{"id":657620,"date":"2015-09-10T23:46:05","date_gmt":"2015-09-10T21:46:05","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=657620"},"modified":"2015-09-11T01:03:56","modified_gmt":"2015-09-10T23:03:56","slug":"ein-teller-penne-mit-lachs-mit-managerhaftungsexperte-fassbach-winzige-lausige-vergleiche-fur-mittelstandler","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2015\/09\/10\/ein-teller-penne-mit-lachs-mit-managerhaftungsexperte-fassbach-winzige-lausige-vergleiche-fur-mittelstandler\/","title":{"rendered":"Ein Teller Penne mit Lachs mit Managerhaftungsexperte Fassbach: &#8222;Winzige, lausige Vergleiche f\u00fcr Mittelst\u00e4ndler&#8220;"},"content":{"rendered":"<div id=\"attachment_657856\" style=\"width: 660px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2015\/08\/fassbach.basils.1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-657856\" class=\"size-full wp-image-657856\" alt=\"Burkhard Fassbach\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2015\/08\/fassbach.basils.1.jpg\" width=\"650\" height=\"650\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2015\/08\/fassbach.basils.1.jpg 650w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2015\/08\/fassbach.basils.1-150x150.jpg 150w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2015\/08\/fassbach.basils.1-300x300.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-657856\" class=\"wp-caption-text\">Burkhard Fassbach<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Burkhard Fassbach ist Anwalt bei Hendricks &amp; Partner, der Spezialberatung f\u00fcr Managerhaftungsversicherungen (D&amp;O). Tag f\u00fcr Tag erlebt er Managerschicksale, ihre Sorgen und N\u00f6te, wenn sie f\u00fcr teure Fehler von ihren Ex-Unternehmen zur Kasse gebeten werden. Aber er erlebt auch Unternehmen, die draufzahlen bei ihren D&amp;O-Versicherungen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Gro\u00dfe Sch\u00e4den, winzige Vergleiche<\/strong><\/p>\n<p>Doch davon wird sp\u00e4ter die Rede sein. Wir sitzen beim Italiener\u00a0Basil\u00b4s in D\u00fcsseldorf, gegen\u00fcber dem Kaiserteich am Graf-Adolf-Platz. Bestellt hat\u00a0der Jurist Penne mit Lachs\u00a0und berichtet \u00fcber die\u00a0Entwicklung des Markts der D&amp;O-Versicherer von AIG bis Chubb. Der n\u00e4mlich hat ihn bitter entt\u00e4uscht:\u00a0&#8222;Das gute Produkt, die D&amp;O-Versicherung, wird ad absurdum gef\u00fchrt, wenn die Versicherer bei gro\u00dfen Sch\u00e4den den Unternehmen nur noch winzige, lausige Vergleiche anbieten&#8220;, res\u00fcmiert Burkhard Fassbach.<\/p>\n<p>Wenn dreistellige Millionenbetr\u00e4ge an Sch\u00e4den entstanden sind und die Versicherer nun einspringen sollen. Eigentlich sei es ein Offenbarungseid der D&amp;O-Versicherer, die ihr abgegebenes Leistungsversprechen nicht halten, wenn der Schaden eingetreten ist. Und wenn sich deshalb alle vor Gericht wieder treffen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Doch der Reihe nach &#8211; typischerweise l\u00e4uft es immer so ab: Die ersten Rechnungen, die f\u00e4llig werden, sind die der Anw\u00e4lte. Dann geht\u00b4s um die\u00a0Frage, wer die zahlt. Die Experten verlangen 500 Euro pro Stunde an Honorar &#8211; und wer Erfolg haben will, braucht einen Anwalt, der sich nicht mit dem gesetzlichen Honorars\u00e4tzen zufrieden gibt. Und diese Anwaltsrechnungen tr\u00e4gt die D&amp;O-Versicherung. Doch nicht so einfach und anstandslos.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>\u00dcber 20.000 Manager, von denen ihr Ex-Unternehmen Schadenersatz fordert<\/strong><\/p>\n<p>Nicht mehr: Heute \u00fcben die Versicherer Druck auf die Anw\u00e4lte aus. Sie streichen deren Rechnungssummen zusammen. Dann hei\u00dft es, die Advokaten schrieben zu viele Stunden auf, sie sollten schneller denken. Das Ende vom Lied: Der Anwalt besteht auf die volle Rechnungssumme &#8211; der Manager muss die Differenz selbst aus eigener Tasche zahlen. Die meisten Managerhaftungsverfahren wegen Fehlleistungen gegen insgesamt rund 20.000 Manager sind zurzeit vor deutschen Gerichten anh\u00e4ngig. Die Mehrzahl davon betreffen mittelst\u00e4ndische Unternehmen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Faktisch eine Rechtsschutzversicherung f\u00fcr Manager<\/strong><\/p>\n<p>Meist ist die H\u00f6he des Schadens deutlich h\u00f6her als die Deckungssumme der Versicherung. Und fast immer macht die Summe, die die D&amp;O-Versicherung ihnen am Ende nach langwierigen Vergleichsverhandlungen zahlt, nur einen Bruchteil der Deckungssumme aus. Faktisch ist die Managerhaftungsversicherung, mit der sich das Unternehmen eigentlich absichern will gegen teure Fehler angestellter Manager, eine Rechtsschutzversicherung f\u00fcr die Manager. Und nur\u00a0ein kleinen Topf bleibt f\u00fcr &#8222;wachsweiche und mickrige Vergleiche&#8220;, sagt Fassbach.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Grantelnde Gesellschafter wegen nutzlosen Policen?<\/strong><\/p>\n<p>Denn 50 bis 70 Prozent der Auszahlungen der D&amp;O-Versicherer flie\u00dfen nicht etwa in die Regulierung der Sch\u00e4den, sondern in die Taschen von Anw\u00e4lten, Wirtschaftspr\u00fcfern, Gutachtern und der Gerichte. Fassbach fragt: Wer zahlt die Zeche? Aktion\u00e4re und Gesellschafter der gesch\u00e4digten Unternehmen, die schon granteln: Was D&amp;O-Policen denn wert seien, wenn fast nichts ans Unternehmen gezahlt werde?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Die drollige Dreieckskonstruktion der D&amp;O-Versicherung<\/strong><\/p>\n<p>Schuld sei die drollige Dreiecks-Konstruktion aller D&amp;O-Versicherungen: Die Versicherung schlie\u00dft das Unternehmen ab und zahlt auch die Pr\u00e4mien. Die Rechte daraus stehen im Fall des Falles aber dem Manager zu, der der Versicherte ist. Das ist ungef\u00e4hr so, als w\u00fcrde im Stra\u00dfenverkehr das Unfallopfer im eigenen Namen eine Haftpflichtversicherung f\u00fcr den Unfallverursacher und Unfallgegner abschlie\u00dfen und auch noch die Versicherungspr\u00e4mien zahlen. Dieser Mittag bedeutet harte Juristen-Kost.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Minimale Zahlungen der Versicherer<\/strong><\/p>\n<p>Fassbach erkl\u00e4rt mir, dass die Unternehmen am Ende so zerm\u00fcrbt sind vom Streit, dass sie in unterster Instanz schon aufgeben und sich auf Vergleiche einlassen mit minimalen Schadenersatzsummen.<\/p>\n<p>Die Gr\u00fcnde:<\/p>\n<p>&#8211; Das Risiko eines Prozesses ist hoch: bei einer Schadenssumme von 30 Millionen Euro betr\u00e4gt das Prozesskostenrisiko alleine f\u00fcnf Millionen Euro.<\/p>\n<p>&#8211; Die Aufsichtsr\u00e4te geraten selbst unter Beschuss nach dem Motto, sie h\u00e4tten als Kontrollgremium die Entscheidungen des Vorstands bef\u00fcrwortet und mitgetragen. Verk\u00fcnden ihnen die Vorst\u00e4nde im Prozess den Streit &#8211; das hei\u00dft so unter Juristen und zwingt die Aufsichtsr\u00e4te mit auf die Anklagebank. &#8211; Kaum ein Unternehmen will zum eigentlichen Schaden obendrauf einen Reputationsschaden erleiden und scheut deshalb das Licht der \u00d6ffentlichkeit.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Prozessfinanzierer als Rettungsanker?<\/strong><\/p>\n<p>Fassbach w\u00e4re nicht Fassbach, wenn er nicht eine verwegene Idee im Gep\u00e4ck h\u00e4tte: Die gesch\u00e4digten Unternehmen sollten sich k\u00fcnftig an Prozessfinanzierer wie Foris, Legial oder Roland Prozessfinanz wenden. Auf die k\u00f6nnte es das gewaltige Kostenrisiko abw\u00e4lzen &#8211; und damit mehr als nur die untere Instanz durchhalten. W\u00fcrde dagegen kein Prozessfinanzierer einsteigen wollen, sei auch das wenigstens ein Warnsignal, besser die Finger von einer Klage zu lassen. Denn auch dort s\u00e4\u00dfen erfahrene Juristen, die absch\u00e4tzen, wie das Risiko aussieht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Mittelst\u00e4ndler am k\u00fcrzeren Hebel<\/strong><\/p>\n<p>Ich nehme die Botschaft mit, dass Mittelst\u00e4ndler mit ihren D&amp;O-Versicherungen am k\u00fcrzeren Hebel sitzen und nur ihre Manager zumindest einen Teil der Verteidigungskosten erstattet bekommen. Und dass sie selbst in den allermeisten F\u00e4llen in die R\u00f6hre schauen &#8211; nach dem Motto &#8222;au\u00dfer Spesen nichts gewesen&#8220;.<\/p>\n<p>Besser schaut es f\u00fcr die Konzerne aus, die mit ihre m\u00e4chtigeren Position mehr Druck auf die D&amp;O-Versicherer aus\u00fcben k\u00f6nnen und deshalb auch durchaus viel h\u00f6here Entsch\u00e4digungszahlungen bei ihren D&amp;O-Versicherern durchsetzen. Denn die wollen sie ja nicht als Kunden verlieren.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2015\/08\/pennemitlachs.fassbach1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-657959\" alt=\"pennemitlachs.fassbach\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2015\/08\/pennemitlachs.fassbach1.jpg\" width=\"650\" height=\"650\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2015\/08\/pennemitlachs.fassbach1.jpg 650w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2015\/08\/pennemitlachs.fassbach1-150x150.jpg 150w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2015\/08\/pennemitlachs.fassbach1-300x300.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Burkhard Fassbach ist Anwalt bei Hendricks &amp; Partner, der Spezialberatung f\u00fcr Managerhaftungsversicherungen (D&amp;O). 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