{"id":655487,"date":"2015-02-12T00:22:58","date_gmt":"2015-02-11T23:22:58","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=655487"},"modified":"2015-02-13T16:46:36","modified_gmt":"2015-02-13T15:46:36","slug":"vorstande-in-der-zwickmuhle-interview-mit-personalberater-klaus-aden-vom-lab-comp","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2015\/02\/12\/vorstande-in-der-zwickmuhle-interview-mit-personalberater-klaus-aden-vom-lab-comp\/","title":{"rendered":"Vorst\u00e4nde in der Zwickm\u00fchle &#8211; Interview mit Personalberater Klaus Aden von LAB &amp; Company"},"content":{"rendered":"<p align=\"center\"><strong><span style=\"text-decoration: underline\">Interview mit Headhunter Klaus Aden, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer von LAB &amp; Company \u00fcber den scharfen Wind in den Top-Management-Etagen<br \/>\n<\/span><\/strong><\/p>\n<p><strong>\u00a0<\/strong><\/p>\n<div id=\"attachment_655488\" style=\"width: 660px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-655488\" class=\"size-full wp-image-655488\" alt=\"Klaus Aden, Lab\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2015\/02\/Aden_KLaus_LAB_72dpi-2.jpg\" width=\"650\" height=\"433\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2015\/02\/Aden_KLaus_LAB_72dpi-2.jpg 650w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2015\/02\/Aden_KLaus_LAB_72dpi-2-300x199.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2015\/02\/Aden_KLaus_LAB_72dpi-2-450x300.jpg 450w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><p id=\"caption-attachment-655488\" class=\"wp-caption-text\">Personalberater Klaus Aden, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer von LAB &amp; Company<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Herr Aden, als Experte f\u00fcr die Besetzung von F\u00fchrungspositionen kennen Sie die Unternehmensperspektive wie auch die der Manager. Was hat sich im Verh\u00e4ltnis von den Unternehmen zu ihren Top-Managern in den vergangenen Jahren ver\u00e4ndert?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Aden:<\/strong> Die Verweildauer von Vorstandsmitgliedern betr\u00e4gt nach aktuellen Studien durchschnittlich nur noch knapp sechs Jahre. Und auch Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer werden immer schneller ausgewechselt. Beides liegt aber nicht daran, dass Deutschlands F\u00fchrungskr\u00e4fte unqualifizierter w\u00e4ren als fr\u00fcher.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Sondern?<\/strong><\/p>\n<p><strong>Aden<\/strong>: Organmitglieder stehen heute unter viel sch\u00e4rferer Beobachtung von Aufsichtsr\u00e4ten, Anteilseignern und der \u00d6ffentlichkeit. Fehler werden konsequenter aufgedeckt und bleiben vor allem nicht ohne Folgen. Bewilligt etwa der Aufsichtsrat eine gr\u00f6\u00dfere Investition, die sich sp\u00e4ter als verlustreich erweist, wird der Vorstand daf\u00fcr schnell zur Verantwortung gezogen \u2013 etwa, wenn er in die Beschluss-Vorlage f\u00fcr den Aufsichtsrat unzutreffende Annahmen und Markt-Beurteilungen getroffen hat.<\/p>\n<p>Gleichzeitig stehen Vorst\u00e4nde und Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer unter starkem Performance-Druck, m\u00fcssen also auch riskante Entscheidungen treffen. Konsequenz: Sie sollen auf der einen Seite mutige Unternehmer sein. Auf der anderen Seite m\u00fcssen sie sich aus Haftungsgr\u00fcnden nach allen Seiten absichern. Das kann auf Dauer nicht funktionieren, Fehler sind programmiert \u2013 und damit auch der n\u00e4chste Personalwechsel.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>In Ihrem aktuellen LAB Managerpanel haben Sie mehr als 500 Top-F\u00fchrungskr\u00e4fte befragt, wie sich mit dieser Zwickm\u00fchle zurande kommen. Mit welchem Ergebnis? <\/strong><\/p>\n<p><strong>Aden:<\/strong> Der Druck hat in den vergangenen f\u00fcnf Jahren enorm zugenommen. So beklagen neun von zehn der Befragten, dass ihre pers\u00f6nlichen Haftungsrisiken gestiegen sind. Dies betreffe vor allem Forderungen im Innenverh\u00e4ltnis, sagte etwa einer der Teilnehmer. Ein anderer schrieb uns: &#8222;Es gibt einen Trend zu einer streng rechtlichen Beurteilung ohne Ber\u00fccksichtigung der Gesamtzusammenh\u00e4nge. Viele wissen im Nachhinein alles besser, treffen selbst aber keine Entscheidungen.\u201c<\/p>\n<p><a title=\"LAB &amp; Company Managerpanel\" href=\"http:\/\/labcompany.net\/de\/press\/releases\/2015\/164\/\" target=\"_blank\">\u00a0<strong>http:\/\/labcompany.net\/de\/press\/releases\/2015\/164\/ <\/strong><\/a><\/p>\n<p><strong>Inwiefern hat sich die Rechtslage zu Lasten der Organmitglieder versch\u00e4rft? <\/strong><\/p>\n<p><strong>Aden:<\/strong> Rein normativ hat sich gar nicht viel ver\u00e4ndert.. Aber das geltende Recht wird heute konsequenter durchgesetzt als fr\u00fcher. \u00a0Spektakul\u00e4re Strafprozesse wie im Fall Thomas Middelhoff tragen dazu bei, dass Strafbarkeitsrisiken, aber auch Schadenersatzrisiken bei Vorstandsmitgliedern st\u00e4rker in den Fokus r\u00fccken.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Frage: Wer baut den st\u00e4rksten Druck auf \u2013 Aktion\u00e4re, Anteilseigner, Aufsichtsr\u00e4te oder Medien? <\/strong><\/p>\n<p><strong>Aden:<\/strong> Das h\u00e4ngt vom Unternehmen ab. Bei einem gro\u00dfen Stadtwerk muss sich ein Vorstand vor allem souver\u00e4n auf der lokalen politischen B\u00fchne bewegen. F\u00fcr den Vorstandsvorsitzenden eines Energiekonzerns z\u00e4hlt hingegen Shareholder Value, zumindest geht nichts ohne den Kapitalmarkt.<\/p>\n<p>Der Erfolg der Umbaupl\u00e4ne des Eon-Vorstandsvorsitzenden, Johannes Teyssen, entscheidet sich jedenfalls eher in London als in Berlin. Fakt ist, dass der Druck durch Investoren und Anteilseigner gestiegen ist. Das sagte jeder zweite Betroffene in unserer Umfrage.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Welche Rolle spielt die Globalisierung f\u00fcr die Belastung von Top-Managern? <\/strong><\/p>\n<p><strong>Aden:<\/strong> Nicht nur bei den DAX-Konzernen, auch bei gr\u00f6\u00dferen Mittelst\u00e4ndlern gewinnen Investoren aus dem asiatischen und US-amerikanischen Raum zunehmend Einfluss. Sie haben h\u00e4ufig extrem hohe Anspr\u00fcche, legen einen ruppigen Ton an den Tag und haben nur begrenzt Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die deutsche Kultur.<\/p>\n<p>Hinzu kommt die Zeitverschiebung: Deutsche Vorst\u00e4nde und Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer m\u00fcssen immer h\u00e4ufiger Telefonkonferenzen zu nachtschlafender Zeit f\u00fchren. Auch diese Faktoren erh\u00f6hen den psychischen und physischen Druck.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Wie hat sich die Zusammenarbeit zwischen Aufsichtsr\u00e4ten und Vorst\u00e4nden entwickelt? <\/strong><\/p>\n<p><strong>Aden:<\/strong> Auch Aufsichtsratsmitglieder stehen unter zunehmendem Druck und sind keine Fr\u00fchst\u00fccksdirektoren mehr, die keine echte Verantwortung haben. Sie besitzen eine klar definierte Aufgabe und werden daf\u00fcr in die Pflicht genommen.\u00a0Das dient nicht immer einer konstruktiven Zusammenarbeit mit dem Vorstand.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Geben Sie bitte ein Beispiel. <\/strong><\/p>\n<p><strong>Aden:<\/strong> Bei der Aufsichtsratssitzung einen Unternehmens der Kommunalwirtschaft ging es um den Bau eines Kraftwerks. Der gesamte Vorstand war anwesend \u2013 und unangek\u00fcndigt ein externer Berater, eingeladen vom Aufsichtsratsvorsitzenden. Der Consultant war so feinf\u00fchlig wie ein Fuchs im H\u00fchnerstall und examinierte den Vorstandsvorsitzenden wie einen dummen Schuljungen. Dadurch war auf einen Schlag das Vertrauen zwischen Aufsichtsrat und Vorstand zerst\u00f6rt. Und der Vorstandsvorsitzende hat uns postwendend um Unterst\u00fctzung bei der Suche nach einem anderen Job gebeten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Was h\u00e4tte der Aufsichtsratsvorsitzende besser machen sollen, um externe Expertise einzuholen, ohne den Vorstand zu br\u00fcskieren? <\/strong><\/p>\n<p><strong>Aden:<\/strong> Gerade in schwierigen F\u00e4llen ist eine zweite Meinung wichtig. Der Aufsichtsratsvorsitzende h\u00e4tte den Vorstand aber vorher einbinden und die Parteien im kleinen Kreis zusammenbringen sollen, statt ein Standgericht vor versammelter Mannschaft zu exekutieren.<\/p>\n<p><strong>Ergebnispr\u00e4sentation 32. LAB Managerpanel: \u201eScharfer Wind in den Chefetagen\u201c.<\/strong><\/p>\n<p><strong>Umfrage unter 521 F\u00fchrungskr\u00e4ften:\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong><a title=\"Lab &amp; Comp., 32.Managerpanel\" href=\"http:\/\/labcompany.net\/de\/press\/releases\/2015\/164\/\" target=\"_blank\">http:\/\/labcompany.net\/de\/press\/releases\/2015\/164\/<\/a>\u00a0<\/strong><\/p>\n<p><strong>Hier kann man die Studie herunterladen::\u00a0<a title=\"Studie zum Herunterladen, 32.Managerpanel LAB &amp; Company\" href=\"http:\/\/www.mynewsdesk.com\/de\/das-amt-gmbh-co-kg\/documents\/ergebnispraesentation-32-lab-managerpanel-42925\" target=\"_blank\">http:\/\/www.mynewsdesk.com\/de\/das-amt-gmbh-co-kg\/documents\/ergebnispraesentation-32-lab-managerpanel-42925<\/a><\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Interview mit Headhunter Klaus Aden, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer von LAB &amp; Company \u00fcber den scharfen Wind in den Top-Management-Etagen \u00a0 &nbsp; Herr Aden, als Experte f\u00fcr die Besetzung von F\u00fchrungspositionen kennen Sie die Unternehmensperspektive wie auch die der Manager. 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