{"id":658366,"date":"2015-09-21T22:39:37","date_gmt":"2015-09-21T20:39:37","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=658366"},"modified":"2015-09-22T10:56:35","modified_gmt":"2015-09-22T08:56:35","slug":"linkedin-wie-sich-ein-londoner-als-luster-jurist-auf-die-titelseiten-katapultierte-gastbeitrag-von-arbeitsrechtler-lelley","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2015\/09\/21\/linkedin-wie-sich-ein-londoner-als-luster-jurist-auf-die-titelseiten-katapultierte-gastbeitrag-von-arbeitsrechtler-lelley\/","title":{"rendered":"LinkedIn: Wie sich ein Londoner als L\u00fcster-Jurist auf die Titelseiten katapultierte &#8211; Gastbeitrag von Arbeitsrechtler Lelley"},"content":{"rendered":"<p align=\"center\"><strong>FemiNazi oder L\u00fcster-Jurist \u2013 <\/strong><\/p>\n<p align=\"center\"><strong>Warum Social Media Guidelines das Unternehmens-Image sch\u00fctzen<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Charlotte P. und Alexander C.-S. stehen derzeit mehr oder weniger unfreiwillig im Mittelpunkt des \u00f6ffentlichen Interesses: Charlotte P. sicher anders, als sie geplant hatte und Alexander C.-S. zwangsweise. Jedenfalls nicht als ruhmreiche Londoner Anw\u00e4lte. Vor wenigen Tagen September nannte die auflagenstarke britische Boulevardzeitung &#8222;Daily Mail&#8220; Charlotte P. eine FemiNazi und Alexander C.-S. einen Leering Lawyer, einen\u00a0\u00a0l\u00fcsternen Juristen. Und im Internet ist eine heftige Diskussion \u00fcber die beiden im Gang. Was war passiert?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_649261\" style=\"width: 163px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2013\/06\/Jan_Tibor_Lelley.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-649261\" class=\"size-full wp-image-649261\" alt=\"Jan-Tibor Lelley, Arbeitsrechtler und Partner bei Buse Heberer Fromm\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2013\/06\/Jan_Tibor_Lelley.jpg\" width=\"153\" height=\"197\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-649261\" class=\"wp-caption-text\">Jan-Tibor Lelley, Arbeitsrechtler und Partner bei Buse Heberer Fromm<\/p><\/div>\n<p>Charlotte P. hatte auf LinkedIn, dem sozialen Business-Netzwerk, Alexander C.-S. in ihr Online-Netzwerk eingeladen. Beide sind Juristen in renommierten Kanzleien, Charlotte P. als Barrister und Alexander C.-S. als Spezialist f\u00fcr geistiges Eigentum.\u00a0Nachdem er die Einladung akzeptiert hatte, kam Alexander C.-S. auf die fatale Idee, ihr zu deren Profilfoto mit den Worten zu gratulieren:\u00a0\u201e\u2026 das ist ein atemberaubendes Foto!!! Sie haben auf jeden Fall den Preis f\u00fcr das beste LinkedIn-Foto verdient, das ich je sah.\u201c <a title=\"Daily Mail, Anw\u00e4lte London, LinkedIn, Twitter\" href=\"http:\/\/www.dailymail.co.uk\/news\/article-3229951\/Ooh-la-la-hot-stuff-s-prim-barrister-centre-sexism-storm-said-men-ogled-web.html\" target=\"_blank\">http:\/\/www.dailymail.co.uk\/news\/article-3229951\/Ooh-la-la-hot-stuff-s-prim-barrister-centre-sexism-storm-said-men-ogled-web.html<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Naming and Shaming<\/strong><\/p>\n<p>Charlotte P. reagierte nicht nur mit einer E-Mail, in der sie klar stellte, sie lege auf LinkedIn und bei ihren beruflichen Kontakten keinen Wert auf Kommentare \u00fcber ihr \u00c4u\u00dferes und erst recht nicht wolle sie sich von sexistischen M\u00e4nnern zum Objekt degradieren lassen. Dann blieb es aber nicht bei diesem E-Mail-Austausch, sondern Charlotte P. postete den unangebrachten Kommentar und ihre Reaktion auf Twitter, um Alexander C.-S. mit seinem Verhalten \u00f6ffentlich blo\u00df zu stellen. Wie es bei Briten hei\u00dft: Naming and Shaming.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>In wenigen Stunden war die Online-Community in Unterst\u00fctzer von Charlotte P. einerseits und Alexander C.-S. andererseits geteilt. Die einen lobten das mutige Vorgehen der jungen Juristin im Kampf gegen den allt\u00e4glichen Sexismus in einer m\u00e4nner-dominierten Arbeitswelt. Die anderen monierten eine v\u00f6llig \u00fcbertriebene Reaktion &#8211; denn immerhin hatte sich Alexander C.-S. f\u00fcr seinen unangebrachten Kommentar bereits in einer pers\u00f6nlichen E-Mail entschuldigt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>&#8222;Hot stuff&#8220;<\/strong><\/p>\n<p>Doch zu diesem Zeitpunkt hatte sich schon der &#8222;Daily Mail&#8220; und der TV-Sender &#8222;Channel 5&#8220; der Sache angenommen und berichteten nicht nur \u00fcber den Vorfall, sondern auch \u00fcber die pers\u00f6nlichen Online-Vorgeschichten beider Beteiligten. So hat die Redaktion der &#8222;Daily Mail&#8220; Kommentare von Charlotte P. ausgegraben, in denen sie recht locker formulierte Wohlgefallens\u00e4u\u00dferungen zu Bildern ihrer m\u00e4nnlichen Freunde auf Facebook ver\u00f6ffentlichte wie \u201eHot stuff!.<\/p>\n<p>Und \u00fcber Alexander C.-S. fanden die &#8222;Daily-Mail&#8220;-Redakteure heraus, dass er Bilder seiner eigenen Tochter im knappen Sportdress im Internet mit \u00e4hnlich eigenartigen Kommentaren versehen hatte wie \u201eyeee, gods she is hot!!\u201c.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Was Unternehmen tun sollten<\/strong><\/p>\n<p>Unternehmen tun gut daran, Social Media Guidelines einzuf\u00fchren, um ihren Mitarbeitern rechtliche und unternehmenspolitische Leitplanken f\u00fcr \u00c4u\u00dferungen im Internet aufzuzeigen. Diskriminierende und sexistische Kommentare sollten in den Social Media Guidelines verboten werden. Ebenso sollten sie Strafen f\u00fcr Verst\u00f6\u00dfe bis hin zur Abmahnung oder K\u00fcndigung ausdr\u00fccklich androhen.<\/p>\n<p>Denn: Das Verhalten von Alexander C.-S. und Charlotte P. samt den folgenden Reaktionen auf Twitter und in den Zeitungen sind l\u00e4ngst nicht mehr nur private Probleme der beiden. Sie f\u00e4rben ab auf ihre Kanzleien als angesehene Law Firms der Londoner City. Das gilt insbesondere dann, wenn diese Entgleisungen auf Plattformen wie den Berufe-Netzwerken LinkedIn\u00a0oder\u00a0Xing\u00a0geschehen.<\/p>\n<p>Die Guideline sollte verbieten, missverst\u00e4ndliche Kommentare und Stellungnahmen online zu stellen \u2013 im Zweifel ist der Kommentar zu unterlassen. Berufliche und private Nutzung der soziale Netzwerke muss strikt getrennt bleiben. Auf LinkedIn oder Xing haben\u00a0private Kommentare, Stellungnahmen und Fotos nichts verloren.<\/p>\n<p>Viele Unternehmen m\u00f6chte ja gerne \u2013 zu recht \u2013 , dass ihre Mitarbeiter in dort in ihrem Namen aktiv sind. Dann muss es sich aber eben auch auf die berufliche Nutzung beschr\u00e4nken.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Alexander C.-S. hat klar gegen die Regeln versto\u00dfen, die jede gute Social Media Guideline aufstellt. Charlotte P. hat zwar nicht dagegen versto\u00dfen. Sie hat aber nicht abgesehen, dass ihre Reaktion Gegenreaktion ausl\u00f6st und sie als &#8222;Feminazi&#8220; auf Seite Eins der &#8222;Daily Mail&#8220; tituliert werden w\u00fcrde &#8211; und damit auch ihrem Arbeitgeber schadet.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>FemiNazi oder L\u00fcster-Jurist \u2013 Warum Social Media Guidelines das Unternehmens-Image sch\u00fctzen &nbsp; Charlotte P. und Alexander C.-S. stehen derzeit mehr oder weniger unfreiwillig im Mittelpunkt des \u00f6ffentlichen Interesses: Charlotte P. sicher anders, als sie geplant hatte und Alexander C.-S. zwangsweise. &hellip; <a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2015\/09\/21\/linkedin-wie-sich-ein-londoner-als-luster-jurist-auf-die-titelseiten-katapultierte-gastbeitrag-von-arbeitsrechtler-lelley\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":19,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[88,2192,570,1940,4986,1192],"class_list":["post-658366","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","tag-arbeitsrechtler","tag-buse-heberer-fromm","tag-jan-tibor-lelley","tag-linkedin","tag-social-media-guidelines","tag-xing"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/658366","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/users\/19"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=658366"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/658366\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=658366"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=658366"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=658366"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}