{"id":656644,"date":"2015-05-21T10:56:54","date_gmt":"2015-05-21T08:56:54","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=656644"},"modified":"2015-05-21T22:13:54","modified_gmt":"2015-05-21T20:13:54","slug":"korruption-jedes-dritte-unternehmen-ging-schon-gegen-korrupte-mitarbeiter-vor-ey-studie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2015\/05\/21\/korruption-jedes-dritte-unternehmen-ging-schon-gegen-korrupte-mitarbeiter-vor-ey-studie\/","title":{"rendered":"Korruption: Jedes dritte Unternehmen geht gegen die eigenen Mitarbeiter vor &#8211; EY-Studie"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Korruption: Jedes dritte Unternehmen geht gegen eigene Mitarbeiter vor.\u00a0Eine Studie von EY zeigt, wie es deutsche Manager denn tats\u00e4chlich mit der Compliance halten.<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Meinen die Unternehmen es ernst oder l\u00e4uft es eher nach der Methode Feigenblatt? Zumindest bei den Top-Managern ist die Nachricht angekommen, dass es ihre eigene Karriere im Handumdrehen beenden kann, wenn sie\u00a0Themen wie Schmiergelder, Bestechung, Bilanzf\u00e4lschung\u00a0und dergleichen geflissentlich \u00fcbersehen. So, wie es noch bis vor wenigen Jahren \u00fcblich war und eher als Kavaliersdelikt galt. Heute riskiert das Top-Management den Vorwurf des sogenannten Organisationsverschuldens &#8211; wenn es nicht vorbringen kann, dass es alles f\u00fcr die Compliance unternommen hat: \u00a0 Antikorruptionsrichtlinien, regelm\u00e4\u00dfige Mitarbeiterschulungen und\u00a0Hinweisgebersysteme wie Whistleblower-Hotlines und dergleichen\u00a0geh\u00f6ren deshalb bei den Konzernen inzwischen zum Alltag, im Mittelstand kommt das Thema erst nach und nach an.\u00a0<a title=\"wiwo.de, Whistleblower, whistleblowing, Compliance\" href=\"http:\/\/www.wiwo.de\/erfolg\/management\/whistleblower-in-unternehmen-hier-ist-petzen-ausdruecklich-erwuenscht\/10280772.html\" target=\"_blank\">http:\/\/www.wiwo.de\/erfolg\/management\/whistleblower-in-unternehmen-hier-ist-petzen-ausdruecklich-erwuenscht\/10280772.html<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>37 Prozent gingen gegen eigene Mitarbeiter vor<\/strong><\/p>\n<p>Immerhin gingen in den vergangenen zwei Jahren bereits\u00a037 Prozent der deutschen Unternehmen\u00a0gegen die eigenen Mitarbeiter vor, die die Antikorruptionsrichtlinie verletzt haben \u2013 2013 lag diese Zahl bei 32 Prozent, 2011\u00a0erst bei 20 Prozent. Erforscht hat dies das Beratungsunternehmen EY (ehemals Ernst &amp; Young) in einer internationalen Studie f\u00fcr die die Entscheider in 3800 Unternehmen in 38 L\u00e4ndern befragt wurden. In Deutschland z\u00e4hlten 100 Finanzvorst\u00e4nde, Chefs von Rechts- und Revisionsabteilungen und Compliance-Manager zu den Befragten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_653180\" style=\"width: 210px\" class=\"wp-caption alignleft\"><a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2014\/06\/Heissner.Stefan.ErnstYoung_neu_1c-2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-653180\" class=\"size-medium wp-image-653180\" alt=\"Stefan Heissner, EY\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2014\/06\/Heissner.Stefan.ErnstYoung_neu_1c-2-200x300.jpg\" width=\"200\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2014\/06\/Heissner.Stefan.ErnstYoung_neu_1c-2-200x300.jpg 200w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2014\/06\/Heissner.Stefan.ErnstYoung_neu_1c-2.jpg 433w\" sizes=\"auto, (max-width: 200px) 100vw, 200px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-653180\" class=\"wp-caption-text\">Stefan Hei\u00dfner, EY<\/p><\/div>\n<p>Trotz dieses Positivtrends: In Sachen Compliance \u2013 also dem Einhalten von Gesetzen und Richtlinien \u2013 klaffen Anspruch und Wirklichkeit hierzulande noch auseinander, sagt Stefan Hei\u00dfner, Chef der Abteilung Fraud Investigation &amp; Dispute Services bei EY. Auch wenn die vielen Korruptionsskandale zu einem Umdenken in den Unternehmen gef\u00fchrt haben.<\/p>\n<p><strong>66 Prozent der Unternehmen haben Antikorruptionsregeln<\/strong><\/p>\n<p>.<\/p>\n<p>Zwar ist die Zahl der Unternehmen mit eigenen Antikorruptionsrichtlinien seit 2013 um f\u00fcnf, seit 2011 sogar um 16 Prozentpunkte auf\u00a066 Prozent gestiegen. Doch\u00a026 Prozent der Manager in Deutschland sind \u00fcberzeugt davon, dass Korruption\u00a0weit verbreitet ist. Jedoch: Dieses Ergebnis war vor zwei Jahren mit 30 Prozent und mit 46 Prozent vor vier Jahren laut Vergleichsstudien von EY deutlich h\u00f6her. Die saubersten L\u00e4nder sind dagegen laut EY-Umfrage D\u00e4nemark, Schweden, Finnland und die Schweiz.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Manager empfingen Gesetze und Vorschriften als Bel\u00e4stigung<\/strong><\/p>\n<p><b>Doch trotz besserer\u00a0Compliance-Kultur werden die Regeln weiter gebrochen, denn die Eingriffe von Gesetzgeber und Beh\u00f6rden empfinden sie vor allem als Belastung (59 Prozent). W\u00fcrde das Unternehmen in eine Notlage geraten, w\u00fcrden zw\u00f6lf Prozent der Manager auch zu Bestechungen durch sogenannte Unterhaltungsdienstleistungen greifen. Elf Prozent w\u00fcrden mit Bargeld bei der Akquise nachhelfen &#8211; dazu waren vor zwei Jahren weniger bereit (sieben Prozent).\u00a0Das F\u00e4lschen von Bilanzergebnissen kommt dagegen nur f\u00fcr zwei Prozent in Frage.<\/b><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Manager unter Erfolgsdruck<\/strong><\/p>\n<p>Auf mehr als jedem zweiten\u00a0Manager lastet &#8211; so EY-Experte Hei\u00dfner &#8211; der st\u00e4ndige Druck, neue Gesch\u00e4ftsm\u00f6glichkeiten zu erschlie\u00dfen (57 Prozent), so dass sie unsaubere Methoden als Ultima Ratio, als letztes Mittel,\u00a0ansehen. 28 Prozent der befragten beklagen den Druck, in risikoreichere M\u00e4rkte expandieren zu m\u00fcssen &#8211; was ebenso dazu verleiten kann.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Bilanzen sch\u00f6nen ist\u00a0verbreitet<\/strong><\/p>\n<p><b>Die Umfrageergebnisse weiter: Mehr als ein Drittel der deutschen Manager h\u00e4lt das Sch\u00f6nen von Bilanzergebnissen hierzulande f\u00fcr verbreitet (36 Prozent). Damit liegen sie im internationalen Vergleich fast im Durchschnitt (37 Prozent). Zu den Buchungstricks geh\u00f6ren dann Verhandlungen mit Lieferanten \u00fcber r\u00fcckwirkende Rabatte, Boni oder Preisnachl\u00e4sse (14 Prozent), das Ansetzen von zu niedrigen Kosten (acht Prozent) oder das Vorziehen von Verbuchungen (f\u00fcnf Prozent).<\/b><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Milliarden Euro. Gemeinsam mit den 190.000 Mitarbeitern der internationalen EY-Organisation betreut EY Mandanten \u00fcberall auf der Welt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Zus\u00e4tzliche Infos<\/strong>:\u00a0<a title=\"EY, Ernst &amp;nYoung, Fraud-Studie 2015\" href=\"http:\/\/www.de.ey.com\" target=\"_blank\">http:\/\/www.de.ey.com<\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Korruption: Jedes dritte Unternehmen geht gegen eigene Mitarbeiter vor.\u00a0Eine Studie von EY zeigt, wie es deutsche Manager denn tats\u00e4chlich mit der Compliance halten. &nbsp; Meinen die Unternehmen es ernst oder l\u00e4uft es eher nach der Methode Feigenblatt? 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