{"id":655324,"date":"2015-01-20T19:26:10","date_gmt":"2015-01-20T18:26:10","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=655324"},"modified":"2015-01-20T23:50:38","modified_gmt":"2015-01-20T22:50:38","slug":"vorstande-kein-bauernopfer-bei-entlassungswellen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2015\/01\/20\/vorstande-kein-bauernopfer-bei-entlassungswellen\/","title":{"rendered":"Vorst\u00e4nde brauchen kein Bauernopfer bei Entlassungswellen geben"},"content":{"rendered":"<p>Vorst\u00e4nde sind heute eher gef\u00e4rdet als fr\u00fcher:\u00a0performen sie nicht &#8211; wie es gerne so nett umschrieben wird -, l\u00f6sen die Aufsichtsr\u00e4te sie heute viel schneller ab als fr\u00fcher. Wer fr\u00fcher zehn bis\u00a015 Jahre im Vorstand sass und die Zeit hatte, langfristige Strategien zu entwickeln und umzusetzen, muss heute mit einer Amtszeit von durchschnittlich rund sechs Jahren\u00a0rechnen, analysierte Strategy&amp;.<\/p>\n<p>Ob dann noch Zeit f\u00fcr\u00a0weitsichtige Unternehmensentwicklung bleibt? Eher nicht, Personal gespart ist schneller. Restrukturierungen in Deutschlands Untrnehmen ohnehin inzwischen Dauerzustand, so dass das Damokles-Schwert der Entlassung ohnehin jedem Mitarbeiter dauerpr\u00e4sent ist.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Zeichen setzen und Vorstand &#8222;opfern&#8220;? Ein No-Go?<\/strong><\/p>\n<p>Doch die Commerzbank hatte\u00a0sich noch eine neue Variante ausgedacht, wie sie einen Vorstand loswerden wollte &#8211; man wolle ein Zeichen setzen, hie\u00df es:\u00a0Im Zuge einer angek\u00fcndigten Entlassungswelle von 5200 Leuten k\u00f6nne man doch nicht die Bank-Spitze verschonen, lautete die neue Ansage. Die meisten anderen Unternehmen k\u00f6nnen das im \u00fcbrigen seit 15 Jahren durchaus und haben auch gar keine Zweifell daran. Jedenfalls brechen sie deshalb den Vorstands-Einsatz nicht vorzeitig ab.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Vorst\u00e4nde entlassen? Nur aus wichtigem Grund und Verfehlungen<\/strong><\/p>\n<p>Gehen sollte bei der Commerzbank\u00a0Ex-Vorstand Ulrich Sieber, der sich aber wehrte und klagte &#8211; wie\u00b4s aussieht auch in zweiter Instanz mit Aussicht auf Erfolg. Die Richter vom Oberlandesgericht Frankfurt gaben schon mal ihre vorl\u00e4ufige Meinung bekannt: Vorst\u00e4nde einer Aktiengesellschaft kann man nur aus sogenanntem wichtigem Grund abberufen, beharren sie. Das m\u00fcssten aber\u00a0pers\u00f6nliche Verfehlungen sein &#8211; und nicht Bauernopfer in der Top-Ebene als Signal f\u00fcr die Belegschaft. Dass nicht nur an ihr gespart werde, sondern auch &#8211; wie tr\u00f6stlich f\u00fcr die\u00a0andeen Entlassenen\u00a0&#8211; bei den Gro\u00dfverdienern im Hause. Die Richter: Derartige wirtschaftliche Gr\u00fcnde &#8211; Personalabbau &#8211; z\u00e4hlten dazu Ein Weiterbesch\u00e4ftigen von\u00a0Siebers bis zu seinem Vertragsende im Jahre 2017 sei f\u00fcr die Commerzbank durchaus zumutbar gewesen.<\/p>\n<p>Und dass man die Entlassungen\u00a0der Belegschaft insgesamt\u00a0&#8222;nicht h\u00e4tte verkaufen k\u00f6nnen\u201c\u00a0ohne auch beim Vorstand Hand anzulegen &#8211; so die Argumentation von Hengeler-Mueller-Gesellschaftsrechtler Gerd Krieger f\u00fcr die Bank &#8211; ,\u00a0sahen die Richter wohl anders.<\/p>\n<p><a title=\"Commerzbank, Ulrich Siebers, Vorstand, Entlassungen, Oberlandesgericht Frankfurt\" href=\"http:\/\/www.handelsblatt.com\/unternehmen\/banken\/ex-vorstand-sieber-klagt-gegen-bank-commerzbank-droht-naechste-schlappe\/11254768.html\" target=\"_blank\">http:\/\/www.handelsblatt.com\/unternehmen\/banken\/ex-vorstand-sieber-klagt-gegen-bank-commerzbank-droht-naechste-schlappe\/11254768.html<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vorst\u00e4nde sind heute eher gef\u00e4rdet als fr\u00fcher:\u00a0performen sie nicht &#8211; wie es gerne so nett umschrieben wird -, l\u00f6sen die Aufsichtsr\u00e4te sie heute viel schneller ab als fr\u00fcher. 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