{"id":657879,"date":"2015-08-23T19:39:29","date_gmt":"2015-08-23T17:39:29","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=657879"},"modified":"2015-09-15T17:04:22","modified_gmt":"2015-09-15T15:04:22","slug":"arbeitsrecht-serie-mit-anwalt-christoph-abeln-die-tricks-wie-unternehmen-fuhrungskrafte-loswerden-wollen-teil-1","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2015\/08\/23\/arbeitsrecht-serie-mit-anwalt-christoph-abeln-die-tricks-wie-unternehmen-fuhrungskrafte-loswerden-wollen-teil-1\/","title":{"rendered":"Arbeitsrecht-Serie mit Anwalt Christoph Abeln: Die Tricks, wie Unternehmen F\u00fchrungskr\u00e4fte loswerden wollen (Teil 1) &#8211; Das B\u00fcro zum Hinterhof"},"content":{"rendered":"<div><span style=\"font-size: large\">Arbeitsrecht-Serie mit Anwalt Christoph Abeln: Die Tricks, wie Unternehmen F\u00fchrungskr\u00e4fte loswerden wollen (Serie, Teil 1)<\/span><\/div>\n<div><\/div>\n<div><\/div>\n<div>\n<div><\/div>\n<div>\n<div>\n<div><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;font-size: medium\"><span style=\"color: #1f497d;font-family: Calibri,sans-serif;font-size: large\"><b><i>Unternehmen greifen immer \u00f6fter zu Tricks, wenn sie sich von F\u00fchrungskr\u00e4ften trennen m\u00f6chten. Oft ist die Strategie nicht gleich erkennbar, aber es gibt Indizien. Die Varianten schildert Christoph Abeln, Fachanwalt f\u00fcr Arbeitsrecht und seit vielen Jahren auf die Vertretung von Managern und leitenden Angestellten spezialisiert. In der neuen WiWo-Serie zeigt der Rechtsanwalt die Methoden auf, die ihm tagt\u00e4glich begegnen.<\/i><\/b><\/span><\/span><\/div>\n<div>\n<div id=\"attachment_657881\" style=\"width: 660px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2015\/08\/AbelnamSchreibtisch_Abeln.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-657881\" class=\"size-full wp-image-657881\" alt=\"Arbeitsrechtler Christoph Abeln\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2015\/08\/AbelnamSchreibtisch_Abeln.jpg\" width=\"650\" height=\"432\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2015\/08\/AbelnamSchreibtisch_Abeln.jpg 650w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2015\/08\/AbelnamSchreibtisch_Abeln-300x199.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2015\/08\/AbelnamSchreibtisch_Abeln-451x300.jpg 451w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-657881\" class=\"wp-caption-text\">Arbeitsrechtler Christoph Abeln<\/p><\/div>\n<\/div>\n<div><\/div>\n<div><strong><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;font-size: medium\"><span style=\"color: #1f497d;font-family: Calibri,sans-serif;font-size: large\"><i>Teil 1: Die neue Adresse: Das B\u00fcro zum Hinterhof<\/i><\/span><\/span><\/strong><\/div>\n<div><\/div>\n<div><\/div>\n<div><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;font-size: medium\"><span style=\"color: #1f497d;font-family: Calibri,sans-serif;font-size: large\"><i>Ganz unscheinbar kann so eine E-Mail daherkommen, bei der einem Manager oder Teamchef sofort die Alarmglocken schrillen sollten: Man bekomme ein neues B\u00fcro, als einziger und quasi aus heiterem Himmel. Das geliebte Eck-B\u00fcro nahe dem Vorstand soll man pl\u00f6tzlich eintauschen gegen eine halbe Besenkammer am anderen Ende des Werksgel\u00e4ndes. Oder, noch drastischer: Er muss aus seinem Einzelb\u00fcro ausziehen in ein Gro\u00dfraumb\u00fcro. Unter den Augen der eigenen Mitarbeiter, die nun sehen k\u00f6nnen, dass ihr Chef pl\u00f6tzlich nicht mehr ad\u00e4quat residiert. Was oft damit einhergeht: Dass die Firma dem Betroffenen auch gleich seine bisherigen T\u00e4tigkeiten entzieht, ohne ihm konkrete neue Aufgaben zu stellen. Im Gro\u00dfraumb\u00fcro bekommen das auch gleich alle Kollegen und Mitarbeiter t\u00e4glich vor Augen gef\u00fchrt, was f\u00fcr ihn eine sehr dem\u00fctigende Situation ist.<\/i><\/span><\/span><\/div>\n<div><\/div>\n<div><\/div>\n<div><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;font-size: medium\"><span style=\"color: #1f497d;font-family: Calibri,sans-serif;font-size: large\"><b><i>Schlechte Karten, wenn im Arbeitsvertrag keine Zimmergr\u00f6\u00dfe vereinbart ist<\/i><\/b><\/span><\/span><\/div>\n<div><\/div>\n<div><\/div>\n<div><\/div>\n<div><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;font-size: medium\"><span style=\"color: #1f497d;font-family: Calibri,sans-serif;font-size: large\"><i>Das Problem: Kein Arbeitnehmer kann sich nicht gegen die blo\u00dfe Versetzung in ein anderes B\u00fcro wehren &#8211; sei es in einen Gro\u00dfraum noch ins Minizimmer. Denn es gibt f\u00fcr den Arbeitnehmer keinen einklagbaren Anspruch auf ein spezielles B\u00fcro mit besonderer Quadratmetergr\u00f6\u00dfe. Vertraglich ist das n\u00e4mlich nie zugesichert, obwohl man auch das im Arbeitsvertrag regeln kann. Ein Gewohnheitsrecht gibt es nicht. Nur weil jemand zehn Jahre lang ein schickes B\u00fcro hatte, sch\u00fctzt ihn das nicht vor seinem Verlust. <\/i><\/span><\/span><\/div>\n<div><\/div>\n<div><\/div>\n<div><\/div>\n<div><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;font-size: medium\"><span style=\"color: #1f497d;font-family: Calibri,sans-serif;font-size: large\"><i>Dieser Trick ist also an sich legitim und daher oft angewandt. Allerdings kann diese Vorgehensweise der Unternehmensleitung zumindest als Indiz vor Gericht verwendet werden, um aufzuzeigen, dass die F\u00fchrungskraft nicht mehr entsprechend ihrem Arbeitsvertrag besch\u00e4ftigt wird. Und hiergegen wiederum ist dann jederzeit eine Klage auf Erf\u00fcllung des Arbeitsvertrags <\/i><\/span><span style=\"color: #1f497d;font-family: Calibri,sans-serif;font-size: large\"><i>mit guter Aussicht auf Erfolg m\u00f6glich. Denn im Vertrag steht die Job-Beschreibung und dann darf das Unternehmen auch nicht so einfach das &#8222;Abteilungsleiter&#8220;-Schild an der Zimmert\u00fcr entfernen.<\/i><\/span><\/span><\/div>\n<div><\/div>\n<div><\/div>\n<div><\/div>\n<div><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;font-size: medium\"><span style=\"color: #1f497d;font-family: Calibri,sans-serif;font-size: large\"><b><i>Auf dem Pr\u00e4sentierteller &#8211; als Signal f\u00fcr alle anderen<\/i><\/b><\/span><\/span><\/div>\n<div><\/div>\n<div><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;font-size: medium\"><span style=\"color: #1f497d;font-family: Calibri,sans-serif;font-size: large\"><i>Ebenso hohe Signalwirkung auf alle Kollegen und Kunden haben Projekte ohne Inhalt: Wer pl\u00f6tzlich separiert wird von der ganzen Mannschaft &#8211; entweder in ein sogenanntes Sterbezimmer oder einen Glaskasten mittendrin wie auf dem Pr\u00e4sentierteller &#8211; und nur noch eine sinnlose Aufgabe zugewiesen bekommt. Das Motiv: M\u00fcrbe machen und den Betroffenen dazu bringen, dass er von selbst die Firma verl\u00e4sst. <\/i><\/span><\/span><\/div>\n<div><\/div>\n<div><\/div>\n<div><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;font-size: medium\"><span style=\"color: #1f497d;font-family: Calibri,sans-serif;font-size: large\"><i>Oft handelt es sich um leitende Angestellte, denen die Company obendrein von jetzt auf gleich mal eben alle seine Mitarbeiter entzieht. Immer wieder kommt es vor, dass F\u00fchrungskr\u00e4fte von einem Tag auf den anderen statt mehrerer hundert Mitarbeiter nur noch eine Sekret\u00e4rin bleibt. Ohne Vorwarnung, ohne vorherige Indizien. Die haben dann schon bessere Karten. Denn wenn einerseits der leitende Angestellte fachlich als F\u00fchrungskraft t\u00e4tig sein soll, er aber andererseits disziplinarisch nichts mehr zu melden hat kann dies ein weiteres, wichtiges Indiz sein: Und zwar daf\u00fcr, dass seine Reputation durch <\/i><\/span><span style=\"color: #1f497d;font-family: Calibri,sans-serif;font-size: large\"><i>die Unternehmensspitze erheblich besch\u00e4digt wird. <\/i><\/span><\/span><\/div>\n<div><\/div>\n<div><\/div>\n<div><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;font-size: medium\"><span style=\"color: #1f497d;font-family: Calibri,sans-serif;font-size: large\"><b><i>Nicht nur Hinterhofzimmer, sondern gleich in die W\u00fcste schicken<\/i><\/b><\/span><\/span><\/div>\n<div><\/div>\n<div><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;font-size: medium\"><span style=\"color: #1f497d;font-family: Calibri,sans-serif;font-size: large\"><i>Und das wiederum ist oft ein wichtiges Mosaiksteinchen f\u00fcr eine erfolgreiche Klage gegen diese Methode, erst r\u00e4umlich ausgebootet, dann vielleicht auch noch die Mitarbeiter weggenommen zu bekommen und gut sichtbar f\u00fcr die ganze Belegschaft erniedrigt zu werden.<\/i><\/span><\/span><\/div>\n<div><\/div>\n<div><span style=\"font-family: Times New Roman,serif;font-size: medium\"><span style=\"color: #1f497d;font-family: Calibri,sans-serif;font-size: large\"><i>Wird jemand dagegen gleich in die W\u00fcste geschickt &#8211; konkret von Hamburg nach M\u00fcnchen oder gar nach Asien, das alles passiert durchaus &#8211; gibt es Soforthilfe-M\u00f6glichkeiten: Und zwar einstweilige Verf\u00fcgungen, mit der ein Anwalt in unzumutbaren Situationen vom Gericht binnen einer Woche ein vorl\u00e4ufiges Urteil bekommt. Das gilt dann so lange, bis im sogenannten Hauptsacheverfahren Gegenteiliges geurteilt wird. Unzumutbar w\u00e4re es etwa, wenn eine F\u00fchrungkraft seine Familie oder gar pflegebed\u00fcrftige Angeh\u00f6rige zur\u00fcck lassen m\u00fcsste. <\/i><\/span><\/span><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Arbeitsrecht-Serie mit Anwalt Christoph Abeln: Die Tricks, wie Unternehmen F\u00fchrungskr\u00e4fte loswerden wollen (Serie, Teil 1) Unternehmen greifen immer \u00f6fter zu Tricks, wenn sie sich von F\u00fchrungskr\u00e4ften trennen m\u00f6chten. Oft ist die Strategie nicht gleich erkennbar, aber es gibt Indizien. 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