{"id":656320,"date":"2015-04-27T03:13:19","date_gmt":"2015-04-27T01:13:19","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=656320"},"modified":"2015-08-24T21:28:55","modified_gmt":"2015-08-24T19:28:55","slug":"buchauszug-wolf-schneiders-hottentrottelstottertrottel-wie-es-im-haifischbecken-stern-unter-henri-nannen-zuging","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2015\/04\/27\/buchauszug-wolf-schneiders-hottentrottelstottertrottel-wie-es-im-haifischbecken-stern-unter-henri-nannen-zuging\/","title":{"rendered":"Sprachpapst Wolf Schneider &#8211; exklusiv: Auszug aus der Biografie &#8222;Hottentottenstottertrottel&#8220; &#8211; Das Haifischbecken &#8222;Stern&#8220; unter Henri Nannen"},"content":{"rendered":"<p><strong>Wolf Schneider, Gr\u00fcnder der Henri-Nannen-Schule von Gruner + Jahr und der &#8222;Zeit&#8220;, hat zu seinem 90. Geburtstag seine Autobiografie &#8222;Hottentottenstottertrottel &#8211; Mein langes wunderliches Leben&#8220; vorgelegt. <\/strong><\/p>\n<p><strong>Ein Interview mit Wolf Schneider zu seiner Autobiographie steht auf <a title=\"Interview, Wolf Schneider, Autobiographie, Spiegel online\" href=\"http:\/\/www.spiegel.de\/kultur\/gesellschaft\/wolf-schneider-interview-ueber-autobiografie-a-1030521.html\" target=\"_blank\">http:\/\/www.spiegel.de\/kultur\/gesellschaft\/wolf-schneider-interview-ueber-autobiografie-a-1030521.html<\/a>.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Hier im Management-Blog auf wiwo.de\u00a0der Buchauszug \u00fcber Wolf Schneiders\u00a0Zeit beim &#8222;Stern&#8220; als Textchef bei der Journalistenlegende Henri Nannen:<\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2015\/04\/Cover_Schneider_Hottentottenstottertrottel.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-656322\" alt=\"Cover_Schneider_Hottentottenstottertrottel\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2015\/04\/Cover_Schneider_Hottentottenstottertrottel.jpg\" width=\"424\" height=\"650\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2015\/04\/Cover_Schneider_Hottentottenstottertrottel.jpg 424w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2015\/04\/Cover_Schneider_Hottentottenstottertrottel-195x300.jpg 195w\" sizes=\"auto, (max-width: 424px) 100vw, 424px\" \/><\/a><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Henri Nannen &#8211; \u00a0<\/strong><strong>Beim \u00abWirtschaftswunder-Siegfried\u00bb<\/strong><\/p>\n<p align=\"LEFT\">Herbert Wehner hatte ihn so genannt: den Kraftprotz, Zirkusdirektor,\u00a0fr\u00f6hlichen Leuteschinder und Baum von einem Mann!\u00a0Der\u00a0<i><span style=\"font-family: Plantin-Italic;font-size: medium\"><span style=\"font-family: Plantin-Italic;font-size: medium\">Stern<\/span><\/span><\/i><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\"><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\">-Redaktion stellte er mich mit den Worten vor: \u226aDas\u00a0<\/span><\/span>ist Herr Schneider von der\u00a0<i><span style=\"font-family: Plantin-Italic;font-size: medium\"><span style=\"font-family: Plantin-Italic;font-size: medium\">S\u00fcddeutschen Zeitung<\/span><\/span><\/i><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\"><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\">. Er hat noch nie\u00a0<\/span><\/span>eine Illustrierte von innen gesehen und soll euch allen jetzt endlich\u00a0mal Ordnung beibringen.\u226b<\/p>\n<p align=\"LEFT\">.<\/p>\n<p align=\"LEFT\">.<\/p>\n<p align=\"LEFT\"><strong>Das Haifischbecken <em>Stern<\/em><\/strong><\/p>\n<p align=\"LEFT\">Das war sein Stil: Den Neuen werfe ich ins \u226aHaifischbecken\u226b. \u00dcberlebt er, dann passt er zu uns \u2013 wenn nicht, ist es um ihn\u00a0nicht schade. \u226aSozialdarwinismus\u226b, nannte das Gerhard Grundler,\u00a0Ressortleiter Innenpolitik (sp\u00e4ter Chefredakteur des sozialdemokratischen\u00a0Vorw\u00e4rts<span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\"><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\">, dann Leiter des Funkhauses Hamburg des\u00a0<\/span><\/span>NDR<span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\"><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\">). Ich bekam gleich am ersten Tag den Spruch zu h\u00f6ren:\u00a0<\/span><\/span>\u226aSchon mancher, der hier als Adler angefangen hat, ist als Suppenhuhn\u00a0geendet.\u226b Dann beginne ich eben mit dem Suppenhuhn,\u00a0dachte ich mir. Es half nicht viel: In meinen\u00a0<span lang=\"JA\"><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: small\">50 <\/span><\/span><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\"><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\">Jahren als Angestellter\u00a0<\/span><\/span>habe ich nie eine so schwierige Zeit erlebt wie mein erstes\u00a0halbes Jahr im\u00a0<i><span style=\"font-family: Plantin-Italic;font-size: medium\"><span style=\"font-family: Plantin-Italic;font-size: medium\">Stern<\/span><\/span><\/i><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\"><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\">.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"LEFT\">.<\/p>\n<p align=\"LEFT\"><strong>Leichenteile, die aus Nannens Zimmer flogen<\/strong><\/p>\n<p align=\"LEFT\">In der Hierarchie war ich, als Chef vom Dienst und Textchef,\u00a0die Nummer\u00a0<span lang=\"JA\"><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: small\">3 <\/span><\/span><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\"><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\">\u2013 nach Victor Schuller, dem stellvertretenden\u00a0<\/span><\/span>Chefredakteur und Nannens Gegenpol: einem Menschen von\u00a0Bildung, Geschmack und Manieren; Nannen dagegen zwar von\u00a0h\u00f6chster Intelligenz, aber v\u00f6llig unbelesen und rabiat dazu. Als\u00a0der Verlag Schullers\u00a0<span lang=\"JA\"><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: small\">75<\/span><\/span><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\"><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\">. Geburtstag feierte, sagte ich in meiner\u00a0<\/span><\/span>Rede auf ihn: \u226aDie Leichenteile, die in lockerer Folge aus Nannens Zimmer flogen, setzte Victor Schuller wieder zu lebendigen\u00a0Menschen zusammen.\u226b<\/p>\n<p align=\"LEFT\">Hatte der Darwinismus beim Kampf um den Platz im Heft\u00a0durchaus seine Meriten (darauf komme ich gleich) \u2013 im Umgang\u00a0mit den Redakteuren war er \u00fcberfl\u00fcssig und zuweilen absto\u00dfend.<\/p>\n<p align=\"LEFT\">.<\/p>\n<p align=\"LEFT\"><strong>\u00d6ffentliche Hinrichtungen auf Konferenzen<\/strong><\/p>\n<p align=\"LEFT\">Als in der t\u00e4glichen Konferenz ein Neuer auf den ersten Auftrag,\u00a0den Nannen ihm erteilte, ungeschickt und etwas bockig\u00a0reagierte, sagte ein Ressortleiter ziemlich laut: \u226aHerr Nannen,\u00a0Sie sehen doch: Herr X passt nicht zu uns.\u226b Nannen grinste \u2013\u00a0und schwieg. Eine \u00f6ffentliche Hinrichtung. Der Neue ging und\u00a0kam nie wieder.<\/p>\n<p align=\"LEFT\">.<\/p>\n<p align=\"LEFT\"><strong>Nannen &#8211; ein zu gro\u00dfer Mann, um ein angenehmer Mensch zu sein<\/strong><\/p>\n<p align=\"LEFT\">Oder der Fall des Hilmar Pabel. Der war einer der bedeutendsten\u00a0deutschen Fotografen und im\u00a0<i><span style=\"font-family: Plantin-Italic;font-size: medium\"><span style=\"font-family: Plantin-Italic;font-size: medium\">Stern <\/span><\/span><\/i><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\"><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\">der \u00e4lteste. Den ungeliebten\u00a0<\/span><\/span>Auftrag, eine Fotoreportage aus dem Vietnam-Fiasko zu liefern,\u00a0hatte schlie\u00dflich er \u00fcbernommen; mit gro\u00dfartigen Bildern\u00a0wurde er gedruckt und gewann damit \u226ainternationale Bekanntheit\u226b. Nun kam er zur\u00fcck, wohlbehalten, aber ausgezehrt \u2013 und\u00a0nat\u00fcrlich in der Erwartung, mit Dank und Hallo begr\u00fc\u00dft zu werden.<\/p>\n<p align=\"LEFT\">Aber Nannen sah nur kurz vom Schreibtisch auf und sagte:\u00a0\u226aTag, Herr Pabel.\u226b Das war\u2019s. Pabel kam zu mir und hatte Tr\u00e4nen\u00a0in den Augen.\u00a0Ja: Nannen war ein zu gro\u00dfer Mann, um auch noch ein angenehmer\u00a0Mensch zu sein. Die ganz Grossen sind das nie: \u226aWer im\u00a0Lexikon verzeichnet ist, war mit h\u00f6herer Wahrscheinlichkeit ein\u00a0Scheusal, als wer nicht im Lexikon verzeichnet ist\u226b \u2013so das Fazit\u00a0in meiner Weltgeschichte des Ruhmes (\u226aDie Sieger\u226b,\u00a0<span lang=\"JA\"><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: small\">1992<\/span><\/span><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\"><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\">).<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"LEFT\">Und woraus speiste sich Nannens bombastischer Erfolg?\u00a0Zun\u00e4chst aus seiner erstaunlichen Witterung. Erstens daf\u00fcr, was\u00a0die Leute wirklich lesen wollten, und wie sie es lesen wollten.<\/p>\n<p align=\"LEFT\">Zweitens daf\u00fcr, wie man es schafft, dass sie etwas lesen, was\u00a0sie vielleicht\u00a0<i><span style=\"font-family: Plantin-Italic;font-size: medium\"><span style=\"font-family: Plantin-Italic;font-size: medium\">nicht <\/span><\/span><\/i><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\"><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\">hatten lesen wollen. Drittens daf\u00fcr, was sie\u00a0<\/span><\/span>\u00fcbermorgen\u00a0<span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\"><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\">gern lesen wurden. Davon n\u00e4mlich haben sie selber\u00a0<\/span><\/span>keine Ahnung, Umfragen sind hoffnungslos \u2013 anbieten muss\u00a0man es ihnen! (Eingedenk der klassischen Allensbach-Erhebung\u00a0von\u00a0<span lang=\"JA\"><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: small\">1955<\/span><\/span><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\"><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\">, im dritten Jahr nach Einf\u00fchrung des Fernsehens in\u00a0<\/span><\/span>Deutschland: \u226aHaben Sie die Absicht, sich irgendwann einen\u00a0Fernsehapparat zu kaufen?\u226b Nein!, antwortete ein Drittel.) So\u00a0also betrieb Nannen ab\u00a0<span lang=\"JA\"><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: small\">1961 <\/span><\/span><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\"><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\">die Politisierung des <\/span><\/span><i><span style=\"font-family: Plantin-Italic;font-size: medium\"><span style=\"font-family: Plantin-Italic;font-size: medium\">Sterns<\/span><\/span><\/i><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\"><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\">, um die\u00a0<\/span><\/span>kein einziger Leser ihn gebeten hatte.<\/p>\n<p align=\"LEFT\">.<\/p>\n<p align=\"LEFT\"><strong>Nannens berserkerhafte Entschlossenheit<\/strong><\/p>\n<p align=\"LEFT\">Zu solchem Erschnuppern und Erahnen kam brillantes\u00a0Handwerk (da habe ich von ihm so viel gelernt wie von keinem\u00a0sonst) und die berserkerhafte Entschlossenheit, dies permanent\u00a0von allen Redakteuren zu erzwingen (das \u00fcbernahm ich sp\u00e4ter\u00a0in meine Journalistenschule). Wie da um den Leser gerungen\u00a0wurde, wie engagiert und mit welchem Raffinement der Mittel:\u00a0Das war f\u00fcr den Neuling von der\u00a0<i><span style=\"font-family: Plantin-Italic;font-size: medium\"><span style=\"font-family: Plantin-Italic;font-size: medium\">S\u00fcddeutschen Zeitung <\/span><\/span><\/i><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\"><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\">die gr\u00f6sste \u00dc<\/span><\/span>berraschung \u2013 und gelegentlich ein Anlass, den Hochmut, mit\u00a0dem er aus M\u00fcnchen verabschiedet worden war, gegen die Hochmutigen\u00a0zu kehren.<\/p>\n<p align=\"LEFT\">Gerungen zum Beispiel darum, dass Bilder, \u00dcberschrift und\u00a0Vorspann alles tun, um den fl\u00fcchtigen Bl\u00e4tterer zu animieren, er\u00a0m\u00f6ge zu lesen beginnen; und dass der erste Satz des Textes vor\u00a0allem die Einladung ausspricht: Lies auch den zweiten! Und der\u00a0zweite: Lies auch den dritten! Wer nur bl\u00e4ttert und nicht liest, ist\u00a0in einer Viertelstunde fertig und kauft den\u00a0<i><span style=\"font-family: Plantin-Italic;font-size: medium\"><span style=\"font-family: Plantin-Italic;font-size: medium\">Stern <\/span><\/span><\/i><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\"><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\">nie wieder.<\/span><\/span><\/p>\n<div id=\"attachment_656321\" style=\"width: 660px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2015\/04\/Schneider_Wolf_C-ullstein-bild-_-P_F_H-.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-656321\" class=\"size-full wp-image-656321\" alt=\"Wolf Schneider\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2015\/04\/Schneider_Wolf_C-ullstein-bild-_-P_F_H-.jpg\" width=\"650\" height=\"430\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2015\/04\/Schneider_Wolf_C-ullstein-bild-_-P_F_H-.jpg 650w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2015\/04\/Schneider_Wolf_C-ullstein-bild-_-P_F_H--300x198.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2015\/04\/Schneider_Wolf_C-ullstein-bild-_-P_F_H--453x300.jpg 453w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-656321\" class=\"wp-caption-text\">Wolf Schneider, Gr\u00fcnder der Henri-Nannen-Schule<\/p><\/div>\n<p align=\"LEFT\">.<\/p>\n<p align=\"LEFT\"><strong>Abkanzelungen unter Zeugen<\/strong><\/p>\n<p align=\"LEFT\">Ein drastisches Lehrst\u00fcck \u00fcber dieses Lebenselixier der Zeitschrift\u00a0f\u00fchrte Nannen in meiner Gegenwart mit einem Redakteur\u00a0auf, der ihn f\u00fcr die Vorab-Lekt\u00fcre eines zehnseitigen Manuskripts\u00a0gewonnen hatte. Er h\u00f6rte nach einer Minute auf, rief den Redakteur\u00a0zur\u00fcck und sagte barsch: \u226aIhr Manuskript taugt nichts.\u226b Der\u00a0Redakteur, entgeistert: \u226aAber Sie k\u00f6nnen doch die zehn Seiten\u00a0unm\u00f6glich schon gelesen haben!\u226b Nannen: \u226aNein, ich habe im\u00a0dritten Absatz aufgeh\u00f6rt.\u226b Der Redakteur: \u226aAber ich musste doch\u00a0im dritten Absatz \u2026\u226b Darauf Nannen mit Donnerstimme: \u226aDas\u00a0erz\u00e4hlen Sie mal unseren zehn Millionen Lesern, was Sie im dritten\u00a0Absatz\u00a0<i><span style=\"font-family: Plantin-Italic;font-size: medium\"><span style=\"font-family: Plantin-Italic;font-size: medium\">mussten<\/span><\/span><\/i><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\"><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\">! Gehen Sie raus.\u226b<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"LEFT\">Wer diese Abkanzelung unter Zeugen widerlich f\u00e4nde, dem\u00a0w\u00e4re schwer zu widersprechen. Nur dass die brutale Form dazu\u00a0diente, dem Autor eine Lehre zu erteilen, die er zum Segen des\u00a0Sterns\u00a0<span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\"><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\">nie mehr vergessen sollte, so wenig wie ich, der Ohrenzeuge:\u00a0<\/span><\/span>F\u00fcr einen dritten Absatz, der den Leser aus dem Text wirft,\u00a0weil er ihn langweilt oder irritiert, gilt keine Entschuldigung der\u00a0Welt; der vierte Absatz und alle folgenden, ob drei oder drei\u00dfig,\u00a0waren ja dann umsonst geschrieben.<\/p>\n<p align=\"LEFT\">.<\/p>\n<p align=\"LEFT\"><strong>Die Redaktion als Hochdruckkessel &#8211; lustvoll beheizt<\/strong><\/p>\n<p align=\"LEFT\">So war die Redaktion ein Hochdruckkessel, den Nannen lustvoll\u00a0beheizte \u2013 geliebt, gef\u00fcrchtet und gehasst, in j\u00e4her Folge oder\u00a0zur gleichen Zeit; eitel, unberechenbar, ungerecht und gro\u00dfartig.<\/p>\n<p align=\"LEFT\">F\u00fcr Verst\u00f6\u00dfe oder Schlampereien konnte man \u00f6ffentlich von ihm\u00a0angeschrien werden, und das geschah oft und mit vernichtender\u00a0Wirkung: Die Allmacht hatte er, das Recht setzte er, und noch\u00a0im Gebr\u00fcll verwendete er mit klangvoller Stimme korrekte Konjunktive.<\/p>\n<p align=\"LEFT\">.<\/p>\n<p align=\"LEFT\"><strong>\u00dcber 200 Redakteure &#8211; gelockt mit doppeltem Gehalt<\/strong><\/p>\n<p align=\"LEFT\">Zum st\u00fcrmischen Erfolg des\u00a0<i><span style=\"font-family: Plantin-Italic;font-size: medium\"><span style=\"font-family: Plantin-Italic;font-size: medium\">Sterns <\/span><\/span><\/i><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\"><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\">trug schlie\u00dflich bei, dass\u00a0<\/span><\/span>Nannen aus dem Vollen sch\u00f6pfen konnte wie kein anderer Chefredakteur\u00a0in Deutschland: mehr als\u00a0<span lang=\"JA\"><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: small\">200 <\/span><\/span><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\"><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\">Redakteure, von ihm\u00a0<\/span><\/span>nach Gusto zusammengekauft und mit doppeltem Gehalt gelockt.<\/p>\n<p align=\"LEFT\">.<\/p>\n<p align=\"LEFT\"><strong>Vorgaben wie Planstellen-Zahlen? Nicht mit Henri Nannen<\/strong><\/p>\n<p align=\"LEFT\">Planstellen? Die wagte keiner der drei Verleger von Gruner+Jahr\u00a0ihrem Goldesel vorzuschreiben. Und so wurde Woche f\u00fcr Woche\u00a0das Dreifache dessen produziert, was im\u00a0<i><span style=\"font-family: Plantin-Italic;font-size: medium\"><span style=\"font-family: Plantin-Italic;font-size: medium\">Stern <\/span><\/span><\/i><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\"><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\">erscheinen konnte.\u00a0<\/span><\/span>\u226aAus dem, was wir wegschmei\u00dfen\u226b, br\u00fcstete sich die Redaktion,\u00a0\u226akonnten wir leicht Deutschlands zweitbeste Illustrierte machen.\u226b<\/p>\n<p align=\"LEFT\">.<\/p>\n<p align=\"LEFT\"><strong>\u00dcberproduktion der Heftmischung zuliebe &#8211; eine Kette von \u00dcberraschungen<\/strong><\/p>\n<p align=\"LEFT\">Die schiere Verschwendung jedoch war die \u00dcberproduktion\u00a0nicht. Vor allem diente sie der\u00a0<i><span style=\"font-family: Plantin-Italic;font-size: medium\"><span style=\"font-family: Plantin-Italic;font-size: medium\">Mischung<\/span><\/span><\/i><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\"><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\">, und das war das Zauberwort.\u00a0<\/span><\/span>Jedes Heft brauchte m\u00e4nnliche und weibliche Themen,\u00a0Politik und Klatsch, Schwarzbrot und Vanille, gro\u00dfe Optik und\u00a0s\u00fcffige Lesest\u00fccke \u2013 und dies in mutwilligem Wechsel, um den\u00a0zun\u00e4chst vielleicht gelangweilten Bl\u00e4tterer durch eine Kette von\u00a0\u00dcberraschungen zu faszinieren. Ein Schlachtschiff wollen wir sein,\u00a0das aus allen Rohren feuert \u2013 aber doch bitte so, dass die Leser\u00a0ihren\u00a0<i><span style=\"font-family: Plantin-Italic;font-size: medium\"><span style=\"font-family: Plantin-Italic;font-size: medium\">Stern <\/span><\/span><\/i><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\"><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\">als den vertrauten Musikdampfer genie\u00dfen k\u00f6nnen!<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"LEFT\">.<\/p>\n<p align=\"LEFT\"><strong>Die<em>\u00a0Stern<\/em>-Redaktion zwischen \u00dcbereifer und Desorganisation<\/strong><\/p>\n<p align=\"LEFT\">Ein Quantum \u00dcberproduktion also war bei solchen Grundsatzen\u00a0unerl\u00e4sslich (wenn auch weniger davon, als die Redaktion\u00a0zwischen \u00dcbereifer und Desorganisation hervorbrachte): Denn\u00a0aus jeder der sieben Kisten, in die Nannen greifen wollte, musste\u00a0er mehrere erstklassige St\u00fccke zaubern k\u00f6nnen, und das jeweils\u00a0schw\u00e4chere Stuck wurde eben nicht gedruckt.<\/p>\n<p align=\"LEFT\">.<\/p>\n<p align=\"LEFT\"><strong>Die Ressortleiter waren wie Fischmarktverk\u00e4ufer<\/strong><\/p>\n<p align=\"LEFT\">Seine Entscheidungen f\u00e4llte er in der allw\u00f6chentlichen \u226aStrukturkonferenz\u226b. Die war sein Freudenfest und Darwins gro\u00dfe\u00a0Stunde. Die Ressortleiter hatten ihre fertigen oder fast fertigen\u00a0Geschichten vorzustellen. Um den knappen Platz k\u00e4mpften sie\u00a0mit Feuer, mit List und nicht selten mit den Mitteln eines Fischmarktverk\u00e4ufers.<\/p>\n<p align=\"LEFT\">.<\/p>\n<p align=\"LEFT\"><strong>Wut und Ohnmachtsgef\u00fchle<\/strong><\/p>\n<p align=\"LEFT\">Hart gearbeitet haben und trotzdem nichts\u00a0ins Heft bringen \u2013 das gab Wut und Ohnmachtsgef\u00fchle; noch\u00a0schlimmer, wenn ein Ressort von Nannen getadelt wurde, weil es\u00a0drei Wochen lang nicht im\u00a0<i><span style=\"font-family: Plantin-Italic;font-size: medium\"><span style=\"font-family: Plantin-Italic;font-size: medium\">Stern <\/span><\/span><\/i><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\"><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\">vertreten gewesen war (obwohl\u00a0<\/span><\/span>doch zu erheblichen Teilen eben Nannen f\u00fcr die Nichtvertretung\u00a0haftete).<\/p>\n<p align=\"LEFT\">Egon Vacek, Ressortleiter Au\u00dfenpolitik, geriet \u00fcber seine Niederlage\u00a0bei einer dieser Schlachten so in Wut, dass er aus dem\u00a0Konferenzzimmer stampfte und die T\u00fcr hinter sich zudonnerte \u2013\u00a0nicht ohne dem versammelten Gremium zugeschrien zu haben:\u00a0\u226aF\u00fcr mich seid ihr alle Arschl\u00f6cher!\u226b Nannen also auch. Der\u00a0grinste und beschied den Chefgraphiker: \u226aNa ja, tun Sie\u2019s rein, er\u00a0hat gut gek\u00e4mpft.\u226b<\/p>\n<p align=\"LEFT\">.<\/p>\n<p align=\"LEFT\"><strong>Nero Nannen war durch nichts zu beleidigen<\/strong><\/p>\n<p align=\"LEFT\">Gut gek\u00e4mpft! Als h\u00e4tte Nero im Zirkus dem Kampf zwischen\u00a0Christen und L\u00f6wen zugesehen \u2013 wer immer wen fra\u00df, der Kaiser\u00a0am\u00fcsierte sich. Zugunsten Nannens l\u00e4sst sich immerhin sagen:\u00a0Er hatte Sportsgeist und war durch nichts zu beleidigen; er sp\u00fcrte,\u00a0dass ihm da vielleicht doch eine ziemlich gute Geschichte durch\u00a0die Lappen gehen konnte, wenn einer derart rabiat f\u00fcr sie focht;\u00a0und in Vaceks Wutausbruch w\u00fcrdigte er im \u00dcbrigen jenes Engagement,\u00a0von dem der\u00a0<i><span style=\"font-family: Plantin-Italic;font-size: medium\"><span style=\"font-family: Plantin-Italic;font-size: medium\">Stern <\/span><\/span><\/i><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\"><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\">schlie\u00dflich lebte.<\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"LEFT\">.<\/p>\n<p align=\"LEFT\"><strong>Der <em>Stern<\/em> hatte doppelt so viel Auflage wie der <em>Spiegel <\/em>&#8211; der Trost im schlimmen ersten halben Jahr<\/strong><\/p>\n<p align=\"LEFT\">Ja, es war aufregend, beim\u00a0<i><span style=\"font-family: Plantin-Italic;font-size: medium\"><span style=\"font-family: Plantin-Italic;font-size: medium\">Stern <\/span><\/span><\/i><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\"><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\">zu sein, seine Auflage war doppelt\u00a0<\/span><\/span>so hoch wie die des\u00a0<i><span style=\"font-family: Plantin-Italic;font-size: medium\"><span style=\"font-family: Plantin-Italic;font-size: medium\">Spiegels<\/span><\/span><\/i><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\"><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\">, <\/span><\/span><span lang=\"JA\"><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: small\">16<\/span><\/span><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\"><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\">-J\u00e4hrige lauerten jeden Donnerstag\u00a0<\/span><\/span>auf ihn, er war das hei\u00dfeste Medium deutscher Sprache,\u00a0und an internationaler Geltung hatte er\u00a0<i><span style=\"font-family: Plantin-Italic;font-size: medium\"><span style=\"font-family: Plantin-Italic;font-size: medium\">Paris Match <\/span><\/span><\/i><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\"><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\">und <\/span><\/span><i><span style=\"font-family: Plantin-Italic;font-size: medium\"><span style=\"font-family: Plantin-Italic;font-size: medium\">Life <\/span><\/span><\/i><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\"><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\">\u00fcberholt.\u00a0<\/span><\/span>Das war mein Trost in diesem schlimmen ersten halben Jahr.<\/p>\n<p align=\"LEFT\">Ein anderer: die Freunde, die wir bald gewannen; darunter\u00a0Egon Vacek und seine weltl\u00e4ufige amerikanische Frau. Herzlich\u00a0ging es zu bei einer Weihnachtsfeier im Familienkreis: Der Verleger\u00a0John Jahr lud uns\u00a0<span lang=\"JA\"><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: small\">1967 <\/span><\/span><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\"><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\">ein in sein reetgedecktes Haus an der\u00a0<\/span><\/span>Alsterkrugchaussee. Die Gastgeberin, Grande Dame, begr\u00fcsste\u00a0uns wie alte Freunde, und beeindruckt waren wir von der Unbefangenheit,\u00a0mit der ihre\u00a0<span lang=\"JA\"><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: small\">26<\/span><\/span><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\"><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\">-j\u00e4hrige Tochter Angelika ein altes\u00a0<\/span><\/span>Weihnachtsgedicht vortrug.<\/p>\n<p align=\"LEFT\">.<\/p>\n<p align=\"LEFT\"><strong>Die entscheidungsfreudige und gradlinige Angelika Jahr<\/strong><\/p>\n<p align=\"LEFT\">Als diese Angelika\u00a0<span lang=\"JA\"><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: small\">1972 <\/span><\/span><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\"><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\">die von ihr entwickelte Gruner+Jahr-\u00a0<\/span><\/span>Zeitschrift\u00a0<i><span style=\"font-family: Plantin-Italic;font-size: medium\"><span style=\"font-family: Plantin-Italic;font-size: medium\">Essen und Trinken <\/span><\/span><\/i><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\"><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\">als Chefredakteurin \u00fcbernahm,\u00a0<\/span><\/span>wurde nat\u00fcrlich getuschelt in den B\u00fcros \u00fcber die Karrieren von\u00a0Verlegertochtern, und wie lange sie es wohl machen wurde. Nun,\u00a0sie machte es bis\u00a0<span lang=\"JA\"><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: small\">1991<\/span><\/span><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\"><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\">, sie machte es gut, und dann fiel sie die\u00a0<\/span><\/span>Treppe hinauf: Chefredakteurin auch noch von\u00a0<i><span style=\"font-family: Plantin-Italic;font-size: medium\"><span style=\"font-family: Plantin-Italic;font-size: medium\">Sch\u00f6ner Wohnen\u00a0<\/span><\/span><\/i>wurde sie und\u00a0<span lang=\"JA\"><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: small\">1994 <\/span><\/span><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\"><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\">die Herausgeberin aller acht sogenannten\u00a0<\/span><\/span>Lifestyle-Zeitschriften des Verlags. Wie sie das schaffe, mit zwei\u00a0Kindern noch dazu, wurde sie gefragt. Sie sei diszipliniert, entscheidungsfreudig\u00a0und geradeheraus, sagte sie. Ich erlebte sie\u00a0stets ansprechbar und immer gut gelaunt.<\/p>\n<p align=\"LEFT\">.<\/p>\n<p align=\"LEFT\"><strong>Die Redakteure trauerten den Jahrs viel Redakteure nach<\/strong><\/p>\n<p align=\"LEFT\">Im Jahr\u00a0<span lang=\"JA\"><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: small\">2000 <\/span><\/span><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\"><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\">ruckte Angelika Jahr in den Gruner+Jahr-Vorstand\u00a0<\/span><\/span>auf;\u00a0<span lang=\"JA\"><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: small\">2008 <\/span><\/span><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\"><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\">wechselte sie in den Aufsichtsrat. Bis zuletzt hielt\u00a0<\/span><\/span>sie die Fahne des Journalismus hoch gegen den Mehrheitseigner,\u00a0den Riesen Bertelsmann, und als die Familie Jahr\u00a0<span lang=\"JA\"><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: small\">2014 <\/span><\/span><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\"><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\">ihre bis\u00a0<\/span><\/span>dahin gehaltene Sperrminorit\u00e4t an eben jenen Riesen verkaufte,\u00a0trauerten viele Redakteure den Jahrs nach; der Angelika am meisten.<\/p>\n<p align=\"LEFT\">.<\/p>\n<p align=\"LEFT\"><strong>Die gro\u00dfen Reportagen im <em>Stern<\/em><\/strong><\/p>\n<p align=\"LEFT\">Wie man gro\u00dfe Politik macht mit sch\u00f6nen Bildern und einer\u00a0grandiosen Idee, das hatte der\u00a0<i><span style=\"font-family: Plantin-Italic;font-size: medium\"><span style=\"font-family: Plantin-Italic;font-size: medium\">Stern <\/span><\/span><\/i><span lang=\"JA\"><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: small\">1967 <\/span><\/span><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\"><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\">mit seiner Reportage\u00a0<\/span><\/span>aus dem alten St\u00e4dtchen Gr\u00fcnberg in Niederschlesien bewiesen,\u00a0das nun Zielona Gora hie\u00df. Nichts, das l\u00e4sst sich behaupten, hat\u00a0der Ostpolitik der sp\u00e4teren Regierung Brandt\/Scheel so nachhaltig\u00a0den Boden bereiten helfen wie diese Reportage. Was war ausgerechnet\u00a0an Gr\u00fcnberg so aufregend? Dass die Deutschen, die\u00a0dort an der Hauptstra\u00dfe gewohnt hatten, und die Polen, die nun\u00a0in den alten deutschen Hausern wohnten, vorgestellt wurden in\u00a0Wort und Bild, mit ihren Freuden und ihren Sorgen.<\/p>\n<p align=\"LEFT\"><strong>Politik machen mit Menschen &#8211; statt mit Leitartikeln<\/strong><\/p>\n<p align=\"LEFT\">Und siehe:\u00a0Alle waren mehr oder weniger zufrieden, auch die alten Gr\u00fcnberger\u00a0in Bremen, M\u00f6nchengladbach oder R\u00fcdesheim, und zur\u00fcck\u00a0wollten sie h\u00f6chstens als Besucher.\u00a0Und waren das nicht nette Leute, diese Polen, die meisten\u00a0einst von Deutschen geschunden und dann von Russen verjagt,\u00a0und nun lachten sie in die Kamera mit ihren vielen Kindern! Fast\u00a0die Halfte aller Bewohner von Zielona Gora war schon hier geboren.\u00a0Und was genoss mindestens diese Halfte selbstverst\u00e4ndlich?\u00a0Heimatrecht \u2013 nach der Definition der deutschen Vertriebenenverb\u00e4nde!\u00a0So macht man Politik, predigte Nannen: nicht mit\u00a0Leitartikeln, sondern mit Menschen und Geschichten; und recht\u00a0hatte er.<\/p>\n<p align=\"LEFT\">.<\/p>\n<p align=\"LEFT\"><strong>Redaktionsalltag beim <em>Stern<\/em>: schwierig und undurchschaubar<\/strong><\/p>\n<p align=\"LEFT\">Der Redaktionsalltag blieb bei alldem schwierig und schwer\u00a0durchschaubar \u2013 nicht nur f\u00fcr Neuank\u00f6mmlinge. Keine zentrale\u00a0Planung und Erfassung, bis ich sie m\u00fchsam erk\u00e4mpfte. Viele Manuskripte\u00a0durchl\u00f6chert von der Verifikationsabteilung mit ihren\u00a025 000\u00a0<span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\"><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\">B\u00fcchern, umgeschrieben vom Ressortleiter, vom Textchef\u00a0<\/span><\/span>(also mir) kritisiert, manchmal von Nannen in sch\u00f6pferischem\u00a0Wahnsinn durch den Wolf gedreht.<\/p>\n<p align=\"LEFT\">Dazu die qu\u00e4lenden Zeitabl\u00e4ufe: Dicke Hefte wurden in drei oder vier Produkten von verschiedenem\u00a0Aktualit\u00e4tsgrad hergestellt, \u00fcber zwei, ja drei Wochen\u00a0verteilt, h\u00e4ufig mit der Wirkung, dass der Redakteur die Folge\u00a0einer Serie fr\u00fcher liefern musste als die zweite Folge \u2013 und dass\u00a0das fertige Heft ziemlich sp\u00e4t eintrudelte, wahrend wir l\u00e4ngst an\u00a0den beiden n\u00e4chsten bastelten.<\/p>\n<p align=\"LEFT\">.<\/p>\n<p align=\"LEFT\"><strong>Keine Karriere f\u00fcr Heimgeher<\/strong><\/p>\n<p align=\"LEFT\">Dazu der versaute Feierabend: um\u00a0<span lang=\"JA\"><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: small\">19 <\/span><\/span><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\"><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\">Uhr nach Hause gehen,\u00a0<\/span><\/span>wie bei der Zeitung, weil die Fernausgabe fertig ist? Nicht doch!\u00a0Theaterkarten? Auf eigenes Risiko! Man blieb, weil eine \u00dcberschrift\u00a0noch nicht dreifach abgesegnet war. Weil bei Sekt Ideen\u00a0sprudelten, die der\u00a0<i><span style=\"font-family: Plantin-Italic;font-size: medium\"><span style=\"font-family: Plantin-Italic;font-size: medium\">Stern <\/span><\/span><\/i><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\"><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\">durchaus brauchen konnte. Und weil\u00a0<\/span><\/span>die Heimgeher wenig Chancen hatten, in den engeren Zirkel aufzusteigen.<\/p>\n<p align=\"LEFT\">Das gr\u00f6\u00dfte Problem f\u00fcr alte Zeitungshasen aber blieb die\u00a0Aktualit\u00e4t. Zur H\u00e4lfte kn\u00fcpfte der\u00a0<i><span style=\"font-family: Plantin-Italic;font-size: medium\"><span style=\"font-family: Plantin-Italic;font-size: medium\">Stern <\/span><\/span><\/i><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\"><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\">an aktuelle Ereignisse\u00a0<\/span><\/span>an \u2013 immer zwei Tage nach den Tageszeitungen, drei nach dem\u00a0Fernsehen; g\u00fcnstigenfalls, wenn n\u00e4mlich das Ereignis am Montag\u00a0stattfand, dem letzten Tag der Redaktionsarbeit am n\u00e4chsten\u00a0Heft. Also konnte der\u00a0<i><span style=\"font-family: Plantin-Italic;font-size: medium\"><span style=\"font-family: Plantin-Italic;font-size: medium\">Stern <\/span><\/span><\/i><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\"><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\">nur bestehen, indem er anders\u00a0<\/span><\/span>war und auf irgendeinem Feld auch besser: weil er die einzigen\u00a0Fotos hatte oder die besten, weil ihm die verbl\u00fcffende Perspektive\u00a0eingefallen war, weil er die bohrende Recherche, die brillante\u00a0Reportage bot oder das feurige Res\u00fcmee. Einfach zu\u00a0<i><span style=\"font-family: Plantin-Italic;font-size: medium\"><span style=\"font-family: Plantin-Italic;font-size: medium\">reagieren <\/span><\/span><\/i><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\"><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\">auf\u00a0<\/span><\/span>Reden, Verlautbarungen, Debatten, Premieren, Meisterschaften,\u00a0Katastrophen \u2013 wovon die Tageszeitung vollst\u00e4ndig leben kann:<\/p>\n<p align=\"LEFT\">Das h\u00e4lt eine Zeitschrift niemals \u00fcber Wasser.\u00a0Eine so ungewohnte Art zu denken, ein so zahes Ringen um\u00a0die perfekte Form, ein so phantasievolles Anarbeiten gegen die\u00a0Entbehrlichkeit des Produkts: das hat mancher namhafte Zeitungsjournalist\u00a0nicht gemocht oder nicht verstanden; Herbert\u00a0Riehl-Heyse, Starautor der\u00a0<i><span style=\"font-family: Plantin-Italic;font-size: medium\"><span style=\"font-family: Plantin-Italic;font-size: medium\">S\u00fcddeutschen Zeitung<\/span><\/span><\/i><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\"><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\">, zerbrach sp\u00e4ter\u00a0<\/span><\/span>daran nach vier Monaten als Ko-Chefredakteur.<\/p>\n<p align=\"LEFT\">.<\/p>\n<p align=\"LEFT\"><strong>Wolf Schneider als berechenbarer Textchef &#8211; das n\u00fctzliche Gegenteil von Nannen<\/strong><\/p>\n<p align=\"LEFT\">Als ich die Strukturen endlich durchschaut und die Organisation\u00a0ein wenig gestrafft hatte, begannen etliche der Haifische mich\u00a0zu respektieren: Nun ja, ein bisschen Ordnung schadet nicht, und\u00a0in einem Punkt ist dieser Schneider ein n\u00fctzliches Gegenteil von\u00a0Nannen: Er ist berechenbar.<\/p>\n<p align=\"LEFT\">Auch feixten die Konferenzteilnehmer, dass da einer war, der\u00a0es dem Nannen rhetorisch heimzahlte. Themenvorschlag Nannen:\u00a0\u226aWir m\u00fcssen endlich mal was machen \u00fcber die Verlogenheit,\u00a0die da in Bonn ausgebrochen ist!\u226b Kommentar Schneider: \u226aHerr\u00a0Nannen, die Verlogenheit ist so alt wie die Demokratie \u2013 mindestens\u00a02500\u00a0<span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\"><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\">Jahre. In Bonn ist \u00fcberhaupt nichts ausgebrochen. Sie\u00a0<\/span><\/span>haben nur was gemerkt. Und nun wollen Sie Ihr privates Aha-Erlebnis als Z\u00e4sur der Weltgeschichte unter die Leute bringen.\u226b<\/p>\n<p align=\"LEFT\">.<\/p>\n<p align=\"LEFT\"><strong>Wer arrogant ist, kann nicht gekr\u00e4nkt werden<\/strong><\/p>\n<p align=\"LEFT\">So was steckte Nannen lachend weg. Das ist ja das Sch\u00f6ne an\u00a0Menschen mit gewachsener, solider Arroganz: Sie zu kr\u00e4nken ist\u00a0unm\u00f6glich.\u00a0Der Status, den ich auf solche Weise erworben hatte, machte\u00a0mich freilich zur Hassfigur der linken Meinungsf\u00fchrer in der\u00a0Redaktion. Sie sympathisierten mit der Studentenbewegung, die\u00a01966\u00a0<span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\"><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\">in Westberlin entstanden war, der <\/span><\/span><i><span style=\"font-family: Plantin-Italic;font-size: medium\"><span style=\"font-family: Plantin-Italic;font-size: medium\">Au\u00dferparlamentarischen\u00a0<\/span><\/span><\/i>Opposition<span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\"><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\">, wie sie sich nannte. Die k\u00e4mpfte <\/span><\/span><i><span style=\"font-family: Plantin-Italic;font-size: medium\"><span style=\"font-family: Plantin-Italic;font-size: medium\">gegen <\/span><\/span><\/i><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\"><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\">die <\/span><\/span><span lang=\"JA\"><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: small\">USA <\/span><\/span><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\"><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\">und\u00a0<\/span><\/span>ihren Krieg in Vietnam, gegen die Bullen, die Professoren, die\u00a0Bildzeitung\u00a0<span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\"><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\">und das ganze verrottete Establishment \u2013 <\/span><\/span><i><span style=\"font-family: Plantin-Italic;font-size: medium\"><span style=\"font-family: Plantin-Italic;font-size: medium\">f\u00fcr <\/span><\/span><\/i><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\"><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\">Karl\u00a0<\/span><\/span>Marx, Herbert Marcuse, Che Guevara und Ho Chi Minh, f\u00fcr\u00a0sexuelle Befreiung und eine schlechthin bessere Welt. Sie randalierte\u00a0und schrie \u226aEnteignet Springer\u226b. Das deutsche B\u00fcrgertum\u00a0war entsetzt. Es war die Zeit, in der der holl\u00e4ndische Knabe\u00a0Heintje die deutschen Schlagerparaden eroberte.<\/p>\n<p align=\"LEFT\">Zum Wortf\u00fchrer der\u00a0<span lang=\"JA\"><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: small\">APO <\/span><\/span><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\"><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\">machte sich im <\/span><\/span><i><span style=\"font-family: Plantin-Italic;font-size: medium\"><span style=\"font-family: Plantin-Italic;font-size: medium\">Stern <\/span><\/span><\/i><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\"><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\">Heiner Bremer\u00a0<\/span><\/span>(<span lang=\"JA\"><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: small\">1986 <\/span><\/span><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\"><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\">einer der vielen <\/span><\/span><i><span style=\"font-family: Plantin-Italic;font-size: medium\"><span style=\"font-family: Plantin-Italic;font-size: medium\">Stern<\/span><\/span><\/i><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\"><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\">-Chefredakteure nach Nannen \u2013 <\/span><\/span><span lang=\"JA\"><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: small\">1989\u00a0<\/span><\/span>kurioserweise Axel Springers Pressesprecher). Auf sein Betreiben\u00a0lud Nannen Rudi Dutschke ein, den Vormann der\u00a0<span lang=\"JA\"><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: small\">APO<\/span><\/span><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\"><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\">; er\u00a0<\/span><\/span>dozierte \u00fcber \u226aden repressiven und manipulativen Charakter\u226b der\u00a0parlamentarischen Demokratie und erhob bittere Vorw\u00fcrfe gegen\u00a0Grafin D\u00f6nhoff, weil sie in der\u00a0<i><span style=\"font-family: Plantin-Italic;font-size: medium\"><span style=\"font-family: Plantin-Italic;font-size: medium\">Zeit <\/span><\/span><\/i><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\"><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\">die ersten Steinw\u00fcrfe gegen\u00a0<\/span><\/span>die Schaufenster von Springer-Filialen in Berlin als Terror eingestuft\u00a0und ihren Leitartikel mit der \u00dcberschrift \u226aDie gesteinigte\u00a0Demokratie\u226b versehen hatte.<\/p>\n<p align=\"LEFT\">F\u00fcr einen unvermuteten Gedanken war Dutschke nicht erreichbar;\u00a0auf mein geheucheltes Bedenken, dass Lenin den gro\u00dfen\u00a0Marx in sein Gegenteil verkehrt, n\u00e4mlich die Diktatur\u00a0<i><span style=\"font-family: Plantin-Italic;font-size: medium\"><span style=\"font-family: Plantin-Italic;font-size: medium\">des <\/span><\/span><\/i><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\"><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\">Proletariats\u00a0<\/span><\/span>durch die Diktatur einer Kaderpartei\u00a0<i><span style=\"font-family: Plantin-Italic;font-size: medium\"><span style=\"font-family: Plantin-Italic;font-size: medium\">\u00fcber das <\/span><\/span><\/i><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\"><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\">Proletariat\u00a0<\/span><\/span>ersetzt habe, reagierte er mit einem Wortschwall von der Art, dass\u00a0jedenfalls \u226ader st\u00e4dtische Guerrillero als Organisator schlechthinniger\u00a0Irregularitat zur Destruktion des Systems der repressiven\u00a0Institutionen berufen\u226b sei. (Wahrlich, er hatte studiert.)<\/p>\n<p align=\"LEFT\">.<\/p>\n<p align=\"LEFT\"><strong>Die Notbremse: Schreien<\/strong><\/p>\n<p align=\"LEFT\">Als Rudi Dutschke am\u00a0<span lang=\"JA\"><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: small\">11<\/span><\/span><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\"><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\">. April <\/span><\/span><span lang=\"JA\"><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: small\">1968 <\/span><\/span><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\"><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\">von einem Wirrkopf niedergeschossen\u00a0<\/span><\/span>worden war, kam es in Berlin, Hamburg, M\u00fcnchen\u00a0zu Stra\u00dfenschlachten, Randalierer drangen gewaltsam ins Foyer\u00a0des Springer-Hochhauses an der Berliner Mauer ein, andere setzten\u00a0Springers Fuhrpark mit Brandfackeln in Flammen. \u226aSteine\u00a0lie\u00dfen die Hochburg der Verdummung und Verhetzung zerklirren!\u226b, jubelte der\u00a0<i><span style=\"font-family: Plantin-Italic;font-size: medium\"><span style=\"font-family: Plantin-Italic;font-size: medium\">Spiegel<\/span><\/span><\/i><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\"><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\">. Auch die <\/span><\/span><span lang=\"JA\"><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: small\">APO<\/span><\/span><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\"><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\">-Fraktion im <\/span><\/span><i><span style=\"font-family: Plantin-Italic;font-size: medium\"><span style=\"font-family: Plantin-Italic;font-size: medium\">Stern <\/span><\/span><\/i><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\"><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\">war\u00a0<\/span><\/span>begeistert. Als sie dar\u00fcber aber nicht nur berichten, sondern die\u00a0Krawalle auch noch bejubeln wollten, zog ich, als rechtschaffener\u00a0B\u00fcrger und Textchef des\u00a0<i><span style=\"font-family: Plantin-Italic;font-size: medium\"><span style=\"font-family: Plantin-Italic;font-size: medium\">Sterns<\/span><\/span><\/i><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\"><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\">, die Notbremse. Schreien konnte\u00a0<\/span><\/span>auch ich.<\/p>\n<p align=\"LEFT\">.<\/p>\n<p align=\"LEFT\"><strong>Christian Barnards Lieblingsschlager: &#8222;Marmor, Stein und Eisen bricht&#8220;<\/strong><\/p>\n<p align=\"LEFT\">Einen gro\u00dfen Empfang gab der\u00a0<i><span style=\"font-family: Plantin-Italic;font-size: medium\"><span style=\"font-family: Plantin-Italic;font-size: medium\">Stern <\/span><\/span><\/i><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\"><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\">f\u00fcr Christian Barnard,\u00a0<\/span><\/span>den Chirurgen aus Kapstadt, der im Dezember\u00a0<span lang=\"JA\"><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: small\">1967 <\/span><\/span><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\"><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\">mit der\u00a0<\/span><\/span>ersten erfolgreichen Herztransplantation Aufsehen erregt hatte \u2013\u00a0und sogleich den Weltruhm einkassierte: Der Papst, der Schah\u00a0von Persien, der amerikanische Pr\u00e4sident Johnson empfingen ihn,\u00a0rasche Aff\u00e4ren mit Weltstars wurden ihm nachgesagt, uns Journalisten\u00a0zeigte er pausenlos das L\u00e4cheln des Siegers.<\/p>\n<p align=\"LEFT\">Ich selbst fand seine Pose wie auch die Einsch\u00e4tzung seiner Tat ein bisschen \u00fcbertrieben: Mit\u00a0<span lang=\"JA\"><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: small\">30 <\/span><\/span><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\"><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\">Assistenten hatte er operiert,\u00a0<\/span><\/span>nach\u00a0<span lang=\"JA\"><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: small\">18 <\/span><\/span><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\"><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\">Tagen war sein ber\u00fchmter Patient an etwas anderem\u00a0<\/span><\/span>gestorben, und bis heute habe ich meine Zweifel, ob es wirklich\u00a0ein Fortschritt ist, dass Chirurgen dar\u00fcber entscheiden k\u00f6nnen,\u00a0welches Herz in welchem K\u00f6rper schlagen soll. Herzlich aber\u00a0lachten wir alle, als Barnard seinen Lieblingsschlager zu h\u00f6ren\u00a0begehrte: Drafi Deutschers \u226aMarmor, Stein und Eisen bricht\u226b.<\/p>\n<p align=\"LEFT\">Es geschah am\u00a0<span lang=\"JA\"><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: small\">21<\/span><\/span><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\"><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\">. Oktober <\/span><\/span><span lang=\"JA\"><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: small\">1968<\/span><\/span><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\"><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\">, dass mich eine total \u00fcberraschende\u00a0<\/span><\/span>Einladung erreichte: Der Chefredakteur von Springers\u00a0Welt<span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\"><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\">, Herbert Kremp, wollte mich treffen. Er war zuvor Chefredakteur\u00a0<\/span><\/span>der\u00a0<i><span style=\"font-family: Plantin-Italic;font-size: medium\"><span style=\"font-family: Plantin-Italic;font-size: medium\">Rheinischen Post <\/span><\/span><\/i><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\"><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\">gewesen, die ich aus Washington\u00a0<\/span><\/span>zusammen mit der\u00a0<i><span style=\"font-family: Plantin-Italic;font-size: medium\"><span style=\"font-family: Plantin-Italic;font-size: medium\">S\u00fcddeutschen <\/span><\/span><\/i><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\"><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\">belieferte, und hatte mich\u00a0<\/span><\/span>beschworen, in Washington zu bleiben. Sein Angebot diesmal:\u00a0Werden Sie Diplomatischer Korrespondent in Bonn, als Nachfolger\u00a0des Hans-Werner Graf Finck von Finckenstein: Zweitwohnung\u00a0in der Hauptstadt, Schreibauftrag f\u00fcr dort und f\u00fcr alle\u00a0interessante Politik auf Erden.<\/p>\n<p align=\"LEFT\">Ein Traumjob. Finckenstein genoss hohes Ansehen, den Ruf\u00a0der\u00a0<i><span style=\"font-family: Plantin-Italic;font-size: medium\"><span style=\"font-family: Plantin-Italic;font-size: medium\">Welt <\/span><\/span><\/i><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\"><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\">hatte Kremp noch nicht ruiniert, und der <\/span><\/span><i><span style=\"font-family: Plantin-Italic;font-size: medium\"><span style=\"font-family: Plantin-Italic;font-size: medium\">Stern <\/span><\/span><\/i><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\"><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\">war ja\u00a0<\/span><\/span>mehr ein Schlachtfeld als ein Forum f\u00fcr anspruchsvollen Journalismus.\u00a0Nannen nahm meine K\u00fcndigung eher beil\u00e4ufig entgegen;\u00a0b\u00f6se war er offensichtlich nicht: Dass da einer an seiner Allmacht\u00a0kratzte, konnte ihn nicht freuen.<\/p>\n<p align=\"LEFT\">Am\u00a0<span lang=\"JA\"><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: small\">19<\/span><\/span><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\"><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\">. Dezember stand im Branchendienst <\/span><\/span><i><span style=\"font-family: Plantin-Italic;font-size: medium\"><span style=\"font-family: Plantin-Italic;font-size: medium\">Kress-Report<\/span><\/span><\/i><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\"><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\">:\u00a0<\/span><\/span>Schneider wird Diplomatischer Korrespondent der\u00a0<i><span style=\"font-family: Plantin-Italic;font-size: medium\"><span style=\"font-family: Plantin-Italic;font-size: medium\">Welt<\/span><\/span><\/i><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\"><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\">. Am\u00a0<\/span><\/span>29<span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\"><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\">. Dezember unterschrieb ich den Vertrag, mit dem Zusatz: \u226aIch\u00a0<\/span><\/span>danke f\u00fcr die honorige Art, in der Sie auf meine \u00c4nderungsw\u00fcnsche\u00a0eingegangen sind, und sehe meiner neuen Aufgabe mit\u00a0freudiger Ungeduld entgegen.\u226b<\/p>\n<p align=\"LEFT\">Ehe ich den Brief auf die Post gab, erreichte mich ein Anruf\u00a0von Richard Gruner, dem Wortf\u00fchrer der drei Verleger: Bleiben\u00a0Sie! Wir haben was viel Besseres f\u00fcr Sie! Am\u00a0<span lang=\"JA\"><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: small\">4<\/span><\/span><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\"><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\">. Januar wurde ich\u00a0<\/span><\/span>im firmeneigenen Jet nach Ascona eingeflogen, wo Gruner und\u00a0Gerd Bucerius ihre Zweit- oder Drittvillen unterhielten \u2013 und\u00a0auf einer Terrasse hoch \u00fcber dem Lago Maggiore beschworen sie\u00a0mich: Sie sind der Einzige, den dieser Henri Nannen als Partner\u00a0akzeptiert! (Er schaufelte den Verlegern zwar Milliarden in die\u00a0Taschen, warf aber dabei, ihrer Meinung nach, zu viele Millionen\u00a0aus dem Fenster.) Also: Werden Sie\u00a0<i><span style=\"font-family: Plantin-Italic;font-size: medium\"><span style=\"font-family: Plantin-Italic;font-size: medium\">Stern<\/span><\/span><\/i><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\"><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\">-Verlagsleiter! Wir\u00a0<\/span><\/span>zahlen gut.<\/p>\n<p align=\"LEFT\">.<\/p>\n<p align=\"LEFT\"><strong>Beliebt zu sein, das war mir noch nie widerfahren<\/strong><\/p>\n<p align=\"LEFT\">Zwei solche Angebote! Da erlitt ich die Qual der Wahl auf\u00a0h\u00f6chstem Niveau. Champagner! Nein, nie hatte ich auf diesen\u00a0klassischen Journalistenposten bei der\u00a0<i><span style=\"font-family: Plantin-Italic;font-size: medium\"><span style=\"font-family: Plantin-Italic;font-size: medium\">Welt <\/span><\/span><\/i><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\"><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\">verzichtet \u2013 w\u00e4re da\u00a0<\/span><\/span>nicht etwas Verbl\u00fcffendes, ja Erhebendes geschehen: Einzeln und\u00a0in Gruppen besuchten mich an die zwei Dutzend\u00a0<i><span style=\"font-family: Plantin-Italic;font-size: medium\"><span style=\"font-family: Plantin-Italic;font-size: medium\">Stern<\/span><\/span><\/i><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\"><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\">-Redakteure,\u00a0<\/span><\/span>um mich zum Bleiben zu bewegen \u2013 darunter, und das war\u00a0wirklich erstaunlich, auch mehrere Mitglieder jener linken Wortf\u00fchrer,\u00a0mit denen ich fast in jeder Konferenz der letzten Monate\u00a0im Clinch gelegen hatte; ich provozierte sie ja mit Spr\u00fcchen wie:\u00a0\u226a<span lang=\"JA\"><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: small\">1968 <\/span><\/span><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\"><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\">ist \u00fcberhaupt das D\u00fcmmste, was nach <\/span><\/span><span lang=\"JA\"><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: small\">1945 <\/span><\/span><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\"><span lang=\"JA\" style=\"font-family: Plantin+;font-size: medium\">in Deutschland\u00a0<\/span><\/span>geschehen ist.\u226b<\/p>\n<p align=\"LEFT\">Beliebt zu sein, das war mir noch nie widerfahren. Nannen auf\u00a0Augenh\u00f6he zu begegnen (ohne mich keine Neueinstellung, keine\u00a0Gehaltserh\u00f6hung, keine Umfangserweiterung): das w\u00fcrde eine\u00a0Genugtuung sein. Und in diesem Hochdruckkessel weiter mitzukochen\u00a0\u2013 eine Lust! War das nicht grandios, wie dieser Henri\u00a0Nannen auf der Hohe seines Welterfolgs die Stimmung zu verbreiten\u00a0verstand: Dass wir die Gr\u00f6\u00dften, die Besten, die Erfolgreichsten\u00a0sind: das ist uns selbstverst\u00e4ndlich viel zu wenig! Leute,\u00a0krempelt die \u00c4rmel auf!<\/p>\n<p align=\"LEFT\">.<strong>Das Buch erscheint im Rowohlt Verlag, 2015, 448 Seiten, 19,95 Euro:\u00a0<\/strong><strong><a title=\"Wolf Schneider, Rowohlt, Hottentottenstotterstrottel, \" href=\"http:\/\/www.rowohlt.de\/buch\/Wolf_Schneider_Hottentottenstottertrottel.3182140.ht\" target=\"_blank\">http:\/\/www.rowohlt.de\/buch\/Wolf_Schneider_Hottentottenstottertrottel.3182140.html<\/a><\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p align=\"LEFT\"><strong>Mehr zu Wolf Schneider:\u00a0<a title=\"Wolf Schein\" href=\"http:\/\/http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wolf_Schneider\">http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wolf_Schneider<\/a><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wolf Schneider, Gr\u00fcnder der Henri-Nannen-Schule von Gruner + Jahr und der &#8222;Zeit&#8220;, hat zu seinem 90. Geburtstag seine Autobiografie &#8222;Hottentottenstottertrottel &#8211; Mein langes wunderliches Leben&#8220; vorgelegt. Ein Interview mit Wolf Schneider zu seiner Autobiographie steht auf http:\/\/www.spiegel.de\/kultur\/gesellschaft\/wolf-schneider-interview-ueber-autobiografie-a-1030521.html. Hier im Management-Blog &hellip; <a href=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2015\/04\/27\/buchauszug-wolf-schneiders-hottentrottelstottertrottel-wie-es-im-haifischbecken-stern-unter-henri-nannen-zuging\/\">Weiterlesen <span class=\"meta-nav\">&rarr;<\/span><\/a><\/p>\n","protected":false},"author":19,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[2726,2255,2254,4475,4487,2300,4485,4482,4479,3385,2727,4476,4483,4481,4478,4486,2247,4474,4484,4477,4428,3305,4480],"class_list":["post-656320","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-allgemein","tag-stern","tag-suddeutsche-zeitung","tag-zeit","tag-angelika-jahr","tag-autobiografie","tag-bertelsmann","tag-biografie","tag-christian-barnard","tag-egon-vacek","tag-gruner-jahr","tag-henri-nannen","tag-henri-nannen-schule","tag-herbert-kremp","tag-herbert-riehl-heyse","tag-hilmar-pabel","tag-hottentottenstottertrottel","tag-journalisten","tag-rowohlt-verlag","tag-sprachpapst","tag-victor-schuller","tag-welt","tag-wolf-schneider","tag-zielona-gora"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/656320","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/users\/19"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=656320"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/656320\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=656320"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=656320"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=656320"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}