{"id":659028,"date":"2015-11-03T13:04:44","date_gmt":"2015-11-03T12:04:44","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=659028"},"modified":"2015-11-03T13:04:44","modified_gmt":"2015-11-03T12:04:44","slug":"studie-unternehmen-laufen-trotz-ihrer-chefs-meist-ziellos-ohne-feedback-und-freudlos","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2015\/11\/03\/studie-unternehmen-laufen-trotz-ihrer-chefs-meist-ziellos-ohne-feedback-und-freudlos\/","title":{"rendered":"Studie: Unternehmen laufen trotz ihrer Chefs &#8211; meist ziellos, ohne Feedback und freudlos"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Es gibt also viele Unternehmen, die funktionieren nicht wegen, sondern trotz ihrer F\u00fchrungskr\u00e4fte. Was sich auch daran \u00fcbrigens zeigt, dass sie, wenn diese Leute gefeuert werden oder von selbst gehen, keineswegs zusammenbrechen. Anders als sich die F\u00fchrungskr\u00e4fte nat\u00fcrlich jeweils erhofften, denn sie sind ja meist von dem Glauben beseelt, dass der Laden ohne sie nicht l\u00e4uft.<\/p>\n<p>Nur einmal habe ich einen Abteilungsleiter, der gleichzeitig zu h\u00f6heren Weihen berufen wurde und vor\u00fcbergehend die doppelte Chef-Rolle innehatte, sagen h\u00f6ren: &#8222;Jetzt, wo ich meine fr\u00fchere Abteilung quasi alleine laufen lasse, frage ich mich, wozu die mich \u00fcberhaupt gebraucht haben &#8211; die l\u00e4uft ganz prima ohne mich.&#8220;<\/p>\n<p>Der hat aber einfach etwas richtig gemacht: seinen Leuten beigebracht, alleine zu laufen. Ohne sich das selbst klar zu machen, interessanterweise. Aber das war ein Mann, der Zeit f\u00fcr sein Segelhobby brauchte &#8211; der musste einfach delegieren, um das noch tun zu k\u00f6nnen. Man sollte dr\u00fcber nachdenken, ob solche Leute eher zu Chefs taugen&#8230;die gar keine Zeit haben, ihre Leute zu kujonieren, deren Kreativit\u00e4t in Schach zu halten, viel Zeit aufs Demotivieren zu verwenden undundund.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Wissensmanagement doch nicht ohne Spuren?<\/strong><\/p>\n<p>K\u00f6nnte das bedeuten, das im Zeitalter von Wissensmanagement die Mitarbeiter auch so in der Spur laufen? Und vielleicht sogar besser, weil selbstbestimmter &#8211; siehe die vielen Umfragen zur Arbeitszufriedenheit, die steigt, je selbstbestimmter jemand arbeiten darf.<\/p>\n<p>Anyway: Dies Umfrage hier wurde von gleich dreien erhoben, die es genau wissen wollten: Der Managementberatung Information Factory, \u00a0dem Onlineportal\u00a0stellenanzeigen.de und dem Fachblatt &#8222;Personalwirtschaft&#8220;. Sie befragten\u00a02000 Angestellte, F\u00fchrungskr\u00e4fte und Personalabteilungsleute und das Ergebnis gibt prima Stoff f\u00fcr einen neuen &#8222;Stromberg&#8220; oder besser noch eine franz\u00f6sische Kom\u00f6die ab:<\/p>\n<p>&#8211; Jeder dritte Mitarbeiter &#8211; 33 Prozent &#8211; bekommt von seinem keine Chef klaren Ziele vorgegeben. Fragt sich nur: \u00a0Wie soll er sie dann erreichen? Oder wenigstens ansteuern?<\/p>\n<p>&#8211; Gerade mal 42 Prozent meinen, dass ihr Chef zu ihnen offen und ehrlich ist &#8211; was nicht gerade eine ganz prima Ausgangsbasis f\u00fcr Teamarbeit und Erf\u00fcllung von Unternehmenszielen ist.<\/p>\n<p>&#8211; Und es kommt noch besser: 46 Prozent der Befragten sagen, dass sie nie Feedback von ihren Vorgesetzten bekommen. Sie arbeiten irgendwie in einem Vakuum.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>F\u00fchrungskr\u00e4fte ohne F\u00e4higkeit zur Selbstreflektion<\/strong><\/p>\n<p>Das Lustige wie Tragische daran: Die F\u00fchrungskr\u00e4fte selbst haben ein v\u00f6llig anderes, kontr\u00e4res Bild von sich: Sie meinen durchaus, sie g\u00e4ben klare Ziele vor und w\u00fcrden regelm\u00e4\u00dfig Feedback geben.<\/p>\n<p>Und so richtig drollig wird es bei dem &#8211; unerl\u00e4sslichen &#8211; Kriterium: kann ein Chef seine Leute mitnehmen, sie begeistern f\u00fcr die Aufgaben?<\/p>\n<p>&#8211; 75 Prozent der Vorgesetzten glauben, sie transportierten Begeisterung<\/p>\n<p>&#8211; das sehen aber nur 36 Prozent der Mitarbeiter so.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>By the way: Das kann ich unterschreiben &#8211; nach den Antworten in den Frageb\u00f6gen &#8222;Nahaufnahme&#8220; hier im Management-Blog: Die allermeisten Protagonisten geben spontan im ersten Anlauf auf die Frage, wie ihre Mitarbeiter sie sehen, die stupide Antwort: Hoffentlich so, wie ich mich sehe. Erst nach meinem Nachbohren kommt dann meist im zweiten Anlauf eine zaghafte, intelligentere Antwort.<\/p>\n<p>Und weiter im Text&#8230;<\/p>\n<p><strong>Wirkungsvolle Zusammenarbeit mit dem Chef? Pustekuchen<\/strong><\/p>\n<p>Die Auswirkungen sind verheerend: Nur 43 Prozent der Mitarbeiter halten die Zusammenarbeit mit der n\u00e4chsth\u00f6heren Hierarchieebene f\u00fcr wirkungsvoll. Und wof\u00fcr sich die Top-Entscheider als Letztverantwortliche sch\u00e4men sollten: Nur 45 Prozent der Mitarbeiter empfinden Freude bei der Arbeit &#8211; und das bei den regelrecht arbeitsw\u00fctigen Deutschen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Chef werden? Nein danke<\/strong><\/p>\n<p>Den Tiefstpunkt markiert denn auch diese Erkenntnis: Nur noch 35 Prozent der Mitarbeiter w\u00fcrden selbst gerne den Chef geben und dieselbe Zahl von Angestellten denkt, dass sie selbst es besser k\u00f6nnten\u00a0<span style=\"font-weight: 300\">als ihr unmittelbarer Vorgesetzter.\u00a0<\/span><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>G\u00e4be es gute Chefs, w\u00e4ren die Unternehmen weiter<\/strong><\/p>\n<p>Das diese Horrorergebnisse nicht sein m\u00fcssen, scheint allen Beteiligten klar zu sein: Denn es\u00a0glauben 90 Prozent aller Befragten durchaus, dass theoretisch &#8222;gute F\u00fchrungskr\u00e4fte die wirtschaftliche Situation eines Unternehmens deutlich verbessern und die Arbeitgeberattraktivit\u00e4t steigern k\u00f6nnen.&#8220;<\/p>\n<p>Die Konsequenz: &#8222;Somit ist die F\u00fchrungsrolle weiterhin alles andere als obsolet.&#8220; Im Klartext soll das wohl hei\u00dfen, g\u00e4be es nur gute Chefs, w\u00e4ren die Unternehmen weiter.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Schuld ist die schlechte Ausbildung der Chefs<\/strong><\/p>\n<p>Die Kritik der Studienverantwortlichen: &#8222;Das vermag aber die derzeitige F\u00fchrungskr\u00e4fteentwicklung in vielen deutschen Unternehmen wohl nicht zu leisten: So \u00fcben mehr als zwei Drittel aller Befragten, 69 Prozent, Kritik daran, wie F\u00fchrungskr\u00e4fte auf ihre Rolle vorbereitet werden, nahezu genauso viele, 67 Prozent, \u00a0fordern bessere Unterst\u00fctzung f\u00fcr F\u00fchrungskr\u00e4fte durch die Personalabteilung und rund 40 Prozent bem\u00e4ngeln das aktuelle Angebot an F\u00fchrungsprogrammen in Unternehmen.&#8220;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Was sich die Mitarbeiter vom Chef w\u00fcnschen<\/strong><\/p>\n<p>&#8230;ist denn durchaus im Sinne des Unternehmens: F\u00e4higkeit zu erfolgreicher Kommunikation,\u00a0F\u00e4higkeiten, die Belange der Mitarbeiter zu verstehen und arbeitsbezogene, fachliche Beziehungen zu Mitarbeitern aufbauen und pflegen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8211;<\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 300\">&#8222;Zur Studie: Durchgef\u00fchrt wurde sie von Information Factory zusammen mit seinen Partnern stellenanzeigen.de und &#8222;Personalwirtschaft&#8220; durch, die Befragung fand von M\u00e4rz 2015 bis Ende Juni 2015 statt. Das Booklet und Grafiken dazu stehen unter dem folgenden Link zum Download bereit:<\/span><\/p>\n<p><a title=\"Studie F\u00fchrung Deutschland Information factory, stellenanzeigen.de, &quot;Personalwirtschaft&quot;\" href=\"www.information-factory.com\/Deutschland-fuehrt\" target=\"_blank\"> www.information-factory.com\/Deutschland-fuehrt<\/a>.&#8220;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Es gibt also viele Unternehmen, die funktionieren nicht wegen, sondern trotz ihrer F\u00fchrungskr\u00e4fte. Was sich auch daran \u00fcbrigens zeigt, dass sie, wenn diese Leute gefeuert werden oder von selbst gehen, keineswegs zusammenbrechen. 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