{"id":658037,"date":"2015-08-28T00:22:37","date_gmt":"2015-08-27T22:22:37","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=658037"},"modified":"2015-08-28T00:22:37","modified_gmt":"2015-08-27T22:22:37","slug":"home-office-der-kita-streik-als-gelungener-feldversuch-welche-details-beim-home-office-wichtig-sind","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2015\/08\/28\/home-office-der-kita-streik-als-gelungener-feldversuch-welche-details-beim-home-office-wichtig-sind\/","title":{"rendered":"Home-Office: Der Kita-Streik als gelungener Feldversuch &#8211; welche Details beim Home-Office wichtig sind"},"content":{"rendered":"<div>\n<p><strong>Home-Office: Was Unternehmen und Mitarbeiter regeln sollten und welche Risiken sie eingehen, wenn sie sich einmal aufs Arbeiten von zuhause aus einlassen<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2014\/07\/Tastatur-PC.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-653524\" alt=\"Tastatur-PC\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2014\/07\/Tastatur-PC.jpg\" width=\"650\" height=\"650\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2014\/07\/Tastatur-PC.jpg 650w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2014\/07\/Tastatur-PC-150x150.jpg 150w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2014\/07\/Tastatur-PC-300x300.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>F\u00fcr ThyssenKrupp war der Kita-Streik ein gelungener Feldversuch in Sachen Home-Office. Der Konzern hatte seine F\u00fchrungskr\u00e4fte im Angestelltenbereich w\u00e4hrend des Streiks aufgefordert, sich besonders flexibel zu zeigen, Home-Office anzubieten. Trotz aller g\u00e4ngigen Vorbehalte gegen das Arbeiten in den eigenen vier W\u00e4nden. Chefs f\u00fcrchten, nicht genug Kontrolle \u00fcber ihre Mitarbeiter zu haben und sind es nicht gewohnt, alle Mitarbeiter an einem festen Platz zu haben. Die wiederum glauben vielfach, sie m\u00fcssten sich im B\u00fcro zeigen, damit alle wissen, dass sie arbeiten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_658031\" style=\"width: 210px\" class=\"wp-caption alignright\"><a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2015\/08\/thyssenkrupp.burkhard.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-658031\" class=\"size-full wp-image-658031\" alt=\"ThyssenKrupp-Personalvorstand Oliver Burkhard (\u00a9 ThyssenKrupp AG)\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2015\/08\/thyssenkrupp.burkhard.jpg\" width=\"200\" height=\"300\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-658031\" class=\"wp-caption-text\">ThyssenKrupp-Personalvorstand Oliver Burkhard (Foto: \u00a9 ThyssenKrupp AG)<\/p><\/div>\n<p>Mit dem Ergebnis des ungeplanten Feldversuchs ist ThyssenKrupp-Personalvorstand Oliver Burkhard hoch zufrieden: &#8222;Der Kita-Streik hat gezeigt, dass in der Praxis die meisten Vorbehalte unbegr\u00fcndet sind.&#8220; Denn, so sein Fazit: &#8222;Sowohl Mitarbeiter als auch F\u00fchrungskr\u00e4fte haben viele guten Erfahrungen gemacht.&#8220; Der Konzern habe eine klare Devise: Sofern es die betrieblichen Belange zulassen und auch die F\u00fchrungskraft zustimmt, kann die Arbeit flexibel gestaltet werden &#8211; und dazu z\u00e4hlt auch Arbeit im Home-Office.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Kein Anspruch von Mitarbeitern auf ein Home-Office<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das Nachbarland Holland ist da schon weiter und wagt es, den Arbeitnehmern sogar einen gesetzlichen Anspruch auf Home-Office-Arbeit zu geben. &#8222;Doch das ist hierzulande nicht zu erwarten&#8220;, sagt Ina-Kristin Hubert, Fachanw\u00e4ltin f\u00fcr Arbeitsrecht bei der Kanzlei R\u00f6dl &amp; Partner in Hamburg.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Und einen gesetzlichen Anspruch auf ein Home-Office gibt es auch nicht. Nicht einmal vor\u00fcbergehend, hat das Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz erst vergangenen Dezember im Fall einer jungen Mutter klar gestellt (Aktenzeichen 5 Sa 378\/14). Von Unternehmen kann nicht verlangt werden, dass sie den Betrieb nach den W\u00fcnschen der Mitarbeiter umstrukturieren, so die Richter. &#8222;Umgekehrt kann die Firma keinen Angestellten zwingen, nicht mehr in der Firma, sondern von zuhause aus zu arbeiten&#8220;, so Anw\u00e4ltin Hubert.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_657993\" style=\"width: 310px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2015\/08\/Roedl.Hubert_Ina-Kristin_3.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-657993\" class=\"size-medium wp-image-657993\" alt=\"Ina-Kristin Hubert, Arbeitsrechtlerin und Partnerin bei R\u00f6dl &amp; Partner \" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2015\/08\/Roedl.Hubert_Ina-Kristin_3-300x300.jpg\" width=\"300\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2015\/08\/Roedl.Hubert_Ina-Kristin_3-300x300.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2015\/08\/Roedl.Hubert_Ina-Kristin_3-150x150.jpg 150w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2015\/08\/Roedl.Hubert_Ina-Kristin_3.jpg 650w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-657993\" class=\"wp-caption-text\">Ina-Kristin Hubert, Arbeitsrechtlerin und Partnerin bei R\u00f6dl &amp; Partner<\/p><\/div>\n<p>Anders ist es nur, wenn ein Mitarbeiter bereits ein Home-Office hat, dann kann der Arbeitgeber ihm das nicht so einfach streichen und in die Zentrale zur\u00fcckbeordern &#8211; jedenfalls nicht, so lange er nicht beweisen kann, dass dies f\u00fcr die Firma notwendig ist. Entschieden hat dies schon das Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz (Aktenzeichen 4 Sa 404\/14).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wer gerne von zuhause aus arbeiten will &#8211; oder umgekehrt: will ein Unternehmen, dass Mitarbeiter im Home-Office schaffen &#8211; m\u00fcssen sie es im Arbeitsvertrag vereinbaren &#8211; und zwar im Detail. Gibt es bereits einen Arbeitsvertrag, sollten Unternehmen und Mitarbeiter alle Einzelheiten in einer Erg\u00e4nzung zum Arbeitsvertrag festhalten, r\u00e4t Arbeitsrechtlerin Hubert.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Welche Home-Office-Details in den Arbeitsvertrag geh\u00f6ren<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Geregelt werden sollte im Arbeitsvertrag dies:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&#8211; Die Arbeitszeit, also die Stundenzahl. Auch zuhause muss der Arbeitnehmer \u00fcbrigens die gesetzlich vorgeschriebene Pause nach sechs Stunden Arbeitszeit einhalten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&#8211; Die \u00dcberlassung eines B\u00fcroraums<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&#8211; Die \u00dcberlassung der Arbeitsmittel vom Computer \u00fcber Drucker bis hin zum Handy, Schreibtischstuhl, Gl\u00fchbirnen und B\u00fcromaterial. Wen die Firma nicht selbst ausstattet, der sollte die Dinge f\u00fcr das Unternehmen kaufen oder ihm die Belege f\u00fcr die Anschaffungen zwecks Kostenerstattung geben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&#8211; Die Kosten\u00fcbernahme von anteiliger Miete, Strom und Heizung. Achtung: Nicht beteiligen braucht sich das Unternehmen an den Kosten der M\u00fcllabfuhr. Aber der Arbeitgeber muss f\u00fcr die ordnungsgem\u00e4\u00dfe Vernichtung sensibler Daten gegebenenfalls sorgen. Jedenfalls muss der Mitarbeiter seiner Firma eine Kopie seines eigenen Mietvertrags geben und ihm regelm\u00e4\u00dfig die Strom- und Heizkostenrechnung schicken.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&#8211; Wartung und Pflege der Kommunikationsger\u00e4te<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&#8211; Ein Zutrittsrecht des Arbeitgebers in die Wohnung zum Beispiel, um zu kontrollieren, dass die Schutz- und Sicherheitsvorschriften f\u00fcr Arbeitnehmer eingehalten werden. B\u00fcros m\u00fcssen eine Heizung haben, eine Mindestgr\u00f6\u00dfe aufweisen ebenso wie der Schreibtisch, auch der PC-Bildschirm hat Mindeststandards &#8211; Stichwort: Bildschirmarbeitsplatzverordnung &#8211; und der Raum muss ein Fenster haben.<\/p>\n<p>Denn: Der Arbeitgeber muss diese Dinge kontrollieren, dazu ist er wegen seiner F\u00fcrsorgepflicht gegen\u00fcber dem Arbeitnehmer verpflichtet.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&#8211; Der Ersatz f\u00fcr Fahrtkosten in den Betrieb<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Widerrufsklauseln f\u00fcrs Home-Office sind unwirksam<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Gibt es in der Firma einen Betriebsrat, muss der zuvor angeh\u00f6rt werden, so Arbeitsrechtlerin Hubert. L\u00e4uft es wie im Fall von Google, wo die Chefin Marissa Meyer pl\u00f6tzlich alle Home-Office-Arbeiter in die US-Zentrale in Kalifornien in Sunnyvale zur\u00fcck beorderte, wird es hierzulande mit dem R\u00fcckg\u00e4ngig-Machen knifflig: Entweder schlie\u00dfen Unternehmen und Mitarbeiter einen neuen Arbeitsvertrag und heben gemeinschaftlich den alten Vertrag auf. Sind sie uneins oder streiten gar, kann das Unternehmen nur dem Mitarbeiter eine \u00c4nderungsk\u00fcndigung schicken.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Auf die Idee, f\u00fcr diesen Fall vorzubeugen und eine entsprechende Klausel in den Arbeitsvertrag einzubauen, kam n\u00e4mlich schon mal ein Unternehmen im Rheinland. Das musste sich vom Landesarbeitsgericht D\u00fcsseldorf belehren lassen, dass so eine Klausel unwirksam\u00a0ist und konnte die Home-Office-Regelung nicht so einfach widerrufen (Aktenzeichen: 12 Sa 505\/14).<\/p>\n<\/div>\n<div><\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Home-Office: Was Unternehmen und Mitarbeiter regeln sollten und welche Risiken sie eingehen, wenn sie sich einmal aufs Arbeiten von zuhause aus einlassen &nbsp; &nbsp; &nbsp; F\u00fcr ThyssenKrupp war der Kita-Streik ein gelungener Feldversuch in Sachen Home-Office. 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