{"id":655315,"date":"2015-01-20T17:32:55","date_gmt":"2015-01-20T16:32:55","guid":{"rendered":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/?p=655315"},"modified":"2015-01-20T17:32:55","modified_gmt":"2015-01-20T16:32:55","slug":"cnn-moderator-john-defterios-exklusiv-vom-wef-in-davos-ii-plotzlich-ist-genug-ol-da","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/2015\/01\/20\/cnn-moderator-john-defterios-exklusiv-vom-wef-in-davos-ii-plotzlich-ist-genug-ol-da\/","title":{"rendered":"CNN-Moderator John Defterios exklusiv vom WEF in Davos (II): Pl\u00f6tzlich ist genug \u00d6l da"},"content":{"rendered":"<p><strong>Exklusiv im Management-Blog vom Weltwirtschaftsgipfel aus Davos:<\/strong><\/p>\n<p><strong>Roh\u00f6l: Pl\u00f6tzlich ist das knappe Gut im \u00dcberfluss vorhanden, wundert sich <\/strong><strong><a title=\"CNN, John Defterios\" href=\"http:\/\/edition.cnn.com\/profiles\/john-defterios\" target=\"_blank\">John Defterios<\/a>, CNN International Wirtschaftskorrespondent (Gastbeitrag)<\/strong><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div id=\"attachment_655316\" style=\"width: 358px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-655316\" class=\"size-full wp-image-655316\" alt=\"John Defterios von CNN\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2015\/01\/Davos-2015.2_John-Defterios.jpg\" width=\"348\" height=\"415\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2015\/01\/Davos-2015.2_John-Defterios.jpg 348w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2015\/01\/Davos-2015.2_John-Defterios-251x300.jpg 251w\" sizes=\"auto, (max-width: 348px) 100vw, 348px\" \/><p id=\"caption-attachment-655316\" class=\"wp-caption-text\">John Defterios von CNN<\/p><\/div>\n<p>Beim Weltwirtschaftsforum 2009 wurde das Thema Roh\u00f6l hei\u00df diskutiert. Auch diese Woche wird das schwarze Gold beim Zusammentreffen der Wirtschaftselite aus aller Welt wohl erneut im Mittelpunkt stehen.<\/p>\n<p>Dennoch ist die Lage 2015 ein wenig anders: Statt dar\u00fcber nachzudenken, wie man genug neue Energiequellen finden k\u00f6nnte, um die Weltwirtschaft am Laufen zu halten, m\u00fcssen sich Unternehmensf\u00fchrer und Staatschefs mit den Folgen des \u00dcberangebots an billigem Erd\u00f6l auseinandersetzen. Dieses hat die Produzenten kalt erwischt und k\u00f6nnte die Deflation weltweit anheizen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Vier Millionen Barrel \u00d6lf\u00f6rderung pro Tag in den USA<\/strong><\/p>\n<p>Eine wahrhaft au\u00dfergew\u00f6hnliche Wendung des Schicksals: Vor sechs Jahren legte US-Pr\u00e4sident Barack Obama seinen Amtseid ab und versprach, Amerikas Abh\u00e4ngigkeit von ausl\u00e4ndischen \u00d6lproduzenten zu verringern. Mittlerweile f\u00f6rdern Roh\u00f6lproduzenten in den USA pro Tag fast vier\u00a0Millionen Barrel und damit mehr als der \u00f6lreiche Irak.<\/p>\n<p>Der Energie-Boom in den USA ist nicht der einzige Faktor, der f\u00fcr die drastischen Marktbewegungen verantwortlich ist. Weitere Produzenten, unter anderem die OPEC-Staaten, haben in den letzten Jahren sehr viel \u00d6l gef\u00f6rdert und Preise von etwa 100 Dollar pro Barrel ausgenutzt. Mittlerweile ist der Barrelpreis aber auf unter 50 Dollar gefallen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Abw\u00e4rtsspirale beim Roh\u00f6lpreis<\/strong><\/p>\n<p>Diese Entwicklung schadet Afrikas gro\u00dfen \u00d6l- und Gasproduzenten wie Angola und Nigeria sowie all den L\u00e4ndern, die das Ziel verfolgen, in den n\u00e4chsten zehn Jahren Zugang zum Energiemarkt zu finden. Sowohl Mosambik als auch Tansania planen zum Beispiel, sich beim Erdgas eine starke Marktposition zu erk\u00e4mpfen. Die Abw\u00e4rtsspirale beim Roh\u00f6lpreis auf bis zu 50 Dollar pro Barrel wird den Gaspreis sinken lassen und so aber vermutlich gro\u00dfe internationale \u00d6lfirmen und m\u00f6gliche Investoren verjagen.<\/p>\n<p>Da Nigerias leichtes Roh\u00f6l mit dem amerikanischen Pendant konkurrieren muss, wendet sich das Land auf der Suche nach Abnehmern gen Asien \u2013 und das zu einer Zeit, in der Chinas Roh\u00f6lverbrauch ins Stocken geraten ist. Angola wird das Gleiche tun. Beide Staaten sind von dem Rohstoff abh\u00e4ngig, da mehr als 90 Prozent ihrer Exporterl\u00f6se aus dem \u00d6lhandel stammen.<\/p>\n<p>Auch von der OPEC ist in absehbarer Zeit keine gro\u00dfe Hilfe zu erwarten, wenn es nach Saudi-Arabien geht \u2013 und das Land kann sich im Kartell f\u00fcr gew\u00f6hnlich durchsetzen.<\/p>\n<p>Saudi-Arabiens \u00d6lminister Ali Al-Naima hat die anderen Erd\u00f6lf\u00f6rderer, einschlie\u00dflich der USA und Russland, dazu ermuntert, die F\u00f6rderung ruhig zu drosseln, falls sie dies wollen, gleichzeitig jedoch klargestellt, dass sein Land diesen Weg nicht gehen werde.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Saudi-Arabien wird nicht drosseln<\/strong><\/p>\n<p>\u201eSaudi-Arabien wird die Produktion nicht drosseln, ganz bestimmt nicht\u201c, sagte der erfahrene Politiker vor Kurzem in einem CNN-Interview. Er ging sogar noch einen Schritt weiter und f\u00fcgte hinzu: \u201eWir werden diesen Kurs l\u00e4nger beibehalten, nicht nur 2015.\u201c<\/p>\n<p>Die Gro\u00dfen und M\u00e4chtigen, die das allj\u00e4hrliche Weltwirtschaftsforum besuchen, werden sich deshalb in Davos wohl zusammensetzen und diskutieren, wie dieses recht schmerzhafte Jahr f\u00fcr die wichtigen \u00d6l- und Gaskonzerne, deren Manager gr\u00f6\u00dftenteils vor Ort sein d\u00fcrften, aussehen k\u00f6nnte. Der Preis f\u00fcr die Nordsee-Sorte Brent liegt nicht l\u00e4nger bei 115 Dollar wie im letzten Juni, sondern wabert inzwischen knapp unterhalb der 50-Dollar-Marke, was einer Preis\u00e4nderung von \u00fcber 60 Prozent entspricht. Dem Energieriesen Baker Hughes zufolge beginnt der krasse Preisverfall langsam weh zu tun. Seit fast 25 Jahren wurden nicht mehr so viele Bohrinseln in den USA geschlossen wie diesen Monat.<\/p>\n<p>Vor dem Treffen in Davos gaben 300 Energiemanager beim Gulf Intelligence Forum in Abu Dhabi bei einer Umfrage an, dass der \u00d6lpreis in diesem Jahr bei 50 bis 60 Dollar bleiben d\u00fcrfte.<\/p>\n<p>Der sogenannte Endpunkt, an dem sich der \u00d6lpreis auf einem h\u00f6heren Niveau von 70 bis 90 Dollar pro Barrel einpendelt, k\u00f6nnte noch ganze drei bis f\u00fcnf Jahre entfernt sein. Dieser Ansicht ist jedenfalls Christophe Ruhl, Global Head of Research bei der Abu Dhabi Investment Authority, einem gro\u00dfen Staatsfonds der Vereinigten Arabischen Emirate.<\/p>\n<div id=\"attachment_655314\" style=\"width: 660px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-655314\" class=\"size-full wp-image-655314\" alt=\"CNN-Moderatoren Richard Quest (l.) und John Defterios in Davos 2015\" src=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2015\/01\/Davos-2015.II_._Richard-Quest-und-John-Defterios_klein.jpg\" width=\"650\" height=\"432\" srcset=\"https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2015\/01\/Davos-2015.II_._Richard-Quest-und-John-Defterios_klein.jpg 650w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2015\/01\/Davos-2015.II_._Richard-Quest-und-John-Defterios_klein-300x199.jpg 300w, https:\/\/blog.wiwo.de\/management\/files\/2015\/01\/Davos-2015.II_._Richard-Quest-und-John-Defterios_klein-451x300.jpg 451w\" sizes=\"auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px\" \/><p id=\"caption-attachment-655314\" class=\"wp-caption-text\">CNN-Moderatoren Richard Quest (l.) und John Defterios in Davos 2015<\/p><\/div>\n<p>Ruhl glaubt, dass sich der h\u00f6here Preis erst einpendeln wird, wenn die Nachfrage weltweit stark genug ist, um die gr\u00f6\u00dfere F\u00f6rdermenge in Nordamerika, also das Angebot, zu decken \u2013 was aber bislang nicht der Fall ist. Des Weiteren muss sich die F\u00f6rdermenge der OPEC stabilisiert haben, und zwar auf \u201eeben dem Niveau, auf das sie sich einigen werden\u201c.<\/p>\n<p>Vorherzusagen, wie die Welt in f\u00fcnf Jahren aussehen wird, ist nicht einfach. Nachdem es in L\u00e4ndern wie Libyen oder dem Jemen in den letzten vier Jahren zu politischen Erdrutschen kam und die Lage immer noch angespannt ist, sind zwischen dem heutigen Tag und dem Jahr 2020 viele Entwicklungen denkbar.<\/p>\n<p>Hinzu kommen noch L\u00e4nder wie Algerien und Iran, in denen man den aktuellen Staatshaushalt auf Grundlage eines \u00d6lpreises von 100 Dollar oder mehr pro Barrel kalkuliert hatte. Manch einer l\u00e4sst bereits durchklingen, dass die gro\u00dfen Golfstaaten mit dem aktuellen Preisdruck heftige Unruhen ausl\u00f6sen k\u00f6nnten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>Energieversorgung weltweit in Gefahr?<\/strong><\/p>\n<p>\u201eSollten sie einigen ihrer Nachbarstaaten zu gro\u00dfen finanziellen Schaden zuf\u00fcgen\u201c, so Ali Khedury, ehemaliger US-Milit\u00e4rberater im Irak und inzwischen CEO bei Dragoman Partners, \u201ek\u00f6nnten die Feuer, die mit den ungew\u00f6hnlich niedrigen Preisen entfacht werden, in einigen Regionen letztendlich zu Radikalisierung und Destabilisierung f\u00fchren, was wiederum die Energieversorgung weltweit in Gefahr bringen k\u00f6nnte.\u201c<\/p>\n<p>Als das Roh\u00f6l rekordverd\u00e4chtige f\u00fcnf Jahre in Folge durchschnittlich 100 Dollar oder mehr kostete, besch\u00e4ftigte man sich in der Branche wegen des Arabischen Fr\u00fchlings bereits mit Berechnungen \u00fcber einen Gefahrenzuschlag von bis zu 15 Prozent.<\/p>\n<p>Diese Diskussionen kamen inzwischen durch einen Markt zum Erliegen, der von einem zu gro\u00dfen Angebot geflutet wird. Topmanager und Staatenlenker sind unter Zugzwang und versuchen, die negativen Auswirkungen einzusch\u00e4tzen, die die Entscheidung der OPEC hat, den eigenen Marktanteil zu sch\u00fctzen.<\/p>\n<p>Seit 2009 hat sich viel ge\u00e4ndert. Stellen wir uns darauf ein, dass in den kommenden sechs Jahren noch gr\u00f6\u00dfere Ver\u00e4nderungen auf uns warten.<\/p>\n<p><strong>Weitere Informationen zur WEF-Berichterstattung von CNN International finden Sie unter: <a title=\"CNN, Berichterstattung aus Davos 2015, Richard Quest, John Defterios\" href=\"http:\/\/www.cnn.com\/davos\" target=\"_blank\">www.cnn.com\/davos<\/a><\/strong><b><\/b><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Exklusiv im Management-Blog vom Weltwirtschaftsgipfel aus Davos: Roh\u00f6l: Pl\u00f6tzlich ist das knappe Gut im \u00dcberfluss vorhanden, wundert sich John Defterios, CNN International Wirtschaftskorrespondent (Gastbeitrag) &nbsp; Beim Weltwirtschaftsforum 2009 wurde das Thema Roh\u00f6l hei\u00df diskutiert. 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