{"id":657466,"date":"2015-07-14T16:47:19","date_gmt":"2015-07-14T14:47:19","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=657466"},"modified":"2015-07-14T16:47:19","modified_gmt":"2015-07-14T14:47:19","slug":"exklusiv-auswertung-gpra-vertrauensindex-wer-hat-angst-vor-dem-eigenen-unternehmen-die-grose-mehrheit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2015\/07\/14\/exklusiv-auswertung-gpra-vertrauensindex-wer-hat-angst-vor-dem-eigenen-unternehmen-die-grose-mehrheit\/","title":{"rendered":"Exklusiv-Auswertung GPRA-Vertrauensindex: Wer hat Angst vor dem eigenen Unternehmen? Die gro\u00dfe Mehrheit"},"content":{"rendered":"<p><strong>Vertrauen Sie Ihrem Unternehmen? Glauben Sie das, was Ihnen Ihr Top-Management sagt? Wenn ja, geh\u00f6ren Sie einer Minderheit an.<\/strong><\/p>\n<p>Wenn beispielsweise die Unternehmenslenker verk\u00fcnden, dass eine Neuausrichtung geschehen m\u00fcsse, &#8222;um f\u00fcr die Zukunft besser aufgestellt zu sein&#8220;, dann glauben ihnen 76 Prozent der Belegschaft nicht. &#8222;Die Mitarbeiter halten es f\u00fcr vorgeschoben und bef\u00fcrchten, dass es stattdessen bald weitere Entlassungen gibt&#8220;, sagt Uwe Kohrs, Pr\u00e4sident der GPRA, dem Bundesverband der f\u00fchrenden PR-Agenturen in Deutschland.<\/p>\n<p>Aus seinem Hause stammt der GPRA-Vertrauensindex und die Extra-Auswertung speziell f\u00fcr die &#8222;WirtschaftsWoche&#8220; \u00fcber das Vertrauen der Mitarbeiter in ihre Unternehmen. 1012 Besch\u00e4ftigte standen Rede und Antwort f\u00fcr diese repr\u00e4sentative Umfrage.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_657457\" style=\"width: 234px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2015\/07\/kohrs.UweGPRA.Kohrs-2013-20728.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-657457\" class=\"size-medium wp-image-657457\" alt=\"Uwe Kohrs, GPRA-Pr\u00e4sident\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2015\/07\/kohrs.UweGPRA.Kohrs-2013-20728-224x300.jpg\" width=\"224\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2015\/07\/kohrs.UweGPRA.Kohrs-2013-20728-224x300.jpg 224w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2015\/07\/kohrs.UweGPRA.Kohrs-2013-20728.jpg 487w\" sizes=\"auto, (max-width: 224px) 100vw, 224px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-657457\" class=\"wp-caption-text\">Uwe Kohrs, GPRA-Pr\u00e4sident<\/p><\/div>\n<p>Eine andere Situation zeigt denselben Vertrauensverlust auch in die direkten Vorgesetzten: Wenn ein neuer Chef im Anmarsch ist, l\u00e4uten bei 46 Prozent der Besch\u00e4ftigten alle Alarmglocken. &#8222;Das Ergebnis ist ein echter Hammer und vor allem bei den J\u00fcngeren ein extrem hoher Wert&#8220;, findet PR-Profi Kohrs. Denn nicht alle Mitarbeiter sind gleich ver\u00e4ngstigt: Ausgerechnet von den 30-39-J\u00e4hrigen sagen 51 Prozent, dass sie sich vor einem neuen Chef f\u00fcrchten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Angst vorm neuen Chef &#8211; aus Sorge vor dem Rauswurf<\/strong><\/p>\n<p>Dass sie es sind, die schlimmstenfalls am Arbeitsmarkt die relativ besten Aussichten auf eine neue Stelle haben, scheint nicht durchzuschlagen. Kohrs glaubt: &#8222;Diese Altersgruppe muss noch Karriere machen und haben hohe Hypotheken f\u00fcr ihre Eigenheime abzuzahlen.<\/p>\n<p>Nicht ganz so viele Sorgen machen sich die 50-59-J\u00e4hrigen mit 44 Prozent. Was wiederum ein negatives Votum \u00fcber die F\u00fchrungskultur ist, so Kohrs. Gelassen sind demgegen\u00fcber die 60- bis 69-J\u00e4hrigen, von denen 35 Prozent neue Chefs f\u00fcrchten: &#8222;Dieser Gruppe scheint es eher egal zu sein, wer \u00fcber ihnen Chef wird &#8211; sie haben schon zu viele kommen und gehen gesehen&#8220;, so Kohrs. Doch besorgniserregend sind auch diese Werte, denn immerhin habt gerade diese Altersgruppe die Rente vor Augen und sollte sich von derlei Ver\u00e4nderungen nicht unbedingt anfechten lassen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Unn\u00f6tige Distanz zwischen F\u00fchrungsspitze und Belegschaft<\/strong><\/p>\n<p>Doch insgesamt zeigen auch diese Umfrageergebnisse, wie sehr sich die Belegschaften und die Unternehmenslenker von einander entfernt haben.<\/p>\n<p>Denn ein weiteres Ergebnis der GPRA-Befragung zeigt, wie unn\u00f6tig diese Spaltung innerhalb der Betriebe oder genau genommen diese F\u00fchrungskrise ist.\u00a0Denn im Schnitt sagen 68 Prozent der Mitarbeiter, dass sie voll motiviert sind. &#8222;Ich treffe viele, die ihren Beruf gerne und gut machen&#8220;, sagt Kohrs. Aber eben nur die T\u00e4tigkeit.<\/p>\n<p>Zu viele Top-Manager haben zu lange ihre Manager-Leistung allein dar\u00fcber definiert, wie hart sie ihre Mitarbeiter f\u00fchren und viele sie rauswerfen, je mehr je besser.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&#8222;So entsteht nat\u00fcrlich nicht der Eindruck von verantwortungsbewu\u00dftem Handeln&#8220;, urteilt Kohrs. Dass es Mitarbeiter gibt, die zu ihnen aufschauen und mit denen sie bereit sein sollten, zu kommunizieren, ist diesen F\u00fchrungskr\u00e4ften nicht mehr klar.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Die jungen Bewerber drehen den Spie\u00df um: Und checken die Firma<\/strong><\/p>\n<p>Umso erstaunter seien denn auch die Vorgesetzte und Personaler in Bewerbungsgespr\u00e4chen mit jungen Menschen, der sogenannten Generation Y unter 32 Jahren, so Kohrs. &#8222;Denn die fragen verst\u00e4rkt nach dem Sinn ihrer Arbeit und drehen im Bewerbungsgespr\u00e4ch den Spie\u00df um, indem sie selbst eine Checkliste mit Fragen an den potenziellen Arbeitgeber mitbringen&#8220;, beobachtet der PR-Experte. Sie fragen nicht nur die &#8211; den Firmen verhasste Frage &#8211; nach ihrer k\u00fcnftigen Work-Life-Balance, sondern auch wie deren Karriereplan f\u00fcr sie auss\u00e4he und wie sie positioniert sein sollten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Unternehmen haben n\u00e4mlich selbst ihren Mitarbeitern die Motivation zielgerichtet ausgetrieben durch die t\u00e4gliche reale Erfahrung im Alltag: &#8222;Unternehmen haben ihr Handeln viel zu wenig erkl\u00e4rt und die Mitarbeiter nicht mit auf die Reise genommen&#8220;, so Kohrs. Die Devise war vielmehr U-Boot-F\u00fchrung: Die Manager seien abgetaucht, statt mit ihren Mitarbeiter zu streiten, wenn\u00b4s n\u00f6tig ist. Was die Unternehmensziele sind und was die Belegschaft tun muss, um sie zu erreichen, blieb im Dunklen, Stattdessen gab es Mitarbeiter-TV und Jubelmeldungen. Erkl\u00e4rungen? Fehlanzeige.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Mitarbeitern Zuversicht vermitteln &#8211; statt sie zu \u00e4ngstigen mit dem Damoklesschwert Entlassung<\/strong><\/p>\n<p>Denn: W\u00fcrden die Unternehmen den Kontext erkl\u00e4ren, in dem sie unterwegs sind, erkl\u00e4ren, was f\u00fcr die internationalen M\u00e4rkte n\u00f6tig ist, w\u00fcrden die Mitarbeiter nicht mehr das Gef\u00fchl haben, abgeh\u00e4ngt zu sein und ihre Angst verlieren &#8211; weil sie es verstehen w\u00fcrden. Und Zuversicht gewinnen k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Schimpfwort f\u00fcr Angestellte: Globalisierung<\/strong><\/p>\n<p>Kohrs res\u00fcmiert: &#8222;Globalisierung ist f\u00fcr viele Mitarbeiter zum Schimpfwort geworden.&#8220; Insbesondere wenn in so hohem Ma\u00dfe wie in der vergangenen Jahren die Arbeiten ins Ausland outgesourct werden. Denn den Belegschaften werden so signalisiert: Dass sie einen schlechten Job machen &#8211; sonst w\u00fcrde man die Arbeit nicht \u00fcber die Grenzen verlagern &#8211; und dass sie das auch schon jahrelang machen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Hierzu auch lesenswert: Gallup-Studie 2015 im Management-Blog: h<a title=\"Gallup-Studie 2015, Management-Blog\" href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2015\/03\/11\/gallup-studie-zu-mitarbeiter-engagement-die-meisten-schieben-nur-dienst-nach-vorschrift-hinter-ihrem-unternehmen-stehen-sie-nicht\/\" target=\"_blank\">ttp:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2015\/03\/11\/gallup-studie-zu-mitarbeiter-engagement-die-meisten-schieben-nur-dienst-nach-vorschrift-hinter-ihrem-unternehmen-stehen-sie-nicht\/<\/a><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vertrauen Sie Ihrem Unternehmen? Glauben Sie das, was Ihnen Ihr Top-Management sagt? Wenn ja, geh\u00f6ren Sie einer Minderheit an. 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