiterin zu machen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>\u00dcbrigens sind auch weibliche F\u00fchrungskr\u00e4fte nicht davor gefeit, das Tiefstapler-Angebot ihrer Mitarbeiterinnen anzunehmen, ohne es zu hinterfragen. Warum auch nicht, wenn die Leistung stimmt und diese auch noch g\u00fcnstig zu haben ist? Nat\u00fcrlich sollten Geh\u00e4lter fair und leistungsgerecht sein, aber das liegt eben auch mit in der eigenen Verantwortung. Und dabei gibt es doch nicht mal etwas zu verlieren: Im schlimmsten Fall kassiert man ein &#8222;Nein&#8220;, im besten Fall einen fairen Lohn.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Frauen sind zu feige, um sich h\u00f6here Geh\u00e4lter\u00a0auszuhandeln. 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