{"id":659227,"date":"2015-12-11T16:51:14","date_gmt":"2015-12-11T15:51:14","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=659227"},"modified":"2015-12-11T16:51:14","modified_gmt":"2015-12-11T15:51:14","slug":"arbeitsrecht-serie-mit-anwalt-christoph-abeln-teil-12-die-tricks-wie-unternehmen-fuhrungskrafte-loswerden-der-bluff-mit-der-kundigungsfrist","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2015\/12\/11\/arbeitsrecht-serie-mit-anwalt-christoph-abeln-teil-12-die-tricks-wie-unternehmen-fuhrungskrafte-loswerden-der-bluff-mit-der-kundigungsfrist\/","title":{"rendered":"Arbeitsrecht-Serie mit Anwalt Christoph Abeln (Teil 12): Die Tricks, wie Unternehmen F\u00fchrungskr\u00e4fte loswerden \u2013 Der Bluff mit der K\u00fcndigungsfrist"},"content":{"rendered":"<p><strong>Arbeitsrecht-Serie Folge 12 (und vorerst letzte): Wenn Arbeitgeber bei Aufhebungsverhandlungen<\/strong><strong> bei der K\u00fcndigungsfrist bluffen<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Unternehmen greifen immer \u00f6fter zu Tricks, wenn sie sich von F\u00fchrungskr\u00e4ften trennen m\u00f6chten. H\u00e4ufig ist die Strategie nicht gleich erkennbar, aber es gibt Indizien. Die Varianten schildert Christoph Abeln, Fachanwalt f\u00fcr Arbeitsrecht und seit vielen Jahren auf die Vertretung von Managern und leitenden Angestellten spezialisiert. In der WiWo-Serie \u2013 dies ist die zw\u00f6lfte und vorerst letzte Folge &#8211; zeigt der Rechtsanwalt die Methoden auf, die ihm tagt\u00e4glich begegnen. Hier die Masche, F\u00fchrungskr\u00e4ften ihre K\u00fcndigungsfrist unrechtm\u00e4\u00dfig verk\u00fcrzen zu wollen. <\/strong><\/p>\n<p>Claudia T\u00f6dtmann, Christoph Abeln<\/p>\n<div id=\"attachment_657881\" style=\"width: 660px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2015\/08\/AbelnamSchreibtisch_Abeln.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-657881\" class=\"size-full wp-image-657881\" alt=\"Arbeitsrechtler Christoph Abeln\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2015\/08\/AbelnamSchreibtisch_Abeln.jpg\" width=\"650\" height=\"432\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2015\/08\/AbelnamSchreibtisch_Abeln.jpg 650w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2015\/08\/AbelnamSchreibtisch_Abeln-300x199.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2015\/08\/AbelnamSchreibtisch_Abeln-451x300.jpg 451w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-657881\" class=\"wp-caption-text\">Arbeitsrechtler Christoph Abeln<\/p><\/div>\n<p>Wenn sich eigentlich alle einig sind und ein Aufhebungsvertrag schon fast unterschrieben ist, ziehen Personalabteilungen gerne mal einen Joker aus dem \u00c4rmel &#8211; der aber eigentlich gar keiner ist. Sondern ein Bluff.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Und das geht so wie im Falle des Managers in der Health-Care-Branche: Die Verhandlungen \u00fcber den Aufhebungsvertrag waren bereits weit fortgeschritten. Man war sich einig, dass nach zehn Jahren der Zeitpunkt f\u00fcr einen Neuorientierung gekommen sei.\u00a0Die Abfindung war schon ausgehandelt, die K\u00fcndigungsfrist dauerte noch neun Monate bis zum Quartalsende.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Doch dann sorgte die Personalabteilung f\u00fcr eine \u00dcberraschung der besonderen Art: Verhandlungen seien doch stets ein Geben und Nehmen, orakelte der Personalchef. Nat\u00fcrlich wolle man gern die K\u00fcndigungsfrist achten, aber bei so einer langen Dauer m\u00fcsse die \u201eAbfindung dann schon verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig reduziert werden\u201c, sagte er zu dem Manager.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Ein Argumentationstrick, der \u00fcber die Rechtslage t\u00e4uscht<\/strong><\/p>\n<p>Dabei ist das nur oft genutzter Argumentationstrick, um der F\u00fchrungskraft auf dem Absprung Sand in die Augen zu streuen und ihn auch gleich herunterzuhandeln.<\/p>\n<p>Denn: Die K\u00fcndigungsfrist und Zeit der Lohn-Weiterzahlung ist keine Verhandlungsmasse bei den Abfindungsverhandlungen. Vielmehr ist sie gerade einmal das Minimum, die Basis f\u00fcr einen Aufhebungsvertrag.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Kein Angestellter braucht sich bei Abfindungsverhandlungen nehmen lassen, was per Gesetz festgeschrieben ist. Und wenn die Personalabteilung tausendmal versucht, \u00a0den Eindruck entstehen zu lassen, dass das Unternehmen seiner F\u00fchrungskraft beim Weggang angeblich gro\u00dfz\u00fcgig entgegenkommt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Die n\u00e4chste Falle: Agentur f\u00fcr Arbeit<\/strong><\/p>\n<p>Vor allem: L\u00e4sst sich ein Manager auf eine verk\u00fcrzte K\u00fcndigungsfrist ein, droht ihm noch ein ganz anderes Problem. Denn die Agentur f\u00fcr Arbeit sieht in einer verk\u00fcrzten K\u00fcndigungsfrist stets den Versuch, Sozialversicherungsbeitr\u00e4ge zu umgehen und einzusparen.<\/p>\n<p>Die fatale Folge: Sie spricht eine sogenannte Ruhensanordnung des Arbeitslosengeldes f\u00fcr die verk\u00fcrzte Zeit aus. Im Endeffekt wird dadurch die Abfindung des Managers gesenkt. Es tritt also genau das Gegenteil davon ein, was er sich erhofft.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Arbeitsrecht-Serie Folge 12 (und vorerst letzte): Wenn Arbeitgeber bei Aufhebungsverhandlungen bei der K\u00fcndigungsfrist bluffen &nbsp; Unternehmen greifen immer \u00f6fter zu Tricks, wenn sie sich von F\u00fchrungskr\u00e4ften trennen m\u00f6chten. H\u00e4ufig ist die Strategie nicht gleich erkennbar, aber es gibt Indizien. 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