{"id":655328,"date":"2015-01-21T17:49:33","date_gmt":"2015-01-21T16:49:33","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=655328"},"modified":"2015-01-21T17:50:15","modified_gmt":"2015-01-21T16:50:15","slug":"cnn-moderatorin-nina-dos-santos-vom-wef-aus-davos-iii-der-neue-globale-kontext-alles-unverandert","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2015\/01\/21\/cnn-moderatorin-nina-dos-santos-vom-wef-aus-davos-iii-der-neue-globale-kontext-alles-unverandert\/","title":{"rendered":"CNN-Moderatorin Nina Dos Santos exklusiv vom WEF aus Davos (III): Der neue globale Kontext &#8211; alles unver\u00e4ndert"},"content":{"rendered":"<p><strong>Auf Europa wirkt Davos&#8216; \u201eneuer globaler Kontext\u201c deprimierend vertraut. Gastbeitrag v<\/strong><strong>on Nina dos Santos, Wirtschaftskorrespondentin bei CNN International. <\/strong><\/p>\n<p>Bilder: CNN International<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_655329\" style=\"width: 660px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-655329\" class=\"size-full wp-image-655329\" alt=\"Nina Dos Santos, Wirtschaftsmoderatorin bei CNN\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2015\/01\/Davos3cNina-Dos-Santos_Davos2015_3.jpg\" width=\"650\" height=\"347\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2015\/01\/Davos3cNina-Dos-Santos_Davos2015_3.jpg 650w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2015\/01\/Davos3cNina-Dos-Santos_Davos2015_3-300x160.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2015\/01\/Davos3cNina-Dos-Santos_Davos2015_3-500x266.jpg 500w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><p id=\"caption-attachment-655329\" class=\"wp-caption-text\">Nina Dos Santos, Wirtschaftskorrespondentin bei CNN<\/p><\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>W\u00e4hrend es sich die Teilnehmer des Weltwirtschaftsforums (WEF) in Davos diese Woche auf die Fahnen geschrieben haben, die neue Weltordnung von heute zu definieren, wird das WEF \u2013 von europ\u00e4ischer Warte aus betrachtet \u2013 wohl von zwei entscheidenden Unbekannten bestimmt werden, die erneut Fragen \u00fcber das langfristige \u00dcberleben der europ\u00e4ischen Einheitsw\u00e4hrung aufkommen lassen.<\/p>\n<p>Nur einen Tag nach dem Auftakt des Gro\u00dfereignisses wird EZB-Pr\u00e4sident Mario Draghi vermutlich sein seit l\u00e4ngerem erwartetes Ankaufprogramm f\u00fcr Staatsanleihen verk\u00fcnden. Im Kampf gegen die Niedriginflation sind Interventionen in der Gesamtsumme von rund einer Billion Euro im Gespr\u00e4ch \u2013 die Geldpolitik der quantitativen Lockerung.<\/p>\n<p>Doch nun zeigt sich wieder einmal, dass dieser wagemutige Schritt in seiner Wirkung erneut von Europas Bedarf nach Kompromissen geschm\u00e4lert werden k\u00f6nnte, vor allem wenn Draghi, so jedenfalls die j\u00fcngste Berichterstattung, dazu gedr\u00e4ngt werden sollte, die gegenseitige Haftung in der Eurozone zu begrenzen und es nationalen Notenbanken nur erlaubt sein wird, Papiere des eigenen Landes vom Markt zu nehmen.<\/p>\n<p>Folgende Detail-Fragen werden wichtig sein: Welche Anleihen wird die EZB kaufen? Sind Schulden von Unternehmen mit eingeschlossen? Und was ist mit jenen Banken, die sich bereits wegen Notkrediten an die Zentralbank gewendet haben: Werden auch sie mehr Mittel bekommen?<\/p>\n<div id=\"attachment_655331\" style=\"width: 660px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-655331\" class=\"size-full wp-image-655331\" alt=\"CNN-Davos-Berichterstatter Nina Dos Santos (l.), John Defterios (m.)und RichardQuest (r.)\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2015\/01\/Davos3.aNinadosSantos_JohnDefterios_RichardQuest_klein.jpg\" width=\"650\" height=\"412\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2015\/01\/Davos3.aNinadosSantos_JohnDefterios_RichardQuest_klein.jpg 650w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2015\/01\/Davos3.aNinadosSantos_JohnDefterios_RichardQuest_klein-300x190.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2015\/01\/Davos3.aNinadosSantos_JohnDefterios_RichardQuest_klein-473x300.jpg 473w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><p id=\"caption-attachment-655331\" class=\"wp-caption-text\">CNN-Davos-Berichterstatter Nina Dos Santos (l.), John Defterios (m.)und RichardQuest (r.)<\/p><\/div>\n<p>In ganz Europa zweifeln nur wenige daran, dass dringend etwas unternommen werden muss. Selbst aus Deutschland, wo man sich seit langer Zeit beharrlich gegen weitreichende geldpolitische Schritte sperrt, ist der Ton sanfter geworden, da auch dort langsam die Konjunktur zum Erliegen kommt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Droht der EU eine Abw\u00e4rtsspirale wie in Japan?<\/strong><\/p>\n<p>Nachdem in der W\u00e4hrungsunion Deflation inzwischen zur bitteren Realit\u00e4t geworden ist und die Arbeitslosenzahl in zweistelliger H\u00f6he liegt, k\u00f6nnte die Union tats\u00e4chlich in jene Abw\u00e4rtsspirale geraten, in der Japan 20 Jahre lang feststeckte.<\/p>\n<p>Aufgrund dieser langwierigen Vorarbeit wird \u201aSuper Marios\u2018 sogenannte gro\u00dfe Bazooka einige Davos-Besucher wohl dezidiert unbeeindruckt lassen. Und nachdem die Weltpresse gut vertreten ist, haben diese Leute ausreichend Gelegenheit dazu, ihre Meinung kundzutun.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Der EZB-Pr\u00e4sident kommt nicht nach Davos<\/strong><\/p>\n<p>Das sicherste Zeichen, dass eine gro\u00dfe Ver\u00e4nderung ins Haus steht, wurde durch die EZB selbst gesetzt. Der EZB-Pr\u00e4sident k\u00fcndigte an, dass er nicht vorhabe, den Gipfel in der Schweiz zu besuchen \u2013 obwohl er nach der von allen Seiten erwarteten Ank\u00fcndigung am Donnerstag seine Meinung \u00e4ndern k\u00f6nnte.<\/p>\n<p>Wenn \u00fcberhaupt, so wird Griechenland den Teilnehmern des WEF wohl das heftigste Gef\u00fchl eines D\u00e9j\u00e0-vus bescheren. Unmittelbar nach dem Weltwirtschaftgipfel in Davos stehen in Griechenland am Sonntag Wahlen an. Die Aussicht, dass die Griechen wom\u00f6glich mehrheitlich das Linksb\u00fcndnis Syriza w\u00e4hlen, wird den europ\u00e4ischen Staats- und Regierungschefs und den Unternehmensf\u00fchrern erneut Anlass zur Sorge geben.<\/p>\n<p>Nach drei Rettungspaketen und einem prozentualen Forderungsverzicht der Gl\u00e4ubiger k\u00f6nnte die Mittelmeernation aufs Neue kurz davor stehen, die Absprachen mit den Kreditgebern aufzuk\u00fcndigen, und das ausgerechnet zu einer Zeit, in der das Programm langsam einem Ende entgegengeht. Diese Aussicht, so f\u00fcrchten einige, k\u00f6nnte wieder einmal dazu f\u00fchren, dass Griechenland aus dem Euro ausscheiden muss.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>F\u00fcr Griechenland-Austritt-Diskussionen ist es zu fr\u00fch<\/strong><\/p>\n<p>Doch trotz des vielen Geredes \u00fcber den Austritt Griechenlands aus dem Euro \u2013 \u201aGrexit\u2018 genannt \u2013 ist diese Diskussion heute ebenso verfr\u00fcht wie vor drei Jahren.<\/p>\n<p>Erst wenn die Staats- und Regierungschefs der EU dar\u00fcber sprechen, die zugrunde liegenden Vertr\u00e4ge abzu\u00e4ndern, k\u00f6nnte dies eine Option werden. Und bekannterma\u00dfen ist man seit Jahren wenig geneigt, die Regeln neu zu definieren. Nichtsdestotrotz sollte man sich auf jede Menge schwarzseherische Phrasendrescherei einstellen, die vielleicht dazu dienen soll, den Griechen die Konsequenzen des Wahlausgangs nochmals bewusst zu machen. Deutschland wird seinen Nachbarn dort wahrscheinlich erneut in Erinnerung rufen, dass es keinen Spielraum f\u00fcr weitere Verhandlungen der Sparpakete gibt und \u2013 im Falle Griechenlands \u2013 auch keinen Schuldenerlass.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Deprimierend vertraute Szenarien<\/strong><\/p>\n<p>Traurigerweise klingen diese Szenarien deprimierend vertraut. Vor Jahren wurde die Idee des Gelddruckens in Europa zum ersten Mal in Umlauf gebracht. Nachdem die Zentralbanken der restlichen Welt die Notenpresse inzwischen langsam wieder ausschalten, l\u00e4uft die EZB f\u00fcnf Jahre sp\u00e4ter Gefahr, nicht mehr synchron mit den anderen zu sein. Und die Zukunft Griechenlands wird seit 2008 infrage gestellt.<\/p>\n<p>So viel zum \u201eneuen\u201c globalen Kontext. Im Falle Europas hat sich nicht genug ge\u00e4ndert.<\/p>\n<p><strong>Link zum Video auf CNN:\u00a0<a title=\"CNN-Wirtschaftsjournalistin Nina Dos Santos aus Davos 2015, Video\" href=\"http:\/\/cnnmon.ie\/158Y6U8\" target=\"_blank\">http:\/\/cnnmon.ie\/158Y6U8<\/a><\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf Europa wirkt Davos&#8216; \u201eneuer globaler Kontext\u201c deprimierend vertraut. Gastbeitrag von Nina dos Santos, Wirtschaftskorrespondentin bei CNN International. 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